Frage im Expertenforum Kochen für Kinder an Dipl. oec. troph. Birgit Neumann:

Meine Tochter 9 Monate ist schlecht, woran kann das liegen?

Frage: Meine Tochter 9 Monate ist schlecht, woran kann das liegen?

youju22

Beitrag melden

Hallo, meine Tochter ist neun Monate alt und isst plötzlich viel weniger als bis her. 7:00 Uhr 200 ml Milch 1 10:00 Uhr 200 g Obst oder Brot 12:30 Uhr 200 g Gemüse Kartoffel Fleisch 15:30 Uhr Getreide Obst 18:00 Uhr Milchbrei und bevor sie ins Bett geht circa 19:30 Uhr 100 ml Milch in der Nacht nach Bedarf einmal 100 ml Milch. So war es bisher seit 4 Tagen sind alle Mahlzeiten bis auf die Flaschen sehr schwierig, mit viel Mühe isst sie 5-8 Löffel. Soll ich ihr nach dem Mittagessen noch Flasche anbieten? Sie verhält sich normal und ist aktiv. Mache mir langsam Sorgen ob sie genug Nahrung bekommt. Vielen Dank für die Antwort


Birgit Neumann

Birgit Neumann

Beitrag melden

Hallo youju22 deine Tochter ist jetzt ein Kleinkind und der Energiebedarf dadurch gesunken. Dein Baby entwickelt sich offensichtlich prächtig und zeigt dir dies auch an den veränderten Essgewohnheiten. Was du beobachtest, ist völlig normal. Ab dem 10. Lm werden die Essportionen plötzlich kleiner. Begründung: Babys wachsen in den ersten Monaten sehr schnell. Nicht nur das Längenwachstum geht rasant, sondern die gesamte Entwicklung, wozu auch das Anlegen von "Fettreserven" zählt und das erfordert die Aufnahme großer Kalorienmengen = "Hunger". Mit etwa 10 Lm ist diese Phase in der Regel weitestgehend abgeschlossen, sodass nun weniger Nahrungsmengen ausreichen können. Die Größen und Gewichtszunahme stagniert nun ein ganze Weile. Ihr befindet euch in Bezug auf das Essen nun gerade in einer Umbruchphase. Jetzt treten neue Esssitten und Rituale an Stelle der Gewohnheiten. Die Kleinsten wollen ihr Gebiss benutzen. Sie wollen selber essen. Sie wollen Essen "fühlen", sehen, riechen, schmecken, erkunden, ausprobieren. Brei wird jetzt von vielen Babys abgelehnt: Jetzt müssen Alternativen gefunden werden. Hilfreich; alles (was kleinkindgerecht ist) probieren lassen. Die Kleinsten müssen jetzt viele neue Speisen langsam kennenlernen, neue Geschmackseindrücke sammeln, bewerten, neue Konsistenzen akzeptieren, kauen. Kleine Mengen reichen dafür aus. Deine Kleine braucht jetzt etwa 400-500 ml Säuglingsmilch am Tag, inklusive Milchbrei. Diese Menge habt ihr gut erreicht. Zum Brei kannst du deiner Tochter vermehrt Fingerfood anbieten, ausserdem vereinzelt und in kleiner Menge: eure übliche Familienkost. Den GOB am Nachmittag kannst du weglassen und stattdessen Obst (als Mus oder in weichen Stückchen - roh oder gegart) anbieten. Startet mit Brotstückchen morgens in den Tag hinein. Bei der Einführung der Familienkost geht es um die Anpassung, den Essgenuss, die Gewöhnung. Biete als Grundlage eine gewöhnliche Mischkost mit 3 Hauptmahlzeiten und 2 ZMZ. Dein Kleine kann jetzt einfach essen, ohne dass du grammgenau kontrollieren musst, wie viel sie isst. Gesunde Babys essen nicht zu viel und nicht zu wenig. Der Fokus liegt ab jetzt besonders in der Vielfalt der Speisen - bei Geschmack und neuen Eindrücken, Gemeinsamkeit bei Tisch, Esskultur., das Erleben neuer und auch einmal aussergewöhnlicher Geschmackserlebnisse. Also dann Grüße B.Neumann


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.