Biene2106
Mein Sohn am 1.12 wird er 2, möchte nichts essen. Es ist ganz furchtbar. Er isst zwar Wurst und Käse aber so gut wie immer ohne Brot/Brötchen/Toast etc. Kann ich es schaffen das er auch mal das Brot isst und nicht nur den Belag? Am liebsten möchte er den ganzen Tag Joghurt essen (ohne Stücken! Mit mag er nicht! ) Ich hab es schon mit Müsli zum Frühstück probiert, aber das war auch nicht so sein Ding. Er bekommt auch regelmäßig Obst auf den Tisch, aber essen kommt ihm nicht in den Sinn, obwohl wir großen mit ihm Obst essen. Er mochte mal ganz gerne Banane, die mag er jetzt nicht mehr. Eine kurze Zeit hat er Apfel gegessen, jetzt auch nicht mehr. Es ist ganz egal was ich für Obst kaufe ( Erdbeeren, Kirschen, Mandarine, Pflaume....) er mag es nicht. Ich möchte ihn aber doch gesund ernähren und nicht den ganzen Tag Fleischwurst und Joghurt geben! Oder soll ich das mal machen? Fisch hat er auch mal ganz gerne gegessen. Isst er jetzt auch nicht mehr ... er will seit neusten alles ausspucken! Ich und mein Mann wissen damit schon nicht mehr umzugehen. Und verstehen es auch nicht da wir selbst immer alles mit ihm zusammen essen. Also es liegt auch nicht daran das er alleine am Tisch sitzt und er alleine Essen muss, den wir essen ja auch :-( Er isst kein Hackfleisch, keine Bratwurst, keine Frikadellen, keinen selbstgemachten Kartoffelpürre, keinen gekauften, keine Fischstäbchen, keine Erbsen und Möhren (mit oder ohne Hollandaise ) anderes Gemüse ist auch nicht drin. Zu Joghurt, Fleischwurst, Bockwurst, kommt ab und zu noch Gurke hinzu . Natürlich will dieses Kind ständig etwas Süßes essen, aber das bekommt er nicht wenn er nicht gut isst und das weiß er auch. Also ist zwischendurch auch nichts drin. Das was er liebt sind Nudeln , da darf ich auch verschiedene Soßen zu machen. Aber er kann doch nicht 7 Tage die Woche nur Nudelgerichte essen. Achso, Suppen mit Nudeln gehen auch -.- Was soll ich nur machen??? Richtiges essen bekommt er schon seit seinem 5 Lebensmonat und Gestillt habe ich bis zum sechten. Ich weiß nicht mehr weiter, ich hoffe Sie haben einen Rat für mich.
Hallo Biene2106 Wenn der KiA keine Bedenken äußert und dein Kind völlig normal und altergerecht entwickelt ist, keinerlei gesundheitliche Beschwerden zeigt und auch sonst bestens gedeiht, könntest du es vielleicht tatsächlich einmal versuchen, deinem Kind die von ihm geforderten Speisen zu geben*. So nimmst du Druck und eure Erwartungshaltung raus. Das kann sich sehr positiv auf die Essatmosphäre auswirken, die Situation entspannen und euer Kind kann eigenständig Neues entdecken. Es ist kein Problem, jeden Nudeln zu essen. In die verschiedenen Sossen kannst du vielleicht Zutaten mischen, die sonst im Speiseplan eher zu kurz kommen. Und wenn dein Kind süße Speisen gerne mag, kannst du deinem Sohn Obst auf diese Weise schmackhaft machen. Versuche ihn erst gar nicht zu überreden, etwas Neues zu probieren. Geh einen unkonventionellen Weg, der über scheinbar ungesunde Pfade zum gewünschten Ziel führt. Statt roher Apfelstücke könntest du einen Nachtisch, am Sonntag machen: Apple Crumble Obstkuchen ohne Boden dafür knusprige Streusel obendrauf: Apple Crumble: http://www.conni.de/conni-club/kramkiste/rezepte/apple-crumble sehr lecker!!!! Und nur drei Zutaten werden für die Streusel benötigt. Klappt auch mit Pflaumen. Und siehe hier, eine feinere Variante: http://www.kuechengoetter.de/rezepte/verschiedenes/Pflaumen-Crumble-1834.html und wenn dein Kleiner Äpfel so isst, dann isst er Äpfel. Und irgendwann wird er auch Apfelmus zu Schupfnudeln mögen und irgendwann vielleicht auch roher Apfelstücke. Möglicherweise probiert er sie zusammen mit seinem Freund, bei seinem Freund. Dann schmeckt es nochmal so gut und das Esserlebnis wird positiv abgespeichert. Dieses positive Abspeichern ist eine wichtige Vorraussetzung für erfüllten Genuss. Essen schmeckt, wenn es mehrere Kriterien erfüllt. Kinder lernen Essen, in dem sie sich daran gewöhnen. Dafür müssen sie öfter als einmal, sogar bis zu 10 mal die Gelegenheit bekommen, eine neue Speise zu kosten. Nicht nur der Geschmack ist dabei von Bedeutung, sondern auch das Mundgefühl. Kinder sind sog. Supertaster. Geschmackseindrücke und Konsistenzen (das Mundgefühl) werden viel intensiver erlebt als von erwachsenen Personen. Geschmacks-und Tastrezeptoren sind im ganzen Mundraum verteilt, nicht nur auf der Zunge. Krümeliges, Trockenes, Hartes, Bitteres etc wird intensiver erlebt. Ein Säugling besitzt ca 10000 Geschmackrezeptoren, Erwachsene nur noch etwa die Hälfte. Sehr alte Menschen mitunter nur noch ca 2000. Besonders den Geschmackseindruck bitter lehnen viele Kinder ab. Es wurde auch beobachtet, dass Babys, die HA-Nahrung bekamen, durchaus bitter schmeckende Lebensmittel akzeptieren. Auch die Intensität des Geschmackseindrucks süß wird von Kindern und Erwachsenen verschieden bewertet. Die sog. Reizschwelle für Süßes ist bei Kindern viel höher. Für die Praxis bedeutet dies: wenn du eine Speise als süß empfindest, ist das für dein Kind vermutlich gerade okay im Geschmack. Was du als viel zu süß bezeichnen würdest, bringt den Geschmackseindruck "süß" für dein Kind. Umgekehrt lehnt dein Kind bspw eine leicht bitter schmeckende Möhre ab, wohingegen du dies nicht als bitter schmeckend empfindest. Kinder müssen neue Speisen häufig erst langsam und allmählich kennenlernen: neue Geschmackseindrücke sammeln, bewerten, neue Konsistenzen akzeptieren. Kleine Mengen können ausreichen. Kleine Probiermengen von etwas Neuem sind genau richtig: lieber eine Erbse als keine. Die Mengen sind steigerbar! Kinder müssen ein Geschmacksgedächtnis aufbauen. Das braucht Zeit. Es ist die Basis für den daraus resultierenden Appetit. Als Mutter kann man schon daran verzweifeln, wenn die lieben Kleinen nicht so essen wollen, wie man sich das wünscht. Und vor allem wie es in den allgemeinen Ernährungsempfehlungen geschrieben steht. Kinder wissen nichts von Ernährungsempfehlungen und essen einfach dann, wenn es ihnen schmeckt, oder wenn sie hungrig sind. Jedes Kind is(s)t unterschiedlich. Manche Kinder essen gern und viel und einfach alles bis auf wenige Ausnahmen. Manche Kinder essen wenig und sind dabei oft noch sehr mäkelige Esser. Das wichtigste Element ist zunächst einmal einfach die Tatsache, dass ein Kind überhaupt isst :-) Das zu essen, was Kinder kennen und ihnen schmeckt, gibt ihnen Sicherheit. Hier noch ein Nachtisch, der neue Essanreize schafft: Blaubeermuffins mit Vanilleguss 100g Butter im Wasserbad schmelzen 150g Zucker einstreuen schaumig schlagen 2 Eier zugeben und weiter rühren. 200g saure Sahne oder Schmand zugeben. Noch 200g Mehl mit 2 geh. Tl Backpulver vermischen und beim Teig unterrühren. Und noch frische Heidelbeeren bzw TK-Heidelbeeren (mange nach Wahl) untermischen. Schliesslich den Teig in die Muffinsförmchen giessen. Im vorgeheizten Ofen ca 10 min backen. 200g Schmand oder Creme Fraiche mit 4 P Vanillezucker (ein Teil sollte Bourbonvanillezucker sein) verrühren- Als Topping nach den ersten 10 Backminuten auf den Muffins verteilen und noch weitere 15-20 min fertig backen. aus dem GU Backbuch: Muffins Auch Gemüse lässt sich in Gebäck verpacken: Blitz-Karottenkuchen Für 8-12 Portionen: 400g Karotten Saft und Schale von 1 unbehandelten Zitrone 200g Rohrzucker 200 ml Sonnenblumenöl 1 TL Zimt 1 Packung Backpulver 400g Vollkornmehl 1 Packung Vanillezucker Zum Bestreuen: Puderzucker Die Karotten in der Küchenmaschine raspeln und mit den restlichen Zutaten vermischen. Den Teig in eine gefettete Springform füllen und bei 180°C 40-50 Minuten backen. Nach Erkalten mit Puderzucker bestreuen. Das Neueste vom Neuesten: Carrot Cake Cookies Zucchinikuchen Zutaten: 250 g Butter 200 g Zucker 4 Eier 250 g Mehl 1 P. Backpulver 5OO g Zucchini, grob geraspelt 50 g Rosinen 1 - 2 Becher Schlagsahne Puderzucker zum Bestreuen Zubereitung: Butter und Zucker schaumig schlagen, die Eier nach und nach dazugeben. Mehl mit Backpulver mischen und unterrühren.Die Zucchini und die Rosinen vorsichtig untermischen. Teig in eine gefettete Springform füllen und bei 200 ° ca. 35-40 Min. backen. Kuchen aus der Form nehmen, etwas auskühlen lassen, mit Puderzucker bestreuen und lauwarm mit Schlagsahne servieren. (Die Sahne darf schmelzen!) (Rezept einer Realschule aus Braunschweig) Presse mal einen frischen Mandarinensaft, besser noch, lass dein Kind selber pressen: der schmeckt herrlich süß und ist milde, nicht so sauer. Auch dabe stört keine Haut, da muss nichts gekaut werden. Er schmeckt viel süßer als Orangensaft. Auch hilfreich kann sein, Obststückchen auf Spießchen zu servieren. Ggf in Schokolade getaucht. Über Umwege kann man auch viel erreichen. Und ganz wichtig: die Kontinuität. Je mehr dein Kind sieht, wie begeistert du so manches Obst isst, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er im richtigen Moment bei dir probiert, und wenn er überzeugt ist, dann auch mehr davon fordert. Oder so: Erdbeersosse zu Vanillepudding: Erdbeeren mit einem Süßungsmittel (Zucker?) und etwas Wasser auf. Lass das Ganze so ca 3 min kochen und gebe die Masse in ein Sieb. Hier streichst du die Masse mit einem Löffel durch. Die Kernchen bleiben zurück und in einer Schüssel fängst du den Saft auf, der etwas dickflüssig ist. Die Erdbeersosse ergänzt wunderbar bspw einen Vanillepudding. Die Kombination passt 100% zusammen. Biete deinem Kind eine verlässliche Basis an Speisen, esst zusammen und lass ihn erwartungsfrei zwischendurch immer mal wieder Neues kosten. Zwanglos, spielerisch. Meistens ist es sogar so, dass die Kinder Obst/Obstsäfte gerne essen/trinken und auch ein bis zwei oder mehrere Gemüsesorten durchaus gerne essen. Tomaten, Kartoffeln, Gurken... all das steht meist hoch im Kurs. Pizza, Pommes, Rahmspinat - all das enthält Gemüse. Gemüse kannst du in Gerichte einarbeiten: Gemüse in der Fleischsoße, Cremesuppen mit tollem Namen. Spinatpfannkuchen: Meine jüngere Tochter mag Spinat nur in Pfannkuchen eingebacken. Dazu nimmst du Blattspinat, ca 2-3 von den portionierten Klumpen in wenig Wasser garen und den Saft (Vorsicht heiss!, vorher Hände waschen) ausdrücken. Den Spinat auf einem sauberen Brett klein schneiden. Pfannkuchenteig mit einem Ei und Milch (Salz, Zucker, Öl) herstellen, Spinat unterrühren und einen oder zwei Pfannkuchen in Öl ausbacken. Foto, siehe oben im Forum Belegt zusammen Pizza und lass deinen Kleinen aus verschiedenen Zutaten ein Gesicht legen. Manchmal helfen solche Aktionen, um die Scheu zu verlieren und evtl mal ganz vorsichtig am "Auge" zu knabbern. Die Augen sind aus geschälten und gegarten Paprika - bzw Zucchinistückchen. Die Haare aus Spaghetti. Allein schon aus Neugier wandert so ein Stückchen Nase/Auge/Mund in den Kindermund. Und wenn es schmeckt, ist der Anfang gemacht.... siehe auch oben bei den "Fotos". Gemüse lässt sich auch in Fleischsossen verstecken, in Gulasch, in Bratensosse. Gemüse wird oft meist gut akzeptiert, wenn es entsprechend zubereitet wurde. Cremesuppen sind meist beliebt. Mit dem richtigen Namen, der nicht auf Gemüse hindeutet, sondern mit dem sich dein Kind identifizieren kann - schon wird wenigstens probiert. Welche Ideen hast du dafür? Wer sind die Helden deines Kindes? Magst du alle Gemüsesorten? Manche Kinder lieben Gemüse viel mehr, wenn es beim Essen schön kracht und knackt. Da ist Rohkost das Mittel der Wahl. Leuchtende Möhrenstückchen, knackige Gurkenhäppchen, rohe Kohlrabisticks, Nicht aber jedes Kind kann rohes Gemüse gut verdauen. Oder sie haben keine Lust zum Kauen .... Deshalb muss ein Kind herausfinden, was es bevorzugt. Meistens ist es sogar so, dass Kinder Obst/Obstsäfte gerne essen/trinken und auch ein bis zwei oder mehrere Gemüsesorten durchaus gerne essen. Quetschies** stehen bei Kindern aus diesem Grund besonders hoch im Kurs. Dieses Obst aus dem Beutel - süß und ohne störende Stücke, Haut u.a. - es ist so gesehen eben einfach nur süß - ein Kind muss nur drücken, saugen, schlucken. Auch Smoothies werden gerne genommen. Vorteile des cremigen Obstsnacks ist, dass eben auch hier keine störenden Stückchen im Mund sind. Versuchs mal mit gefrorenem Obstsaft. Zunächst als Eiswürfel, dann kannst du die Portionen größer werden lassen. Sei ein Vorbild - weniger durch Worte als durch dein adäquates und echtes Vorleben guter Ernährungsgewohnheiten Durch das sog. soziale Lernen (Lernen durch Beobachten und Nachahmen) lernt dein Kind am besten. Kinder lernen durch Nachahmung und Wiederholung. Sie suchen sich hierzu Vorbilder. Das kann Mama oder Papa sein. Aber auch ganz andere Weggefährten können als Vorbild dienen. Das kann Oma sein oder eine Freundin, auch Vorbilder aus den Medien. Biete Anreize bei leckeren Speisen zuzugreifen - ohne Worte oder Blicke. Mit Geduld und Einfühlungsvermögen kannst du es schaffen, dass dein Sohn von alleine neue Essabenteuer wagt und Neues für sich entdeckt. Hilfreich kann sein, wenn du Regeln aufstellst, die euch dahingehend leiten. Welche Regeln sind für alle Beteiligten sinnvoll? Überlege einmal. Über Spiele und Tricks bzw Umwege funktioniert das meist gut. Erklärungen, Bitten und Flehen helfen nur selten. Und einmal in der Kategorie -kein Gemüseessendes Kind- angelangt, führt oft schon diese Feststellung der Eltern zu einer weiteren Verweigerung - manchmal wegen entstehender Machtkämpfe. Thematisiere die Eigenheiten nicht. Biete deinem Kind eine verlässliche Basis an Speisen, esst zusammen und lass ihn erwartungsfrei zwischendurch immer mal wieder Neues kosten. Zwanglos, spielerisch und ohne Erwartungsdruck. Evtl ist folgende Buchempfehlung noch hilfreich: Essen statt meckern von Elizabeth Pantley und Kirsten Sonntag, Verlag Trias Also dann Grüße B.Neumann *Es gibt ein neues Bilderbuch, das sich dem Thema angenommen hat: "Ich will Nudeln" von Stephanie Blake und Tobias Scheffel. Daran erinnert mich deine Beschreibung ein bisschen :-) **Fruchtmus in wiederverschließbaren Quetschbeuteln.