Frage im Expertenforum Kochen für Kinder an Dipl. oec. troph. Birgit Neumann:

nachhaken

Frage: nachhaken

jippelchen

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Hallo Das heisst ich kan als stillmama auch spontan ne woche oder wenn sie daran gewöhnt ist an nem tag nachmittagsbrei geben statt mittagsbrej? wär schön wenn ich mal unterwegs bin für meinen mann dann muss ich nicht abpumpen...... Lg


Birgit Neumann

Birgit Neumann

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Hallo jippelchen im Prinzip ist es schon möglich, die Mahlzeiten bei gestillten Babys flexibel zu handhaben. Du musst bzw kannst dich nach deinem Baby richten, bzw ob oder wie gut dein Baby damit klar kommt. Was das Mit-Essen-wollen betrifft: noch ist dein Baby sehr jung und imitiert euch vor allen Dingen aus Spaß. Ob eure Kleine schon jetzt tatsächlich an eurem Essen interessiert ist, kann man nicht direkt sagen und ob sie mit festeren Konsistenzen schon umgehen kann, nicht gesichert. In der Regel funktioniert das, ja, wenn euer Kind tatsächlich schon soweit wäre. Füttere doch zeitgleich den selbst zubereiteten Brei. Das reicht vorerst eigentlich aus. Wenn ein Baby festere Konsistenzen bei der Nahrung bekommt, sollte es möglichst schon selbständig sitzen und ständig beaufsichtigt werden. Beim neuen Konzept für Beikost, dem sog. baby-led-weaning, bekommen Babys ab etwa dem 7. Lm (also nach dem 6. Lm) erstes Fingerfood in Form von sehr weichgekochten* Gemüsestäbchen, oder weich gekochte Blumenkohl/Brokkoliröschen, Kartoffeln. Diese Sticks kann ein Baby in seinem individuellen Entwicklungstempo erkunden. Es kann die Stäbchen mit der Faust umschliessen und zum Mund führen, schliesslich mit der Zunge befühlen und sich langsam daran gewöhnen. Irgendwann wird es davon auch etwas schlucken. Dieses Befühlen ist schon als ein großer Schritt in Richtung Beikost zu bewerten. Die angebotenen Speisen sollten immer sehr weich und basically gekocht sein. Auf Zusätze wie Salz oder Zucker etc sollte man bis zum ca 10. Lm verzichten. Die Kost sollte immer so aufbereitet sein, dass sie dein Baby ohne "Gefahr" essen kann. Die Kleinen befühlen die Nahrung zunächst lediglich. Sie betasten das Stückchen zunächst vorsichtig mit den Tasrezeptoren im Mund. Diese Tastrezeptoren sind bei Babys/Kleinkindern schon sehr weit vorne im Mund/Zunge platziert. Was sich nicht gut anfühlt, was nicht die Konsistenz von Brei oder Milch hat, wird oft wieder ausgespuckt. Es ist trotzdem eine erste Lernerfahrung, die irgendwann zum Ziel führen wird, nämlich dass ein Baby Familienkost bekommt. In der Regel beginnt die Phase der Akzeptanz für festere Konsistenzen ab etwa dem 8. Lm, spätestens ab dem 10. Lm iund allerspätestens mit ca 1 Jahr. Und bei manchen Nachzüglern kann es sogar bis ca 14 M dauern. Hast du schon etwas vom "baby-led-weaning" (BLW) gehört? Es ist eine Methode, die wie oben beschrieben funktioniert. Stillen nach Bedarf reiche aus. Statt Brei könnten Babys sofort festere Nahrung kennenlernen. Sinn und Zweck ist dabei mehr das Kennenlernen einer anderen Konsistenz und einem neuartigen Geschmack. Sattwerden sei dabei zweitrangig. Für Stillbabys (die nach Bedarf und ausreichend und oft gestillt werden) ist das ganz akzeptabel, für nicht gestillte Babys weniger gut geeignet. Es sollte trotzdem einiges dabei beachtet werden. Dein Baby sollte bspw schon gut sitzen können. u.v.m. ! Ich kann diese Methode nicht ganz vorbehaltlos empfehlen und deshalb kannst du auch mal Biggi Welter im betreuten Stillforum dazu befragen, ob das tatsächlich so sinnvoll ist :-) und für jedes Stillbaby gelten kann. Für solche Babies, die einfach keinen Brei und Löffel mögen und gleichzeitig gut entwickelt sind, ist das sicher gut. Auch als kombinierte Form der Beikost ist das eine gute Idee. Denn es führt schon früh, ganz zaghaft an die Familienkost heran. Diese Arrt der Beikosteinführung lässt viel Raum für Individualität. Babys, die diesen Weg von der Milch zur Beikost wählen, gibt es immer häufiger. Wenn nach Bedarf gestillt wird, ist diese Methode eine gute Möglichkeit die Kleinsten von Beginn an in den Essalltag zu integrieren. Einer neuen Studie zufolge, soll diese Art der Beikosteinführung, d.h. wenn Babys die Art und Menge der Beikost selbst bestimmen, also buchstäblich alles selbst in die Hand nehmen, vor (späterem) Übergewicht schütze. Mit dieser Methode würden gesunde Essgewohnheiten gefördert. Allerdings seien für de Untersuchung nur etwa 150 Babys beobachtet worden. Eine allgemeingültige Empfehlung könne man deshalb noch nicht aussprechen. Auch mögen nicht alle Babys Fingerfood und stillen nach Bedarf sei für diese Beikost wichtig. Als kombinierte Form zur Breikost ist das eine gute Idee. Und viele Babys finden das richtig gut. Aber es sollte individuell gehandelt werden. Stückchen in der Beikost nach Bedarf, - ja - wenn es gut ankommt. Mit dem klassischen Konzept der Breieinführung mittels Löffel liegst du trotzdem richtig. Der Rest kann individuell dazu kommen. Diese Sticks sind ein Erlebnis und zum Sattessen am Anfang nicht geeignet. Sie sind eine Bereicherung zur Mumi und führen zaghaft an feste Kost heran. Nur wenn sich dein Baby noch häufiger verschluckt (manche Babys neigen dazu) dann solltet ihr das Abenteuer besser aufschieben. Also dann Grüße B.Neumann * Schneide aus rohen Gemüsesorten (bspw Möhre, Pastinake, Kohlrabi, Zucchini, Kürbis, Süßkartoffel, Kartoffeln, auch: Brokkoliröschen, Blumenkohlröschen) oder Obstsorten Apfel oder Birne (jeweils geschält) in fingerdicke ca 8-10cm lange Stücke. Gare sie (dampfgaren oder in wenig Wasser dünsten) ohne Zusätze sehr weich. Fertig ist das Fingerfood. Für die Vollständigikeit: !!! Achtung: aus oben genannten Gründen deshalb keine (!!!) harten Lebensmittel wie rohe Apfel/Möhrenstücke, trockene ungekochte Nudeln, Gummibärchen, Nüsse, Kerne, Saaten etc etc geben. !!


jippelchen

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Hallo mir fällt noch was ein &513;die Kleine ist zwar erst 5 mo aber sehr stark am essen interessiert. Wir essen auch gesund und ausgewogen und vor allem gern, können wir ihr nicht etwas geben in der zeit wo sie das gefühl hat mitmachen zu können....sie kann leider noch nicht sitzen..... Oder müssen wir warten?


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