Jule4321
Hallo, mein Sohn ist fast 2,5 Jahre alt und seit ich damals mit der Beikost begonnen habe (5M), ist das Essen ein kampf. Er mag einfach nicht essen.Ihm schmeckt so gut wie nichts und auch wenn er wirklich Hunger hat, hört er nach meistens nach ein paar Bissen auf. Er trinkt dann lieber Milch oder kakao und wird dadurch satt. Ich weiß, das kann ein Kreislauf sein, aber das passiert auch nicht immer, dass er sich dann durch Milch und Kakao sättigt. Grundsätzlich empfinde ich es mittlerweile als Glück, wenn er von etwas "viel" isst und nicht nach 3 Gabeln "fertig" sagt und lieber spielen geht. Haben Sie mir Ideen, wie ich ihn zum essen bringen kann? Oft isst er auch am einen Tag viel von etwas uns am nächsten Tag oder die Woche drauf gibt es das gleiche und er isst fast nichts. Vom Gewicht her ist er durchschnittlich auf der 25. Perzentile seit Abstillen. Vielen dank für Ihre Hilfe!
Hallo Jule4321 Ernährungserziehung ist ein wichtiger Bestandteil im gesamten Erziehungskonzept. Ernährungserziehung kann auch zur Herausforderung werden, wenn ein Kind nicht essen möchte. Dein Kind isst. Und das kannst du durchaus sehr positiv bewerten. Dein Kleiner isst nur nicht immer genau das in der Menge, die du gerne sehen würdest. Aber dein Kind isst. Wenn dein Kleiner gesund ist und gut gedeiht, brauchst du dir zunächst auch über evtl auftretende Mangelerscheinungen keine Gedanken zu machen. Du schreibst, dass schon die Beikost ein "Kampf" gewesen sei. Und du schreibst auch, dass dein Kleiner bei anderen Personen durchaus experimentierfreudiger sei. Hat sich über die Zeit inzwischen vielleicht ein kleiner Machtkampf entwickelt? Denn je mehr dein Kind verweigert und dadurch Aufmerksamkeit auf sich zieht, desto größer ist der Nutzen für dein Kind . Möglicherweise ist deine Erwartungshaltung bei Tisch zu hoch, so dass sich deine Anspannung möglicherweise auf dein Kind überträgt. Es ist nicht einfach, Situationen gelassen hinzunehmen, wenn es ums Essen geht. Vielleicht wäre es trotzdem einen Versuch wert, dein Kind über eine Woche etwa, nicht zu kontrollieren, was und wie viel er isst. Belasse es weiterhin bei den regelmäßigen Mahlzeiten. Milch gibst du jeweils morgens und abends in festgelegter Menge, ohne Nachschlag. Gesunde Kinder holen sich, das was sie brauchen. Manche Kinder essen auch deutlich weniger, wohingegen andere Kinder mehr benötigen, um satt und zufrieden zu werden. Häufig ist es auch so, wie du beobachtet hast, dass auf scheinbare Fastentage, Tage an denen ein Kind nur lustlos im Essen stochert, sog. Freßtage folgen, Tage an denen ein Kind schier unersättlich scheint - und umgekehrt. Im Mittelmaß bleiben die Mengen in etwa gleich. Auch Wachstumsschübe gehen mit größerem Appetit und entsprechend größeren Essmengen über einen begrenzten Zeitraum einher. Das ist bei guter Entwicklung alles völlig normal. Kinder fordern uns Eltern immer wieder. Um dabei die Oberhand zu behalten, hilft es, Regeln aufzustellen. Damit lernt auch dein Kind bald gut umzugehen. Welche Regeln könnten bei euch sinnvoll sein? Setze dich nicht erwartungsvoll zu Tisch und schaue auf den mit Essen bestückten Teller, ob dein Sohn nun brav isst oder nicht. Esst einfach zusammen, kontrolliere nichts und esst mit Genuss viele leckere Dinge! Biete deinem Kind viele Essanreize, auch optisch. Vielleicht kannst du übers Kaufmannsspiel oder die Spieleküche neue Essanreize schaffen? Essen ist für die Kleinen nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern ein Erlebnis für alle Sinne. Sie unterscheiden gar nicht so stark zwischen Spiel und Essen. Beides gehört für sie zusammen. Das heisst, du kannst dem am Anfang etwas entgegenkommen, in dem du die Zutaten bspw als Bild auf einen Teller legst. Dann können zuerst die Augen von einem "Gesicht" gepickt werden. Schneide Butterbrot in kleine Stückchen, die dein Kind selber essen kann. Richte generell kleine Portionen, die überschaubar sind. Sabine Bohlmann nennt das in ihrem Kochbuch "Die Reise in der Suppenschüssel" (unter Mitarbeit von Fumi Dehnst), Verlag vgs, Egmont Verlagsgesellschaften: Bonsai Cooking. Ich bezeichne das Zubereiten von kleinen Häppchen gerne als "Puppenküche". Die optisch ansprechende Präsentation ist häufig schon eine erste Einladung. Lieber wenig und übersichtlich des Essen auf dem Teller arrangieren. Das ermutigt zum Probieren und Aufessen. Nachschlag kann es schliesslich jederzeit geben. Auch hilfreich sind phantasievolle Namen mit Identifikationspotenzial. Welche Helden mag dein Kind? Hat dein Kind eigentlich besondere Vorlieben, ausser Milch/Kakao? Kann dein Kleiner gut kauen und schlucken? Mag er es gerne weich und breiig oder darf es knackig, stückig sein? Mag er es gerne deftig oder lieber süß? Mag er lieber Fleisch oder lieber Pasta und/oder Gemüse? Was isst du gerne? Je weniger Sorgen du dir machst, desto besser klappt es künftig, bestimmt. Und wenn du doch zu sehr besorgt bist, solltest du das Ganze einmal ausführlich mit dem KiA besprechen. Grüße B.Neumann P. S. sieh auch noch hier: http://www.rund-ums-baby.de/kochen-fuer-kinder/beitrag.htm?id=38525&suche1=wissen+nichts+von+ern&seite=1
Jule4321
Wir haben schöne Essensrituale, gemeinsamer Anfang mit Spruch, und er isst alles nrmal bei uns mit, wobei er sich bei neuem oft weigert zu probieren. An Obst isst er zB nur Äpfel. Andererseits probiert er bei anderen Kindern/ seinen Großeltern viel mehr wie bei mir. Wenn es dann das gleiche bei mir gibt, weigert er sich wieder. Beim Kochen hilft er gerne und spielt auch selbst gern kochen. Also alles eigentlich positiv, nur dass es eben am einfachsten geht, ihm essen zu geben, wenn er abgelenkt ist. Ich versuche jedes Mal ein ganz normales Essen am Tisch und erst wenn es garnicht anders geht, darf er auch ein Buch anschauen usw. Manchmal funktioniert, manchmal auch nicht. Ich sehe keine klare Linie oder ein Problem, das sich durchzieht, außer eben die Milch. Danke!