Frage im Expertenforum Kinderwunsch an Dr. med. Friedrich Gagsteiger:

Tag drei Transfer mit zwei Embryonen 4AA und nur vier Zellen

Frage: Tag drei Transfer mit zwei Embryonen 4AA und nur vier Zellen

Catsara

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Sehr geehrter Herr Dr Gagsteiger, Da sie mir bereits schon einmal sehr geholfen haben wende ich mich heute erneut an Sie. Es wurden vier follikel gesehen und vier konnten punktiert werden und enthielten reife Eizellen. Von den vier ließen sich alle 4 aufgrund eingeschränkten spermiogramms mit ICSI befruchten. Stimulation erfolgte mit Menogon und Letrozol. Punktion war am Mittwoch und heute erfolgte der Transfer von zwei Embryonen die mit 4 AA bewertet wurden im Labor und aus 4 Zellen bestehen. Fragen:  1. Zählt der Tag der Punktion mit?  Dann wäre heute der dritte Tag, oder? 2. Wie ist ihre Einschätzung zur Erfolgswahrscheinlichkeit dazu? Ich hatte mal gelesen, dass 3 Tage später mindestens sechs Zellen vorhanden sein sollten, am besten sind wohl acht. Besten Dank im Voraus für Ihre Einschätzung, Zeit und Mühe  Viele Grüße 


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Tag Zunächst einmal ist es sehr erfreulich, dass aus allen vier punktierten Follikeln reife Eizellen gewonnen werden konnten und sich alle vier Eizellen nach der ICSI befruchten ließen. Zu Ihren Fragen: 1. Zählt der Tag der Punktion mit? Der Tag der Punktion und Befruchtung wird als Tag 0 bezeichnet. Der folgende Tag ist Tag 1, der übernächste Tag Tag 2. Wenn die Punktion am Mittwoch stattgefunden hat und der Transfer am Freitag erfolgte, handelte es sich somit um einen Tag-2-Transfer. 2. Wie sind die beiden Embryonen einzuschätzen? Für Tag 2 ist ein Embryo mit vier Zellen grundsätzlich zeitgerecht entwickelt. Die Bezeichnung 4 AA bedeutet in diesem Zusammenhang vermutlich, dass der Embryo aus vier Zellen besteht und hinsichtlich der Gleichmäßigkeit der Zellen sowie der Fragmentierung sehr gut beurteilt wurde. Die von Ihnen genannten sechs bis acht Zellen beziehen sich eher auf Embryonen am dritten Entwicklungstag. An Tag 3 gelten häufig etwa sechs bis acht Zellen als besonders günstig. Für einen Tag-2-Embryo sind vier Zellen dagegen genau im erwarteten Bereich. Zwei Embryonen mit jeweils vier gleichmäßigen Zellen und einer sehr guten morphologischen Bewertung stellen daher für einen Tag-2-Transfer einen erfreulichen Befund dar. Eine konkrete Erfolgswahrscheinlichkeit lässt sich allein aus der Embryonenbewertung allerdings nicht zuverlässig ableiten. Sie hängt insbesondere vom Alter, von der individuellen Vorgeschichte, der Gebärmutterschleimhaut und weiteren medizinischen Faktoren ab. Die vollständige Befruchtungsrate und die zeitgerechte Entwicklung der beiden transferierten Embryonen sind jedoch zunächst positive Voraussetzungen. Ich wünsche Ihnen für die kommende Zeit sehr viel Geduld, Zuversicht und natürlich von Herzen, dass sich einer der beiden Embryonen gut einnistet. Mit herzlichen Grüßen Ihr Dr. Gagsteiger


Catsara

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Danke Herr Dr Gagsteiger für Ihre Einschätzung und Ihre Empathie. Leider bin ich schon 48 Jahre. Habe 2 Kinder mit 39 und 41 j ohne kiwu Behandlung geboren. Die gebärmutterschleimhaut Betrug 10mm und war 3-schichtig. Im letzten zyklus wurde wegen spermiogramm eine ICSI gemacht. Von 5 eizellen ließen sich alle befruchteten. 4 entwickelten sich. 3 bis zur Blastozyste. Davon blieb 1 stehen und eine wurde transferiert und 1 eingefroren.  Leider transfer negativ und die eingefrorene hat das auftauen nicht geschafft. Aktuell ist es der dritte ivf/icsi zyklus Liebe Grüße 


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Vielen Dank für Ihre ergänzende Nachricht. Dass Sie mit 39 und 41 Jahren spontan zwei Kinder bekommen haben, ist zunächst einmal eine sehr schöne Ausgangsinformation. Sie zeigt, dass grundsätzlich eine gute Fruchtbarkeit bestanden hat. Mit 48 Jahren hat sich die Situation allerdings leider deutlich verändert – und zwar vor allem aufgrund der altersbedingten Veränderungen der Eizellen. Das ist der entscheidende Faktor und keineswegs etwas, das Sie hätten beeinflussen können. Trotzdem finde ich Ihren bisherigen Verlauf durchaus bemerkenswert: Im letzten ICSI-Zyklus konnten fünf Eizellen gewonnen werden, alle fünf ließen sich befruchten, vier entwickelten sich weiter und drei erreichten sogar das Blastozystenstadium. Das spricht zunächst einmal für eine erfreulich gute Befruchtungs- und Entwicklungskompetenz der Embryonen im Labor. Dass eine Blastozyste das Auftauen leider nicht überstanden hat, kommt zwar vor, ist aber natürlich besonders enttäuschend, wenn nur wenige Embryonen zur Verfügung stehen. Auch die Gebärmutterschleimhaut mit 10 mm und schöner Dreischichtigkeit ist ein sehr positiver Befund. An den Voraussetzungen in der Gebärmutter scheint es nach Ihrer Schilderung jedenfalls nicht zu liegen. Der größte begrenzende Faktor bleibt leider das Alter der Eizellen. Mit 48 Jahren ist der Anteil genetisch unauffälliger Embryonen sehr gering. Das bedeutet aber auch: Ein negativer Transfer heißt nicht zwangsläufig, dass etwas “nicht stimmt”, sondern häufig leider, dass der übertragene Embryo trotz guter morphologischer Qualität genetisch nicht entwicklungsfähig war. Das können wir dem Embryo unter dem Mikroskop leider nicht ansehen. Dass Sie sich nun bereits im dritten IVF-/ICSI-Zyklus befinden, zeigt, wie viel Ausdauer und Hoffnung Sie mitbringen. Ich wünsche Ihnen sehr, dass diesmal genau der Embryo dabei ist, der das nötige Entwicklungspotenzial besitzt. Manchmal braucht es leider mehrere Anläufe, obwohl Labor, Schleimhaut und Behandlung optimal verlaufen. Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie für diesen Zyklus Zuversicht bewahren können. Versuchen Sie, sich nicht von den Erfahrungen der vergangenen Versuche entmutigen zu lassen. Jeder neue Zyklus ist letztlich ein neuer Versuch mit einem neuen Embryo – und damit auch eine neue Chance. Für den weiteren Verlauf drücke ich Ihnen ganz fest die Daumen und wünsche Ihnen von Herzen alles Gute. Mit herzlichen Grüßen Ihr Dr. Gagsteiger


Catsara

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Ich danke Ihnen erneut für Ihre Einschätzung.  Ja, der kiwu Arzt markiert immer wieder wie gut immer wieder EZ bei mir vorhanden sind. Ich nehme natürlich sollen möglichen NEM ein.  Mit 45 Jahren wurde ich tatsächlich mit minimaler stimulation u insemniation schwanger. Leider hatte ich einen Unfall.  ❤️- lichen Dank für Ihre guten Worte. Ja, ich versuche mich nicht entmutigen zu lassen. Ihre Worte stärken mich. Ja, tatsächlich denke ich auch, dass dranbleiben wichtig ist. Vielen Dank für Ihre Hilfe und Unterstützung.  Es ist nicht selbstverständlich, wie Sie das hier im Forum machen und Ihre Expertise zur Verfügung stellen. Ganz abgesehen von der investierten Zeit. Das ist wirklich bemerkenswert. Sie helfen hier sovielen Kiwu Patienten.  Herzlichste Grüße 


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Haben Sie ganz herzlichen Dank für Ihre so wertschätzenden und persönlichen Worte. Ich habe mich wirklich sehr darüber gefreut. Dass Sie bereits mit 45 Jahren unter einer minimalen Stimulation und Insemination schwanger geworden sind, zeigt, dass Ihr Körper grundsätzlich noch eine Schwangerschaft erreichen kann. Auch wenn der damalige Verlauf durch den Unfall so tragisch beendet wurde, ist es dennoch ein ermutigendes Zeichen dafür, dass eine Befruchtung und Einnistung bei Ihnen möglich waren. Besonders positiv finde ich auch, dass Ihr Kinderwunscharzt die Zahl und Entwicklung Ihrer Eizellen immer wieder hervorhebt. Natürlich spielt mit 48 Jahren vor allem die genetische Qualität der Eizellen eine zunehmend große Rolle – und diese lässt sich leider durch keine Behandlung oder Nahrungsergänzung vollständig beeinflussen. Dass bei Ihnen jedoch wiederholt Eizellen gewonnen, befruchtet und bis zur Blastozyste entwickelt werden konnten, ist eine wichtige Voraussetzung und durchaus ein Grund, die Hoffnung nicht aufzugeben. Ich glaube deshalb ebenfalls, dass es sinnvoll sein kann, diesen Weg weiterzugehen, solange Sie körperlich und seelisch die Kraft dafür haben und Ihr behandelndes Team die medizinischen Voraussetzungen weiterhin als gegeben ansieht. Dabei sind realistische Erwartungen wichtig – aber ebenso wichtig ist es, sich von Rückschlägen nicht völlig entmutigen zu lassen. Manchmal braucht es tatsächlich mehrere Anläufe, bis die passende Eizelle zum richtigen Zeitpunkt auf eine gut vorbereitete Gebärmutterschleimhaut trifft. Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Ihr aktueller Behandlungszyklus derjenige ist, der am Ende zum ersehnten Erfolg führt. Und vielen Dank nochmals für Ihre lieben Worte. Wir machen diese Arbeit hier freiwillig, mit viel persönlichem Einsatz und wirklich von Herzen. Wenn Sie uns etwas Gutes tun möchten, freuen wir uns sehr über eine freundliche Bewertung bei Google Maps, über ein Abonnement unseres Newsletters und natürlich auch darüber, wenn Sie anderen Kinderwunschpatientinnen und -patienten weitererzählen, dass wir versuchen, medizinische Erfahrung und menschliche Begleitung miteinander zu verbinden. Das hilft uns, noch mehr Menschen auf ihrem Weg begleiten zu können. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website: www.bestfertility.de Herzliche Grüße Ihr Dr. Friedrich Gagsteiger


Catsara

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Sehr geehrter Herr Dr Gagsteiger,  Ich wollte ihn hiermit nur ein kurzes Update geben. Leider ist mein heutiger SST negativ.  Heute teilte mir der kinderwunscharzt mit, dass die 2 Tage befruchtete Eizelle von 2a auf 4a sich weiterentwickelt hat und eingefroren wurde. Aktuell überlege ich eine PRP Injektion in beide Eierstöcke machen zu lassen. Ende August planen wir nun ein Kryotransfer. Leider blicke ich dem nicht hoffnungsvoll entgegen, da beim letzten kryozyklus die blastozyste nicht mehr aufwachte. Im nächsten Zyklus planen wir die drei Tage alte befruchtete Eizelle einsetzen zu lassen und lediglich mit Letrozol zu stimulieren für den gebärmutterschleimhautaufbau. Beste Grüße und nochmals Danke 


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Es tut mir sehr leid, dass der Schwangerschaftstest diesmal negativ ausgefallen ist.  Gleichzeitig gibt es aber auch einen positiven Aspekt: Dass sich die zunächst als 2A beurteilte Embryonalentwicklung bis zum 4-Zell-Stadium in guter Qualität weiterentwickelt hat und eingefroren werden konnte, ist durchaus erfreulich. Das zeigt, dass Entwicklungspotenzial vorhanden ist. Dass Sie nach dem Verlust der Blastozyste beim Auftauen dem kommenden Kryozyklus mit Sorge entgegensehen, ist absolut verständlich. Dennoch sollte man bedenken, dass ein einzelnes Auftauversagen kein grundsätzlich schlechtes Zeichen für alle zukünftigen Kryotransfers ist. Die Überlebensrate eingefrorener Embryonen ist heutzutage zwar sehr hoch, sie liegt aber leider nicht bei 100 %. Ein einmaliges Auftauversagen bedeutet daher nicht, dass sich dies wiederholen muss. Den Plan, Ende August einen Kryotransfer mit dem dreitägigen Embryo durchzuführen und den Zyklus lediglich mit Letrozol zu unterstützen, halte ich grundsätzlich für gut nachvollziehbar. Letrozol kann zu einer physiologischen Follikelentwicklung und häufig auch zu einer sehr guten Gebärmutterschleimhaut führen. Auch eine PRP-Behandlung der Eierstöcke kann man in Ihrer Situation durchaus diskutieren. Die wissenschaftliche Datenlage ist zwar noch nicht eindeutig, aber insbesondere bei eingeschränkter Eizellreserve oder wiederholt unbefriedigenden Stimulationsverläufen gibt es Patientinnen, die möglicherweise davon profitieren. Wichtig ist jedoch, realistische Erwartungen zu haben: PRP ist keine Garantie für eine bessere Eizellqualität oder eine Schwangerschaft, kann aber in ausgewählten Fällen ein sinnvoller zusätzlicher Baustein sein. Versuchen Sie, den kommenden Kryotransfer als neue Chance zu sehen und nicht als Wiederholung der letzten Enttäuschung. Jeder Zyklus verläuft anders, und gerade in der Kinderwunschmedizin erleben wir immer wieder, dass sich der Erfolg einstellt, obwohl zuvor mehrere Versuche erfolglos waren. Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass sich Ihr Körper nun gut erholt und Sie mit neuer Kraft in den nächsten Behandlungszyklus starten können. Für den Kryotransfer Ende August drücke ich Ihnen ganz fest die Daumen. Mit den besten Wünschen Dr. med. Friedrich Gagsteiger


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