Frage im Expertenforum Kochen für Kinder an Dipl. oec. troph. Birgit Neumann:

Nachtrag

Frage: Nachtrag

lixilli

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Hallo, eine Frage hätte ich noch, stimmt es, dass man Brei mit Fenchel nicht einfrieren und wieder auftauen darf (Fenchel-Kartoffel-Brei)? Und wie ist das mit dem Einfrieren und Erwärmen von Spinat und Champignons? Vielen Dank nochmal!


Birgit Neumann

Birgit Neumann

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Hallo Nicole ja. Das gilt für Fenchel und Kohlrabi, (auch rote Bete). Spinat sollte man Babys nur aus dem Gläschen (Babybrei) geben und Champignons sind für Babys nicht geeignet. Ich rate dir hinsichtlich des Nitratgehaltes dazu, dass du keinen Spinatbrei selbst kochst. Gemüsesorten wie Fenchel, Kohlrabi und Rote Bete kannst du für Babybrei (ab 8. Lm) mit einer anderen, weniger nitratreichen Gemüsesorte mischen, wenn gewünscht. Diese Breie nicht einfrieren, nicht wieder Erwärmen und nicht zu häufig geben. Ganz allgemein: Nitrat ist eine Substanz, die die optimale Aufnahme von anderen Nährstoffen wie z.B. Calcium oder Magnesium behindert. Durch Bakterien wird Nitrat ausserdem zu Nitrit umgewandelt. Besonders wichtig ist beim Selberkochen deswegen auch die Hygiene. Und dass zubereitete Breie nicht allzu lange ungekühlt bzw erwärmt herumstehen. Größere Mengen Nitrit können Veränderungen im Blutbild hervorrufen. Erwachsene haben ein Enzym, das solche Veränderungen rückgängig mache kann. Babies, besonders Säuglinge unter 6 Monaten haben dies nicht. Der Sauerstofftransport im Blut kann dadurch erschwert werden. Ernsthaft gefährdet sind deswegen Säuglinge (unter 6 M). Die Allerkleinsten sollten deswegen Wasser zur Bereitung von Flasche und Brei bekommen, das explizit dafür geeignet ist. Das steht auf Wasserflaschen drauf bzw die Wasserqualität zuhause kann erfragt werden (Wasserwerke, Stadtwerke, Gemeinde etc) Deswegen sollte auch erst ab dem 6. Lm mit dem Selberkochen begonnen werden, weil die Toleranzen dann etwas größer sind. So lauten die allgemeinen Empfehlungen. Denn auch beim (Bio-)Gemüse hast du diesbezüglich keine Kontrolle. Bio-Produkte haben aber generell niedrigere Werte. Und jetzt noch zu deiner allgemeinen Frage bezüglich dem Einfrieren und dem nochmaligen Erwärmen von Champignons bzw Spinat: Wird das Pilzgericht schnell abgekühlt, kannst du das schon noch mal am nächsten Tag aufwärmen und essen. Für kleine Kinder ist es jedoch kritischer... In früheren Zeiten war es oft Usus, dass der Topf mit Spinat oder Pilzen stundenlang auf dem Herd stand und dort für andere Familienmitglieder warmgehalten wurde. Das ist heute nicht mehr so. Kühlschränke gab es damals auch noch nicht, deshalb waren solche Gerichte auch mal längere Zeit in der Küche einfach so herum gestanden. Daher kommt diese Warnung vorrangig. Pilze sind jedoch speziell - kein Tier und keine Pflanze. Sie produzieren Stoffe (Abbauprodukte), je nach Sorte oder Herkunft (Zucht oder Wald) verschieden viele, die sich nach dem Wiedererwämren und nach dem Verzehr jeweils unterschiedlich auf das Wohlbefinden eines Einzelnen auswirken können. Bei Champignons ist das i.d.R. aber kein Problem, wenn, wie gesagt, das Gericht schnell abgekühlt und kühl gelagert wurde. Grüße


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