nela1982
Hallo, mein Sohn ist 11 Monate alt, wiegt 12kg und ist ca. 80cm gross. Er will alles essen, wenn wir am Tisch sitzen, geht das ohne ihn gar nicht mehr, aber ich traue mich nicht wirklich ihm das selbstgekochte zu geben, wegen Gewuerze und so (obwohl ich im Allgemeinen sehr wenig Salz verwende). Ich versuche nun langsam von den HIPP-Glaeschen wegzukommen, wobei bei ein paar Sorten wuerde ich doch noch bleiben. Aber finanziell ist es wirklich nicht einfach, denn er benoetigt 3-4 Glaeschen pro Tag! Ausserdem gibt er sich nicht wirklich mit so einer Mahlzeit zufrieden. Abends und Morgens bekommt er noch sein Flaeschchen (APTAMIL 2, ca. 150 ml) und 1-2 Mal auch Nachts (120 ml). Er wird wach, weint, und er ist es auch gewohnt mit dem Flaeschen weiter einzuschlafen, irgendwie kann er sich nur so beruhigen. Wollte nachfragen, was er jetzt in dem Alter von den u.a. Sachen alles essen darf: - Streichkaese (wie z.B. Philadelphia)? - Extrawurst? - Joghurt (welches)? - Paprika / Tomaten / Gurken? - Butterbrot / Marmeladenbrot? - gewuerztes (aber nicht scharf, normal gewuerzt) - Trauben (zerdrueckt oder ganz)? - selbstgekochte Spaghetti Bolognese? Uebrigens, er hat erst 2 Zaehne, bin mir dadurch auch etwas unsicher was ich ihm wirklich zum Kauen geben darf, ob ich es zuerst kochen soll etc.? Vielen Dank fuer Ihren Rat. Mfg Nela
Hallo Nela dein Sohn kann fast alles mit essen. Statt gekaufter Breie im Gläschen könntest du auch selbst Breie zubereiten, diese Breie mit Stückchen erweitern und zusätzlich Familienkost anbieten. Mit Brei und Stückchen liegst du bei den Mahlzeiten genau richtig. Mit einem großen Angebot von breiig und stückig, den erforderlichen Mengen Milch (Folgemilch oder Mumi) kann sich dein Baby satt essen. Familienkost dient der Gewöhnung und dem Aspekt des gemeinschaftlichen Mahls. Im Rahmen der Familienkost ist sparsames Würzen durchaus erwünscht. Am besten ist es in diesem Alter noch, wenn als Hauptnahrung viele Basics gegessen werden, plus Familienkost die "nur" leicht gesalzen und gewürzt sind. Für die Übergangszeit sollte man die Kost generell entsprechend kleinkindgerecht zubereiten. Fertigpizza, Tütensuppen und Co sollten tabu sein. Wenn ihr aös Eltern ab und zu essen würdet und dein Baby unbedingt probieren mag - ein kleines Probierstück ist schon okay...bewerte es als eine sinnliche Erfahrung. Ab dem 10. Lm ist das Kennenlernen und erste Annäherungen an Familienkost besonders wertvoll, weil Babys in diesem Alter noch neugierig sind. Es ist wichtig, dass die Kleinen jetzt schon viel Gelegenheiten bekommen neue Konsistenzen, Aromen etc kennenzulernen. Dafür reichen kleine Mengen. Dein Kind darf mitessen - aber er muss keine üppigen Portionen von dem neuem und unbekannten Gericht essen, Dein Kind kann diese Esserfahrungen zunächst noch als spielerischen Anreiz nehmen, um Essen mit allen Sinnen zu erfahren und sich vorerst noch an den üblichen Breien (oder Stückchen) satt essen. So kann dein Kind die unterschiedlichen Eigenschaften und Konsistenzen, die verschiedenen Aromen und Geschmackseindrücke verschiedener Nahrungsmittel kennen lernen. Im Verlauf des Vormittags, je nach dem wie viel Zeit bis zum Mittagessen verbleibt, könnt ihr zusammen einen Obstsnack essen. Und mittags gibst du ihm einen Teller oder eine Schüssel, in die du Basics wie Nudeln, Kartoffel oder Gemüsestückchen/stäbchen) füllst - in Anlehnung an die Breizutaten. Diese Basics machen dein Kind satt, wozu er zusätzlich querbeet am Familientisch mitessen kann. Das Fachwort dazu heisst: "soziales Lernen". Es basiert auf dem Nachahmungsinstinkt. Je mehr euer Kind bei euch Großen sieht, was und wie ihr esst, desto mehr möchte er dem nacheifern. Und genau so beschreibst du auch eure Situation :-) und hier deine Fragen im Detail: Streichkaese (wie z.B. Philadelphia)? ja, bestens geeignet - Extrawurst? nein, nicht unbedingt - - Joghurt (welches)? - Paprika / Tomaten / Gurken? bestens, wenn es gekaut und geschluckt werden kann - Butterbrot / Marmeladenbrot? ja - gewuerztes (aber nicht scharf, normal gewuerzt) ja - Trauben (zerdrueckt oder ganz)? halbiert und kernlos - selbstgekochte Spaghetti Bolognese? super Ergänzung: Erlaubt ist, was nicht ausdrücklich verboten. Fischgräten können ein Problem beim Schlucken sein. Deshalb Fischgerichte (auch bei Filet) immer genau auf Gräten prüfen. Fischstäbchen (können nach dem Garen von der Panade befreit werden) sind i.d.R. aber grätenfrei und eignen sich deshalb besonders gut. Hirse, Quinoa und Amaranth sollten regelmäßig und in größeren Mengen besser erst ab dem 3. Lj auf den Tisch kommen. Kleine Mengen und das mal ab und zu sind kein Problem. Ausnahme: Baby-Hirseflocken. Nüsse sind wegen der Verschluckungsgefahr noch nicht gut geeignet. Da sie hart sind, können sie beim Verschlucken Probleme verursachen. Verschlucken von Brot oder Apfel wäre weniger problematisch. Nüsse als Mus sind geeignet. So wäre es auch mit den kleinen Kernchen bei Himbeeren und Johannisbeeren (bei Marmelade drauf achten). Leinsamen sei in größeren Mengen weniger gut geeignet. Sojamilch als Kuhmilchersatz oder in allgemein zu großer Menge wäre noch nicht geeignet. Zwiebel, Knoblauch, scharfe Gewürze sind individuell unterschiedlich verträglich und deshalb gibt es keine Empfehlung :-) Betreffs Rohmilchkäse (und Listeriengefahr i.A.) ist es ähnlich wie bei den Schwangeren: siehe hier: http://www.rund-ums-baby.de/kochecke/beitrag.htm?id=23628 So auch Toxoplasmose oder Salmonellen, z.b. in bezug auf Salami, die ja ohnehin für Essanfänger viel zu würzig ist. Betreffs Listeriose oder Toxoplasmose gelten für Kleinkinder wegen des noch nicht ganz ausgereiften Immunsystems die Empfehlungen wie auch für Schwangere. Listerien etc kann es theoretisch auch auf Rohkost geben, weshalb diese immer gründlichst gewaschen werden muss (Salat und Co). Von rohem Fisch rate ich ab. Gut sind einfache Familiengerichte wie Kartoffelbrei, Pizza, Knödel etc Mangelnde Bezahnung ist kaum ein Hinderungsgrund für festere Speisen. Mit den Kauleisten und dem Gaumen können die Kleinen enormen Druck ausüben, NImm Mischbrot oder Kartoffelbrot und schneide für deinen Kleinen die Rinde weg, nachdem du eine halbe Scheibe dünn mit Butter bestrichen hast. Die Scheibe kannst du in kleine Würfelchen schneiden. So lässt sich das prima essen. Biete sie auf einem Teller an - idealerweise greift dein Kind freudig zu und ist begeistert von dieser neuen Art des Essens. Auch abends oder mittags/nachmittags darfst du Probierhappen von den üblichen Familienspeisen abgeben. Bereite das Essen so zu, wie es dir schmeckt. Einzig auf zu viel Salz und zu viel Gewürz. sowie Scharfes solltest du verzichten. Gib ruhig weiterhin den gewohnten Brei, falls gewünscht oder gefordert, denn das vermittelt deinem Baby Sicherheit, und durch Neugier wird sich das Repertoire langsam erweitern. Stückige Kost ist nur dann noch problematisch, wenn sich dein Kind zu häufig daran verschluckt. Statt der üblichen geschmacklosen Brei kannst du trotzdem mit Familienkost weitermachen und diese entsprechend aufbereiten, wenn es erforderlich ist. Zerdrücken, pürieren, mischen... Du kannst Banane roh zerdrücken, Birne ebenfalls, rohen Apfel kannst du auf einer Reibe fein reiben oder ein Mus kochen. Weiche Brotstückchen sind gut geeignet, weil sie zum Kauen animieren. Nudeln sind weich und lassen sich am Gaumen zerdrücken. Fleisch vom Hühnerschenkel ist zart. Sieh auch hier: http://www.rund-ums-baby.de/kochen-fuer-kinder/beitrag.htm?id=36501&suche1=kauleisten&seite=1 Also dann Grüße B.Neumann