Dadel_15
Liebe Frau Neumann, meine Tochter (9,5 Monate) weigert sich seit 2 Wochen fast komplett vom Löffel zu essen, außer purem Obstmus, das geht immer. Wie kann ich ihr denn den Mittags-/ Nachmittagsbrei in anderer Form anbieten? Gemüsestückchen sind nicht so ganz der Renner, aber immerhin interessant...Vor kurzem habe ich Waffeln aus Haferflocken und Gemüsemus gebacken, die gingen gut. Welche Möglichkeiten habe ich noch? Wie kann ich dem Fleischanteil im Mittagsbrei gerecht werden? Sie hat erst unten 2 Schneidezähne, die oberen 4 sind "im Anmarsch" aber noch nicht richtig durchgebrochen. Ich bin nicht sicher ob sie mit Fleischwürfelchen klar kommt... Den Abendbrei habe ich nicht wirklich geschafft einzuführen....sie ißt momentan Brotwürfelchen mit Frischkäse, welche Brotaufstrich-Alternativen gibt es noch? Herzlichen Dank für Ihren Rat
Hallo Dadel_15 den Nachmittagsbrei kannst du ganz weglassen und stattdessen einfach weiche Obststückchen anbieten. Auch die von dir bereits erprobten Gemüsewaffeln sind wunderbar für evtl größeren Hunger zwischendurch. Solche Kreationen sind sehr gut geeignet. Mach weiter so. Den Mittagsbrei kannst du durch weich gegarte Gemüsestückchen, Kartoffeln, Nudeln und dergleichen ersetzen. Du kannst die Kost immer weiter dem Familienessen angleichen. Würze weniger und biete zusätzlich viele Nahrungsbasics an, pur. Brotmahlzeiten sind morgens und abends ideal, weil sie zum Kauen animieren. Die Brotmahlzeit ist empfehlenswert, damit die Kleinsten ausreichend Gelegenheit haben, das Kauen zu trainieren. Die Kaumuskulatur muss gefordert werden, um sich gut auszubilden. Als Belag eignen sich bspw Fleischbrei oder pflanzliche Aufstriche (bspw Avocado, weisses Mandelmus oder vegetarische Aufstriche), Frischkäse oder Hartkäse wenn gefällt. Fingerfood ist ausserdem gut und wichtig, damit die Kleinen selbständig essen lernen können. Manchmal allerdigs haben die Kleinsten allerdings keine Lust zum Kauen, weil sie evtl schon zu müde sind. eine Brotalternative für abends: 200ml Kuhmilch oder Kuhmilch und Wasser gemischt, oder Haferdrink, wenn gefällt, falls du noch keine Kuhmilch geben möchtest. 35-40g (+/-) g Grieß etwas Butter zugeben. Grieß in der Milch gut aufkochen, rühren, rühren, rühren :-) Die Masse auf einen Teller streichen, stehen lassen, d.h. den Grieß kurz quellen lassen. Danach kannst du entweder hübsche Motive ausstechen oder den sehr festen Brei in Stücke schneiden. Dazu etwas flüssige Butter und ggf Obststückchen (oder Obstmus zum Dippen) dazu geben. Den Anteil an fester Kost, d.h. Fingerfood darfst du noch viel weiter ausbauen, wenn deine Tochter damit gut zurecht kommt und es gerne mag. Deine Tochter ist absolut bereit für die Familienkost, wie du berichtest. Sie will keinen Brei mehr essen und hat damit, mit dem Verhalten das sie dir zeigt, einen großen Entwicklungsschritt hinter sich. Ab sofort stagniert das Längenwachstum für eine Weile und dein Tochter hat weniger Hunger und Appetit. Mit einem ausreichenden Milchangebot plus Fingerfood und Familienkost kann sich dein Kind ausreichend satt essen. Die angebotene Kost sollte kleinkindgerecht und vielfältig sein. Ab jetzt brauchst du nicht mehr so vorsichtig zu sein. Besonders gut eignen sich einfache Speisen wie Kartoffeln, weiche Gemüsesorten, weiches Obst, Brot. Biete vermehrt gewöhnliche Lebensmittel und Speisen an, damit sich dein Kind daran gewöhnen kann. Macht die gemeinsamen Mahlzeiten zum Erlebnis. Farbenvielfalt, verschiedene Gerüche, die sich schon beim Kochen in der Wohnung verteilen, Kostproben direkt am Herd. All das macht Lust und Neugier auf Essen. Ideen: Mageres Hack (auch durchgegartes Tatar, oder durch den Fleischwolf gedrehtes Muskelfleisch) kannst du für deine Kleine/als Familienessen zubereiten. Ggf als Minifrikadellen als Fingerfood reichen oder sanft gebraten als stückige, krümelige Elemente auf Kartoffelbrei verteilen. Rezept Kartoffelbrei: Hast du einen Kartoffelstampfer? Die Anschaffung lohnt sich. Damit kannst du prima Kartoffelbrei machen. Oder auch eine Mischung aus Kartoffel mit Karotte (Butter). MIt dem Stampfer kannst du bspw auch Apfelmus unkompliziert ohne Püriergerät herstellen. dazu: Rezept: Ca 500g geschälte und gewaschene Kartoffeln klein schneiden, in Wasser (plus Salz) weich kochen, dauert etwa 15-20 min, je nach Größe. Wasser abschütten, Nun etwas Butter (ca 30-40g) in den Topf geben, schmelzen lassen und die Kartoffeln mit Milch (ca 150 ml) bedecken, nochmals warm werden lassen und die Masse mit dem Kartoffelstampfer zu Brei zerdrücken. Würzen (Salz, Zucker, Hauch Muskat). Fertig! Spaghetti Bolognese Bolognesesosse 1 kleine Zwiebel fein würfeln, 1 Knoblauchzehe gepresst. Noch dazu 1 geraspelte Möhre richten. Gemüse in 1 EL Olivenöl ca 10-15 min dünsten. 300g gemischtes Hack und 1 weiteren Olivenöl zugeben, anbraten. Salz, Pfeffer, Zucker, Oregano (frisch oder getrocknet, Basilikum (frisch oder getrocknet) zugeben und durchbraten, bis das Gemüse weich und das Fleisch gar ist. Dann mit ca 400g Tomaten aus der Dose/Tetrapack (stückig oder zerkleinert) auffüllen, aufkochen. Abschmecken, nachwürzen und ggf Tomatenmark zugeben, bis es gut schmeckt. Die Sosse ca 30 min köcheln lassen. dazu klein geschnittene Spagetti Bananenküchlein: 1/2 Banane mit der Gabel zerdrücken, 1 EI verquirlen. Mischen, in heissem Öl in einer Pfanne ca 4-5 kleine Pfannküchlein backen. Herzoginkartoffeln zu Fleischbrei mit Gemüse: 750g geschälte Kartoffeln in Salzwasser kochen. Wasser abschütten, Kartoffeln stampfen, zu Kartoffelbrei. Etwas auskühlen lassen. mit 1 Ei, 1 Eigelb, Salz, 1 EL Butter vermengen, Hauch Muskat nach Belieben. Alles gut vermischen und mit dem Spritzbeutel Rosetten auf eine Backblech spritzen. Wenn das zu mühselig ist, also für die Alltagsküche, kann man den Teig auch mit Hilfe von zwei TL als Nocken auf ein Backblech setzen. Die Dinger werden noch mit einer Eigelb/Milch-Mischung bepinselt und ca 15 min im Ofen bei 190° gebacken. Auch Sahne reicht zum Bepinseln aus. Sie werden dann nur nicht so schön leuchtend gelb. Kartoffelknödel: Zutaten: 1 kg Kartoffeln 150 g Kartoffelmehl 2 kleine Eier 1 EL Salz, nimm viel weniger wegen Babykost Muskatnuss gerieben, nach Belieben 20 g Butter Die Kartoffeln mit Schale gar kochen. Mit kaltem Wasser abschrecken, schälen und durch eine Kartoffelpresse drücken. Diesen Kartoffelbrei mit Kartoffelmehl (ca 150 g, je nach Flüssigkeit der Masse) Eier, Salz, Muskat und Butter gut verkneten. Etwas quellen lassen. Den Teig zu einer Rolle formen und in 8-12 Scheiben schneiden. Daraus- mit mehlbestäubten Händen- gleichmäßige Knödel formen. Noch besser klappt es, wenn du Einmalhandschuhe dafür benutzt und zum guten Verteilen des Kartoffelmehls und zum ersten Kneten einen flachen und großen Teigschaber (=Teigkarte) verwendest. Die Knödel müssen eine glatte Oberfläche haben, damit sie beim Garen nicht zerfallen. Risse ggf mit heissem Wasser ausbessern. Einen flachen Topf mit Salzwasser (1TL pro Liter Wasser) zum Kochen bringen. Die Kartoffelknödel ins Wasser geben, erneut zum Sieden bringen und darauf achten, dass sie nicht am Boden kleben. Mit halb aufgelegtem Deckel bei mittlerer bis schwacher Hitze15-20 min ziehen lassen. Die fertigen Knödel mit einer Schaumkelle herausheben und in eine vorgewärmte Schüssel geben. In die Schüssel einen umgedrehten Kaffeetassenteller legen, damit überschüssiges Wasser weiterhin abtropfen kann und die Knödel nicht zu matschig werden. Fertig Grüße B.Neumann