FroggyMan
Liebe Expertin, mein Sohn ist 13 Monate alt und hat schon 12 Zähne - also auch Backenzähne oben und unten. Er mag eigentlich alles und erfreut sich meist eines guten Appetits. ;-) Soweit so schön. Nun macht mich mein Mann aber ein bisschen verrückt, was unser Kleiner alles keinesfalls essen dürfe, weil es regelrecht gefährlich sei. Und tatsächlich findet man im Internet tausend Warnhinweis zu Lebensmitteln: Erbsen können in die Luftröhre geraten, rohe Möhren am Stück nicht unter 5 Jahren, Salami nicht unter 3, Tomaten immer schälen, Paprika nicht roh und auch schälen, keine kleinen Beeren, keine harte Brotrinde ... Allmählich bin ich verunsichert. Dabei interessiert sich unser Sohn zum Beispiel gerade sehr für Cocktailtomaten, sind ja so schön handlich. Schälen kann man die aufgrund ihrer Größe schlecht, finde ich. Und was ist, wenn es bald frische Heidelbeeren gibt? Er liebt Obst! Darf er die kleinen Beeren trotz tollen Pinzettengriffs wirklich nicht in die Finger bekommen? Darf er wirklich kein Obst und Gemüse mit Schale essen? Er hat doch eben schon so viele Zähne. Was sind echte Verbote für Kleinkinder? (Alkohol, Cola, ganze Nüsse - klar!) Vielen Dank Ihnen vorab! Liebe Grüße Maria
Hallo Maria alias FroggyMan es ist schon eher so, dass Kinder mit Beginn des 2. Lj eigentlich (fast) alles essen dürfen. Der Organismus ist bei gesunden Kindern so weit ausgereift, dass die meisten Speisen gut vertragen werden. Ein paar Einschränkungen gibt es dann allerdings doch noch. Die wesentlichen Dinge hast du schon selbst erwähnt, wie bspw Kaffee und Alkohol etc und enpfindliche Kinder sollten entsprechend vorsichtiger an Neues herangeführt werden. Doch im Prinzip kannst du deinem Kind nun alles geben, was kleinkindergerecht zubereitet wurde. Und hier gibt es natürlich auch individuelle Unterschiede, wie die einzelnen Kinder mit den angebotenen Speisen umgehen können. Dein Kleiner hat schon einige Zähne und kann somit sicher schon viel besser kauen als ein komplett zahnloses Kind. Wichtig ist einfach, dass du als Mama immer dabei bleibst wenn dein Kind isst und du kannst bei der Speisenauswahl auch auf dein Bauchgefühl hören. Kernchen bei Himbeeren können im Mundraum stören und irritieren, beim Verschlucken ggf Probleme machen. Es ist empfehlenswert, solche Kernchen vor Verzehr zu entfernen (Marmelade, Eis, Joghurt besser ohne). Es sollte aber kein Problem sein, wenn dein Kleiner ein paar Himbeeren pur isst - da kommt es einfach darauf an, wie er individuell das empfindet. Richtig grobes und derbes Vollkornbrot ist für Kleinkinder bspe weniger gut geeignet. Verzichte nach Möglichkeit auf allzu grobe VK-brote. oder Brot mit Saaten, Körnern, Kernen. Die groben Betsandteile, die noch nicht optimal gekaut werden können, könnten beim Kauen weh tun und die unzerkleinerten Stückchen die Darmschleimhaut reizen - wenn es häufiger gegessen wird. Leinsamen ist wegen des enormen Quellvermögens ebenfalls nicht gut. Betreffs Rohmilchkäse (und Listeriengefahr i.A., sowie Toxoplasmose, Salmonellen) ist es ähnlich wie bei Schwangeren - Kinder sind kleiner und dadurch schneller anfällig, und ihr Immunsystem ist noch nicht gut ausgereift. Nicht jeder Rohmilchkäse hat Listerien - die Wahrscheinlich ist hierbei nur höher. Vorsicht auch bei Rohkost - diese immer super gut waschen, waschen, waschen! Wenn du Rohmilchkäse durcherhitzt, besteht keine Gefahr mehr und dein Kind kann mitessen. Bei Weichkäse wie Brie oder Camembert kannst du die Rinde wegschneiden, dann verringerst du das Risiko enorm. Listerien wachsen nicht ins Käseinnere. Salami ist sher würzig und eignet sich für die tägliche Ernährung noch nicht optimal. Fischgerichte (auch bei Filet) immer genau auf Gräten prüfen. Fischstäbchen (können nach dem Garen von der Panade befreit werden) sind i.d.R. aber grätenfrei und eignen sich deshalb besonders gut. Hirse, Quinoa und Amaranth sollten regelmäßig und in größeren Mengen besser erst ab dem 3. Lj auf den Tisch kommen. Kleine Mengen und das mal ab und zu sind kein Problem. Ausnahme: (Baby-)Hirseflocken. Zwiebel, Knoblauch sind individuell unterschiedlich verträglich und deshalb gibt es keine Empfehlung :-) Chili besser auch noch meiden. Fertiggerichte sind häufig sehr würzig und deshalb nicht optimal. In reichlich Fett gebratene Speisen sind etwas schwerer verdaulich, weshalb sie für die Kleinsten abends weniger gut bekömmlich sind. Besonders Fleisch sollte deshalb schonend gebraten werden. Bei der Tomatenhaut kommt es auch auf die individuelle Handhabung drauf an. Wenn es deinem Kleinen schmeckt und er sie gut essen kann - bitte mehr! Rohe Möhre(Kohlrabi) und roher Apfel sind den meisten Kleinkindern auch noch zu hart und größere Stücke könnten abbrechen. Diese eher härteren Obst/Gemüsesorten eignen sich als Rohkost, wenn sie fein geraffelt angeboten werden. DIe Paprikahaut ist schwer verdaulich, weshalb Paprika (rot =süß) meist gut akzeptiert wird, wenn sie geschält angeboten wird. Heidelbeeren kannst du ggf zerdrücken, bevor sie dein Kleiner aufnimmt und sich in den Mund steckt. Die Gefahr der Aspiration ist bei Kleinkindern etwas höher und so ein kleines rundes Obststückchen könnte in die Luftröhre gelangen. Das sind alles Horrorszenarien - ich weiß - aber ich versuche einfach nur die vielfältigen Warnhinweise etwas zu erklären. Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen die Sorgen nehmen? Etwas Vorsicht bei der Speisenauswahl ist durchaus angemessen, aber übertreiben musst du es nicht. Kleinkindgerechte Speisen sollten gut kau - und schluckbar sein. Grüße B.Neumann
sessione87
Also ich habe beiden meiner kids von anfang an alles gegeben was du aufgezählt hast, salamie sogar schon mit 8 monaten aufs brot gegeben. Ich denke das du ihm alles geben kannst, das er schlucken kann ( sofern er keine schluckprobleme hat), selbst nüsse! Meine tochter liebt zb cashew- nüsse, sie ist jetzt 16 monate alt. Mein Sohn (heute 4) , hat sich mit 11 monaten an einem kleinen stück apfel verschlukt, seit dem gebe ich in dem alter nichts, das sie nicht mit der zunge unter den Gaumen drücken könnten um zu große stücke zu vermeiden. Erst wenn ich mir sicher bin, das sie backenzähne haben und versuchen zu kauen, versuche ich festere dinge wie haselnüsse halbiert oder erdnüsse. Grade alte, NICHT verschimmelte Brotrinde (bevorzugt die enden/kanten), einige werden lachen oder schimpfen, haben ich meinen beiden Kindern gegeben, sobald sie greifen konnten. Es sättigte, sie hatten etwas in der Hand, somit hatte ich äuserst liebe Kinder fand ich. Die coktail tomaten kann er im mund zerdrücken, meine tochte liebt sie auch, die splatschen so schön, wenn man den mund nicht ganz zu bekommt.... Sie lacht sich anschließend immer scheckig :) Du als Mutter weißt IMMER am besten was gut für deinen Sohn ist!!!! Wenn du denkst das er das essen kann, gebe es Ihm. Grade gemüse und Obst!!! Immer weniger Kinder KENNEN das... Leider mein ernst... wenn du dir nicht sicher bist, stelle dich ein paar mal daneben und beobachte sein essverhalten bei lebensmitteln wie nüssen, brotrinde, oder sogar möhren, die er noch nicht kauen kann und erst recht nicht in der menge zu sich nehmen kann, das es schädlich sein könnte. es ist die erstickungsgefahr... Geh ganz sicher und kauf dir nen pürrierstab oder eine reibe für kohlrabi ( in maßen, bläht. Jede Kohlart bläht und da musst du bei kleinen Kindern aufpassen.), möhren, mais, äpfel oder sonstiges. Selbst mit nüssen kannst du das machen... hack sie und lass sie ihn mit den fingern aus einer schüssel picken... Fördert so ganz nebenbei die Feinmotorik. Also es ist dir überlassen was du Ihm gibst, aber je mehr du Ihm jetzt vor die nase setzt, auch das was er angeblich nicht darf, pass einfach auf wie er reagiert, sonst wirst du bestimmt ein "das mag ich aber nicht!!!" Kind haben und die sind anstrengend... Alles gute dir