Mitglied inaktiv
Hallo Frau Neumann, Mein Sohn ist 28 Monate alt. Er interessiert sich nicht so sehr für das Essen. Er aß schon zu Breizeiten nie viel und das ist bis heute so geblieben. Er liebt das Spielen und wird natürlich durch das Essen gestört. :-) So sieht in etwa sein essensplan aus: Morgens: Joghurt oder Grießbrei Mittags: Fleisch, Fisch, Kartoffeln, Nudeln, Gemüse etc.. Nachmittags: Kekse, Kuchen, Sesamstangen... Abends: Reste vom Mittag und Brot mit Frischkäse, Margarine, wurst, käse, gewürzgurke Mein Problem: er isst momentan kein Obst. Sind wir mit anderen Kindern zusammen, isst er. Zu Hause gar nichts. Er hat immer gerne Obst gegessen. :-( Ab und an isst er ein bisschen Salat, isst rohe karottenscheiben, manchmal auch salatgurke. Aber eben keine großen Mengen. Gekochte Gemüse mag er. ( Mais, erbsen, karotten, Kartoffeln) Er darf auch mal ein paar gummibärchen oder andere Süßigkeiten haben. Er wiegt nur 12 kg, was mir Sorgen macht. Ist das so in Ordnung oder ist es sehr schlimm dass er momentan kein Obst isst? Danke für Ihre Zeit. Liebe grüße
Hallo bubeli das klingt doch alles wunderbar. Auch wenn dein Kind wenig isst, so isst er doch von allen Nährstoffgruppen etwas. Es ist auch nicht schlimm, wenn dein Kleiner momentan Obst nicht so gerne mag. Gemüse ersetzt Obst. Obst findet meist nur mehr Akzeptanz, weil es süß schmeckt. Und prinzipiell isst er doch Obst - zusammen mit anderen Kindern - und früher mochte er auch ein paar ausgewählte Sorten. Vielleicht mag dein Sohn Obst lieber zu einem anderen Zeitpunkt oder in anderer Form. Obst lockt vor allem zum Zugreifen, wenn es den Kindern in optimaler Portionsgröße angeboten wird. Also ruhig den Apfel nicht nur vierteln oder achteln, sondern ggf in noch kleinere Stücke schneiden. Gib deinem Kind ein spannendes und forderndes Hilfsmittel zum Essen in die Hand. Bspw ein Holzpiekser oder eine kleine Gabel. Ihr könntet ein Spiel spielen, um die Obststückchen attraktiver zu machen. Kennst du bspw "Obstgarten" von Haba? * Auch das ist eine Idee, um die Freude am Obst essen wieder hervorzulocken. Aber trotzdem haben Kinder manchmal ihre Phasen, in denen sie einfach nicht so essen, wie es aus Expertensicht optimal wäre. Auch diese Phase geht bei gesunden Kindern irgendwann vorüber. Manchmal gibt es Phasen, in denen Kinder freiwillig sehr einseitig essen. Ob dein Kind gut gedeiht und sich altersgemäß entwickelt, kann nur der KiA beurteilen. Wenn du wirklich sehr besorgt bist, müsstest du evtl dort Rat einholen. Jedes Kind is(s)t unterschiedlich. Manche Kinder essen gern und viel und einfach alles bis auf wenige Ausnahmen. Manche Kinder essen wenig und sind dabei oft noch sehr mäkelige Esser. Nicht alle Kinder mögen alle Obst-und Gemüsesorten gerne essen. Manche essen gar nichts und manche haben zwei bis drei Lieblingssorten. Andere Kinder mögen Fleisch nicht so gerne essen und wieder andere verabscheuen Milchprodukte. Was du schreibst, beklagen übrigens nicht wenige Mütter: Das Kind möchte nicht das essen, was Mama will und Ernährungsexperten empfehlen. Und das ist auch kein Phänomen der neueren Zeit. Nein, es war schon immer so. Auch zu Großmutters Zeiten, und auch während der sog. Hungerjahre, als Nahrung knapp war. Wenn du einfach nur verunsichert bist, weil dein Kind nicht so isst, wie du es erwarten würdest, aber trotzdem gut entwickelt ist, kannst du einfach weiterhin ein gesundes Speisenangebot bereit stellen und anbieten. Wichtig sind regelmäßige Mahlzeiten, die ihr mit einem Ritual einleiten könnt, um den Übergang vom Spielen zum Essen freudig zu bestreiten. Biete deinem Kleinen auch spielerische Essanreize und lass ihn ggf beim Vorbereiten schon spielerisch helfen. Sehr schöne Ideen findest du bei einer Internetrecherche, wenn du als Suchwort "Bento" eingibst. Das ist die Kunst in Japan, Pausenbrote liebevoll zu gestalten. Sämtliche essbare Dinge werden geformt, verschönert, zu Objekten geschnitzt. Schau mal hier: http://www.rund-ums-baby.de/forenbilder/index.htm?seite=1&forum=kochecke&bild=4#start Das Bild zeigt zwar kein "echtes" Bento. In Anlehnung an diese habe ich mich an einem Pausenbrot fürs Kindergartenkind versucht. Gurkenscheiben mit Gesicht, Möhrensticks mit Herz. Möglicherweise weckt die Neugier eines täglich neu arrangierten Bildes zum Aufessen vom Brot. Auch bei Pizza kannst du ähnlich verfahren: http://www.rund-ums-baby.de/forenbilder/index.htm?seite=1&forum=kochen-fuer-kinder&bild=3#start Entstanden auf einem Kindergeburtstag, kreiiert von einem kleinen Gast. Also dann Grüße B.Neumann *Auf einem Spielfeld gibt es vier Obstbäume, die mit den entsprechenden Obstsorten aus Holz bestückt werden. Jeder Spieler erhält ein Körbchen und darf mit einem speziellen Würfel würfeln. Je nach gewürfelter Seite darf man entweder die gezeigt Obstsorte "pflücken" und ins Körbchen legen. Oder die Würfelseite zeigt einen Raben. Er steht für die Konkurrenz der Mitspieler und könnte gewinnen. Es gibt ein Puzzle, das aus mehreren Teilen besteht und den Raben zeigt. Wird der Rabe gewürfelt, müssen die Mitspieler das Puzzle jeweils erweitern. Ziel des Spieles ist es, die Obstbäume leer zu bekommen, bevor der Rabe fertig gepuzzlet ist. Dieses Spiel kannst du mit deinen Kindern spielen. Statt der Holzfrüchte, kannst du echtes Obst (Obststückchen) auflegen. Wenn deine Mädchen evtl doch noch zu jung für das Spiel sind - auch später macht das noch großen Spaß und kann die Furcht vor neuen Obstsorten nehmen. Geeignet sind Heidelbeeren, Erdbeeren, Melonenstückchen u.v.m Das Spielbrett mit Frischhaltefolie überziehen und die Körbchen durch Teller ersetzen. Und auch in vereinfachter Form kann man das Spiel einfach selbst nachmalen - ohne Rabe. Essen mit spielen zu verbinden, kann sehr wirkungsvoll sein. Das Spiel gibt es auch in abgeänderter und vereinfachter Version für jüngere Kinder.
Mitglied inaktiv
Nachtrag: Banane isst er eigentlich gerne. Himbeeren pflückt er gern vom Strauch aber keine Äpfel, Trauben, Kirschen etc.