Frage im Expertenforum Kinderwunsch an Dr. med. Christoph Grewe:

Schwankender AMH; Möglichkeiten zur "Rekrutierung" von mehr Eizellen

Frage: Schwankender AMH; Möglichkeiten zur "Rekrutierung" von mehr Eizellen

Arit

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Sehr geehrter Herr Dr. Grewe, meine Hormonwerte sind alle im Normbereich; der AMH hat immer unterschiedliche Werte. Die Ärzte begründen das mit unterschiedlichen Analysemethoden der Labore. Ich hatte allerdings auch in ein und demselben Labor unterschiedliche Werte: im Juli 0,69, im November 0,98, also fast 1. Bei einem Wert von 0,89 war ich Ende 2020 schwanger geworden und es war alles gesund. Jetzt waren bei der 1. ICSI von 5 Follikeln 3 punktiert worden und in nur 1 eine reife Eizelle; diese ließ sich gut befruchten und teilte sich bis zum Tag-3-Transfer regelgerecht; der SST blieb aber leider negativ. Trotz der guten Werte, bis auf den AMH, und der regelgerechten Reaktion auf die Stimulation (225 mg Meriofert) [wobei meine Follikel im natürlichen Zyklus schneller gewachsen sind] rät die Ärztin nach 1 ICSI von weiteren ab. Begründung: Es war nur 1 Eizelle vorhanden und es dauere zu lange, bis mal eine gute dabei sei. Wir sollen es stattdessen auf natürlichem Wege weiterversuchen, da sei die Chance genauso hoch (2-3 %). Stimmt das? 1) Wodurch schwankt der AMH-Wert? (ungeachtet der Methoden) Hängt das auch an der Anzahl der im jeweiligen Zyklus vorhandenen Antralfollikel? Da Sie auch den experimentellen Bereich als Erfahrungsbereich angegeben haben: 2) Wie kann man mehr Eizellen "rekrutieren", also heraufholen? Die Stimulation wirkt ja immer nur auf die im jeweiligen Zyklus schon vorhandenen Antralfollikel. 3) Bringen DHEA (wieviel? mein natürliches DHEA-S war 2021 bei 143,20 µg/dl), Ubiquinol (Co-Enzym Q10), Ovaria Comp Globuli, Sport (telomerverlängerndes Ausdauer- u. Intervervalltraining) etwas zur Verbesserung der Eizellqualität? Oder gibt es sonst irgendwas zur Verbesserung der Eizellqualität? (Ich rauche nicht.) 4) Soll man nach 1 ICSI-Versuch schon aufgeben? Letztlich braucht man ja nur 1 gute Eizelle. Gibt es noch andere Methoden, die vielleicht noch nicht so verbreitet sind, aber Aussicht haben könnten? (Ich habe z.B. etwas gelesen vom "Anritzen" der Ovarien [Fachbegriff kenn ich nich], um sie zu erhöhter Aktivität zu stimulieren.) Vielen herzlichen Dank vorab für Ihre Meinung! Mit besten Grüßen Arit  


Dr. Christoph Grewe

Dr. Christoph Grewe

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Hallo, leider haben Sie ihr Alter nicht angegeben. Wenn Sie eine ICSI benötigen, gibt es eine Einschränkung bei Ihrem Partner. Insofern sollte die Chance auf natürlichem Weg deutlich niedriger sein, als bei einer ICSI. Wenn 5 Eizellen heranwachsen, ist die Chance definitiv besser als auf natürlichem Weg. zu 1: Schwankungen sind ganz normal, eher die Größenordnung ist relevant. zu 2: leider gibt es hier keine Methoden, die sicher helfen werden. Geforscht wird aktuell mit PRP. Dies ist aber experimentell. zu 3: Q10 und Omega-3 können einen positiven Effekt auf die EZ-Qualität haben. Mit DHEA sind wir bei uns sehr zurückhaltend. zu 4: Wenn man einen Transfer machen konnte, haben Sie auch (in Abhängigkeit vom Alter) eine realistische Chance auf SS. Wenn eine Stimulation wiederholt nicht zu mehreren Eizellen führt, könnte man auch eine ICSI im natürlichen Zyklus erwägen. Viele Grüße Christoph Grewe


Arit

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Sehr geehrter Herr Dr. Grewe, vielen Dank für Ihre schnelle Antwort! Hier noch die weiteren benötigten Informationen: Alter 44. Spermiogramm war in Ordnung.    In den 5 Follikeln war leider nur 1 reife Eizelle.  Ändert sich dadurch etwas an Ihrer Einschätzung? Was ist PRP? Und macht eine Ihnen bekannte Klinik so etwas? Vielen Dank im Voraus!


Dr. Christoph Grewe

Dr. Christoph Grewe

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Hallo, Ihr AMH ist damit ja deutlich überdurchschnittlich und eine reduzierte EZ-Qualität aufgrund des Alters leider zu erwarten. PRP ist in dieser Situation wenig sinnvoll. Bekommt man mehrer EZ, kann man eine ICSI-Behandlung erwägen, Sie müssen aber wissen, dass die Chancen leider selbst bei einem Transfer nur bei ca. 5-8 % für den Eintritt einer SS liegen und noch ca. 60 bis 70% der Frauen eine Fehlgeburt erleiden. Viele Grüße Christoph Grewe


Dr. Christoph Grewe

Dr. Christoph Grewe

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Hallo nochmal, zu Ihrer Frage sind mir keine sicheren Studiendaten bekannt. Es gibt aber aktuell an der Uni Lübeck eine Studie mit PRP. Ggf. könnten Sie dort anfragen, ob eine Behandlung in Ihrer Situation eine Option wäre. Viele Grüße Christoph Grewe


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