Frage im Expertenforum Kinderwunsch an Dr. med. Friedrich Gagsteiger:

PCO, kein Windpockenschutz

Frage: PCO, kein Windpockenschutz

the.flower

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Guten Morgen Herr Dr. Gagsteiger, ich finde es richtig toll, dass man hier im Forum Fragen stellen kann. Zu meiner Person: 34 Jahre, schlank, leichtes PCO ohne Insulinresistenz, 1 Kind (Geburt Notkaiserschnitt 2021), aktuell unerfüllter Kinderwunsch seit 1 Jahr, Spermiogramm super. Meine Zyklen: verlängert (zwischen 33 und 38 Tagen), meist aber dennoch mit positivem LH-Test und Temperaturanstieg, Schmierblutungen 3-6 Tage vor Periodenbeginn. Deshalb soll ab dem nächsten Zyklus mit Letrozol stimuliert werden. Der aktuelle Zyklus ist aber gerade richtig gut: positiver LH-Test an Tag 13 und im Ultraschall wurde ein dominanter Follikel an Tag 12 gesehen (18 mm mit guter Gebärmutterschleimhaut von 10 mm). Einzig die Periode war 8 Tage lang und sehr stark und schmerzhaft. Die Temperatur ist in der 2. Zyklushälfte auch deutlich gestiegen, allerdings erst 5 Tage nach positivem LH-Test. Ist es normal, dass der Temperaturanstieg so lange dauert? Oder ist es ein Zeichen, dass der Eisprung erst deutlich nach dem positivem LH-Test stattgefunden hat oder dass das Progesteron nicht gut genug steigt? Wir haben diesen Zyklus von Tag 10 bis Tag 15 jeden Tag genutzt, sodass eine Schwangerschaft natürlich auch möglich ist. Könnte man diese im Blut schon an Tag 21 nachweisen? Oder ist das zu früh? Ich frage, weil ich an Tag 21 zur Kontrolle von Progesteron sowieso zur Blutentnahme gehen muss. Zweite Frage: Im Kinderwunschzentrum wurde uns viel Mut gemacht, dass es im Laufe des Jahres bestimmt mit einer Schwangerschaft klappen würde. Ich mache mir deshalb bereits Gedanken, wie/wann ich eine Schwangerschaft meinem Arbeitsgeber kommunizieren würde. Ich bin Lehrerin, habe also sehr viele Kontakte mit Kindern/Jugendlichen. Auch wenn er stressig ist, mache ich meinen Beruf mit Leidenschaft, weshalb ich ihn eigentlich gerne so lange wie möglich ausüben möchte. Mein Mann ist hier anderer Meinung, da ich keinen ausreichenden Windpockenschutz habe. Als Kind hatte ich nie Windpocken, bin jedoch dagegen geimpft, meine Hausärztin hat durch einen Bluttest aber herausgefunden, dass ich leider zu den seltenen Non-Respondern gehöre und nicht ausreichend Antikörper gebildet habe. Auch eine weitere Impfung würde daran nichts ändern. Mein restlicher Impfstatus ist aber komplett. Ich bin nicht ängstlich und habe immer das Gefühl, unser Kind bringt aus der Kita mehr Keime mit, als ich aus der Schule, möchte aber natürlich einem Baby auch nicht schaden. Wie würden Sie hier über ein individuelles Beschäftigungsverbot denken? Ich bedanke mich für Ihre Zeit und wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende.


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Tag Bitte beachten sie, dass ich Ihnen an dieser Stelle nur allgemeine Informationen geben und keine individuelle Beratung im Sinne einer behandelnden Ärztin/eines behandelnden Arztes ersetzen kann. Dennoch möchte ich gerne auf Ihre Fragen eingehen. 1. Zyklusgeschehen und Temperaturanstieg Zeitpunkt des Eisprungs und verzögerter Temperaturanstieg: Ein positiver LH-Test zeigt in der Regel an, dass der LH-Anstieg (LH-Surge) beginnt. Die Ovulation selbst erfolgt meist 24–36 Stunden nach Beginn dieses LH-Anstiegs. Der Anstieg der Basaltemperatur setzt häufig 1–3 Tage nach dem Eisprung ein. Wenn Sie an Zyklustag 13 einen positiven LH-Test hatten, kann der Eisprung also durchaus erst an Zyklustag 14 oder 15 stattgefunden haben, sodass die Basaltemperatur dann auch erst einige Tage später deutlich nach oben geht. - Dass Ihre Temperatur erst 5 Tage nach dem positiven LH-Test gestiegen ist, kann mehrere Gründe haben (Zeitpunkt der Messung, individuelle Schwankungen, Genauigkeit des LH-Tests, verspäteter Eisprung usw.). Das ist nicht zwingend ein Hinweis auf eine „schlechte“ Progesteronproduktion, solange Sie insgesamt einen klar erkennbaren Temperaturanstieg haben. Progesteronbestimmung in der zweiten Zyklushälfte (Tag 21): Oft wird ein “Progesterontest an Tag 21” durchgeführt, um die Lutealphase einzuschätzen, jedoch bezieht sich „Tag 21“ klassisch auf einen 28-Tage-Zyklus mit Eisprung an Tag 14. Wenn Sie eher einen Eisprung um Tag 14/15 haben, passt das terminlich noch einigermaßen. Bei Spätovulation (z.B. Tag 18–20) sollte man die Blutentnahme individuell anpassen (ca. 7 Tage nach Eisprung). Früher Nachweis einer Schwangerschaft im Blut: Ein quantitativer Bluttest (β-hCG) kann eine Schwangerschaft  ab 14 Tagen nach dem Eisprung sicher anzeigen, manchmal auch schon etwas früher. Der „Zyklustag 21“ reicht dazu nicht aus. Hier wird nur Verunsicherung entstehen. - Beispiel: War der Eisprung an Tag 14, wäre Tag 21 bereits 7 Tage danach („ES+7“). - Wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt ohnehin Progesteron bestimmen möchte, ist das am 21. ZT sinnvoll. 2. Beschäftigungsverbot und Windpocken-Immunität Ihre berufliche Situation (Lehrerin) und fehlender ausreichender Windpockenschutz: In Deutschland sind im Rahmen des Mutterschutzes bestimmte Regelungen vorgesehen, um Mutter und Kind zu schützen. Bei fehlendem Immunschutz gegen bestimmte Infektionskrankheiten und engem Kontakt zu potenziell ansteckenden Kindern kann ein ärztliches Beschäftigungsverbot in Betracht gezogen werden. Windpocken und Schwangerschaft: Varizellen (Windpocken) können in der Schwangerschaft – vor allem bei Infektion im ersten und zweiten Trimester – zu Komplikationen führen (z.B. konnatales Varizellensyndrom). - Da Sie als Non-Responder gegen Varizellen gelten, ist es bei bekannter Exposition (z.B. wenn in einer Ihrer Klassen Windpocken auftreten) wichtig, schnellstmöglich das weitere Vorgehen mit Ihrer Ärztin bzw. dem Gesundheitsamt zu besprechen. Unter Umständen kommt eine passive Immunisierung (Varizellen-Immunglobuline) in Betracht, die möglichst früh gegeben wird (innerhalb von 96 Stunden nach Exposition). Abwägung im Alltag: - Ein generelles Beschäftigungsverbot ab dem Tag der Schwangerschaft ist bei fehlender Windpocken-Immunität nicht automatisch Standard. Häufig wird zunächst eine individuelle Gefährdungsbeurteilung vorgenommen: Gibt es aktuell Fälle von Windpocken an Ihrer Schule? Wie eng und häufig ist der Kontakt zu erkrankten (oder potenziell erkrankten) Kindern? - Wenn keine Fälle auftreten, ist das Infektionsrisiko theoretisch sehr niedrig; manche Einrichtungen haben auch eine Meldepflicht bzw. informieren, sobald Windpocken in einer Klasse auftreten. In solchen Fällen wäre dann ein vorübergehendes Fernbleiben vom Unterricht denkbar, bis keine Gefahr mehr besteht. Kommunikation mit dem Arbeitgeber: Ob und wann Sie Ihrem Arbeitgeber die Schwangerschaft mitteilen, ist natürlich Ihre persönliche Entscheidung. Bei einem erhöhten Infektionsrisiko kann es jedoch sinnvoll sein, den Arbeitgeber früh zu informieren, damit eventuelle Schutzmaßnahmen (z.B. Versetzung in andere Klassenstufen ohne akute Fälle, organisatorische Umstellung, etc.) oder ein (vorübergehendes) Beschäftigungsverbot ermöglicht werden können. Persönliche Einstellung vs. ärztliche Empfehlung: Da Sie schreiben, Sie seien selbst nicht besonders ängstlich, möchten aber auch kein unnötiges Risiko eingehen, lohnt es sich, gemeinsam mit Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt und ggf. dem Betriebsarzt oder Gesundheitsamt zu planen: - Gibt es derzeit Infektionsfälle? - Wie schnell kann reagiert werden, wenn Fälle gemeldet werden? - Gibt es gegebenenfalls die Möglichkeit, in andere Aufgabenbereiche oder in den Distanzunterricht zu wechseln (falls wieder im Einzelfall notwendig)? In der Praxis liegt die Entscheidung über ein individuelles Beschäftigungsverbot oft bei der betreuenden Gynäkologin bzw. dem Gynäkologen in Rücksprache mit dem Gesundheitsamt oder Betriebsarzt und basierend auf der konkreten Gefährdungsbeurteilung. Fazit Verzögerter Temperaturanstieg: Häufig kein Grund zur Sorge. Entscheidend ist, dass insgesamt ein Ovulationszeichen (LH-Anstieg, Follikelgröße, Progesteronwerte, Temperaturanstieg) feststellbar ist. hCG-Nachweis am Tag 21: Ist nicht sinnvoll. Windpocken-Risiko und Beschäftigungsverbot: Kein allgemeines automatisches Beschäftigungsverbot. Vielmehr eine individuelle Einschätzung unter Berücksichtigung aktueller Infektionslage an Ihrer Schule. Sprechen Sie diesen Punkt ruhig bereits früh in der Schwangerschaft mit Ihrem/r Gynäkologen/-in und eventuell Ihrem Arbeitgeber an, um rechtzeitig Schutzmaßnahmen einleiten zu können. Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute für Ihren Kinderwunsch und drücke die Daumen, dass es bald klappt. Und natürlich wünsche ich Ihnen ein gutes Händchen dabei, die für Sie persönlich beste Entscheidung in Bezug auf Ihren Beruf und das Infektionsrisiko zu treffen. Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende Ihr Dr. G. (stellvertretend aus dem „virtuellen” ärztlichen Rat)


the.flower

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Guten Tag Herr Dr. Gagsteiger, nun haben Sie mich mit einer solch umfassenden, ausführlichen Antwort sehr beeindruckt. Dafür bin ich Ihnen sehr dankbar. Zum Thema Windpocken: Eine individuelle Gefährdungsbeurteilung für Schwangere ist bei uns an allen Schulen Standard, ich habe nur selbst wenig Erfahrung damit, da meine 1. Schwangerschaft zu Covid-Zeiten bedeutete, dass ich als Lehrerin von der Schule ein sofortiges Beschäftigungs- und Betretungsverbot des Schulhauses bekam. Ich werde hier zur gegebenen Zeit mit der Kinderwunschklinik und meiner Frauenärztin Rücksprache halten. Ich hätte noch eine Rückfrage zum Thema Zyklus / PCO / Eisprung: Ist es denn überhaupt angezeigt, Letrozol zu geben, wenn bei mir offensichtlich selbst in den verlängerten Zyklen dennoch ein Eisprung stattfindet? Ist es auch einfach möglich, dass wir mit einem Jahr unerfülltem Kinderwunsch zu ungeduldig sind? Oder sind die Schmierblutungen vor der Periode auch ein Argument für Letrozol? Ich bin etwas verunsichert, weil der momentane Zyklus bislang für meine Verhältnisse so "perfekt" ist, dass ich mir wirklich die Frage stelle, ob eine Medikation überhaupt notwendig ist. Wird Letrozol durchaus auch gegeben, wenn ein Eisprung stattfindet, dieser aber oft etwas verspätet ist? Im letzten Jahr hatte meine Frauenärztin einmal in einem Zyklus Progesteron 9 Tage nach Eisprung bestimmt. Der Wert war 9,8. In demselben Zyklus hatte ich 3 Tage vor der Periode Schmierblutungen. Daraufhin hatte sie mir Progesterontabletten und Agnus Castus verschrieben, eine Schwangerschaft ist dadurch aber in den darauffolgenden 8 Zyklen auch nicht eingetreten. Die LH-Tests waren aber immer positiv, nur oft eben erst zwischen Tag 18 und 22. Und erlauben Sie mir bitte eine letzte Frage: ich leide heute leider unter Kopfschmerzen, die ich versuche auszuhalten, weil ich keine Schmerzmittel nehmen möchte, falls nun doch eine Schwangerschaft eingetreten ist (heute Tag 19). Vielleicht ist es ja auch ein 1. Schwangerschaftssymptom?! Ob ich die Schmerzen noch den ganzen Tag durchhalte, weiß ich nicht, da sie gerade zunehmen. Wäre Ibuprofen in der Einnistungsphase, in der ich mich ja evtl. gerade befinden könnte, ungünstig und wäre dann Paracetamol eine Alternative? Leider hilft mir Paracetamol gegen Kopfschmerzen nicht so gut, aber es wäre besser als nichts. Herzliche Grüße auch an Sie und ein wunderschönes Wochenende!


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Da ich sie nicht persönlich untersucht habe, kann ich nur allgemeine medizinische Informationen bereitstellen, die Ihnen bei der Einordnung Ihrer Situation helfen sollen. Bitte besprechen Sie Ihre individuellen Fragen und Therapieoptionen immer persönlich mit Ihrem behandelnden Arzt bzw. Ihrer Ärztin. 1. Letrozol bei bereits bestehendem (späten) Eisprung? Einsatz bei verlängerten oder unregelmäßigen Zyklen: Letrozol kommt nicht ausschließlich dann zum Einsatz, wenn gar kein Eisprung stattfindet. Es wird durchaus auch verschrieben, wenn zwar eine Ovulation vorhanden ist, diese jedoch spät oder sehr unregelmäßig auftritt. Hintergrund: Bei einer verspäteten Ovulation (z. B. ab Zyklustag 18–22) kann es vorkommen, dass die erste Zyklushälfte zu lang ist und möglicherweise auch die Follikelreifung nicht optimal verläuft. Letrozol kann helfen, den Zyklus zu regulieren, indem es den Eisprung auf einen „günstigeren“ Zeitpunkt legt (beispielsweise Zyklustag 12–16). Vorteil: Das erleichtert nicht nur das Timing des Geschlechtsverkehrs bzw. des Transfers (bei IVF/ICSI), sondern kann auch die Hormondynamik verbessern und damit die Einnistungschancen erhöhen. Schmierblutungen als Indiz? Schmierblutungen vor der Regelblutung können auf eine Gelbkörperschwäche (Lutealinsuffizienz) oder ein hormonelles Ungleichgewicht hinweisen. Wenn trotz Progesterongabe diese Schmierblutungen weiterhin auftreten und der Kinderwunsch bislang unerfüllt bleibt, könnte Letrozol (oder auch Clomifen) als Ovulationsauslöser in Betracht gezogen werden, um den Zyklus zu „optimieren“. Ein einzelner Progesteronwert (z. B. 9,8 ng/ml) gibt einen Hinweis auf eine wahrscheinliche Gelbkörperschwäche, aber auch der zeitliche Verlauf (mehrere Zyklen, mehrere Messungen) ist wichtig. Die Kombination aus längeren Zyklen, Schmierblutungen und unerfülltem Kinderwunsch über ein Jahr (offiziell spricht man ab 12 Monaten von einer „Subfertilität/Infertilität“) ist in vielen Praxen ein Grund, Ovulationsauslöser oder Zyklusmonitoring zu erwägen. Sind Sie „zu ungeduldig“? Es ist völlig nachvollziehbar, dass man nach einem Jahr unerfülltem Kinderwunsch ungeduldig wird – vor allem, wenn man bereits mit verschiedenen Maßnahmen (z. B. Mönchspfeffer, Progesteron) experimentiert hat. Ein Jahr Kinderwunsch ist jedoch genau die Grenze, ab der in der Regel auch aus medizinischer Sicht eine weitere Abklärung oder Therapieempfehlung erfolgt. Bei einem Alter über 35 empfiehlt man schon nach 6 Monaten eine Abklärung beim Frauenarzt oder in einem Kinderwunschzentrum. Abklärung: Es sollte geklärt werden, ob bei beiden Partnern ggf. weitere Faktoren vorliegen (z. B. Spermiogramm des Mannes). Ebenso könnte eine Hormonstatus-Bestimmung (z. B. FSH, LH, AMH, Prolaktin, Schilddrüsenwerte) und ggf. ein Ultraschall-Monitoring klären, ob ausreichend Follikel heranreifen und wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Einnistung ist. Längere Zyklen können bei PCO-ähnlichen Konstellationen oder mildem PCO-Syndrom auf Dauer eine niedrigere Schwangerschaftsrate bedeuten, weil schlicht weniger Eisprünge pro Jahr stattfinden. Letrozol kurbelt daher oft regelmäßigere Zyklen an. 2. Schmerzmittel in der (möglichen) Einnistungsphase Ibuprofen vs. Paracetamol Paracetamol gilt in der gesamten Schwangerschaft (vor allem im ersten und zweiten Trimester) als das Mittel der ersten Wahl bei Schmerz- und Fieberbehandlung, sofern keine Gegenanzeigen bestehen. Ibuprofen ist grundsätzlich in den frühen Stadien einer Schwangerschaft oft noch nicht absolut kontraindiziert, allerdings wird es ab dem dritten Trimester (ab 28.–30. SSW) strikt gemieden, weil es dem Kind schaden und vorzeitigen Verschluss des Ductus arteriosus verursachen kann. Frühe Schwangerschaft/Einnistungszeit: Hier ist die Datenlage zu Ibuprofen nicht ganz so eindeutig „problematisch“, wie in der späten Schwangerschaft. Manche Studien diskutieren allerdings ein leicht erhöhtes Risiko für Fehlgeburten, wenn regelmäßig (hochdosiert) NSAR (Nichtsteroidale Antirheumatika) eingenommen werden. Pragmatischer Rat: Wenn möglich, wählen viele Frauen (und auch Ärztinnen/Ärzte empfehlen es häufig) Paracetamol in der 2. Zyklushälfte, um jedes (wenn auch sehr geringe) potenzielle Risiko zu umgehen. Bei starken Schmerzen und nur gelegentlichem Gebrauch von Ibuprofen in der frühen Frühschwangerschaft ist das Risiko für eine Beeinträchtigung allerdings nach aktuellem Wissensstand überschaubar. Fazit: Wenn es Ihnen sehr schlecht geht und Paracetamol nicht ausreichend wirkt, ist die einmalige (oder kurzfristige) Anwendung von Ibuprofen um den Zeitpunkt der möglichen Einnistung herum vermutlich nicht „verboten“. Im Zweifel aber lieber erst versuchen, mit Paracetamol, viel Ruhe, Entspannung, ggf. auch Hausmitteln (Trinken, abgedunkelter Raum, kühle Stirnkompresse) etwas Linderung zu schaffen. Sollten Kopfschmerzen (oder Migräneanfälle) regelmäßig auftreten, empfiehlt sich ein ausführliches Gespräch mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin zur Migräne- oder Kopfschmerztherapie bei Kinderwunsch. 3. Zusammenfassung & Empfehlung Letrozol-Indikation: Kann auch sinnvoll sein, wenn Sie grundsätzlich Eisprünge haben, diese aber sehr spät oder unregelmäßig kommen. Lutealphasen-Optimierung durch medikamentös gesteuerte Follikelreifung kann sich positiv auf die Einnistungschancen auswirken. Die wiederholten Schmierblutungen könnten ein Hinweis sein, dass eine gezieltere Zyklussteuerung sinnvoll ist. „Zu ungeduldig“? Ein Jahr unerfüllter Kinderwunsch ist genau die Phase, in der üblicherweise eine weitergehende Abklärung (z. B. Spermiogramm, Hormonstatus, Ultraschallmonitoring) und ggf. therapeutische Schritte eingeleitet werden. Ihre Ungeduld ist daher durchaus nachvollziehbar – sie entspricht auch den medizinischen Leitlinien, nach einem Jahr konkret aktiv zu werden. Kopfschmerzen & Schmerzmittel: Paracetamol gilt in der frühen Schwangerschaft als die erste Wahl. Ibuprofen kann zu diesem Zeitpunkt gelegentlich eingenommen werden, sollte jedoch nicht über längere Zeit oder in hohen Dosen erfolgen. Einmalige Anwendungen sind in der Implantationsphase normalerweise kein großes Problem; die größte Vorsicht gilt im späteren Schwangerschaftsverlauf. Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute auf Ihrem Weg zum ersehnten Wunschkind. Tauschen Sie sich am besten noch einmal mit Ihrer Frauenärztin oder in der Kinderwunschklinik aus, um gemeinsam eine klare Strategie festzulegen – zum Beispiel durch ein strukturiertes Zyklusmonitoring (Ultraschall, Hormonbestimmungen) und eine gezielte Ovulationsinduktion, wenn nötig. Alles Gute und gute Besserung für Ihre Kopfschmerzen!


the.flower

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Guten Morgen Herr Dr. Gagsteiger, ich möchte mich nur nochmals bei Ihnen für Ihre Zeit und für Ihre ausführlichen Erklärungen bedanken, die mich sehr bestärkt darin haben, dass wir hier nicht mehr einfach geduldig weiter abwarten und "Zeit verlieren" sollten. Unser Kinderwunschzentrum ist gerade auch schon dabei, verschiedene Dinge abzuklären. Der bis gestern so gut laufende Zyklus hat mich nur plötzlich daran zweifeln lassen, dass eine Behandlung wirklich notwendig ist. Seit gestern Abend habe ich aber eine ganz leichte hellbräunliche Schmierblutung (Tag 20) und die Basaltemperatur ist heute um 0,1 Grad gefallen. Es fühlt sich gerade eher so an, als würde dieser Zyklus nach all den verlängerten Zyklen plötzlich viel zu kurz werden und die Kopfschmerzen vielleicht schon mit PMS in Verbindung stehen (kurz vor der Periode habe ich das sehr oft). Morgen an Tag 21 muss ich zur Blutentnahme für Progesteron. Falls Sie noch einen klitzekleinen Moment Zeit für mich haben, würde ich Ihnen gerne noch eine Frage zum Prolaktin stellen. Meine Hormonwerte wurden nämlich zu Zyklusbeginn bestimmt. Eine Hyperandrogenämie war ersichtlich, mein AMH-Wert mit 5 sehr gut, spräche aber angeblich auch für PCO. Schilddrüsenwerte sind top. Prolaktin ist aber mit 45 leicht erhöht. Bei einer Kontrolle meiner Frauenärztin Mitte letzten Jahres war es nicht erhöht. Ab welchen Werten geben Sie hier im Allgemeinen Prolaktinhemmer? Tausend Dank, herzliche Grüße und einen wunderschönen Sonntag!


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Tag, grundsätzlich liegt der Referenzbereich für Prolaktin (je nach Labor) meist zwischen ca. 5–25 ng/ml (oder entsprechend 100–500 mIU/l). Ein Wert von 45 ng/ml (bzw. das jeweilige Äquivalent in anderen Einheiten) gilt als leicht bis moderat erhöht. Ob wir in so einem Fall direkt mit einem Prolaktinhemmer (z. B. Bromocriptin oder Cabergolin) behandeln, hängt vor allem von zwei Faktoren ab: Klinische Symptome: – Unregelmäßige Zyklen oder fehlender Eisprung – Galaktorrhoe (Milchfluss aus der Brust) – Ausgeprägte Zyklusstörungen oder Kinderwunsch, der sich bislang nicht erfüllt hat Bestätigte Mehrfachmessungen: – Prolaktin kann unter Stress, nach körperlicher Aktivität oder auch durch bestimmte Medikamente (z. B. Antidepressiva, Schmerzmittel) vorübergehend erhöht sein. – Wenn wiederholte Messungen (v. a. morgens, nüchtern, in Ruhe) konsistent erhöht sind und zusätzlich Zyklusstörungen oder andere Symptome vorliegen, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass eine behandlungsbedürftige Hyperprolaktinämie vorliegt. Bei einem leicht erhöhten Prolaktinwert ohne nennenswerte Beschwerden genügt es oft zunächst, kontrollierte Folgemessungen durchzuführen, um zu sehen, ob sich der Wert spontan normalisiert oder ob wirklich eine kontinuierliche Überproduktion besteht. Erst wenn bei wiederholter Messung Werte deutlich oberhalb des Referenzbereichs zu finden sind und/oder entsprechende klinische Symptome auftreten, raten wir zu einer weiterführenden Diagnostik (z. B. Ausschluss eines Prolaktinoms) bzw. zur medikamentösen Therapie. In Ihrem Fall mit einem Wert von 45 ng/ml und bestehendem Kinderwunsch wäre eine zeitnahe zweite Messung sinnvoll. Sollten sich dann weiterhin deutlich erhöhte Werte zeigen und Zyklusstörungen bestehen (z. B. zu kurzer Zyklus, ausbleibender Eisprung), kann eine Therapie mit Prolaktinhemmern angezeigt sein. Solange kein Prolaktinom vermutet wird (typischerweise bei sehr hohen Werten >100 ng/ml), ist in den meisten Fällen eine niedrig dosierte Medikation über einen gewissen Zeitraum ausreichend, um die Prolaktinwerte zu senken und den Zyklus zu stabilisieren. Ich hoffe, diese Informationen helfen Ihnen weiter. Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute. Herzliche Grüße und einen schönen Sonntag, Dr. Gagsteiger


the.flower

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Guten Morgen Hr. Dr. Gagsteiger, Sie haben mir vergangenes Wochenende so sehr geholfen und ich könnte noch einmal Hilfe gebrauchen, weil ich mir gerade etwas Sorgen um eine möglicherweise nicht gut startende Schwangerschaft mache. Gestern war ich in der Kinderwunsch-Praxis und habe an Tag 21 den Progesteronwert von 13,26 und den Östradiolwert von 211,6 mitgeteilt bekommen. Mein LH-Test war ja auch an Tag 13 positiv, was für mich außergewöhnlich schnell und gut ist. Tag 10 – 15 haben wir täglich genutzt. Außer Inositol habe ich in diesem Zyklus gar nichts genommen. Allerdings kann ich mir die Schmierblutung seit Tag 19 bis heute (Tag 26) nicht erklären. Ist der Progesteronwert nicht eigentlich hoch genug? Die Blutung ist sehr schwach, hellbraun, oft auch nur 1-2 Mal am Tag am Toilettenpapier, einmal war sie rot aber sehr wenig. Ab und zu zieht es mal, aber nicht dramatisch. Die Basaltemperatur ist zwar nur langsam angestiegen, aber bislang oben geblieben (ca. 36,9). Der Arzt sagte mir gestern, eine Schwangerschaft sei natürlich auch möglich und deshalb wurde mir für die Bestimmung von HCG Blut abgenommen. Ich sollte das Ergebnis eigentlich noch gestern per Telefon mitgeteilt bekommen, aber leider hat sich niemand mehr gemeldet. Wahrscheinlich war das Labor nicht schnell genug. Jetzt mache ich mir Sorgen, dass Schmierblutungen auch ein Zeichen für eine gestörte Schwangerschaft sein könnten und ich dann vielleicht möglichst sofort Progesteron bräuchte? Auch in meiner 1. Schwangerschaft vor 4 Jahren hatte ich anfangs Schmierblutungen und musste Progesteron nehmen. Ich habe sogar noch Tabletten, aber diese jetzt auf Verdacht zu nehmen…? Sollte ich dennoch bis Montagfrüh abwarten und die Kinderwunsch-Praxis dann gleich zurückrufen? Könnte es sich auch um eine Einnistungsblutung handeln? Oder müsste sie dann nicht längst aufhören? Oder kann trotz des Progesteronwertes eine Gelbkörperschwäche vorliegen, die die Schmierblutung auslöst? Und wofür spricht das Verhältnis Progestern/Östradiol? Entschuldigen Sie meine vielen Fragen. Vielleicht können Sie mich beruhigen. Ich danke Ihnen von Herzen, dass Sie so ein hilfsbereiter Arzt und Mensch sind. Ich wünsche Ihnen ein tolles Wochenende!


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Morgen, ich verstehe, dass Sie sich in dieser Situation weiterhin verunsichert fühlen, gerade wenn Sie in Ihrer ersten Schwangerschaft bereits eine Progesteron-Unterstützung benötigt haben. Sie können also trotz des grundsätzlich ausreichenden, aber nicht sehr hohen Progesteronwerts bereits jetzt mit einer vaginalen Progesteron-Einnahme beginnen. Bitte bedenken Sie dabei unbedingt, dass ich Sie aus der Ferne nicht vollumfänglich beraten und untersuchen kann. Eine Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt ist nach wie vor wichtig. Dennoch möchte ich Ihnen folgende allgemeine Einschätzung und Empfehlung geben: 1. Progesteron-Wert und Schmierblutungen Ihr Progesteron-Wert von 13,26 ng/ml an Tag 21 liegt in einem ausreichenden Bereich, dennoch sehen wir in der Kinderwunschmedizin oft etwas höhere Werte um 15–20 ng/ml als „sehr guten“ Bereich. Leichte Schmierblutungen können einfach durch schwankende Hormonspiegel ausgelöst werden – auch bei eigentlich gutem Progesteron. 2. Sinnhaftigkeit einer Progesteron-Gabe Vorteil: Eine zusätzliche Progesteron-Unterstützung (z.B. vaginal) kann helfen, die Schleimhaut zu stabilisieren und mögliche frühe Schwangerschaften besser zu erhalten. Viele Frauen erhalten zur Lutealphasen-Unterstützung Progesteron, selbst wenn der Wert „nur“ im ausreichenden, aber nicht im optimal hohen Bereich liegt. Keine grundsätzliche Schädlichkeit: Progesteron in üblicher Dosierung (z.B. 2- bis 3-mal täglich vaginal) wird in der Regel gut vertragen und gilt als nicht schädlich – weder für die Frau noch für eine entstehende Schwangerschaft. Im Gegenteil wird Progesteron zur Unterstützung in Kinderwunsch-Behandlungen weltweit angewendet. Ihre Vorgeschichte: Da Sie in Ihrer ersten Schwangerschaft bereits auf ärztlichen Rat Progesteron verwendet haben, spricht nichts dagegen, dieses unterstützend auch jetzt wieder einzusetzen – insbesondere, da Sie noch Tabletten zu Hause haben. 3. Konkrete Empfehlung Vorsichtshalber können Sie bereits jetzt mit der vaginalen Einnahme Ihrer Progesteron-Tabletten beginnen – insbesondere, um möglichen Schmierblutungen entgegenzuwirken und die Lutealphase zu stützen. In der Regel wird 2- bis 3-mal täglich eine entsprechende Progesteron-Dosis (z.B. 200 mg) vaginal angewendet. Beachten Sie dazu die Packungsbeilage oder die frühere Dosierungsempfehlung Ihres Arztes. Kontakt mit der Kinderwunsch-Praxis: Rufen Sie am Montag trotzdem noch einmal dort an oder vereinbaren Sie kurzfristig einen Termin, um die weitere Vorgehensweise, z.B. genaue Dosierung und Dauer, mit Ihrem Arzt abzusprechen und sich die HCG-Ergebnisse mitzuteilen. 4. Zusammenfassung Obwohl Ihr Progesteron-Wert in einem grundsätzlich ausreichenden Bereich liegt, ist er nicht ausgesprochen hoch. Zudem hatten Sie bereits Schmierblutungen, was für viele Frauen ein Grund ist, Progesteron frühzeitig zur Stabilisierung einzusetzen. Eine vorsorgliche Progesteron-Gabe über das Wochenende ist in aller Regel nicht schädlich und könnte Ihnen Sicherheit geben. Sollte das HCG-Ergebnis positiv sein, wäre dies ohnehin angezeigt. Ist der Test negativ, können Sie die Einnahme auch wieder beenden. Achten Sie bitte auf verstärkte Blutungen oder Schmerzen – in einem solchen Fall sollten Sie sofort ärztliche Hilfe aufsuchen. Ich hoffe, diese ergänzten Informationen helfen Ihnen, die Situation etwas ruhiger anzugehen. Eine vaginale Progesteron-Anwendung schadet in der Regel nicht und kann eher hilfreich sein. Trotzdem wäre es wichtig, Anfang der Woche noch einmal Rücksprache mit Ihrer Kinderwunsch-Praxis zu halten, um das weitere Vorgehen genau abzustimmen und Ihren HCG-Wert zu besprechen. Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute und drücke Ihnen fest die Daumen! Herzliche Grüße Ihr (Dr. Gagsteiger)


the.flower

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Hallo Herr Dr. Gagsteiger, Sie wissen gar nicht, wie dankbar ich Ihnen bin, dass Sie sich so schnell die Zeit genommen haben, mir zu antworten und das sogar am Samstag. Das ist wirklich alles andere als selbstverständlich und Sie haben sehr zu meiner Beruhigung beigetragen. Ich habe Famenita 200 mg zu Hause und habe davon gleich eine eingeführt, habe dann allerdings festgestellt, dass sie eigentlich seit 1,5 Jahren abgelaufen sind, da ich sie ja noch von der 1. Schwangerschaft übrighabe. Ich hoffe, das führt jetzt vermutlich maximal dazu, dass die Wirkung nicht mehr so gut ist? Sie sehen noch ganz normal aus. Hätten Sie da Bedenken, diese zumindest bis Montag noch zu verwenden? Selbstverständlich rufe ich am Montag in der Praxis an. Nachdem der Arzt mir gestern vorgeschlagen hat, dass wir ab dem nächsten Zyklus mit Letrozol stimulieren (natürlich nur falls ich jetzt nicht schwanger bin), weil dennoch mein Testosteron erhöht ist und meine Zyklen normalerweise zwischen 35 und 40 Tagen dauern, hat er mir für den nächsten Zyklus auch Cyclogest ab der 2. Zyklushälfte vorgeschlagen, mir aber bisher leider nur das Rezept für Letrozol mitgegeben. Schade, dass er nicht selbst auf die Idee kam, mir die Einnahme von Progesteron gleich noch für dieses Wochenende zu empfehlen. Er selbst sagte, eine Schwangerschaft sei durchaus möglich und von den Schmierblutungen hatte ich ihm erzählt. Sie schreiben, dass ich bei einer stärkeren Blutung sofort ärztliche Hilfe aufsuchen sollte. Könnte es sich dann nicht auch einfach um die Periode handeln? Oder würden Sie davon ausgehen, dass Tag 26 oder morgen Tag 27 zu früh für eine Periode wäre? Nun wünsche ich Ihnen einen wunderschönen Samstag! Danke für alles!


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Hallo, es ist verständlich, dass Sie besorgt sind. Was abgelaufene Medikamente betrifft, ist es in der Regel sicherer, diese nicht zu verwenden. Obwohl das Medikament äußerlich normal aussieht, kann die Wirksamkeit nach Ablauf des Verfallsdatums nicht garantiert werden. Es ist möglich, dass die Wirkung abgeschwächt ist, was in Ihrem Fall bedeuten könnte, dass die gewünschte Unterstützung der Gelbkörperphase nicht vollständig gegeben ist. Gehen Sie in eine Apotheke, bitten um das Medikament und reichen Sie später das Rezept nach. Manchmal darf auch ein Apotheker dies entscheiden. Zum Thema Ihrer Blutung: Wenn Ihre Zyklen normalerweise zwischen 35 und 40 Tagen dauern, wäre Tag 26 oder 27 tatsächlich sehr früh für eine Periode. Es könnte sich um eine Schmierblutung handeln, die manchmal bei Schwangerschaften auftritt, aber auch andere Ursachen haben kann. Ich würde Ihnen raten, bei einer stärkeren oder überperiodenstarken Blutung tatsächlich ärztliche Hilfe aufzusuchen, um sicherzugehen, dass alles in Ordnung ist. Da Ihr Arzt Ihnen Letrozol für den nächsten Zyklus verschrieben hat und zusätzlich Cyclogest empfohlen hat, wäre es sinnvoll, am Montag auch ein Rezept für das Progesteron zu erfragen, um für die kommende Zyklushälfte vorbereitet zu sein. Ich hoffe, dass ich Ihnen etwas helfen konnte, und wünsche Ihnen ebenfalls einen schönen Samstag. Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.


the.flower

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Guten Morgen Hr. Dr. Gagsteiger, Sie haben mir sogar schon wieder sehr geholfen. Ich bin Ihnen für Ihre schnellen und hilfreichen Antworten so dankbar, das können Sie sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen. Gleichzeitig gibt es mir zu denken, dass Sie mir als Arzt, obwohl Sie so weit weg sind, bei dieser Problematik mehr geholfen haben als mein eigener. Wir haben gestern Nachmittag einen "Ausflug" gemacht und wohl sämtliche Apotheken der Stadt abgegrast, da sie entweder schon geschlossen waren oder mir ohne Rezept kein Progesteron geben wollten (auch nicht mit Nachreichen) oder nicht das passende dahatten. Letztlich waren wir aber erfolgreich und ich habe sogar Cyclogest bekommen. Gestern am späten Nachmittag habe ich dann eine eingeführt und heute Morgen auch. Da eine davon schon 400 mg hat, bin ich mir jetzt unsicher, ob ich davon 1 oder 2 am Tag nehmen soll? Die Schmierblutung ist leider nach wie vor da, aber nach wie vor gleich schwach. Es zieht auch nach wie vor immer wieder leicht. Die Basaltemperatur ist auch weiterhin konstant oben geblieben. Ist denn Ihrer Meinung nach der hCG-Bluttest am Freitag (Tag 25) dann überhaupt schon zuverlässig gewesen? Der LH-Test war an Tag 13 positiv und ich hatte das Gefühl, der Zervixschleim hat auch dazu gepasst, dass wahrscheinlich an Tag 14 (ausnahmsweise?) ein Eisprung stattgefunden hat. Dann müsste ein Urintest doch eigentlich auch am Dienstag (übermorgen) schon etwas anzeigen können. Selbstverständlich kontaktiere ich morgen in die Kinderwunsch-Praxis um das Ergebnis zu erfahren und mir das Cyclogest-Rezept zu besorgen. Vielleicht meldet sich der Arzt auch vorher selbst bei mir, denn ich selbst komme wohl leider erst am Nachmittag dazu, da bei uns in der Schule der Lehrermangel so zugeschlagen hat, dass man eigentlich überhaupt keine Pausen mehr hat: Krankheitsvertretungen in sämtlichen Lückenstunden (momentan sehr viele Influenzafälle), Mitführen von zwei Klassen parallel etc. Tatsächlich würde mir, falls ich schwanger bin, eine mögliche Influenza-Ansteckung und das allgemeine dauernde Gehetze momentan mehr Angst bereiten als die Windpocken-Problematik, über die wir geschrieben hatten. Einen wunderschönen Sonntag wünsche ich Ihnen. Danke für Ihre unermüdliche Geduld mit mir.


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Morgen, es freut mich sehr zu hören, dass ich Ihnen helfen konnte, und ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen und Ihre freundlichen Worte. Ich verstehe, dass die Situation frustrierend sein kann, besonders wenn man auf der Suche nach der richtigen Medikation ist. Es ist gut zu hören, dass Sie letztendlich das Cyclogest finden konnten. Was die Dosierung von Cyclogest betrifft, so ist es wichtig, genau die Anweisungen Ihres Arztes zu befolgen. In der Regel wird Cyclogest in der Frühschwangerschaft einmal täglich (400 mg) verwendet, um die Progesteronspiegel zu unterstützen. Da Sie bereits 400 mg verwendet haben, würde ich empfehlen, bei dieser Dosis zu bleiben, es sei denn, Ihr Arzt gibt Ihnen andere Anweisungen. Bezüglich des hCG-Bluttests am Freitag: Normalerweise ist ein Bluttest 14 Tage nach einem angenommenen Eisprung klar aussagekräftig. Wenn Ihr LH-Test an Tag 13 positiv war und Sie vermuten, dass der Eisprung an Tag 14 stattgefunden hat, könnte der Test am Freitag (Tag 25) bereits eine Tendenz aussagen. Ein Urintest könnte ebenfalls schon am Dienstag ein Ergebnis zeigen, besonders wenn er sensitiv genug ist, um niedrige hCG-Spiegel zu erkennen. Dennoch ist es immer gut, sich zusätzlich ärztlich beraten zu lassen. Ihre Sorgen bezüglich Influenza und dem Stress in der Schule sind verständlich, besonders in einer solch potentiell sensiblen Phase. Es ist wichtig, dass Sie sich auch um Ihre eigene Gesundheit kümmern und versuchen, Stress so weit wie möglich zu reduzieren. Hoffentlich können Sie bald mehr Klarheit über Ihre Situation bekommen und entsprechende Unterstützung von Ihrem Kinderwunscharzt erhalten. Ich wünsche Ihnen viel Kraft für die kommenden Tage und hoffe, dass alles zu Ihrem Wohlbefinden beiträgt. Bleiben Sie gesund und passen Sie gut auf sich auf. Einen schönen Sonntag auch für Sie!


the.flower

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Guten Tag Herr Dr. Gagsteiger, entschuldigen Sie bitte vorab, dass ich mich nochmals bei Ihnen melde und Ihre Zeit in Anspruch nehme. Sie haben mir so viel geholfen und ich vertraue Ihren Ratschlägen sehr, weshalb ich denke, dass Sie mir vielleicht einen letzten Rat geben können. Ich habe meinen Arzt der Kinderwunschpraxis gestern Nachmittag erreichen können und auch persönlich mit ihm gesprochen. Der hCG-Wert sagt leider, dass ich nicht schwanger bin. Bereits gestern ist nach nur 10 Tagen Temperaturhochlage (und sehr langsamen Anstieg nach positiven LH-Test) die Basaltemperatur abgefallen und heute hat die Periode eingesetzt. Während der kompletten 10 Tage Hochlage haben die Schmierblutungen angehalten. Zum Progesteronwert von 13 an Tag 21 meinte der Arzt, dass so ein Wert auch immer nur eine Momentaufnahme ist und hier sicherlich trotzdem ein Progesteronmangel vorliegt, weshalb ich jetzt auch das Rezept für Cyclogest für den nächsten Zyklus erhalten habe. Da meine Hormonwerte abgesehen vom leicht erhöhten Testosteron und dem erhöhten Prolaktin aber in Ordnung sind, schlägt er vor, im ersten Behandlungszyklus erst einmal nur eine leichte Stimulation mit Letrozol 2.5 mg zu starten: nur 3 Tabletten (nur von Tag 5 bis 7), anschließend Auslösen des Eisprungs. Meine Frage an Sie bezieht sich auf den Prolaktinwert, den mir der Arzt gestern auch mitgeteilt hat: Er war nun zum zweiten Mal leicht erhöht: Ende Januar 40, Mitte Februar 32, was bei mir sicherlich auch mit dem Stress in der Schule zu tun hat (und ganz nebenbei gibt es ja auch noch mein eigenes Kind). Da der Wert aber nur leicht erhöht ist, soll zunächst auf einen Prolaktinsenker verzichtet werden. Weil Sie mir schon so viele gute Tipps gegeben haben, wollte ich Sie hier um Ihre Meinung fragen. Halten Sie das auch für sinnvoll? Kann alleine Letrozol das Problem möglicherweise lösen? Wenn ja, sollte der Prolaktinwert nochmals kontrolliert werden? Wann? Eine erneute Kontrolle hat mein Arzt bislang nämlich nicht geplant. Oder wie viele Zyklen Letrozol ohne Prolaktinsenker wären sinnvoll bevor man die Strategie ändert? Auch wenn natürlich jeder negative Schwangerschaftstest nach über einem Jahr wieder traurig macht, hoffen wir nun auf Erfolg mit Letrozol und bleiben positiv. Ich danke Ihnen für Ihre hervorragende Unterstützung. Passen Sie auch gut auf sich auf und bleiben Sie auch gesund.


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Abend, gerade bei einem nur leicht erhöhten Prolaktinspiegel (Ihr Wert von 32–40) ist es durchaus üblich, erst einmal abzuwarten, ob sich die Situation mit anderen Maßnahmen (z. B. gezielte Ovulationsstimulation, Stressreduktion, Lutealphase-Unterstützung) von selbst reguliert, bevor man zu einem Prolaktinsenker wie Bromocriptin oder Cabergolin greift. Im Folgenden ein paar Punkte, die Sie hinsichtlich Prolaktin, Letrozol und Zyklusplanung berücksichtigen können: Leicht erhöhte Prolaktinwerte und Stress Prolaktin ist ein Hormon, das sehr empfindlich auf Stress reagiert. Schon das Blutabnehmen allein oder andere Alltagsbelastungen können Werte im Bereich von 30–40 ng/ml verursachen. Bei diesen Werten sind in der Regel weder eine weiterführende Diagnostik (z. B. MRT) noch eine direkte medikamentöse Senkung zwingend erforderlich – vorausgesetzt, es gibt keine weiteren Auffälligkeiten (z. B. typische Symptome wie Milchfluss aus der Brust, sehr lange und unregelmäßige Zyklen oder extrem erhöhte Werte >50–60 ng/ml). Letrozol-Einnahme und Wirkung Letrozol (als Aromatasehemmer) sorgt für eine Anregung der Eireifung und kann dadurch den Eisprung stimulieren. Oft reicht schon eine leichte Dosis, um die Follikelreifung und den Hormonhaushalt zu unterstützen. Zudem kann Letrozol indirekt auf die Hypophyse und damit auch auf den Prolaktinspiegel Einfluss nehmen – zwar nicht wie ein klassischer Prolaktinsenker, aber wenn der Zyklus stabiler und „runder“ abläuft, kann dies unter Umständen den Prolaktinwert günstig beeinflussen. Progesteronunterstützung und Zyklusmonitoring Da Sie bereits ein Rezept für Cyclogest (Progesteron) haben, wird gleichzeitig Ihre Lutealphase stabilisiert, wodurch die Einnistung besser unterstützt werden kann. Oft ist ein niedriger Progesteronspiegel (oder ein zu früher Abfall desselben) in Kombination mit leichten Prolaktinschwankungen ein Grund, warum sich eine Schwangerschaft nicht einstellt. Wichtig ist, dass im Rahmen der Letrozol-Therapie auch kontrolliert wird, wie die Follikel wachsen und wann genau der Eisprung ausgelöst wird.  Zeitpunkt für erneute Prolaktin-Kontrolle Da Ihr Arzt vorerst auf einen Prolaktinsenker verzichten möchte, wäre es sinnvoll, den Prolaktinspiegel nach 2–3 Behandlungszyklen mit Letrozol erneut zu bestimmen – vor allem, wenn bis dahin keine Schwangerschaft eintritt. Falls während dieser Zeit klinische Zeichen auftreten, die für sehr hohes Prolaktin sprechen (plötzliches Ausbleiben der Periode, Milchfluss aus der Brust usw.), oder wenn die Zyklusmonitoring-Werte stark von der Norm abweichen, könnte man den Wert natürlich auch eher überprüfen. Wie viele Letrozol-Zyklen abwarten? Häufig wird empfohlen, etwa 3 Zyklen mit einer bestimmten Stimulationsstrategie (z. B. Letrozol plus Progesteron) durchzuführen, bevor man sie wechselt oder intensiviert. Sollte sich keine Schwangerschaft einstellen oder die Laborwerte unerwartet verschlechtern, würde man das Vorgehen anpassen (z. B. Prolaktinsenker einsetzen, andere Stimulationsprotokolle wählen oder zusätzliche Diagnostik betreiben). Allgemeine Maßnahmen zur Prolaktinsenkung Auch wenn es leichter gesagt als getan ist: Stressreduktion (beruflich und privat) kann helfen, den Prolaktinspiegel auf natürliche Weise zu normalisieren. Ausreichender Schlaf, Entspannungsübungen, moderater Sport und – soweit möglich – Stressvermeidung unterstützen einen ausgeglichenen Hormonhaushalt. Fazit: Bei Ihrem nur leicht erhöhten Prolaktinwert ist es gängige Praxis, zunächst mit einer leichten Letrozol-Stimulation (in Ihrem Fall 2,5 mg) zu beginnen und die Lutealphase mit Progesteron (Cyclogest) zu unterstützen. Ein Prolaktinsenker wird häufig erst dann in Betracht gezogen, wenn sich höhere Werte oder anhaltend problematische Werte zeigen (z. B. deutlich über 50 ng/ml) oder wenn nach mehreren Zyklen eine Schwangerschaft trotz guter Ovulation nicht eintritt. Es ist sinnvoll, nach etwa 2–3 Zyklen Letrozol-Therapie  eine erneute Kontrolle des Prolaktinwertes sowie eine Erfolgskontrolle bezüglich des Eisprungs durchzuführen. Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute und drücke die Daumen, dass Sie mit diesem Behandlungsplan bald Erfolg haben! Sprechen Sie bei Unsicherheit oder neuen Befunden unbedingt nochmals mit Ihrem behandelnden Arzt, damit Sie individuell und zeitnah reagieren können. Herzliche Grüße und alles Gute für Sie!


the.flower

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Sehr geehrter Herr Dr. Gagteiger, ich wende mich an Sie, weil mir meine Problemstellung dringend erscheint und jetzt über die Feiertage niemand meiner Ärzte erreichbar ist, auch wenn ich weiß, dass meine Frage, nur begrenzt ins Expertenforum passt und entschuldige mich dafür. In der Kinderwunschphase im Februar hatten Sie mir schon einmal sehr kompetent geholfen. Ich bin 34 Jahre, mittlerweile in der 33. Schwangerschaftswoche und habe leider seit ein paar Tagen Influenza A. Das Gute: Ich bin so froh, dass ich mich vor 2 Monaten habe impfen lassen! Am Montag/Dienstag diese Woche begann es mit leichten Halsschmerzen, am Mittwoch ging es dann mit ordentlichem Schnupfen, Abgeschlagenheit, Frieren, Schwitzen weiter. Das Fieberthermometer ist aber bislang nicht über 38,1 gestiegen. Gleichzeitig habe ich alleine mit Kleinkind zu Hause irgendwie alles über Wasser gehalten. Seit Donnerstag huste ich mir die Seele aus dem Leib und habe richtigen Muskelkater im Bauch und hoffe, dem Bauchzwerg damit nicht zu schaden. Gestern, am Freitag, war ich bei der Hausärztin, weil es mir vor den Feiertagen doch irgendwie abklärungsbedürftig schien und hatte sogar gefragt, ob es Influenza sein könnte, das durch die Impfung abgeschwächt durchkommt. Sie tippte nicht darauf, veranlasste aber keinen Test. Die Lunge war frei, die Ohren waren in Ordnung, Lymphknoten und Rachen sahen für sie nach einem viralen Infekt aus, dem sie keinen Namen geben wollte. Als unser ungeimpftes Kleinkind aber seit heute Dauerfieber bis 39,6 bekam, das mit Nurofensaft zumindest auf 38,9 runterging, wurde ich hellhörig und skeptisch und habe uns von meinem Mann einen Influenza- und Covidtest aus der Apotheke holen lassen und siehe da: Influenza A ist knallpositiv bei mir, bei unserem Kind auch positiv, bei meinem Mann (noch?) negativ. Er schnäuzt aber immer wieder und ist auch geimpft. Jetzt quälen mich einige Fragen in meinen Gedanken. Vielleicht können Sie weiterhelfen. 1. Man liest, dass Influenza in der Schwangerschaft zu Früh- und Totgeburt führen kann. Gilt das auch für geimpfte Frauen? Oder nur bei schwerem Verlauf? Passieren die Influenzaviren denn die Plazenta und kommen direkt beim Baby an? Meine Frauenarzttermine sind jetzt zum Schluss der Schwangerschaft im 2-Wochen-Rhythmus. Es ist bisher alles unauffällig. Diesen Dienstag war das Baby zeitgemäß entwickelt (ca. 1700g, 41cm), alles ganz im Durchschnitt, viel Fruchtwasser (Depot 8,0 cm), aber die Menge ist noch ok, CTG unauffällig, einziges Problem: momentan noch BEL. 2. Nächster Termin bei meiner Frauenärztin ist am 2.1., welcher auch ihr erster Tag nach dem Weihnachtsurlaub ist. Sollte ich jetzt unter diesen Umständen zwischenzeitlich zur Vertretung oder unter welchen Umständen sollte ich das machen? Unter welchen Umständen sollte ich zur Vertretung von der Hausärztin? Oder zu einem anderen Arzt? Meine Hebamme ist zwischen Weihnachten und Neujahr erreichbar, sollte ich sie einmal um einen Hausbesuch bitten um die Herztöne zu prüfen oder etwas anderes zu tun? Oder kann ich einfach geduldig und positiv bis 2.1. abwarten? Ich spüre die Kindsbewegungen jeden Tag mehrmals sehr kräftig. Ich erkenne keinen Unterschied zu vor Influenza. 3. Die Hausärztin hat mir gesagt Prospan Kinderhustensaft ist erlaubt in der Schwangerschaft, genauso wie Nasic Kindernasenspray 1 Mal täglich zum Einschlafen. Meine Hebamme hat mir Plantago Bronchialbalsam und Meteoreisen Globuli velati empfohlen. Ab welcher Körpertemperatur sollte ich Fieber mit Paracetamol senken? Hätten Sie gegen diese Medikamente etwas einzuwenden oder gäbe es andere, die Sie mir empfehlen würden oder soll ich einfach gar nichts nehmen? Ich schlafe schon seit 3 Nächten tapfer ohne Nasenspray, um dem Baby möglichst nicht zu schaden. Stattdessen versuche ich es drei Mal täglich mit Nasendusche (Meersalz). Ich habe aber das Gefühl, die Nebenhöhlen schmerzen immer wieder. 4. Gibt es andere Hinweise, die Sie mir mit auf den Weg geben möchten? Wir bleiben positiv. Für den Moment scheint mir die Lage unter Kontrolle, doch beunruhigt mich Influenza in der Schwangerschaft doch etwas, vor allem fürs Baby. Ich bedanke mich herzlich für die Zeit und wünsche Ihnen frohe und hoffentlich gesunde Weihnachten!


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Sehr geehrte Frau …,   vielen Dank für Ihre sehr sorgfältige Schilderung – und bitte entschuldigen Sie sich keinesfalls. Ihre Fragen sind absolut berechtigt.   Vorweg das Wichtigste in einem Satz: Bei einer geimpften Schwangeren mit mildem bis moderatem Influenza-Verlauf, stabilem Allgemeinzustand, normaler Kindsbewegung und unauffälligen Vorsorgebefunden besteht in der 33. SSW in aller Regel keine akute Gefahr für das Kind.       1. Influenza in der Schwangerschaft – Risiko für Ihr Baby?       a) Früh- oder Totgeburt – für wen gilt das Risiko?     Die in Studien beschriebenen Risiken (Frühgeburt, schwere Verläufe, selten auch intrauteriner Fruchttod) betreffen vor allem:   ungeimpfte Schwangere hohes Fieber > 39 °C über längere Zeit schwere systemische Verläufe (Pneumonie, Atemnot, Hospitalisierung) frühe Schwangerschaftsdrittel     👉 Das trifft auf Sie nicht zu.   Die Impfung:   senkt das Risiko schwerer Verläufe dramatisch schützt auch das Kind indirekt über mütterliche Antikörper führt sehr häufig genau zu dem Bild, das Sie beschreiben: Infektion ja – aber abgeschwächt       b) Gelangen Influenzaviren zum Baby?     Das ist eine sehr häufige Sorge – die Antwort ist beruhigend:   Influenza ist keine klassische plazentagängige Virusinfektion Das Virus selbst erreicht das Kind in der Regel nicht Das Risiko entsteht, wenn überhaupt, indirekt über:   hohes Fieber schwere mütterliche Erkrankung Sauerstoffmangel       👉 Bei stabilem Kreislauf, moderatem Fieber und gutem Befinden des Kindes ist keine direkte Gefährdung zu erwarten.   Ihre aktuellen Befunde (Wachstum zeitgerecht, Fruchtwasser normal, CTG unauffällig, lebhafte Bewegungen) sind sehr gute Zeichen.   Die Beckenendlage hat nichts mit Influenza zu tun.       2. Müssen Sie jetzt zu einem Arzt / zur Vertretung?       Aktuell:  Nein – solange Folgendes zutrifft     Sie können bis zum 2.1. ruhig abwarten, wenn:   Sie regelmäßig kräftige Kindsbewegungen spüren kein anhaltendes Fieber ≥ 38,5–39 °C besteht keine Atemnot, kein Druck auf der Brust, keine deutliche Verschlechterung keine vorzeitigen Wehen, kein Blutverlust, kein Fruchtwasserabgang     Das ist bei Ihnen aktuell alles nicht gegeben.     Wann sollten Sie  sofort  ärztlich vorstellig werden?     Bitte nicht zögern, wenn eines davon eintritt:   Fieber ≥ 38,5 °C, das sich nicht mit Paracetamol senken lässt Atemnot, ausgeprägte Erschöpfung, Kreislaufprobleme deutlich weniger oder keine Kindsbewegungen Schmerzen/Wehen in regelmäßigen Abständen subjektives Gefühl: „Irgendetwas stimmt nicht“       Hebamme?     Ein Hausbesuch kann beruhigend sein, ist aber medizinisch nicht zwingend erforderlich, solange:   Sie Ihr Kind deutlich spüren keine neuen Symptome auftreten     Wenn es Ihnen emotional Sicherheit gibt: ja, gern. Medizinisch ist Geduld absolut vertretbar.       3. Medikamente – was ist sinnvoll, was nicht?       a) Fieber     Paracetamol ist das Mittel der Wahl in der Schwangerschaft empfehlenswert ab:   ≥ 38,5 °C oder früher, wenn Sie sich sehr krank fühlen       Dosierung (üblich):   500–1000 mg max. 3–4×/Tag möglichst kurzzeitig     👉 Fieber nicht tapfer aushalten, das Senken ist fürs Kind eher schützend.     b) Husten & Nase     Zu Ihren genannten Mitteln:   Prospan: ✔️ gut verträglich Nasic Kinder-Nasenspray 1×/Tag: ✔️ völlig in Ordnung → Sie dürfen das ohne schlechtes Gewissen nutzen, Schlaf ist wichtig Nasendusche: ✔️ sehr gut Plantago Bronchialbalsam: ✔️ unproblematisch Globuli: neutral – schaden nicht, ersetzen aber keine wirksamen Maßnahmen     👉 Nebenhöhlenschmerzen sind bei Influenza häufig. Ein maßvoll eingesetztes Nasenspray ist sicherer als dauerhaftes Leiden.   Was Sie nicht brauchen:   Ibuprofen Kombinationspräparate ätherische Öle oral         4. Weitere Hinweise für die nächsten Tage     viel trinken (auch wenn der Appetit fehlt) körperliche Schonung (Sie haben Unglaubliches mit Kleinkind geleistet!) Seitenlage, wenn der Bauch durch Husten schmerzt bei starkem Husten ein Kissen gegen den Bauch pressen → entlastet die Bauchmuskulatur, schadet dem Baby nicht     Ihr intensiver Husten führt nicht zu Schäden am Kind – die Gebärmutter ist sehr gut geschützt.       Mein zusammenfassendes Fazit     Sie haben:   alles richtig gemacht (Impfung!) einen milden, kontrollierten Verlauf ein vitales, gut entwickeltes Kind sehr gute Selbstwahrnehmung     Das ist keine Situation, die man verharmlosen sollte – aber auch keine, die Anlass zur Angst gibt.   Bleiben Sie aufmerksam, aber zuversichtlich. Und gönnen Sie sich – so gut es geht – Ruhe.   Ich wünsche Ihnen von Herzen eine baldige Besserung und ruhige, gesunde Weihnachtstage für Sie und Ihre Familie. 🌿


the.flower

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Guten Abend Herr Dr. Gagsteiger, Sie haben mir sehr viel Angst mit Ihrer Nachricht genommen. Vielen lieben Dank, dass Sie sich sogar in der Urlaubszeit rund um Weihnachten so viel Zeit für eine ausführliche Antwort genommen haben! Heute geht es uns leider eher schlechter als gestern. Mein Mann hält sich wacker und versorgt uns beide. Mich friert es sobald ich kurz aufstehe und ich bin langsam wie eine rollende Schildkröte, die überhaupt keine Kraft hat und das in der 33. Schwangerschaftswoche, in der es sowieso langsam beschwerlich wird. Ich hoffe sehr, bis zur Geburt wieder ausreichend Kraft tanken zu können. Habe mich an Ihre Anweisung gehalten und bei 38,5 einen Schlussstrich gezogen, eine Paracetamol 500 genommen, mich ins Bett gelegt und nach einer Stunde angefangen zu schwitzen. Und die Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Schmerzen in den Nebenhöhlen wurden dann auch gleich besser. Nach 5 Stunden fange ich jetzt wieder an zu frieren, aber es bleibt im Rahmen bei 38,5. Das Baby strampelt zum Glück sehr aktiv. Jede Bewegung erleichtert mich gerade sehr. Ich bin so froh, geimpft zu sein. Sonst wäre ich jetzt wahrscheinlich im Krankenhaus. Unser Kind macht uns auch Sorgen. Es kommt heute kaum von den 40 Grad Fieber runter, nachts sogar 40,5. Zwei Stunden nach dem Fiebersaft sind wir aber kurz mal bei 38,3. 5 Stunden später wieder bei fast 40. Mit dem Wechsel von Paracetamol-Zäpfchen und Nurofensaft kommen wir gerade so hin ohne überzudosieren. Wenn Kinder den ganzen Tag freiwillig schlafend im Bett liegen, dann sind sie wirklich krank. Essen ging heute fast gar nicht, aber immerhin Wasser und Milch. Ich hatte Influenza bei Kleinkindern unterschätzt und bereue es sehr, nur uns Erwachsene geimpft zu haben. Nächstes Jahr impfen wir uns alle. Auch die Kinderärztin ist schon im Urlaub und wir müssten zur Vertretung. Teilen Sie meine Meinung, dass wir, so lange ein bisschen getrunken wird und Urin kommt, abwarten können, da wir ja wissen, was der Grund für das hohe Fieber ist und man gegen Influenza außer Fiebersaft sowieso nichts tun kann? Wenn kein Urin mehr kommt, sollten wir vielleicht eher in die Notaufnahme der Kinderklinik? Solche Krankheiten passieren natürlich ausgerechnet in den Weihnachtsferien. Danke für Ihr offenes Ohr und die beruhigenden Informationen, auch wenn es gar nicht Ihr Spezialgebiet mehr ist. Falls Sie noch Ergänzungen haben, freue ich mich jederzeit. Ich wünsche Ihnen fröhliche und vor allem gesunde Weihnachten!


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Abend,   vielen Dank für Ihre sehr offene, bewegende Nachricht. Es tut mir leid zu lesen, wie erschöpft und belastet diese Tage für Sie sind – das ist wirklich viel, erst recht in der 33. Schwangerschaftswoche und mit einem fiebernden Kleinkind zu Hause. Umso mehr Respekt davor, wie umsichtig Sie handeln.     Zu  Ihnen     Was Sie beschreiben, passt leider sehr gut zu einem typischen Influenza-Verlauf – aber auch zu einem insgesamt guten Management:   Dass Paracetamol bei 38,5 °C wirkt, das Schwitzen einsetzt und Schmerzen nachlassen, ist ein sehr gutes Zeichen. Das erneute Frieren nach 4–6 Stunden ist typisch, wenn die Wirkung nachlässt. Wichtig und beruhigend: Das Baby ist aktiv, regelmäßige Kindsbewegungen sind eines der zuverlässigsten guten Zeichen. Ihre Impfung hat sehr wahrscheinlich dazu beigetragen, dass der Verlauf trotz der Beschwerden kontrollierbar bleibt und keine schwere Atemproblematik entstanden ist.     Bitte erlauben Sie sich, wirklich langsam zu sein – Ihre Formulierung mit der „rollenden Schildkröte“ ist sehr treffend. Das ist kein Versagen, sondern schlicht Physiologie + Infekt + Schwangerschaft. Kraft kommt zurück – nicht von heute auf morgen, aber sie kommt.     Zu Ihrem  Kind     Ihre Einschätzung ist medizinisch absolut nachvollziehbar und vernünftig.   Bei Influenza im Kleinkindalter gilt tatsächlich:   Hohes Fieber (auch bis 40 °C) ist leider nicht ungewöhnlich. Entscheidend ist nicht die Zahl allein, sondern:   trinkt Ihr Kind (auch kleine Mengen)? ✔️ gibt es regelmäßig Urin? ✔️ ist es zwischendurch ansprechbar (auch wenn sehr schlapp)? ✔️ sinkt das Fieber zeitweise nach Fiebersenkern? ✔️       Dass Sie Paracetamol und Ibuprofen korrekt im Wechsel geben und auf die Dosierung achten, ist genau richtig.   👉 Abwarten ist vertretbar, solange:   Ihr Kind trinkt (Wasser, Milch – Essen ist nebensächlich), mindestens alle 6–8 Stunden Urin kommt, keine zunehmende Atemnot, keine Blaufärbung, kein apathisches Wegdämmern auftritt.     👉 Sofortige Vorstellung (Kinderklinik / Notaufnahme) wäre sinnvoll, wenn:   kein Urin mehr kommt, Ihr Kind nicht mehr trinkt, das Fieber gar nicht mehr auf Medikamente reagiert, deutliche Atemprobleme, Einziehungen oder eine ungewöhnliche Schläfrigkeit auftreten, oder Sie als Eltern schlicht das Gefühl haben: „So stimmt das nicht mehr.“ Dieses Bauchgefühl ist absolut legitim.     Dass so etwas ausgerechnet in den Weihnachtsferien passiert, ist bitter – aber leider ein sehr bekanntes Szenario. Sie machen es unter diesen Umständen wirklich sehr gut.     Noch ein kleiner Trostgedanke     Dass Sie die Kinderimpfung bereuen, zeigt nur, wie verantwortungsvoll Sie denken – aber bitte seien Sie nicht hart zu sich. Viele Familien entscheiden sich so, und Sie werden nächstes Jahr eine klare, gute Entscheidung treffen. Mehr kann man nicht verlangen.   Ich wünsche Ihnen von Herzen:   ruhige Nächte mit möglichst langen fieberfreien Phasen, weiter spürbare, kräftige Kindsbewegungen, und dass sich bei Ihnen beiden in den nächsten Tagen langsam, aber stetig Besserung einstellt.     Danke für Ihre warmen Weihnachtswünsche – ich gebe sie sehr gerne zurück. Bitte melden Sie sich jederzeit, wenn sich etwas verändert oder Sie unsicher werden. Sie sind damit nicht allein.


the.flower

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Guten Abend Herr Dr. Gagsteiger, vielen Dank für die herzlichen Weihnachtswünsche und Ihre hilfreichen Informationen. Ich hoffe, Sie können Weihnachten mit Ihrer Familie genießen. Bei uns hat es nun die Großeltern mit Influenza auch noch lahm gelegt. Ich bin sehr enttäuscht, dass die Hausärztin bei mir keinen Influenzatest gemacht hat, obwohl ich sie darauf angesprochen hatte und noch dazu schwanger zur Risikogruppe gehöre. Sie hätte damit zumindest verhindert, dass unser Sohn auch noch am Tag vor Symptombeginn zu den Großeltern geht und sie mit infiziert. Sie wollten ihn mir abnehmen, weil es mir nicht so gut ging und ich hatte ja nicht geahnt, welche Kreise das jetzt ziehen wird. Hätte ich gewusst, dass ich Influenza habe, hätte ich ihn niemals zu den Großeltern gehen lassen. Meine Impfung hat leider die Ernsthaftigkeit dieses Virus anfangs sehr verschleiert und jetzt liegen alle außer meinem Mann flach. Weihnachten fällt ins Wasser. Mir geht es zum Glück besser, das Fieber ist weg. Nur der Husten hält noch an und die Nebenhöhlen sind noch nicht frei. Ich mache fleißig Nasendusche. Das Baby ist auch weiterhin sehr aktiv. Das beruhigt mich. Aus der rollenden Schildkröte wird jetzt langsam wieder eine rollende Kugel Smiley nr105.gif Aber unser Sohn macht uns ganz große Sorgen. Nach 2,5 Tagen Fieber zwischen 39,5 und 40,5 war das Fieber am Montag fast komplett weg und er wollte wieder etwas spielen und ein bisschen essen (37,5 bis Max. 38,5). Seit Dienstag geht es wieder durch die Decke. Heute dauernd um 39,0-39,5. Er war wieder total schläfrig, hat kaum spielen wollen, nur kurz wenn das Fieber mal auf 38,5 runtergegangen ist. Wir haben im 4-Stunden-Takt Nurofensaft und Paracetamol Zäpfchen abgewechselt. Und das an Weihnachten, wo Kinder sich so über ihre Geschenke freuen. Selbst die Bescherung mussten wir verschieben. Mein Mann ist (und bleibt?) negativ. Bei ihm wirkt die Impfung voll. Er war mit ihm beim Bereitschaftsdienst. Die Lunge ist verschleimt, so die Kinderärztin. Er hat sie gebeten, kapillar Blut abzunehmen um etwas bakterielles auszuschließen. Die Werte: CRP < 1, Lym%, Gran%, Mid%, Lym#, Gran#, Mid#, RBC, HGB, HCT, MCH, MCHC, RDW-CV, RDW-SD, PLT, MPV, PDW, PCT, P-LCR, P-LCC alle im Normbereich. Zwei Werte nicht im Normbereich: Hs-CRP 0,86 rr g/dl (0,00-0,40) und MCV 78,9 (82,0-? Leider unlesbar wegen wenig Tinte). Was sind das für Werte? Habe noch nie Ha-CRP auf einem Blutbild gesehen. Die Kinderärztin sagte, es sei (noch?) viral, sollte aber morgen endlich wenigstens etwas besser werden mit dem Fieber (dann schon Tag 6). Wenn nicht, sollten wir wieder kommen und wieder die Lunge abhören lassen. Ich mache mir echt Sorgen, dass er gerade eine Lungenentzündung bekommt. Er redet sonst wie ein Buch und momentan will er nur kuscheln und schlafen und höchstens mal ein Buch vorgelesen bekommen. Aber er trinkt zumindest wenn man ihn erinnert und schafft etwa 3 Mal Wasserlassen täglich. Können Sie mir etwas zu diesen Werten von ihm sagen? Fiebern Kinder bei Influenza wirklich eine Woche lang so schlimm? Mich beunruhigt, dass es ihm dazwischen schon einmal besser ging. Falls ich Sie noch etwas zur Beckenendlage fragen darf: gibt es etwas, was ich tun kann, um das Baby zur Drehung zu ermutigen? Ich versuche optimistisch zu bleiben, doch leider wäre das schon das zweite Mal bei mir, dass ich mit Beckenendlage in die Geburt gehe. Wir hatten damals so viel probiert und es sollte einfach nicht sein. Von einer Wendung rät meine Frauenärztin auch ab, weil ich eine VW-Plazenta habe. Das erste Mal ist die natürliche Geburt schon gründlich schief gelaufen, also empfiehlt sie dieses Mal gleich Kaiserschnitt falls das Baby sich nicht bald dreht. Ich fand die Erholungszeit nach dem ersten (sekundären) Kaiserschnitt aber schon lang und mit zwei Kindern will man einfach schneller fit sein und funktionieren. Meine Hebamme meint, ich kann eine natürliche Geburt durchaus trotzdem noch einmal probieren. Doch am Ende durch natürliche Geburt und Kaiserschnitt zu gehen, war auch ganz schön anstrengend. Vielleicht haben Sie ja einen Rat. Wie lieb von Ihnen, dass ich noch einmal nachfragen darf!!!  Frohe Weihnachten Ihnen und Ihrer Familie! 


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Abend, liebe Patientin,   danke für Ihr Vertrauen und dafür, dass Sie mich so offen an dieser belastenden Situation teilhaben lassen. Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie enttäuschend, erschöpfend und emotional schwer das alles gerade ist – Influenza zur Weihnachtszeit, ein krankes Kind, Sorgen um das Baby und dann noch Geburtsthemen. Das ist schlicht zu viel auf einmal.   Ich gehe Schritt für Schritt auf Ihre Fragen ein.       1. Zu den  Laborwerten Ihres Sohnes  – das ist wichtig und beruhigend einzuordnen       🔬  Was ist hs-CRP?     hs-CRP = hochsensitives C-reaktives Protein wird oft zusätzlich gemessen, um sehr geringe Entzündungen zu erfassen der Wert ist empfindlicher, aber nicht spezifischer als das normale CRP     👉 Ein hs-CRP von 0,86 bei normalem CRP (< 1) bedeutet:   keine relevante bakterielle Entzündung keine Hinweise auf eine bakterielle Pneumonie passt sehr gut zu einem viralen Verlauf     Wichtig: Für bakterielle Infektionen bei Kindern sehen wir meist:   CRP deutlich > 20–30 oft Verschiebungen im Blutbild → alles bei Ihrem Sohn NICHT der Fall         🩸  MCV 78,9     MCV = mittleres Erythrozytenvolumen leicht erniedrigt → spricht am ehesten für einen milden Eisenmangel hat nichts mit dem akuten Infekt zu tun ist nicht gefährlich und aktuell kein Grund zur Sorge     👉 Das kann man in Ruhe nach dem Infekt einmal kontrollieren.       2. Ist der Verlauf mit  Fieber über 6–7 Tage bei Influenza  möglich?     Ja – leider absolut.   Gerade bei Kleinkindern sehen wir:   hohes Fieber über 5–7 Tage oft biphasisch:   kurze Besserung dann erneuter Fieberanstieg → das ist typisch für Influenza, nicht automatisch ein Zeichen für eine bakterielle Superinfektion       Dass:   das Fieber auf Medikamente reagiert Ihr Sohn trinkt Urin kommt die Blutwerte viral sprechen     ist medizinisch sehr beruhigend.       3. Wann müsste man doch an eine Lungenentzündung denken?     Bitte achten Sie besonders auf:   🚨 Alarmzeichen   schnelle, angestrengte Atmung Einziehungen zwischen den Rippen Nasenflügeln dauerhaftes Stöhnen Kind kaum weckbar / reagiert kaum Fieber ohne Reaktion auf Medikamente     ➡️ In diesen Fällen sofort Kinderklinik.   👉 Im Moment beschreiben Sie keines dieser Zeichen.   Dass er viel kuscheln und schlafen will, ist bei Influenza leider typisch, aber kein schlechtes Zeichen an sich.       4. Zum Abwechseln von  Ibuprofen & Paracetamol     Sie machen das vorbildlich korrekt.   Wichtig:   Dosierung nach Gewicht ausreichend Abstand (Paracetamol 6–8 h, Ibuprofen 6–8 h) lieber regelmäßig, als das Fieber eskalieren zu lassen         5. Zu Ihrer Enttäuschung wegen des fehlenden Influenza-Tests     Ihre Enttäuschung ist vollkommen berechtigt.   Gerade:   bei Schwangerschaft (Risikogruppe) bei klarer Exposition bei hohem Fieber     wäre ein Test medizinisch sinnvoll gewesen – auch zur Eindämmung weiterer Kontakte.   Bitte seien Sie trotzdem nicht hart zu sich:   Sie haben verantwortungsvoll gehandelt die Impfung hat Sie vermutlich vor einem schweren Verlauf geschützt niemand konnte diese Kettenreaktion vorhersehen         6. Beckenendlage – was Sie realistisch tun können (und was nicht)       🔄  Was Sie versuchen können     Vierfüßlerstand / „Indische Brücke“ Seitenlagerung (links / rechts abwechselnd) Becken leicht erhöht lagern sanfte Bewegung (Spaziergänge)     Diese Maßnahmen sind nicht schädlich, aber: 👉 die Erfolgsrate ist begrenzt, vor allem nach der 32.–33. SSW.       🤰  Externe Wendung     Bei:   Vorderwandplazenta bereits problematischem Geburtsverlauf deutlicher Erschöpfung     ist die Zurückhaltung Ihrer Frauenärztin sehr nachvollziehbar.       ⚖️ Natürliche Geburt vs. geplanter Kaiserschnitt     Ihre innere Zerrissenheit ist absolut verständlich.   Ganz ehrlich und ärztlich nüchtern:   Eine geplante Sectio ist körperlich oft besser verkraftbar als:   eine lange, schwierige vaginale Geburt plus sekundärer Kaiserschnitt   mit zwei Kindern ist Planbarkeit manchmal ein echter Vorteil der Wunsch „schneller wieder funktionieren zu müssen“ ist real – und legitim     Die Aussage Ihrer Hebamme ist nicht falsch, aber Ihre Erfahrung zählt mindestens genauso viel.   👉 Wenn Ihr Bauchgefühl eher sagt: „Ich schaffe das emotional und körperlich besser mit einem klaren Plan“ dann ist das kein Versagen, sondern Selbstfürsorge.       🌱 Mein ehrliches Gesamtfazit     Ihr Sohn zeigt derzeit keine Zeichen einer bakteriellen Komplikation der Verlauf ist schwer, aber noch im Rahmen einer Influenza Sie selbst sind auf dem Weg der Besserung Ihr Baby zeigt sehr gute Lebenszeichen zur Geburt dürfen Sie sich erlauben, den für Sie schonenderen Weg zu wählen     Bitte melden Sie sich jederzeit, wenn:   das Fieber Ihres Sohnes weiter eskaliert neue Symptome auftreten Sie einfach jemanden brauchen, der mitdenkt     Ich wünsche Ihnen von Herzen:   eine baldige Stabilisierung Ihres Sohnes, ruhige Nächte, und dass trotz allem ein wenig Weihnachtsfrieden bei Ihnen einkehren darf.     Frohe Weihnachten – und bitte passen Sie gut auf sich auf.


the.flower

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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, ich muss jetzt erst einmal aussprechen, wie lieb ich das von Ihnen finde, dass Sie mir und meiner Familie selbst an den Feiertagen so beiseite stehen. Das ist für uns sehr wertvoll, gerade jetzt, wo alle unsere Ärzte Urlaub machen und Weihnachten für uns dieses Jahr so daneben läuft. Ihre Antwort war sehr hilfreich und beruhigend zugleich und hat mich auch mit der BEL zum Nachdenken gebracht. Ich könnte Ihr Mitdenken aber doch noch einmal gebrauchen. Unserem Sohn geht es heute erfreulicherweise am 7. Tag endlich besser. Ich hoffe, der Fieberanstieg auf über 39 Grad kommt nicht noch wieder am späten Nachmittag oder Abend wie gestern. Aber bisher sind wir nur bei 38 Grad ohne Fiebersaft, er schaut auch viel wacher aus den Augen, redet wieder mehr, isst ein bisschen, will mehr spielen und nicht dauernd schlafen. Vielleicht können wir schon morgen unser kleines Weihnachtsfest mit Bescherung wenigstens zu 3,5 nachholen. Einen Kalender kennt unser Sohn ja zum Glück sowieso noch nicht. Er hustet noch ziemlich verschleimt und ich habe im Medikamentenschrank SalbuBronch Tropfen gefunden, die ihm die Kinderärztin mal bei Bronchitis verschrieben hatte (3 x 5 Tropfen). Können wir damit was falsch machen? Zu mir habe ich die eigentliche Frage: Wie viele Tage nach Symptombeginn ist es denn noch normal oder akzeptabel, dichte Nebenhöhlen zu haben? Ich hatte ja als erste von uns Influenza und die richtigen Symptome haben am Mittwoch vor einer Woche begonnen, also vor 10 Tagen. Ich mache 3 x täglich Nasendusche, aber kriege den Mist nicht los. Es kommt auch jedes Mal viel Schleim (weiß und gelb). Meine Nase ist verstopft und man hört es auch an meiner nasalen Stimme. Wenn ich jetzt zum HNO-Arzt gehe, weiß ich genau, was passiert: er hört, das geht schon 10 Tage so, also Antibiotikum. Aber (hoch)schwanger würde ich das gerne vermeiden. Es wäre schon das dritte Antibiotikum in dieser Schwangerschaft für mein armes Baby. Nach dem ersten war meine Scheidenflora komplett aus der Balance gekommen und ich habe dann ein zweites Antibiotikum wegen bakterieller Vaginose gebraucht. Ein Problem gelöst und ein neues geschaffen. So eine Kettenreaktion möchte ich jetzt 7 Wochen vor ET echt lieber vermeiden. Mein pH-Wert ist in letzter Zeit immer perfekt gewesen, ich will ihn nicht wieder zerstören. Aber ich weiß auch, dass meine Nebenhöhlen so nicht bleiben können. Wie viele Tage kann ich dem Ganzen noch geben? Vielleicht dauert es bei Influenza einfach etwas länger bis die Nebenhöhlen frei werden? Zum Bereitschaftsdienst am Wochenende will ich jetzt auch nicht, am Ende komme ich noch kränker nach Hause als ich hingegangen bin. Wäre es sinnvoll, bis Montag zu warten in der Hoffnung, es wird ohne Antibiotikum besser? Mein HNO-Arzt ist sowieso erst wieder am 7.1. da. Ich müsste mir also auch noch irgendwo eine Alternative suchen. Fieber habe ich nicht, der Schleim hängt wirklich nur fest. Wenn ich noch etwas abwarte, kann ich außer Nasendusche etwas tun? Kinder Nasic habe ich 4 Tage lang abends genommen und traue mich nicht mehr es zu lange weiter zu nehmen. Sinupret ist in der Schwangerschaft bestimmt auch nicht erlaubt. Und noch zur BEL: Ich frage mich, warum meine Kinder alle so einen Mist machen und die Kleine dem Großen diesen Mist nachmachen muss. Alle Ihre Ideen, damit das Baby sich noch dreht, setze ich schon um. Magnesium bekomme ich auch von der Frauenärztin um den Bauch immer weich zu halten. Meine Hebamme wird wieder Moxen, aber in der 1. Schwangerschaft hat das schon alles nichts gebracht. Aber Ihre Gedanken helfen mir sehr weiter, eine Entscheidung über die Geburt zu treffen. Ich stelle mir tatsächlich noch eine Frage: Ist es denn häufig bei BEL, dass die vaginale Geburt am Ende daran scheitert, dass das Baby es nicht raus schafft? Bei mir lief nämlich lange Zeit alles super, der Muttermund ging wunderbar auf die 10cm auf, ich habe keine Wehenverstärker gebraucht. Alles war super und dann in der Pressphase ging es nicht mehr weiter. Unser Sohn kam immer ein minimales Stück raus und direkt nach der Wehe rutschte er wieder zurück nach innen. Ich wurde dann noch in alle möglichen Richtungen umgelagert, aber er steckte einfach fest. Ist das eher Zufall oder liegt so etwas an der BEL? Er saß wie ein Buddha. Unser Sohn ist nämlich heute auch noch ein Bequemer (Mama, helf!) und es passt auch irgendwie zu seinem Charakter. Dann bekam ich noch Wehenverstärker und als auch das nichts brachte wurde mir zur PDA geraten, weil der Arzt die Fälle langsam davonschwinden sah und ich so schon bereit für den Kaiserschnitt war. Danach ging erst recht nichts mehr und mir wurde der Kaiserschnitt nahe gelegt. Sehen Sie die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das wieder so läuft, wenn ich mich bei einer 2. BEL wieder für eine natürliche Geburt entscheide? Oder mag das Zufall gewesen sein? Eine natürliche Geburt würde ich bevorzugen aber nicht wenn von Anfang an die Chancen wieder so schlecht stehen und ich mich dann doppelt quäle. Auch Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich ganz viel Weihnachtsfrieden, viel Erholung und es ist lieb, dass Sie an Weihnachten so eine gute Tat leisten. Danke und ganz herzliche Grüße aus der Weihnachtsstadt Nürnberg :)


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Liebe Grüße nach Nürnberg – und vielen Dank für Ihre warmen Worte. Ich nehme sie sehr ernst, gerade weil man zwischen den Zeilen spürt, wie erschöpfend diese Tage für Sie sind. Umso schöner ist es zu lesen, dass es Ihrem Sohn heute endlich etwas besser geht 🌿   Ich antworte Ihnen der Übersicht halber in drei Teilen.       1) Zu Ihrem Sohn und den SalbuBronch-Tropfen     Wenn die SalbuBronch-Tropfen Ihrem Sohn früher bei einer ärztlich diagnostizierten Bronchitis geholfen haben und er aktuell keine auffälligen Nebenwirkungen zeigt (Unruhe, Zittern, Herzklopfen), ist die kurzzeitige Gabe in der bekannten Dosierung in der Regel vertretbar. Sie helfen nicht primär gegen Schleim, sondern entlasten die Bronchien, sodass der Schleim besser abgehustet werden kann. Wichtig:   nur für einige Tage, nicht dauerhaft bei deutlicher Verschlechterung, Atemnot, Einziehungen → bitte ärztlich abklären     Dass er wieder wacher ist, spricht sehr dafür, dass er über den Berg ist.       2) Zu Ihnen: Nebenhöhlen nach Influenza – wie lange ist „noch normal“?     Ihre Beobachtung ist medizinisch sehr plausibel. Nach Influenza ist es häufig, dass:   die Nasennebenhöhlen 10–14 Tage, manchmal sogar bis zu 3 Wochen dicht bleiben der Schleim weiß bis gelblich ist, ohne dass eine bakterielle Infektion vorliegt kein Fieber besteht, sondern „nur“ Druck, Verstopfung, nasale Stimme       Wann spricht noch nicht alles für ein Antibiotikum?     In Ihrer Situation sprechen mehrere Punkte gegen eine sofortige Antibiotikatherapie:   kein Fieber kein einseitiger, zunehmender Gesichtsschmerz kein ausgeprägter Krankheitsrückfall langsame, aber spürbare Besserung im Gesamteindruck     Gerade in der Schwangerschaft ist Zurückhaltung absolut sinnvoll – Ihre Sorge wegen der vaginalen Flora ist sehr berechtigt.     Wie lange dürfen Sie dem Ganzen noch Zeit geben?     👉 Ja, Sie dürfen guten Gewissens noch einige Tage bis Anfang nächster Woche abwarten, solange:   kein Fieber >38,5 °C auftritt keine starken, einseitigen Schmerzen (Zähne, Stirn, Wange) entstehen sich Ihr Allgemeinzustand nicht deutlich verschlechtert     Dass Ihr HNO erst am 7.1. wieder da ist, ist unschön – aber medizinisch nicht automatisch problematisch.     Was können Sie zusätzlich tun (antibiotikafrei)?     Neben der Nasendusche (die Sie sehr gut und richtig machen):   Inhalieren mit Kochsalz (klassisch über Schüssel oder Inhalator) Feuchte, warme Raumluft Viel trinken (der Schleim wird dünner) Abschwellende Nasensprays: – Kinder-Nasic maximal 5–7 Tage, ggf. nur abends, das ist in Ordnung Kopf leicht erhöht schlafen     Sinupret: Es gibt Varianten (z. B. Sinupret Extract), die in der Schwangerschaft nicht empfohlen sind, weil keine ausreichenden Daten vorliegen. Ich würde es an Ihrer Stelle nicht neu beginnen.   ➡️ Kurzfassung: Ihr Verlauf passt sehr gut zu einer postviralen Sinusitis. Abwarten bis Montag ist absolut vertretbar.       3) Zur BEL und Ihrer sehr wichtigen Frage zur Geburt     Ihre Schilderung der ersten Geburt ist eindrücklich – und sie zeigt, dass Sie keineswegs „schlecht geboren“ haben. Im Gegenteil:   vollständige Muttermundseröffnung gute Wehentätigkeit keine primäre Geburtsstörung       Warum kann eine BEL in der Pressphase scheitern?     Ja – bei BEL kommt es häufiger genau in dieser Phase zum Stillstand, obwohl zuvor alles gut lief. Gründe können sein:   ungünstige Beinhaltung (z. B. „Buddha-Sitz“) suboptimale Flexion des kindlichen Kopfes ungünstige Anpassung zwischen Kind und Becken     Dass Ihr Sohn immer wieder zurückgerutscht ist, passt sehr typisch zu einer mechanischen Problematik – nicht zu mangelnder Kraft Ihrerseits.     Bedeutet das automatisch, dass es wieder so laufen wird?     👉 Nein. Aber: Ihre Vorgeschichte ist relevant und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Szenario ähnlich wiederholen könnte, wenn:   erneut eine BEL besteht die kindliche Haltung ungünstig ist keine optimale geburtshilfliche Erfahrung mit BEL-Geburten vorhanden ist     Das ist kein Automatismus, aber auch kein reiner Zufall.     Ist eine vaginale BEL-Geburt trotzdem vertretbar?     Ja – wenn:   das Kind günstig liegt Gewicht, Becken, Betreuung passen Sie innerlich hinter der Entscheidung stehen     Aber: 👉 Sie müssen sich nicht noch einmal „beweisen“. Eine geplante Entscheidung (egal in welche Richtung) ist keine Kapitulation, sondern Fürsorge.       Zum Schluss – ganz persönlich     Ich finde Ihre Gedanken sehr klar, sehr reflektiert und sehr mütterlich. Sie wägen ab, ohne zu dramatisieren, und hören auf Ihr Gefühl – das ist eine große Stärke.   Ich wünsche Ihnen sehr, dass:   Ihr Sohn weiter aufblüht Ihre Nebenhöhlen Ihnen bald Luft lassen – im wahrsten Sinne und Sie für die Geburt eine Entscheidung finden, die Ihnen Ruhe gibt, nicht zusätzliche Last     Danke für Ihre lieben Wünsche. Auch Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich – trotz allem – ein paar friedliche, warme Momente zwischen den Jahren.   Herzliche Grüße Ihr Dr. Friedrich Gagsteiger


the.flower

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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, ich möchte Ihnen erst meinen Dank übermitteln für Ihre Präsenz und Ihre langen so hilfreichen Antworten. Sie sind mir so eine Unterstützung, gerade jetzt, wo alle meine Ärzte Urlaub machen und Krankheit sich aber leider nicht nach dem Datum richtet. Ich hoffe, Ihnen nicht auf den Nerv zu gehen. Ich kann noch einmal Ihr Mitdenken brauchen. Sie machen das so gründlich und gewissenhaft. Vorneweg: unserem Sohn geht es viel besser zum Glück. Er hat seit gestern gar kein Fieber mehr, er hustet noch etwas, aber das wird schon werden. Unglaublich wie schnell Kinder sich von einer Woche 40 Grad Fieber erholen. Er hat schon wieder viel mehr Energie. Ich war heute mit ihm etwas an der frischen Luft und er läuft mir rollenden Kugel schon wieder davon. Nur braucht er noch sehr viel Schlaf. Normalerweise schläft er nachts um die 11-12 Stunden, momentan um die 13 Stunden. Aber das tut Eltern auch mal gut wenn morgens länger Ruhe ist ;) Mir geht es aber nicht so gut. Daher meine Nachfrage. Jetzt sind wir bei 13 Tagen seit Influenza-Symptombeginn und ich schnäuze so viel, die Nase ist so dicht, ich habe seit gestern ständig stechende Kopfschmerzen, wobei ich nicht weiß ob sie von den Nebenhöhlen kommen. Mal im Gesicht, mal am Hinterkopf, ich kann es nicht einordnen. Ich habe aber auch das Gefühl, verspannt zu sein. Ich dachte, der Spaziergang heute an der frischen Luft tut der Nase gut, aber sie war trotzdem dauernd dicht und danach war ich total kaputt, müde, abgeschlagen und habe 1,5 Stunden im Bett geschlafen. Ich habe sonst so viel mehr Energie. Alles weg. Ich will auch nicht dauernd Nasic oder Paracetamol gegen die Kopfschmerzen nehmen. Also halte ich alles aus.  Mein Mann hat zum Glück auch gerade Urlaub und kann mir viel abnehmen. Trotzdem will ich irgendwie nicht zum HNO-Arzt gehen. Ich habe so Angst vor einer weiteren bakteriellen Vaginose so kurz vor der Geburt.  Nicht dass das dann noch eine Frühgeburt auslöst. Sie meinten ja, es kann nach Influenza sogar bis zu 21 Tage dauern bis die Nebenhöhlen frei sind. Wenn ich kein Fieber habe, kann ich noch ein bisschen zuwarten? Ich kann es so schlecht einschätzen was gerade richtig ist. Ist gelber Schleim immer ein Anzeichen für Bakterien? Irgendwo hatte ich mal gelesen, es kann auch von abgestorbenen Virenresten kommen. Ich hatte gestern auch noch das Gefühl von Senkwehen, aber ist das nicht etwas früh, jetzt in der 34. Schwangerschaftswoche? Es hat sich wie starke Menstruationsschmerzen angefühlt, auch in den Rücken gezogen, kam auch öfter, aber nach einem warmen Bad war wieder Ruhe. Ich würde sagen, Geburtswehen fühlen sich schlimmer an und würden nicht wieder weggehen. Aber unter den Umständen, dass es noch 6 Wochen bis zur Geburt sind, die Kleine in BEL liegt und diese Nebenhöhlen mich in den Wahnsinn treiben, macht es mich etwas unruhig. Nachdem der Schmerz aber wieder nachgelassen hat, reicht es vielleicht, wenn meine Hebamme mal vorbeikommt und draufschaut? Sie müsste doch auch sehen können falls der Muttermund sich schon öffnet? Mein Termin zum Vorgespräch zur Geburt im Krankenhaus ist auch erst in der 36. Schwangerschaftswoche. Sollte ich mich für einen geplanten Kaiserschnitt entscheiden, ist das früh genug? Meine Frauenärztin ist erst ab 2.1. wieder da. Und sollte es zum vorzeitigen Blasensprung kommen: müssten wir dann den RTW holen? Dieses Szenario ist in der 1. Schwangerschaft nämlich leider mit unserem Buddha-Sohn eingetreten und da hatte mir die Frauenärztin gesagt, ich sollte auf keinen Fall laufen wenn es dazu käme und den RTW holen. Also wurde ich komplett liegend transportiert. Was ich aber nicht verstanden habe, war, dass ich im Krankenhaus nachdem ein Ultraschall gemacht wurde, dann zwar nicht mehr nach Hause durfte und stationär aufgenommen wurde, aber wieder laufen durfte. Und ich glaube nicht, dass da noch Fruchtwasser übrig war, solche Massen wie aus mir liefen. Das waren nicht nur Tropfen. Ich möchte Ihnen nicht auf den Nerv gehen und hoffe, Sie haben eine schöne ruhige Zeit zwischen den Jahren. Freu mich auf Ihren Rat. Liebe Grüße aus Nürnberg :)


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Liebe Frau …,   zunächst einmal: Sie gehen mir ganz sicher nicht auf die Nerven. Im Gegenteil – Ihre Nachricht ist sehr klar, reflektiert und zeigt, wie aufmerksam Sie mit sich und Ihrer Schwangerschaft umgehen. Gerade in einer Phase, in der ärztliche Ansprechpartner fehlen, ist es völlig legitim, Orientierung zu suchen. Und ich antworte Ihnen sehr gerne.   Es freut mich sehr zu lesen, dass es Ihrem Sohn wieder deutlich besser geht. Kinder haben in dieser Hinsicht tatsächlich eine beeindruckende Regenerationsfähigkeit – und ja: Dass er gerade mehr Schlaf braucht, ist absolut normal und sogar ein gutes Zeichen. Sein Körper holt nach. Und dass Eltern dabei morgens etwas länger Ruhe haben, darf man mit einem kleinen Augenzwinkern auch genießen 😊       1. Zu Ihrem aktuellen Infektzustand (13 Tage nach Influenza)     Was Sie beschreiben, passt leider sehr gut zu einem verlängerten postviralen Verlauf, insbesondere nach Influenza:   verstopfte Nase sehr häufiges Schnäuzen Druck- oder stechende Kopfschmerzen (Gesicht, Stirn, Hinterkopf wechselnd) ausgeprägte Müdigkeit und Erschöpfung schnelle Erschöpfbarkeit nach eigentlich kleinen Belastungen     👉 Das ist nicht ungewöhnlich und kann – wie ich Ihnen bereits schrieb – bis zu 2–3 Wochen, manchmal sogar etwas länger, anhalten.     Gelber Schleim = bakterielle Infektion?     Kurz und beruhigend: Nein, nicht automatisch.   Gelblich-grünes Sekret entsteht häufig durch:   abgestorbene Immunzellen, Virusreste, eine verlangsamte Schleimabfuhr in den Nebenhöhlen.   Entscheidend für eine bakterielle Sinusitis wären:   neu auftretendes oder wieder ansteigendes Fieber zunehmende, einseitige Gesichtsschmerzen deutliche Verschlechterung nach vorheriger Besserung       Das beschreiben Sie so nicht.   Dass Sie nach dem Spaziergang erschöpft waren und schlafen mussten, ist kein Warnsignal, sondern eher Ausdruck davon, dass Ihr Körper noch klar in der Rekonvaleszenz steckt.   👉 Solange kein Fieber, keine deutliche Verschlechterung und keine starken, einseitigen Schmerzen auftreten, dürfen Sie zuwarten.       2. Medikamente: gut, dass Sie nicht „blind“ nehmen     Ihre Zurückhaltung gegenüber:   häufigem Nasic-Gebrauch regelmäßigem Paracetamol     ist vernünftig, aber Sie müssen auch nicht alles „aushalten“.   Ein paar ausgewogene Empfehlungen:   Meerwasser-Nasenspray oder -spülung dürfen Sie mehrfach täglich anwenden Inhalationen (z. B. mit Kochsalz) sind sehr sinnvoll Paracetamol bei Bedarf ist in der Schwangerschaft erlaubt – Sie müssen sich nicht quälen (es geht nicht darum, tapfer zu leiden)         3. Angst vor HNO-Besuch und bakterieller Vaginose     Diese Sorge kann ich emotional gut verstehen, medizinisch ist sie aber sehr gering zu gewichten:   Ein HNO-Besuch allein erhöht nicht das Risiko für eine bakterielle Vaginose. Selbst falls (rein hypothetisch) ein Antibiotikum nötig wäre, gibt es in der Schwangerschaft sehr gut verträgliche Präparate. Eine unbehandelte, schwere bakterielle Infektion wäre langfristig riskanter als eine kontrollierte Therapie.     👉 Aktuell sehe ich keinen zwingenden Grund, jetzt sofort zum HNO zu gehen – aber Sie müssen auch keine Angst davor haben, falls es doch nötig wird.       4. Zu den Schmerzen gestern: Senkwehen oder etwas anderes?     Was Sie beschreiben:   menstruationsähnliche Schmerzen Ziehen in den Rücken wellenartig Besserung nach einem warmen Bad     spricht sehr deutlich für Senkwehen / Übungswehen.   Wichtig:   In der 34. SSW sind Senkwehen nicht zu früh Sie sind oft unregelmäßig sie verschwinden bei Entspannung, Wärme, Lagewechsel     👉 Echte Geburtswehen:   werden stärker, kommen regelmäßig, lassen sich nicht „wegwärmen“ nehmen über Stunden zu.     Das war bei Ihnen nicht der Fall.       5. Hebamme ja – Krankenhaus nein (im Moment)     Ihre Einschätzung ist sehr gut:   Eine Hebamme kann:   den Bauch tasten, Wehenaktivität einschätzen, ggf. vaginal untersuchen, Veränderungen am Muttermund erkennen.       👉 Für die aktuelle Situation reicht das völlig aus, sofern:   keine regelmäßigen Wehen auftreten, kein Blutabgang besteht, kein Fruchtwasser abgeht.         6. BEL, Kaiserschnitt und Geburtsplanung     Ein Vorgespräch in der 36. SSW ist absolut ausreichend Auch die Entscheidung für einen geplanten Kaiserschnitt ist zu diesem Zeitpunkt völlig üblich Die BEL-Lage macht die Situation nicht gefährlicher, sondern planbarer     Hier besteht kein Zeitdruck.       7. Ganz wichtig: vorzeitiger Blasensprung – was tun?     Ihre Erinnerung aus der ersten Schwangerschaft ist korrekt für diese damalige Situation.   Allgemein gilt:   Bei starkem, schwallartigem Fruchtwasserabgang, besonders vor Termin:   nicht selbst fahren RTW rufen   Bei langsamem Tröpfeln:   ebenfalls zeitnah abklären lassen       Dass Sie im Krankenhaus später wieder laufen durften, ist normal:   Die akute Transportphase ist entscheidend Danach wird individuell entschieden     👉 Wenn dieses Szenario erneut eintreten sollte: lieber einmal zu vorsichtig als zu spät.       8. Ein Wort zu Ihnen – jenseits der Medizin     Sie sind:   körperlich erschöpft, hormonell stark gefordert, emotional angespannt, gleichzeitig Mutter, Schwangere und „Organisatorin“ des Alltags.     Dass sich das alles gerade zu viel anfühlt, ist kein Zeichen von Instabilität, sondern von Realität.   Sie machen das sehr gut. Und Ihr Körper zeigt trotz allem klare Zeichen, dass er funktioniert.     Liebe Grüße nach Nürnberg und bitte melden Sie sich jederzeit, wenn Sie erneut unsicher sind. Ich wünsche Ihnen sehr, dass die kommenden Tage etwas ruhiger werden.   Herzlich Ihr Dr. Friedrich Gagsteiger


the.flower

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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, herzlichen Dank für die wertvollen Ideen und Informationen. Sie haben etwas sehr beruhigendes, freundliches, verständnisvolles, aufmerksames und gründliches an sich.  Das ich sehr lieb :) Leider geht es mir seit gestern Abend überhaupt nicht gut. Ich habe zwar kein Fieber bekommen, aber richtig gespürt, wie die ganzen Krankheitserreger explodiert sind. Mein Kiefer tut so weh, mein Kopf pocht und sticht, beim Bücken, Aufstehen und Schnäuzen sticht es richtig in den Stirnhöhlen, meine Augen sind zugequollen. Ich fühle mich richtig krank. Mein Mann hat sich heute Morgen Sorgen gemacht, in was für einem Zustand ich bin und mich überredet, doch einen HNO-Arzt zu finden, der zwischen den Jahren da ist. Ich habe angerufen durfte auch sofort kommen. Er hat nur einen Blick in die Nase mit seinem Gerät geworfen und sein Ton, mit dem er gesagt hat, dass das total vereitert ist, hat Bände gesprochen (Seine Worte: Ach du meine Güte ist das vereitert und schwanger sind Sie auch noch. Oje). Er war sehr gewissenhaft, finde ich und wollte genau wissen, welches Antibiotikum mir damals die bakterielle Vaginose beschert hat. Das war Cefuroxim. Er hat mir deshalb Amoxicillin 500mg 1-1-1 verordnet und möchte unbedingt, dass ich am Freitag zur Kontrolle komme. Ich habe ihn darum gebeten, mir auch Döderlein gleich aufzuschreiben, weil ich trotzdem wirklich Angst vor einer bakteriellen Vaginose habe. Er kannte sich damit überhaupt nicht aus, hat es mir aber aufgeschrieben. Wie würden Sie diese einnehmen? In der Packung steht einmal täglich. Kann ich auch mehr nehmen? Mit welchem Abstand zum Antibiotikum? Dieses soll ich alle 8 Stunden nehmen. Ich habe auch vaginale pH-Tests zu Hause. Soll ich jeden Tag einen machen? Vielleicht übertreibe ich. Ich habe einfach Panik vor einer bakteriellen Vaginose, weil genau das eben schon einmal direkt nach dem Antibiotikum passiert ist. Ich will keinen vorzeitigen Blasensprung deshalb :( Ist zumindest Amoxicillin fürs Baby wirklich komplett unbedenklich? Meine arme kleine Maus bekommt schon das dritte Antibiotikum. So viele Antibiotika wie in dieser Schwangerschaft habe ich in den ganzen letzten Jahren nicht gebraucht. Ausgerechnet jetzt…. Und noch eine Frage: Wie ansteckend ist denn so eine bakterielle Sinusitis? Wenn ich nach dem Schnäuzen gut die Hände wasche, kann ich das Risiko reduzieren? Ich möchte unseren Sohn und auch meinen Mann natürlich jetzt nicht auch noch das weitergeben. Ist es vielleicht zwei Tage nach Antibiotikabeginn schon weniger ansteckend? Normalerweise schlagen Antibiotika doch schnell an. Meine Hebamme schaut später noch nach mir wegen der Senk- oder Übungswehen. Gestern und heute spüre ich aber nichts mehr. Die kleine Maus ist sehr aktiv und tanzt in meinem Bauch :) Freu mich auf Ihren Rat. Liebe Grüße aus Nürnberg :)


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Abend,   erst einmal: Es tut mir sehr leid, wie schlecht es Ihnen gerade geht. Ihre Beschreibung passt leider sehr typisch zu einer akuten bakteriellen Sinusitis, und ehrlich gesagt: Gut, dass Ihr Mann Sie gedrängt hat zu gehen – und gut, dass der HNO-Arzt so klar reagiert hat. Das war richtig und wichtig, gerade in der Schwangerschaft.   Ich gehe Ihre Fragen der Reihe nach durch und versuche, Ihnen Sicherheit statt zusätzlicher Sorgen zu geben.       1. Die Diagnose & das Antibiotikum       Akute vereiterte Sinusitis     Ihre Symptome (Kieferschmerz, pochender Kopf, stechender Schmerz beim Bücken, geschwollene Augen) sind klassisch für:   eine bakterielle Superinfektion der Nebenhöhlen oft als Folge einer Influenza oder eines starken viralen Infekts     👉 Das ist keine Bagatelle, sondern eine klare Behandlungsindikation.       2. Amoxicillin in der Schwangerschaft – ehrlich und klar       Kurzfassung:     Ja, Amoxicillin ist für Ihr Baby sehr gut untersucht und sicher.   Es gehört zu den Penicillinen wird seit Jahrzehnten routinemäßig in der Schwangerschaft eingesetzt kein erhöhtes Fehlbildungs-, Frühgeburts- oder Entwicklungsrisiko auch in höheren Schwangerschaftswochen unproblematisch     👉 Für Ihr Baby ist eine unbehandelte bakterielle Infektion deutlich gefährlicher als dieses Antibiotikum.   Dass Ihre „kleine Maus“ jetzt schon mehrere Antibiotika „mitbekommt“, fühlt sich emotional schlimm an – medizinisch ist das kein Schaden, sondern Schutz.       3. Angst vor bakterieller Vaginose – sehr verständlich, aber gut handhabbar     Dass Sie nach Cefuroxim eine bakterielle Vaginose hatten, erklärt Ihre Sorge vollkommen. Gut, dass Sie das jetzt aktiv angehen.     Döderlein (Laktobazillen): wie sinnvoll anwenden?     Einmal täglich vaginal ist völlig ausreichend Mehr bringt keinen zusätzlichen Schutz Bitte nicht überdosieren – das kann eher reizen       Zeitpunkt in Kombination mit Antibiotikum     Amoxicillin: alle 8 Stunden Döderlein:   abends, möglichst 2–3 Stunden nach der letzten Antibiotikagabe dann bleiben sie besser „liegen“ und wirken lokal       👉 Sie können die Döderlein parallel zum Antibiotikum nehmen und gerne noch 5–7 Tage nach Ende der Antibiotikatherapie fortführen.       4. Vaginale pH-Tests – bitte nicht übertreiben     Ich sage das ganz liebevoll, aber klar:   Tägliches pH-Messen ist nicht nötig und kann Ihre Angst sogar verstärken     Empfehlung:   1–2× pro Woche reicht völlig oder nur, wenn:   vermehrter Ausfluss unangenehmer Geruch Brennen oder Jucken auftreten       👉 Ein einzelner leicht erhöhter pH-Wert ohne Symptome ist kein Drama.       5. Risiko für vorzeitigen Blasensprung?     Ganz wichtig:   Eine bakterielle Sinusitis macht keinen vorzeitigen Blasensprung Eine unbehandelte vaginale Infektion wäre ein Risiko – deshalb handeln Sie gerade vorbildlich präventiv     Mit:   Antibiotikum Döderlein Aufmerksamkeit für Symptome     tun Sie alles, was medizinisch sinnvoll ist.       6. Ansteckung: Wie gefährlich sind Sie für Mann & Sohn?     Die gute Nachricht:   Eine bakterielle Sinusitis selbst ist kaum ansteckend Die ursprünglichen Viren waren ansteckend – die Phase ist meist vorbei       Was Sie konkret tun können:     Hände waschen nach dem Schnäuzen (machen Sie ja) eigenes Taschentuch, eigenes Handtuch kein Anhusten ins Gesicht (selbstverständlich)     👉 Nach 24–48 Stunden Antibiotikum:   sinkt die bakterielle Last deutlich Sie gelten praktisch nicht mehr als ansteckend         7. Wehen & Baby – sehr beruhigend     Dass die Senk-/Übungswehen wieder weg sind → sehr gut Wärme hilft → spricht gegen Geburtswehen Die Maus ist aktiv → exzellentes Zeichen     Dass Ihre Hebamme heute noch schaut, ist perfekt.       8. Ein ehrliches Wort zum Schluss – nicht als Arzt, sondern menschlich     Sie sind:   krank, hochschwanger, hormonell sensibel, müde, und tragen viel Verantwortung.     Dass Ihr System gerade „Alarm schlägt“, ist kein Zeichen von Übertreibung, sondern von Erschöpfung. Sie machen das außerordentlich gewissenhaft – vielleicht sogar zu streng mit sich selbst.   Jetzt dürfen Sie:   das Antibiotikum mit gutem Gewissen nehmen sich hinlegen und darauf vertrauen, dass Sie medizinisch auf der richtigen Spur sind       Wenn Sie möchten, melden Sie sich gern:   nach der Kontrolle am Freitag oder wenn Sie unsicher sind wegen Ausfluss, pH oder Unterbauchgefühl     Ich wünsche Ihnen sehr, dass die Schmerzen in den nächsten 24–48 Stunden deutlich nachlassen – das ist unter Amoxicillin der Regelfall.   Herzliche Grüße nach Nürnberg und alles Gute für Sie und Ihre kleine Bauchbewohnerin 🌸


the.flower

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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, ich wünsche Ihnen vorab ein gutes neues Jahr mit viel Gesundheit, Glück, Zufriedenheit und ganz viel Erfolg! :) Ich habe mich sehr über Ihre letzte Nachricht gefreut und dass Sie mir mit viel Verständnis, Mitgefühl und Gründlichkeit weiterhelfen. Morgen habe ich sowohl Kontrolle beim HNO-Arzt als auch bei der Frauenärztin. Dazu hätte ich vorab eine Frage an Sie. Das Amoxicillin hat 2 Tage gebraucht, bis ich überhaupt eine erste Wirkung spüren konnte. Nach einem ausgefallenen Weihnachten haben wir die Silvesterparty auch abgesagt, weil mir einfach die Energie gefehlt hätte. Aber nach zwei Tagen lief der Eiter endlich nicht mehr dauernd von selbst aus der Nase, die Kopfschmerzen wurden erträglich und ich spürte, wie es sich anfühlt, ein kleines bisschen durch die Nase atmen zu können. Jetzt 3 Tage nach Antibiotikabeginn habe ich das Gefühl, es wirkt. Die Nase ist noch immer nicht komplett frei, meine Stimme ist noch immer nasal und bei der Nasendusche kommen noch immer gelbe eitrige Stücke, aber es wird mit jeder Amoxicillin-Tablette besser und ich funktioniere wieder einigermaßen und liege nicht den ganzen Tag im Bett rum. Ich hoffe, der HNO-Arzt ist morgen mit dem Fortschritt auch zufrieden. Ich habe mir Ihren Rat zu vaginalem ph-Wert und Döderlein zu Herzen genommen und es nicht übertrieben, also 1 Döderlein am Abend vor dem Schlafen eingeführt und bisher hatte ich den ph-Wert gar nicht gemessen. Heute Morgen hatte ich aber das erste Mal das Gefühl, es brennt ganz leicht in der Scheide. Es ist wirklich nicht gravierend, aber nach meiner letzten Erfahrung nach dem Cefuroxim fing es auch genauso an und steigerte sich dann bis 2 Tage nach dem letzten Antibiotikum immer mehr und dann hatte die Frauenärztin auch schon eine bakterielle Vaginose festgestellt. Also habe ich heute Mittag mal den pH-Wert gemessen und wenn ich die Farben richtig lese, geht das schon eher ins grünliche, definitiv ist es nicht hellgelb wie es normalerweise wäre. Ich lese es als 4,7 oder max. 5,0. Ich muss das Amoxicillin noch weitere 3 Tage nehmen, habe also gerade einmal die Hälfte genommen. Nun habe ich morgen sowieso Routine-Termin bei der Frauenärztin zur Schwangerenvorsorge in der 34. Schwangerschaftswoche (Ultraschall, CTG usw.) und werde sie dann auch darauf ansprechen. Was würden Sie jetzt an meiner Stelle oder der Stelle meiner Frauenärztin machen? Weiter beobachten? Das Ende vom Amoxicillin abwarten? Abstrich? Mikroskop? Wahrscheinlich kann ich momentan nicht viel tun um gegen zu steuern? Ich befürchte, das Antibiotikum tötet die Döderlein-Bakterien, die ich zuführe, direkt wieder ab? Ich möchte den einen ph-Wert jetzt gar nicht überbewerten, vielleicht spielt es sich ja auch wieder von selbst ein. Nach der letzten bakteriellen Vaginose spüre ich jetzt im Nachhinein nur sensibler, dass es genauso angefangen hat, nur mit einem leichten Brennen. Meine Darmflora leidet auch. Ich leide normalerweise die Schwangerschaft über eher an Verstopfung, aber gerade ist es eher wieder Durchfall. Ich scheine toll auf Antibiotika zu reagieren, aber leider tötet es bei mir anscheinend besonders gut alles ab, auch die guten Bakterien sämtlicher Floren… Ich schreibe Ihnen morgen mal nach den Kontrollterminen, wenn das in Ordnung geht. Ich freue mich auf Ihre Nachricht. Liebe Grüße aus Nürnberg :)


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Liebe Patientin,   vielen Dank für Ihre ausführliche, sehr reflektierte Nachricht – und auch Ihnen ein gutes neues Jahr mit möglichst viel Ruhe, Stabilität und Gesundheit 🌱 Man spürt sehr deutlich, wie aufmerksam Sie Ihren Körper beobachten, gerade auch vor dem Hintergrund Ihrer letzten Erfahrungen.    Zunächst zu den guten Nachrichten: Der klinische Verlauf Ihrer Sinusitis unter Amoxicillin klingt insgesamt so, wie wir es uns wünschen. Dass es 2–3 Tage dauert, bis eine spürbare Wirkung eintritt, ist völlig typisch. Dass sich der Eiterfluss reduziert, die Kopfschmerzen nachlassen und die Nasenatmung langsam besser wird, spricht klar für ein Ansprechen auf das Antibiotikum. Dass nach drei Tagen noch Sekret kommt und die Stimme nasal ist, ist kein Zeichen des Versagens – die Schleimhäute brauchen oft deutlich länger zur Regeneration. Ich gehe daher auch davon aus, dass Ihr HNO-Arzt mit diesem Verlauf zufrieden sein wird.       Zur vaginalen Situation (der sensibelste Punkt)     Sie beschreiben das klassische Frühwarnsignal, das viele Frauen nach einer bereits erlebten bakteriellen Vaginose sehr gut kennen: leichtes Brennen, noch keine starken Symptome, ein pH-Wert, der leicht aus dem sauren Bereich driftet.   Ein pH von 4,7–5,0 ist:   noch keine manifeste bakterielle Vaginose, aber eine beginnende Verschiebung der Vaginalflora durchaus plausibel.     Und ja: Ihre Einschätzung ist richtig – systemische Antibiotika wie Amoxicillin reduzieren leider auch die Döderlein-Flora, selbst wenn man sie lokal zuführt. Das heißt nicht, dass die Zäpfchen sinnlos sind, aber sie können während der Einnahme nur begrenzt gegensteuern.       Was ich an Ihrer Stelle / an Stelle Ihrer Frauenärztin tun würde     Sehr strukturiert und ohne Übertherapie:   1. Morgen unbedingt ansprechen (das ist genau richtig). In der 34. SSW ist man zu Recht aufmerksam.   2. Gynäkologische Untersuchung mit:   pH-Messung in der Praxis Abstrich + Mikroskop (Nativpräparat) → das ist schnell, schmerzlos und gibt sofort Klarheit:   Döderlein vorhanden? Clue Cells? vermehrte Kokken? Hinweise auf Pilz?       3. Wenn im Mikroskop unauffällig oder nur leicht verschoben: 👉 Beobachten, Amoxicillin regulär zu Ende nehmen, 👉 Döderlein weiter 1× täglich abends, 👉 keine zusätzliche Säuretherapie im Moment (das könnte eher reizen).   4. Nur wenn tatsächlich eine bakterielle Vaginose diagnostiziert wird: Dann – und nur dann – gezielt behandeln (schwangerschaftsgerecht). Ein „prophylaktisches“ Gegenantibiotikum würde ich nicht empfehlen.       Ganz wichtig: Sie machen nichts falsch     Ein einzelner pH-Wert ist keine Diagnose Ihr Körper ist gerade durch Infekt + Antibiotikum + fortgeschrittene Schwangerschaft maximal gefordert Dass Darmflora und Vaginalflora gleichzeitig reagieren, ist sehr typisch     Der Durchfall passt gut zur antibiotischen Wirkung auf die Darmflora – auch hier gilt: unangenehm, aber meist vorübergehend. Falls Ihre Frauenärztin es sinnvoll findet, kann man später (nach Antibiotikaende) auch über ein orales Probiotikum sprechen – jetzt während der Therapie bringt das oft wenig.       Mein Fazit für Sie     Bitte nichts überstürzen Amoxicillin zu Ende nehmen Morgen abklären, nicht spekulieren Sehr wahrscheinlich ist das eine reversible, milde Dysbiose, keine „erneute große Baustelle“     Ich finde es sehr gut, wie umsichtig Sie handeln – nicht ignorierend, aber auch nicht panisch. Schreiben Sie mir sehr gerne nach den Terminen morgen, das ist völlig in Ordnung.   Herzliche Grüße nach Nürnberg Ihr Dr. Friedrich Gagsteiger


the.flower

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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, herzlichen Dank für die schnelle Antwort und die hilfreichen Infos vorab zu meinen Arztbesuchen. So konnte ich konkret nachfragen :) Der HNO-Arzt war mit dem Fortschritt meiner Nase und Nebenhöhlen zufrieden. Man sieht, dass Amoxicillin anschlägt. Allerdings sitzt ganz oben in der Nase noch immer Eiter und die Schleimhäute sind noch sehr angeschwollen. Ich soll deshalb das Antibiotikum auf jeden Fall noch weiter nehmen, weiter Nasendusche und Salzwassernasenspray und ein Nasenspray mit Kortison (Budes Nasenspray 50 Mikrogramm/Sprühstoß) (morgens und abends je 1 Spritzer pro Nasenloch) nehmen, damit die Schleimhäute abschwellen und der Eiter besser abfließen kann und in 1 Woche noch einmal zur Kontrolle kommen. Dann sollten Eiter und Entzündung ganz weg sein. Etwas gestört hat mich daran, dass er selbst sagte, dass Kortison Wehen auslösen kann. Im nächsten Satz kam dann, dass das aber in dieser Dosis nichts machen dürfte, denn es wäre ja schön, wenn es so einfach wäre, Wehen zu provozieren. Ein Baby, das nicht bereit ist, wird davon auch nicht zur Welt kommen. So drückte er es aus. Als ich das Spray in der Apotheke abholte, war die Apothekerin etwas irritiert und sagte, dass im Beipackzettel steht, es sei in der Schwangerschaft nicht erlaubt. Ich sollte lieber mal noch mit meiner Frauenärztin Rücksprache halten. Das habe ich dann auch gemacht als ich sowieso zur Schwangerenvorsorge dort war. Sie sagte, ich kann das Spray nehmen. Das CTG  wurde allerdings erst nach dem Ultraschall gemacht und innerhalb der ca. 15 (20?) Minuten hat es zwei Wehen aufgezeichnet, die die Ärztin auch im Mutterpass notiert hat und gesagt hat, ich soll langsam machen und ruhig ein bisschen mehr Magnesium weiter nehmen. Eine der beiden Wehen habe ich auch etwas gespürt. Ansonsten war das CTG aber o.B. Im Nachhinein frage ich mich jetzt, ob ich dann wirklich ein Kortison-Nasenspray nehmen sollte? Oder kann das eigentlich wirklich nichts auslösen? Und ist es normal, dass das CTG in der 34. (fast 35.) Schwangerschaftswoche schon etwas Wehen aufzeichnet oder nicht so gut? Der Muttermund ist aber geschlossen und sonst war auch beim Baby nichts auffällig. Die kleine Maus ist bei ca. 2400g und 47cm. Laut der Ärztin geht es ihr gut. Sie hat zum Glück gut zugenommen obwohl ich in den letzten zwei Wochen 1 kg abgenommen habe, weil ich durch Influenza und diese Bakterien überhaupt keinen Appetit hatte. Die für mich beste Nachricht ist, dass sie sich doch noch gedreht hat und nicht mehr in Beckenendlage, sondern in Schädellage liegt! Jaaaa!!! :) Über Influenza, die eitrige Nebenhöhlenentzündung, das Antibiotikum und die von mir dadurch vermutete leichte Dysbalance der Vaginalflora habe ich ihr berichtet. Sie hat daraufhin genau geschaut. Der pH-Wert war auch bei mir etwa 4,7. Ich scheine ihn gestern also richtig selbst bestimmt zu haben. Unter dem Mikroskop waren nur wenige Milchsäurebakterien zu sehen, aber keine Entzündungszellen. Sie meinte, es sieht nach einer leichten Dysbalance aus, aber noch kein Pilz oder Bakterien. Ich soll Döderlein weiter nehmen und sie hat mir für anschließend ans Antibiotikum noch Gynoflor verschrieben. Sollte ich merken, dass es mehr kippt, soll ich früher wieder kommen, sonst in zwei Wochen. Abstrich hat sie aber keinen gemacht. Klingt das sinnvoll? Ansonsten war alles o.B. (Urin usw.). Ein kleines Blutbild hat sie noch machen lassen nachdem ich den halben Dezember krank war und den Ringelrötelntiter. Unser Sohn hatte nämlich Anfang Dezember einen Ausschlag im Gesicht. Wir waren damals beim Kinderarzt und ich glaube leider, dass da eine Fehldiagnose gestellt wurde. Er hatte nämlich eine einzige Aphte im Mund, sonst nichts. Da im Kindergarten gerade Hand-Fuß-Mund rumging, diagnostizierte sie das bei ihm. Er hat danach aber keine weiteren Bläschen, kein Fieber und gar nichts bekommen. Er war absolut fit und hat sogar besonders gut gegessen, vermutlich holte er da gerade von seinem Magen-Darm-Virus auf, den er vorher hatte. Das fand ich merkwürdig für ein angebliches Hand-Fuß-Mund und fragte mich dann eher, ob es auch Ringelröteln sein könnten. Das wäre nicht so gut, weil ich dagegen keine Immunität habe. Aber vielleicht war es auch einfach ein Ausschlag von etwas ganz anderem. Darf ich mich melden, falls beim Blutbild irgendwas auffällig ist oder ich das Gefühl habe, die Vaginalflora kippt noch mehr? Haben Sie sonst noch etwas anzumerken? :) Freu mich auf Ihren Rat. Liebe Grüße aus dem verschneiten Nürnberg :) Unser Sohn war heute so glücklich, dass Papa mit ihm Schlittenfahren gehen konnte :)


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Tag,   vielen Dank für Ihre ausführliche und sehr reflektierte Rückmeldung – man spürt, wie aufmerksam Sie Ihren Körper und Ihre Schwangerschaft begleiten. Ich gehe die Punkte gern mit Ihnen durch. 1. Kortison-Nasenspray (Budesonid) in der Schwangerschaft Ihre Verunsicherung ist absolut nachvollziehbar, vor allem durch die unterschiedlichen Aussagen von HNO-Arzt, Apotheke und Gynäkologin.   Die gute Nachricht zuerst: Ein lokal angewendetes Kortison-Nasenspray mit Budesonid in niedriger Dosierung gilt in der Schwangerschaft – auch im 3. Trimenon – als gut untersucht und sicher.   Warum das so ist:   Budesonid wirkt lokal in der Nasenschleimhaut die systemische Aufnahme ist minimal die tatsächlich im Blut ankommende Kortisonmenge ist um ein Vielfaches niedriger als bei Tabletten oder Infusionen Budesonid ist sogar das am besten untersuchte inhalative Kortison in der Schwangerschaft   Der Satz des HNO-Arztes war medizinisch etwas unglücklich formuliert, inhaltlich aber korrekt: 👉 Mit dieser Dosierung lassen sich keine relevanten Wehen provozieren. Wenn Kortison in dieser Form zuverlässig Wehen auslösen würde, hätten wir ein sehr einfaches geburtshilfliches Instrument – haben wir aber nicht.   Mein klares Fazit: ✔️ Das Spray dürfen und sollten Sie nehmen, damit:   die Schleimhäute abschwellen der Eiter abfließen kann die Entzündung vollständig ausheilt → denn eine persistierende eitrige Sinusitis ist für Sie und indirekt auch fürs Baby belastender als das Spray.         2. CTG mit zwei Wehen in der 34.–35. SSW – ist das normal?     Ja – das ist absolut im Rahmen.   In dieser Schwangerschaftswoche sind:   Übungswehen (Braxton-Hicks) gelegentliche, unregelmäßige Kontraktionen CTG-Ausschläge ohne Zervixveränderung     👉 völlig normal, vor allem:   nach Infekten bei Erschöpfung bei Dehydratation bei Magnesiumbedarf     Wichtige Entwarnungszeichen bei Ihnen:   Muttermund geschlossen CTG sonst unauffällig Sie haben nur eine der beiden Wehen gespürt kein regelmäßiges Muster     Die Empfehlung:   etwas Tempo rausnehmen Magnesium weiter einnehmen ist genau richtig – nicht mehr, nicht weniger.         3. Gewicht, Wachstum & Lage des Babys     Das ist wirklich eine sehr schöne Nachricht:   ca. 2400 g und 47 cm → exzellentes Wachstum Gewichtszunahme des Babys trotz Ihrer Erkrankung Schädellage! 🎉 → das ist in dieser Phase wirklich Gold wert     Dass Sie selbst etwas Gewicht verloren haben, ist nach Influenza + bakterieller Infektion nicht ungewöhnlich und kein Problem, solange:   das Baby gut wächst (tut es!) Sie jetzt langsam wieder Appetit entwickeln         4. Vaginalflora, pH-Wert & Vorgehen     Das Vorgehen Ihrer Frauenärztin ist sehr differenziert und sinnvoll.   Ihre Befunde sprechen für:   leichte Dysbalance keine Entzündung keinen Pilz keine bakterielle Vaginosen-Typik     Der pH von ~4,7 ist:   leicht erhöht aber noch nicht pathologisch     Die Strategie:   Döderlein weiter Gynoflor im Anschluss ans Antibiotikum kein sofortiger Abstrich engmaschige Selbstbeobachtung     👉 Das ist absolut leitliniengerecht. Ein Abstrich ohne Symptome und ohne Entzündungszellen hätte aktuell keinen Zusatznutzen.   Sehr gut, dass Sie sensibel auf Veränderungen achten – genau so soll es sein.       5. Ringelröteln-Sorge     Ihre Überlegungen sind medizinisch sehr klug, aber:   der Verlauf Ihres Sohnes passt nicht typisch zu Ringelröteln keine klassische Ausbreitung kein Krankheitsgefühl keine typische zeitliche Dynamik     Dass Ihre Ärztin den Parvovirus-B19-Titer bestimmt hat, ist trotzdem absolut richtig – das bringt jetzt Klarheit und Sicherheit.       6. Darf ich mich melden, wenn …?     Ganz klar: Ja, unbedingt.   Bitte melden Sie sich:   bei auffälligem Blutbild bei Veränderung von Ausfluss, Jucken, Brennen bei Unsicherheit oder Bauchgefühl oder einfach, wenn Sie eine Einordnung brauchen     Sie machen das sehr umsichtig – und genau so soll gute Schwangerschaftsbegleitung aussehen.       Mein Gesamteindruck     Medizinisch gesehen:   sehr gute Betreuung sinnvolle Entscheidungen keine roten Flaggen ein Baby, dem es offensichtlich gut geht     Und menschlich:   Sie haben enorm viel weggesteckt in den letzten Wochen Infekte, Sorgen, Schlafmangel und trotzdem so aufmerksam reagiert     Dass Ihr Sohn heute glücklich Schlitten gefahren ist, ist fast sinnbildlich dafür, dass sich gerade vieles wieder sortiert❄️🛷 Herzliche Grüße aus Ulm ins verschneite Nürnberg und weiterhin gute Besserung 🌷


the.flower

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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, herzlichen Dank für Ihre so freundliche, ausführliche und hilfreiche Antwort. Sie sind mir wirklich eine große Hilfe und ich schätze es sehr, dass Sie selbst an Feiertagen Fragen beantworten. Sie sind wirklich tip top! :) Und das meine ich ganz ehrlich!  Ihre Antwort zum Budes Nasenspray hat mich sehr beruhigt und ich nehme es jetzt guten Gewissens wie verordnet. Meine Nase und Nebenhöhlen werden jeden Tag besser. Das Antibiotikum habe ich gestern zu Ende genommen und erhole mich jetzt langsam von Influenza und eitriger Nebenhöhlenentzündung. In der Hoffnung dass uns der Kindergarten ab morgen nicht gleich wieder den nächsten Infekt bringt… seit Dezember geht das fast pausenlos so. Wir haben jetzt deshalb überlegt, ob wir unseren Sohn zwei Wochen vor und zwei Wochen nach ET zu Hause lassen. So schade es für ihn ist, aber ich kann nicht in dem Zustand, in dem ich die letzten zwei Wochen war, entbinden und ich möchte auch kein Neugeborenes mit einem dieser heftigen Infekte… Ich würde Sie gerne etwas fragen, weil es mir vom Bauch her heute nicht gut geht. Die letzten Tage spüre ich immer wieder unregelmäßig leichte Wehen (35. Schwangerschaftswoche). Es zieht wie zur Periode, aushaltbar, aber unangenehm. Aber nicht dramatisch. Seit heute Morgen habe ich dauernd Bauchschmerzen, die gefühlt aber eher vom Darm kommen. Ich hatte auch Durchfall, aber der Bauch tut immer wieder weh. Ich habe mich sogar eine ganze Zeit lang hingelegt, weil es krampfartig ist und habe auch noch nichts gegessen heute. Im Liegen in Ruhe wurde es dann langsam etwas besser, aber es ist nicht weg. Ich frage mich, ob auch das von der zerstörten Darmflora kommt? Ich hatte vom HNO-Arzt aber zum Antibiotikum Mutaflor verschrieben bekommen. Sollte ich es mal mit OmniBiotic Panda probieren, das ja extra für Schwangere ist? Auch schon alleine, weil eine gute Darmflora ja auch während der Geburt fürs Baby gut ist? Ich hoffe, das sind keine Vorboten, dass es schon bald losgeht. Soweit ich gehört habe, kann so etwas auch Vorbote zur Geburt sein? Normalerweise legen sich Bauchschmerzen nach dem Durchfall ja schnell komplett, aber jetzt fühlt es sich eher so an, als würden sie so lange weiter gehen bis mein Darm komplett geleert ist. Die kleine Bauchbewohnerin spüre ich sehr aktiv wie immer :) Die Vaginalflora ist übrigens momentan zumindest stabil. Leichte Dysbalance, aber ich habe noch nicht das Gefühl, dass es schlechter geworden ist. Gestern habe ich nach drei Tagen pH-Wert gemessen und er ist weiterhin bei 4,7 und es brennt leicht. Ich habe sehr viel Ausfluss (ohne Slipeinlage geht nichts) und er wird auch immer mehr, er riecht aber normal. Ich denke, die Menge kommt eher von der fortgeschrittenen Schwangerschaft? Ich führe jetzt im Wechsel einen Tag abends Döderlein und einen Tag abends Gynoflor ein. Ist das sinnvoll? Haben Sie noch etwas anderes anzumerken? Das Ergebnis vom kleinen Blutbild von der Frauenärztin habe ich noch nicht (ich denke morgen). Ich freue mich wieder sehr auf Ihren Rat! Dankeschön, dass Sie mir in diesen etwas steinigen letzten Wochen der Schwangerschaft so viel guten Rat geben :) Da fühle ich mich nicht so allein gelassen :) Aber hoffentlich nerve ich Sie nicht... Herzliche Grüße aus Nürnberg nach Ulm :)


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Liebe Patientin, vielen Dank für Ihre warmen Worte – sie haben mich ehrlich berührt. Und nein: Sie nerven ganz und gar nicht. Im Gegenteil. Gerade in solchen Phasen soll man fragen dürfen. 🌿 1. Bauchschmerzen, Durchfall, „Darmziehen“ in der 35. SSW   Das, was Sie beschreiben, passt sehr gut zu einer Darmreaktion – und weniger zu echten geburtswirksamen Wehen. Warum der Darm gerade jetzt so reagiert: Antibiotikum beendet → Darmflora ist aktuell instabil Influenza + Infektbelastung → Stress für vegetatives Nervensystem Spätschwangerschaft → Darm ist mechanisch verdrängt und reagiert empfindlicher Progesteron + Infekt → veränderte Darmmotilität 👉 Typisch für Darmkrämpfe: krampfartig wellenförmig Besserung in Ruhe/Liegen Durchfall oder „Entleerungsgefühl“ Ziehen wie bei der Periode (das täuscht häufig Wehen vor)   Dass es nicht sofort komplett weg ist, sondern „so lange zieht, bis der Darm leer ist“, spricht sehr für den Darm.   2. Sind das Vorboten der Geburt?   Kurz und ehrlich: 👉 Nein, das klingt nicht nach Geburtsbeginn. Gegen Geburtsbeginn spricht:   keine regelmäßigen, zunehmenden Kontraktionen keine klare Rhythmik Besserung in Ruhe Darmbeschwerden im Vordergrund Kind ist sehr aktiv (sehr gutes Zeichen!)   Was Sie spüren, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit: Übungswehen / Senkwehen (in der 35. SSW völlig normal) ein gereizter Darm, der diese Schmerzen „überlagert“   Echte Geburtswehen werden regelmäßig, stärker, länger – und hören durch Hinlegen nicht auf.   3. Darmflora: Mutaflor vs. OmniBiotic Panda   Sehr gute und kluge Frage 👍   Mutaflor enthält E. coli Nissle medizinisch wirksam gut nach Antibiotika kann aber anfänglich Blähungen / Bauchkrämpfe machen   OmniBiotic Panda speziell für Schwangere & Stillzeit sanfter mehrere Lactobacillus- und Bifidostämme oft besser verträglich, wenn der Darm gerade „nervös“ ist   👉 Mein Vorschlag für Sie jetzt:   Sie dürfen problemlos auf OmniBiotic Panda wechseln oder:   Mutaflor pausieren Panda 1× täglich (am besten nüchtern oder abends)   Beides ist absolut vertretbar – hören Sie auf Ihr Bauchgefühl (im wörtlichen Sinn). Und ja: ✔️ Eine stabile Darmflora unterstützt das kindliche Mikrobiom bei der Geburt ✔️ Gerade nach Infekten sinnvoll   4. Vaginalflora, Ausfluss, pH-Wert Was Sie schildern, klingt beruhigend.   pH 4,7 → im Normbereich kein unangenehmer Geruch Brennen nur leicht sehr viel Ausfluss → in der späten Schwangerschaft absolut typisch     Der zunehmende Ausfluss kommt durch:   stärkere Durchblutung hormonelle Schleimhautaktivität vermehrte Drüsentätigkeit   Döderlein + Gynoflor im Wechsel 👉 Ja, das ist sinnvoll.   Döderlein: Stabilisierung Gynoflor: zusätzliches Estriol + Lactobazillen Solange: kein starkes Brennen kein Juckreiz kein unangenehmer Geruch … ist dieses Vorgehen sehr gut gewählt.   5. Kindergartenpause für Ihren Sohn Ich finde Ihre Überlegung sehr nachvollziehbar und verantwortungsvoll.   Zwei Wochen vor und nach ET:   reduziert Infektstress massiv schont Sie, die Geburt und das Wochenbett schützt das Neugeborene in einer extrem vulnerablen Phase   Für ein Kleinkind ist das emotional gut auffangbar – für eine erschöpfte Mutter und ein Neugeborenes kann es entscheidend sein.   👉 Das ist keine Übervorsicht, sondern Fürsorge.   6. Was Sie jetzt konkret tun können   Heute / nächste Tage:   viel trinken (kleine Schlucke) leichte Kost (Banane, Reis, Zwieback, Suppe) Wärme auf den Bauch Ruhe ohne schlechtes Gewissen Probiotikum (gerne OmniBiotic Panda)   Wann Sie bitte ärztlich kontrollieren lassen sollten:   wenn Schmerzen zunehmend und regelmäßig werden wenn Wehen nicht im Liegen nachlassen bei Fieber bei vaginaler Blutung bei deutlich verminderten Kindsbewegungen Aktuell sehe ich keinen Alarm, sondern einen Körper, der sich nach Infekt und Antibiotikum wieder sortiert. Liebe Patientin, Sie machen das sehr umsichtig, sehr reflektiert und mit viel Körpergefühl. Dass diese letzten Schwangerschaftswochen „steinig“ sind, ist leider oft so – aber Sie sind nicht allein damit. Herzliche Grüße aus Ulm nach Nürnberg 🌷 Ihr Dr. Friedrich Gagsteiger


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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, schon wieder ich… Entschuldigung! Danke, dass ich immer nachfragen darf und Sie mir mit Ihrer großen Erfahrung und Ihrem großen Fachwissen so viel und schnell antworten. Das ist für mich so toll :) Ich habe schon wieder zwei Nachfragen, weil zwei Blutwerte im Blutbild nicht so gut waren und ich das Gefühl habe, die Scheidenflora kippt gerade doch mehr. Zuerst das Positive: Meinem Darm geht es wieder besser. Ich kann wieder mehr essen. Das Gefühl der Übungs- oder Senkwehen bleibt, aber sie sind unregelmäßig, mal gehen sie für einige Stunden ganz weg, dann kommen sie wieder und eher wie leichte Periodenschmerzen. Ich habe das Mutaflor weggelassen und in der Apotheke OmniBiotic Panda bestellt. Ich kann es morgen abholen und hoffe, ich vertrage das besser. Die Apothekerin meinte auch, dass es Mutaflor schon seit Kriegszeiten gibt, es aber mittlerweile bessere Probiotika gibt wie eben OmniBiotic. Im Mutaflor steht als Nebenwirkung auch Durchfall. Vielleicht ist mein Darm durch Beenden vom Antibiotikum und fortgeschrittene Schwangerschaft auch gerade sehr sensibel, wie Sie selbst schreiben. Ich kenne momentan fast nur den Zustand Durchfall oder Verstopfung. Und es fühlt sich auch wirklich nach wenig Platz durch die kleine Bauchbewohnerin an, auch für den Darm und die Blase. Wenn sie nicht gerade direkt auf die Blase boxt, dann liegt sie zumindest so drauf, dass ich ständig Wasserlassen muss, auch nachts und dann liege ich danach wach im Bett, es wird gestrampelt und ich kann nicht schlafen. Durch ihre Größe und ihr Gewicht drückt sie auch zunehmend richtig nach unten wenn ich (im Entengang) laufe. Aber das ist ja leider so am Ende der Schwangerschaft normal. Nun zu meinen eigentlichen Sorgen. Es brennt seit heute mehr in der Scheide und der Ausfluss wird noch mehr. Ich habe deshalb wieder einen pH-Test gemacht: 5,5. Was würden Sie jetzt tun? Gleich zur Frauenärztin? Erstmal abwarten und Döderlein und Gynoflor weiter nehmen?  Und zweite Frage die Blutwerte betreffend: Hämoglobin war zu niedrig und die Leukozyten zu hoch.  Hämoglobin: 10,5 Leukozyten: 12,2 Alle anderen Werte innerhalb der Norm: Thrombozyten, Erythrozyten, Hämatokrit, MCV, MCHC, MCH, Ery.Verteilbreite, Par. B19-IgG- und IgM-AK, Toxoplasmose-IgG und -IgM, Hubs-Antigen. Also auch keine Ringelröteln zum Glück. Woher können das Hämoglobin und die Leukozyten kommen? Von Influenza und eitriger Nebenhöhlenentzündung? Die Blutentnahme erfolgte an dem Tag, an dem ich das Antibiotikum seit 3 Tagen nahm und der HNO-Arzt eine deutliche Besserung sah. Es war nur noch Eiter ganz oben in der Nase sichtbar. Kann das so einen Einfluss auf die beiden Werte gehabt haben? Würden Sie etwas vorschlagen? Auch bräuchte ich noch die Keuchhustenimpfung vor der Geburt. Die Zeit läuft in der 35. Schwangerschaftswoche gefühlt so etwas davon. Beim letzten Termin wollte die Frauenärztin es aufs nächste Mal schieben, weil die eitrige Nebenhöhlenentzündung ja noch nicht vollständig verheilt war. Würde jetzt wieder etwas dagegen sprechen? Das nächste Mal wäre in Schwangeeschaftswoche 37. Wird es da nicht langsam knapp? Der Körper braucht ja auch noch Zeit, Antikörper zu bilden? Danke für Ihr Verständnis und Ihre nette Hilfe und dafür, dass Sie mich nicht alleine lassen :) Herzliche Grüße vom verschneiten Nürnberg nach Ulm :)


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Abend,   bitte entschuldigen Sie sich überhaupt nicht. Gerade am Ende der Schwangerschaft, nach Infekt, Antibiotikum und mit einem sehr sensiblen Körper. Ich antworte Ihnen gern und Schritt für Schritt 🌷 Und herzliche Grüße zurück ins verschneite Nürnberg – Ulm ist heute ähnlich winterlich.       1. Scheidenbrennen + pH 5,5 – was jetzt tun?       Einordnung     Ein pH von 5,5 ist in der Schwangerschaft klar erhöht Das Brennen + vermehrter Ausfluss sprechen tatsächlich für eine Dysbalance der Vaginalflora Nach Antibiotikum, Infekt, Stress und Schwangerschaftshormonen ist das leider sehr häufig     👉 Das ist ernst zu nehmen, aber kein Notfall.     Was ich jetzt konkret tun würde     Sofern kein starker Juckreiz, kein übler Geruch und keine Schmerzen bestehen:   Gynoflor® weiternehmen (wegen der Östrogenkomponente sehr sinnvoll) Döderlein vaginal weiterführen   abends insgesamt 7–10 Tage   Kein weiteres Experimentieren (keine neuen Produkte, keine Intimspülungen)     📌 Aber: Wenn   das Brennen zunimmt, der Ausfluss grünlich / gelblich / übelriechend wird oder der pH trotz Therapie > 5 bleibt,     👉 dann bitte zeitnah zur Frauenärztin für:   Abstrich (Bakterien + Pilze) ggf. gezielte Therapie     💡 In der Schwangerschaft bin ich eher frühzeitig kontrollierend als abwartend.       2. Darm & OmniBiotic Panda – sehr gute Entscheidung     Sie beschreiben Ihren Körper extrem treffend. Was Sie erleben, ist eine klassische Dreifachbelastung:   Post-Antibiotikum hochschwanger (Platzmangel, Progesteron!) Infekt + Stress     👉 Dass Durchfall und Verstopfung sich abwechseln, ist leider typisch.     Zu Mutaflor vs. OmniBiotic     Die Apothekerin hatte recht:   Mutaflor (E. coli Nissle) ist historisch wertvoll, aber nicht für jeden Darm gut verträglich OmniBiotic Panda ist:   sanfter schwangerschaftstauglich häufig besser verträglich       👉 Starten Sie einschleichend:   ½ Beutel für 2–3 Tage dann ggf. steigern         3. Blutwerte: Hb 10,5 & Leukozyten 12,2       Hämoglobin 10,5 g/dl     ➡️ Leichte Schwangerschaftsanämie, sehr häufig!   Ursachen:   Verdünnungseffekt (mehr Plasma) Eisenverbrauch durch das Kind evtl. reduzierte Aufnahme durch Darmprobleme     👉 Nicht dramatisch, aber beobachtungswürdig.   Mein Vorschlag:   Ferritin bestimmen (falls noch nicht erfolgt) falls niedrig: → Eisen sanft ergänzen (z. B. jeden 2. Tag, nicht täglich)         Leukozyten 12,2     ➡️ Völlig erklärbar und unbedenklich in Ihrer Situation.   Mögliche Gründe:   Influenza eitrige Nebenhöhlenentzündung Schwangerschaft selbst (!)     💡 In der Schwangerschaft sind Werte bis 15–16 durchaus normal.   👉 Dass die Blutentnahme unter laufender Antibiotikatherapie erfolgte, erklärt das sehr gut.   ➡️ Kein Hinweis auf etwas Gefährliches.       4. Keuchhusten-Impfung (Pertussis) – wichtige Frage!     Sie denken völlig richtig 👏     Empfehlung     Optimal: zwischen SSW 28–32 Spätestens aber bis SSW 36     ➡️ In SSW 37 ist es noch möglich, aber wirklich die letzte sinnvolle Gelegenheit.     Nach Infekt / Antibiotikum?     Eine abgeklungene Nebenhöhlenentzündung spricht NICHT dagegen Kein Problem, wenn:   kein Fieber Allgemeinzustand stabil       👉 Ich würde nicht weiter warten.   📌 Der Körper braucht ca. 2 Wochen, um Antikörper zu bilden – deshalb ist jetzt der richtige Moment.       5. Zu den Senk-/Übungswehen & dem Druckgefühl     Was Sie schildern:   unregelmäßig wechselnd eher ziehend wie Periodenschmerz Druck nach unten beim Gehen     ➡️ Das passt sehr gut zu Senkwehen + Platzmangel.   ⚠️ Alarmzeichen wären:   regelmäßige, schmerzhafte Wehen Blutung Fruchtwasserabgang     Das beschreiben Sie nicht – das beruhigt.       Zusammenfassung – mein klarer Rat 💛     Vaginal:   Döderlein + Gynoflor fortführen bei Verschlechterung → Abstrich   Darm:   OmniBiotic Panda langsam einschleichen   Blutwerte:   Hb leicht niedrig → Ferritin prüfen Leukozyten erklärbar → kein Grund zur Sorge   Impfung:   Pertussis jetzt oder in den nächsten Tagen machen   Und ganz wichtig:   Sie machen das großartig Ihr Körper arbeitet auf Hochtouren – das spüren Sie.   Herzliche Grüße Ihr Dr. Friedrich Gagsteiger


the.flower

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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, ich bin Ihnen einfach soooooo dankbar! :) Was Sie leisten, geht wirklich über Ihren Job hinaus! Und das noch mit so viel Verständnis zu tun und mir dabei Mut zuzusprechen, ist echt lieb :) Ich habe alles genau so gemacht wie Sie vorgeschlagen haben. Das OmniBiotic Panda habe ich vorsichtig eingeschlichen (morgens nüchtern erstmal nur 1/2 Beutel) und gut vertragen, also keine Bauchschmerzen und Durchfall gehabt. Aber gerade ist mein Darm schon wieder ganz träge und im Verstopfungsmodus.  Meine größte Sorge bleibt leider die Vaginalflora. Es nervt mich von meinem Körper, dass er auf Antibiotika immer so sensibel reagiert. Und das ausgerechnet jetzt 5 Wochen vor ET. Das Brennen in der Scheide wird trotz Döderlein und Gynoflor im Wechsel nicht besser, eher mehr. Es brennt auch beim Wasserlassen. Ich sehe wegen meiner dicken runden Kugel leider nicht mehr selbst die Scheide. Mein Mann sagt, für ihn sieht sie gerötet aus. Er will, dass ich es lieber abklären lassen soll. Ich glaube, er fürchtet sich etwas vor einem vorzeitigen Blasensprung, zu dem eine bakterielle Vaginose ja führen kann und ich hatte in der 1. Schwangerschaft schon einen mitten in der Nacht beim Aufstehen in der 38. Schwangerschaftswoche. Der pH-Wert wird gerade auch schlechter, heute 5,8. Der Ausfluss riecht aber nicht direkt übel, ist aber grünlicher als normal. Die Praxis meiner Frauenärztin ist ausgerechnet jetzt die nächste Woche geschlossen. Direkt danach habe ich sowieso wieder Termin. Jetzt weiß ich nicht recht, ob ich so lange warten soll? Oder lieber am Montag zur Vertretung falls ich da überhaupt so schnell einen Termin bekomme? Vielleicht wird es als Notfall gesehen, wenn ich sage, dass ich 35. (fast 36.) Schwangerschaftswoche bin und die Vaginalflora nicht passt. Ab Montag schaut meine Hebamme auch einmal wöchentlich nach mir, weil sie mir geburtsvorbereitende Akupunktur macht. Ich fürchte nur, dass sie mit der Vaginalflora nur bedingt helfen kann, weil sie ja keinen Abstrich machen kann. Oder kann sie mir da helfen? Auch Ferritin ist nicht bestimmt worden. Ich nehme gerade nur das Eisen, das im Femibion 2 ist, aber das ist doch zu wenig bei einem Hämoglobin von 10,5?  Würden Sie eine bakterielle Vaginose eher vaginal mit Antibiotika behandeln oder oral? Wovon hängt das ab? Oder sogar erst ein Abstrichergebnis abwarten? Und inwiefern ist die Estriolkomponente eigentlich förderlich für die Vaginalflora? Der Zusammenhang erschließt sich mir nicht. In der Schwangerschaft ist der Östrogenspiegel doch sowieso schon besonders hoch. Am Freitag habe ich es noch bei der Hausärztin probiert, die Keuchhustenimpfung zu bekommen um möglichst keine Zeit mehr zu verlieren. Ich habe die Situation erklärt und bekam als Antwort, es sollte lieber die Frauenärztin in einer Woche machen, wenn sie es für nötig hält, denn nach Impfpass war meine letzte Impfung erst 2022 (während meiner letzten Schwangerschaft) und dann wäre das zu bald. Aber das ist doch Unsinn, oder nicht? Ich habe es echt mit Argumenten probiert. Das hat mich so geärgert. Das ist doch sogar die Stiko-Empfehlung? Bin ich jetzt völlig am Holzweg? Ich will nicht bis Schwangerschaftswoche 37 warten. Unser Sohn kam auch eine Woche vor ET und außerdem kann mir keiner garantieren, dass wir dann nicht schon wieder den nächsten Kindergartenschnupfen haben. Jetzt sind wir gerade alle gesund. Meine Frauenärztin sagte mir, für den Nestschutz des Babys macht man das auf jeden Fall wieder, auch wenn es für mich selbst gerade noch nicht nötig wäre. Irgendwie bin ich jetzt überfragt, was ich am besten machen soll um das alles zu lösen. Die Hausärztin ist nicht kooperativ, die Frauenärztin nicht da und die Hebamme kann mir vermutlich auch nicht weiterhelfen. Darf ich Sie fragen, was Sie an meiner Stelle tun würden?  Danke für Ihr Verständnis :) Gerade sind wir von Freunden von Erlangen nach Nürnberg im Schneegestöber nach Hause gefahren und die Straßen sind ganz schön winterlich :) Verschneite Grüße aus dem Frankenland nach Ulm :)


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Liebe Maria,   erst einmal: Danke für Ihre unglaublich warmen Worte. 🌷 Man spürt beim Lesen sehr deutlich, wie aufmerksam, verantwortungsvoll und liebevoll Sie mit sich und Ihrem Baby umgehen – und gleichzeitig, wie sehr Sie diese Situation gerade nervlich fordert. Ich versuche, Ihnen jetzt ruhig, klar und praxisnah zu antworten – so, wie ich es mir an Ihrer Stelle selbst wünschen würde.       1️⃣ Vaginalflora:  Das ist aktuell der wichtigste Punkt       Ihre Symptome sprechen  nicht mehr nur für „Irritation“     zunehmendes Brennen, auch beim Wasserlassen Rötung, laut Ihrem Mann sichtbar pH 5,8 (deutlich zu hoch für die Schwangerschaft) grünlicher Ausfluss     ➡️ Das ist nicht typisch für eine reine Progesteron- oder Antibiotika-Nachwirkung. ➡️ Das spricht für eine relevante Dysbiose, evtl. bakterielle Vaginose oder Mischinfektion (z. B. Gardnerella ± andere Keime).     ❗ Und jetzt ganz wichtig:     In der 35.–36. SSW ist das kein Bagatellbefund, sondern abklärungsbedürftig.   Nicht panisch – aber bitte ernst nehmen.       2️⃣ Sollten Sie warten oder zur Vertretung gehen?     👉 Ich würde NICHT eine ganze Woche abwarten.   Meine klare Empfehlung: ➡️ Am Montag zur Vertretung (oder gynäkologischer Bereitschaftsdienst), mit dem Hinweis:   35./36. SSW, Brennen, erhöhter pH, grünlicher Ausfluss, V. a. bakterielle Vaginose.   Das wird in der Regel als dringlich gesehen.     Was dort unbedingt passieren sollte:     Vaginalabstrich pH-Kontrolle evtl. Schnelltest auf BV gezielte Therapieentscheidung         3️⃣ Hebamme – kann sie helfen?     Ihre Hebamme ist eine große Unterstützung, aber:   ❌ sie kann keinen Abstrich machen ❌ sie kann keine Antibiotikatherapie einleiten     ➡️ Sie kann:   pH kontrollieren Verlauf beobachten Sie begleiten     Aber die Diagnostik gehört jetzt ärztlich abgeklärt.       4️⃣ Antibiotika: vaginal oder oral?     Das hängt von 3 Dingen ab:   Erreger Stärke der Symptome Schwangerschaftswoche       Grundsätzlich:     Vaginal (z. B. Metronidazol vaginal): ✔️ bevorzugt bei leichter bis moderater BV ✔️ weniger systemische Belastung Oral: ✔️ bei ausgeprägten Symptomen ✔️ bei Rezidiven ✔️ bei Beteiligung der Harnröhre / Brennen beim Wasserlassen     ➡️ Ich würde – wenn möglich – den Abstrich abwarten, ABER: Bei starken Beschwerden darf man auch empirisch vaginal beginnen.       5️⃣ Estriol – warum hilft das der Vaginalflora?     Sehr gute, kluge Frage.     Kurz erklärt:     Estriol wirkt lokal es verdickt das Vaginalepithel mehr Glykogen → mehr Nahrung für Laktobazillen dadurch Senkung des pH     👉 Ja, systemisch ist der Östrogenspiegel hoch – 👉 lokal kann die Schleimhaut trotzdem „erschöpft“ oder gereizt sein, gerade nach Antibiotika.   ➡️ Deshalb ist Estriol trotz Schwangerschaft sinnvoll, wenn es lokal gegeben wird.       6️⃣ Darm & Verstopfung     OmniBiotic Panda vorsichtig einschleichen war genau richtig Verstopfung ist leider:   Eisen Progesteron Schwangerschaft       ➡️ Ergänzend sinnvoll:   viel trinken Magnesium (z. B. 150–300 mg abends) ggf. Flohsamenschalen sehr niedrig dosiert         7️⃣ Eisen / Ferritin     Hb 10,5 g/dl ist:   grenzwertig Ferritin sollte unbedingt bestimmt werden     Femibion allein reicht meist nicht.   ➡️ Ich würde:   Ferritin bestimmen lassen bei < 30–40 µg/l gezielt Eisen ergänzen (das erklärt auch die Verstopfung)         8️⃣ Keuchhustenimpfung – Sie haben völlig recht     Ganz klar: Sie liegen richtig.   STIKO empfiehlt die Pertussis-Impfung in JEDER Schwangerschaft unabhängig vom Impfstatus ideal: SSW 28–32, aber auch später absolut sinnvoll     ❗ Die Aussage „2022 war zu kurz her“ ist fachlich falsch.   ➡️ Ziel ist Nestschutz fürs Baby, nicht Ihr eigener Schutz.     Mein Rat:     Lassen Sie sich die Impfung bei der Vertretung oder einem anderen Arzt geben Sie müssen nicht bis SSW 37 warten gerade weil:   Ihr Sohn früh kam Kindergarteninfekte realistisch sind           🔑 Was ich an Ihrer Stelle tun würde (konkret):     1️⃣ Montag zur gynäkologischen Vertretung 2️⃣ Abstrich + pH + gezielte Therapie 3️⃣ Pertussis-Impfung organisieren (nicht weiter vertrösten lassen) 4️⃣ Ferritin bestimmen lassen 5️⃣ Vaginaltherapie erst anpassen, wenn der Befund da ist 6️⃣ Hebamme weiter einbinden – aber ergänzend, nicht ersetzend     Liebe Maria, Sie machen nichts falsch. Im Gegenteil: Sie handeln sehr reflektiert, informiert und verantwortungsvoll. Dass Ihr Körper auf Antibiotika sensibel reagiert, ist keine Schwäche, sondern eine bekannte biologische Reaktion – leider manchmal genau in den ungünstigsten Momenten. Ich bin gedanklich bei Ihnen – und wünsche Ihnen für heute Abend Wärme, Ruhe und ein bisschen Zuversicht. ❄️🤍   Verschneite Grüße zurück nach Franken Ihr Dr. Friedrich Gagsteiger


the.flower

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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, ich danke Ihnen genauso für Ihre unglaublich warmen Worte. Man spürt beim Lesen, wie gut Sie sich in andere Menschen hineinversetzen und wie sensibel Sie darauf reagieren können :) Das können viele Menschen nicht. Ihre fachlichen Informationen, Ihr Zuspruch und Ihre praxisnahe Empfehlung hat mich sehr darin bestärkt, heute genau das zu tun, wozu Sie mir geraten haben. Ich möchte Ihnen gerne schreiben, wie es heute gelaufen ist und vielleicht darf ich Ihnen die Fragen dazu stellen, die sich für mich jetzt ergeben. Ich habe bei der Vertretung meiner Frauenärztin angerufen, das Problem geschildert und durfte mich sofort auf den Weg machen. Die pH-Kontrolle hat 5,5 ergeben, also lag ich mit meinen Messungen der letzten Tage leider richtig. Im Mikroskop gab es massig Clue Cells. Dem Arzt zufolge handelt es sich um Bakterien, keine Pilze. Abstrich wurde gemacht und ins Labor geschickt, das Ergebnis kann aber leider ein paar Tage dauern. Ich habe jetzt schon ohne Abstrichergebnis Arilin Vaginalzäpfchen verschrieben bekommen. Ist das denn in der Schwangerschaft überhaupt sicher? Und wirkt das denn überhaupt sicher gegen die Bakterien, die ich habe? Das wird ja erst nach dem Abstrichergebnis klar sein. Ein Schnelltest auf BV wurde nicht gemacht. Was hätte man da testen können? Der Arzt meinte schon, es könnte sein, dass ich dann zusätzlich noch ein orales Antibiotikum brauche. Sie schrieben gestern, im Idealfall wartet man das Abstrichergebnis ab. Und würden Sie dann in der Zwischenzeit Döderlein und Gynoflor pausieren oder abends Arilin und morgens Döderlein und Gynoflor im Wechsel? Für den Ferritinwert wurde Blut abgenommen und die Keuchhustenimpfung habe ich bekommen. Jippie, geschafft! :) Heute hatte ich auch noch den zweiten Kontrolltermin beim HNO-Arzt wegen der eitrigen Nebenhöhlenentzündung und hatte gehofft, es ist jetzt wieder alles komplett im Lot. Im rechten Nasenloch ist ganz oben aber leider noch immer ein kleiner Eiterrest. Der Arzt sagte mir, die Eitermenge war auch wirklich massiv, in der Schwangerschaft dauert es einfach etwas länger, bis es ganz verheilt und meine rechte Nasenscheidewand ist auch etwas krumm, was den Eiter noch schlechter abfließen lässt. Ich spreche auch noch immer leicht nasal und spüre manchmal noch, wie die rechte Nasenschleimhaut anschwillt und ich dann weniger Luft bekomme. Also soll ich das Budes Kortison-Nasenspray weiterhin morgens und abends nehmen und Nasendusche fortsetzen. Ist das für Schwangere wirklich vertretbar, so lange Kortison-Nasenspray zu nehmen? Ich nehme es schon seit 1,5 Wochen und jetzt ja noch weiter. Oder wäre es sicherer, nur noch auf Meerwasser-Nasenspray umzusteigen? Ihre Ergänzung zur Verstopfung kann ich nur bestätigen. Ich merke, dass mein ganzes Verdauungssystem jetzt zum Ende der Schwangerschaft nicht mehr mitmacht (Verstopfung, Durchfall, Sodbrennen wechseln sich ab). Sie schlagen wegen der Verstopfung Magnesium vor. Meine Frauenärztin hat mir wegen der leichten Wehen, die das CTG ja auch gezeigt hatte, Magnesiocard verschrieben. Auf der Schachtel steht, dass 1 Beutel 121,5mg Magnesium als Magnesiumaspartat-hydrochlorid 3 H2O (1229,6mg), entsprechend 5 mmol enthält. Sie sagt, ich kann das ruhig 3 Mal täglich vor dem Essen nehmen. Ist das zu viel? Sie schreiben 150-300mg abends. Ich hatte von der letzten Schwangerschaft in Erinnerung, dass man Magnesium nicht bis zum Ende nehmen soll? Ich bin jetzt schon zu Beginn von Schwangerschaftswoche 36 angekommen. Und was wäre für Sie eine sehr niedrige Dosierung von Flohsamenschalen? Wie würden Sie sie einnehmen? Das Sodbrennen wird in den letzten Tagen auch immer schlimmer. Kaffee geht gar nicht mehr, Früchtetee nicht, selbst Kräutertee ging heute nicht. Schokolade lasse ich schon freiwillig weg. Ich konnte mich heute nachmittags nicht einmal aufs Sofa legen, weil es im Liegen gar nicht auszuhalten war, obwohl ich es schon mit zwei extra hohen Kissen probiert habe. Ich freue mich auf Ihre Antwort :) und schicke ganz herzliche Wintergrüße aus dem Glatteis-Nürnberg nach Ulm :)


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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guten Abend, vielen Dank für Ihre Worte. Umso schöner, wenn meine Einschätzung Ihnen Sicherheit gegeben hat. Gerne beantworte ich Ihre Fragen möglichst klar:   1. Bakterielle Vaginose (pH 5,5, Clue Cells)   Arilin® vaginal (Metronidazol) ist in der Schwangerschaft gut untersucht und als sicher einzustufen, auch bereits jetzt.   Es wirkt zuverlässig gegen die typischen BV-Keime. Dass der Abstrich noch aussteht, ist im Alltag üblich – bei klarem mikroskopischem Befund darf man sofort behandeln. Ein zusätzlicher Schnelltest (z. B. BV-Test auf Sialidase) wäre möglich gewesen, ist aber nicht zwingend nötig, wenn Clue Cells reichlich vorliegen.   Orales Antibiotikum: nur falls der Abstrich Keime zeigt, die lokal nicht ausreichend erfasst werden oder bei Persistenz der Beschwerden. Probiotika (Döderlein/Gynoflor): ➡️ Während der Arilin-Therapie pausieren, danach (z. B. ab dem Folgetag nach der letzten Zäpfchengabe) wiederaufbauen, nicht parallel.      2. Budesonid-Nasenspray bei Sinusitis   Ja, das ist in der Schwangerschaft gut vertretbar, auch über mehrere Wochen.   Budesonid ist das am besten untersuchte Kortison-Nasenspray in der Schwangerschaft. Die lokale Wirkung ist erwünscht, die systemische Aufnahme minimal. Ein reines Meerwasserspray allein wäre bei noch bestehendem Entzündungsrest nicht ausreichend.   ➡️ Bitte so fortführen wie empfohlen, plus Nasendusche.   3. Magnesium (Wehen + Verstopfung)   Ihr Magnesiocard®:   3× täglich = ca. 365 mg elementares Magnesium → das ist völlig im sicheren Bereich.   Dass man Magnesium „nicht bis zum Ende“ nehmen dürfe, ist ein alter Mythos. ➡️ In der 36. SSW ist Magnesium erlaubt und sinnvoll, v. a. bei Wehenneigung und Darmträgheit.   4. Flohsamenschalen – niedrig dosiert   Sehr sanft beginnen:   ½ Teelöffel (ca. 2–3 g) in großem Glas Wasser, abends, anschließend noch ein Glas Wasser.   Bei guter Verträglichkeit langsam steigern. Wichtig: Abstand zu Medikamenten (mind. 1–2 Std.).    5. Starkes Sodbrennen   Das, was Sie beschreiben, ist leider klassisch für die späte Schwangerschaft. Wenn Lagerung und Tees nicht mehr helfen, ist medizinisch sinnvoll:   Antazida (z. B. Hydrotalcit, Magaldrat) ggf. auch Pantoprazol – in der Schwangerschaft erlaubt, wenn nötig.   Hier darf (und sollte) man nicht „tapfer leiden“.   Zusammengefasst   Arilin vaginal: ja, sicher und richtig Probiotika: nach, nicht während der Antibiotikatherapie Budesonid-Nasenspray: weiternehmen Magnesium: Dosierung unproblematisch Flohsamen: sehr niedrig starten Sodbrennen: medikamentöse Hilfe erlaubt   Ich finde, Sie haben heute unglaublich viel geschafft – medizinisch und organisatorisch. Ganz herzliche Wintergrüße zurück aus Ulm nach Nürnberg (passen Sie auf dem Glatteis gut auf sich auf!) ❄️ Ihr Dr. Friedrich Gagsteiger


the.flower

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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, ich bedanke mich sehr für Ihre konkreten und klaren Antworten auf meine Fragen. Es tut mir leid, dass ich Sie gerade so oft um Rat frage, freue mich aber immer, wenn Sie sich meiner annehmen und heute kann ich Sie so arg brauchen. Seit heute fühlt es sich wieder so an, als würde irgendwie alles gleichzeitig schief gehen und das alles in der 36. Schwangerschaftswoche, also 4 Wochen vor Entbindung, wenn die Bauchbewohnerin sich noch genug Zeit lässt. Unser Sohn kam in der 38. Schwangerschaftswoche und man hört ja immer wieder, dass sich die Tendenz früher oder später zu entbinden, manchmal wiederholt. Ich fasse die Probleme kurz zusammen: Der Abstrich hat mehrere Keime ergeben, meine Symptome der BV sind noch nicht besser, der Ferritinwert passt auch nicht und ich hatte gestern Abend über etwa zwei Stunden wirklich regelmäßige schmerzhafte Wehen und dachte, es geht los. Dann war es plötzlich wieder vorbei. Die Praxis der Vertretung hat mir einen Rückruf vom Arzt bis Freitagmittag versprochen, aber nichts ist passiert und ich habe es ganz oft probiert, kam aber nicht mehr durch und jetzt geht nur noch der Anrufbeantworter ran, weil die Praxis bis Montag geschlossen ist. Ich fühle mich richtig allein gelassen. Und der Alptraum schlechthin: Unser Sohn hat zum 2. Mal Influenza A. Wohl den anderen Subtyp? Ich kann es mir nicht wirklich erklären, werde bald wahnsinnig. Vielleicht haben Sie einen guten Rat für mich… Jetzt der Reihe nach: Am Telefon von der MFA der Vertretung (Frauenarzt) habe ich am Morgen erfahren: Hämoglobin: 10,2 (bei Vertretung), vor 1 Woche 10,5 (bei meiner Frauenärztin) Ferritin: 24,5 (bei Vertretung) Erythrozyten: 3,81 (bei Vertretung), vor 1 Woche 4,02 (bei meiner Frauenärztin) Das wäre zu niedrig, der Arzt würde mich bis max. 12h zurückrufen, aber nichts ist passiert und ich rechne nicht mehr damit. Die Keime der BV sind: Gardnerella vaginalis, Proteus mirabilis, Klebsiella oxytoca, Resistenzprofil noch ausstehend, wahrscheinlich Montag. Auch dazu habe ich sonst aber keine weitere Rückmeldung vom Arzt bekommen. Ist Arilin gegen alle diese Keime überhaupt wirksam? Ich nehme es seit Montag, es brennt noch genauso, der Ausfluss ist noch immer grünlich, der pH-Wert ist bei meinen Messungen bei 5,5 – 5,8. Also keine Verschlechterung, aber auch keine Verbesserung. Die Wehen gestern Abend waren wirklich merkwürdig. Sie kamen zwei Stunden lang regelmäßig alle 10-12 Minuten und waren durchaus schmerzhaft für ungefähr 60 Sekunden. Ich habe ja die ganze Zeit schon unregelmäßige Übungs- und Senkwehen und das CTG vor 1 Woche hat auch 2 aufgezeichnet, aber gestern war jetzt doch schmerzhafter. Aber nach zwei Stunden war es wieder vorbei. Keine Blutung, kein Fruchtwasserabgang, kein Abgang vom Schleimpfropf. Dann können wir einfach abwarten, sagt mein Gefühl? Meine Hebamme war Anfang der Woche zur geburtsvorbereitenden Akupunktur da und hat die kleine Bauchbewohnerin abgetastet. Sie liegt weiterhin zum Glück in Schädellage, hat sich also NICHT zurück in BEL gedreht, sie schätzt sie auf 2500g, was ja auch zum Ultraschall der letzten Woche passen würde (etwa 2400g und 47cm). Sie hat mir auch gesagt, dass die kleine Maus zwar schon etwas ins Becken gerutscht ist, aber noch nicht ganz fest im Becken sitzt und ich deshalb bei vorzeitigem Blasensprung bis Schwangerschaftswoche 37+0 lieber liegend mit RTW ins Krankenhaus fahren sollte. Ich hoffe, das passiert nicht wieder, denn ich muss zugeben, dass ich unter den momentanen Umständen mit BV und den Wehen gestern Abend etwas Bammel davor habe, vor allem bei meiner Vorgeschichte mit dem wirklich filmreifen vorzeitigen Blasensprung unseres Sohnes in der 38. Schwangerschaftswoche in BEL mitten in der Nacht beim Aufstehen. Würden Sie das bei der jetzigen Schädellage genauso wie meine Hebamme handhaben? Ich dachte RTW gilt nur bei BEL. Im besagten Fall möchte ich natürlich nichts riskieren, aber auch nicht unnötigerweise einen RTW rufen. Am Montag ist meine Frauenärztin zum Glück wieder da und ich habe sowieso wieder Termin zur Schwangerenvorsorge. Soll ich so lange abwarten und mit Arilin weitermachen? Das sind aber sowieso nur 6 Zäpfchen, die ich am Montag begonnen habe, Samstagabend also das Letzte. Wäre es gut, mir einstweilen selbst Eisen zu besorgen oder kann das warten? Die Hebamme nach mir schauen lassen? Sie ist auch am Wochenende erreichbar. Oder einfach bis Montag abwarten? Ich fühle mich so in der Luft hängend, was ich hochschwanger mit BV und auch noch mit Eisenmangel nicht in Ordnung finde. Wäre es denn für die kleine Bauchbewohnerin gefährlich, vaginal geboren zu werden so lange ich eine BV habe? Und die Influenza A-Thematik: Unser Sohn hat gestern wieder leicht angefangen zu husten, heute Morgen kam vom Kindergarten die Meldung, dass heute die halbe Kindergartengruppe aufgrund von Fieber krankgemeldet ist und drei Kinderärzte Influenza A bestätigt haben. Unser Sohn war auch wieder recht warm und siehe da: Fieber 38,5. Obwohl ich es mir echt nicht vorstellen konnte, haben wir mit ihm wieder einen Dreifach-Schnelltest (Influenza A, B, Covid, RSV) gemacht und ich kann es nicht fassen, dass Influenza A wieder positiv ist. Zwei Mal dieselbe Variante (jedes Mal Typ A), im Abstand von 4 Wochen seit letztem Symptombeginn? Die Linie ist (noch) zart, allerdings haben wir auch nicht viel aus seiner Nase erwischt, weil er sich ganz schön gewehrt hat. Daraufhin habe ich um ein Telefonat mit der Kinderärztin gebeten, weil ich es mir nicht vorstellen konnte. Sie sagte, es ist äußerst selten, aber die Immunität kann natürlich auch mal nicht so gut sein und dann kann man es in der selben Saison nochmal bekommen, es sollte dann aber milder verlaufen. Naja, wir werden sehen. Seit 1h sind wir wieder bei 39,4 und er schläft gerade wieder platt auf dem Sofa. Gibt es nicht gerade auch verschiedene Subtypen im Umlauf und es ist eher wahrscheinlich, dass es der andere ist? Dann muss es aber nicht unbedingt milder verlaufen? Ich habe wirklich Panik davor, das zweite Mal Influenza zu bekommen, dieses Mal noch knapper vor ET und nächste Woche habe ich auch noch Termin zur Vorstellung zur Geburt im Krankenhaus. Den Termin von der 37. in die 38. Woche zu schieben, wäre ganz schön eng, falls die Kleine eher kommen möchte. Oder denken Sie, bei Erwachsenen, noch dazu geimpft, ist das Risiko, das 2. Mal Influenza in derselben Saison zu bekommen, doch deutlich niedriger? Ich kann mich davor kaum schützen mit einem Kleinkind, das kuschelbedürftig nach Mama verlangt. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie satt ich es von diesen Infekten habe. Wenn es wenigstens einfach mal nur ein Schnupfen wäre, aber es sind immer gleich Influenza und Co. Noch eine kurze Nachfrage zu den Verdauungsbeschwerden und Medikamenten: OK, Magnesiocard 3 x täglich (365mg gesamt) nehme ich immer vor dem Essen. OmniBiotic Panda 1 x täglich morgens nüchtern vertage ich gut, viel besser als Mutaflor. ½ TL Flohsamenschalen in Wasser am Abend habe ich probiert und vertrage es auch, merke aber noch keinen Unterschied. Die Verstopfung ist nach wie vor da und wenn ich jetzt dann auch noch Eisen nehmen muss, wird das ja vielleicht noch schlimmer. Sie schreiben, ich kann Flohsamenschalen langsam steigern. Auf wieviel maximal? Als meine Hebamme da war, hat sie mir ein paar zusätzliche Akupunkturnadeln gegen Sodbrennen gesetzt. Sie sagt, meine Gebärmutter ist besonders groß und weit oben und die kleine Maus scheint sich von oben bis unten zu strecken und es wundert sie daher leider nicht, dass das Sodbrennen gerade so schlimm ist. Gestern war es aber zwischendurch mal besser nach Essen von Joghurt und komplettem Verzicht auf Zucker und sämtliche Getränke außer Wasser. Heute habe ich nur einen halben Kaffee, ganz schwach, dünn und mit ganz viel Milch getrunken und das war schon wieder zu viel. Ich versuche es mit ganz viel Disziplin trotz Heißhunger. Sollte ich mir doch Hydrotalcit oder Magaldrat besorgen: wie viel davon sollte oder dürfte ich einnehmen? Ich hoffe, Sie wirklich nicht zu nerven. Das möchte ich nicht. Ich hoffe, Sie haben ein schönes Wochenende. In Nürnberg ist der ganze Schnee wieder weggetaut und die Sonne scheint :) Darf ich mich denn wieder melden, wenn mir etwas Sorgen macht? Sonnige und herzliche Grüße und viel Dankbarkeit schicke ich nach Ulm zu Ihnen! :)


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Liebe Frau …, zuerst: Sie nerven ganz und gar nicht. Im Gegenteil – in Ihrer Situation, hochschwanger, mit Infekten im Umfeld, unklaren Befunden und fehlender ärztlicher Rückmeldung, ist Ihre Sorge absolut berechtigt. Es ist gut und richtig, dass Sie sich melden. Ich versuche, Ihnen jetzt klar, priorisiert und realistisch Orientierung zu geben – mit dem wichtigen Zusatz: Aus der Ferne kann und darf man keine verbindlichen Diagnosen stellen, aber man kann sagen, was häufig ist, was eher harmlos und wo man aufmerksam sein sollte.         1. Wehen gestern Abend – wie einordnen?   Das, was Sie beschreiben (regelmäßig alle 10–12 Minuten über ca. 2 Stunden, schmerzhaft, dann komplettes Sistieren), passt sehr gut zu sogenannten Vorwehen/irritablen Uterusphasen in der späten Schwangerschaft. Wichtige Entwarnungspunkte bei Ihnen:   kein Blut kein Fruchtwasser kein Schleimpfropf vollständiges Abklingen Kind ruhig und in Schädellage   👉 Das spricht NICHT für einen beginnenden Geburtsverlauf. In der 36. SSW ist die Gebärmutter hochsensibel – Infekte, Eisenmangel, Stress und Erschöpfung können genau solche Episoden triggern. Mein Rat: Ja, Sie dürfen hier abwartend sein. Beobachten, Schonung, Magnesium weiternehmen. Sollten die Wehen regelmäßig >1–2 Stunden anhalten, stärker werden oder mit Fruchtwasser/Blutung einhergehen, dann bitte Vorstellung.         2. Blasensprung & RTW – auch bei Schädellage?   Ihre Hebamme liegt grundsätzlich richtig, aber man kann es etwas differenzieren:   Bei BEL → RTW immer Bei Schädellage, wie bei Ihnen:   vor 37+0: ✔️ liegend ins Krankenhaus, RTW ist vertretbar, besonders bei:   Vorgeschichte mit frühem Blasensprung Unsicherheit aktiver Infektion (BV)   ab 37+0: In der Regel reicht ein ruhiger Transport (Partner/Taxi), wenn keine Wehen/kein Druck.     👉 Sie würden also nichts falsch machen, wenn Sie bis 37+0 im Zweifel einen RTW rufen. Das ist keine Überreaktion.         3. Bakterielle Vaginose (BV) & Arilin   Die Keimkonstellation ist nicht ganz klassisch, sondern eher Mischflora:   Gardnerella vaginalis → gut empfindlich auf Metronidazol (Arilin) Proteus mirabilis / Klebsiella oxytoca → häufig nicht ausreichend durch Arilin allein abgedeckt   Dass:   Brennen grünlicher Ausfluss pH 5,5–5,8 keine Besserung zeigen, ist daher nicht überraschend.   👉 Aber wichtig: Sie tun aktuell das Richtige, indem Sie die Therapie zu Ende führen. Was ich jetzt empfehle:   Arilin wie geplant bis Samstag beenden keine zusätzliche Eigenmedikation Montag:   erneuter Abstrich oder zumindest Besprechung des Resistenzprofils ggf. gezielte Therapie oder lokaler Aufbau (z. B. Milchsäure/Lactobazillen)       Ist eine vaginale Geburt mit BV gefährlich?   👉 In aller Regel: nein. Eine behandelte oder zumindest angegangene BV ist keine Kontraindikation für eine vaginale Geburt. Relevant wird es nur bei:   unbehandelter, ausgeprägter Infektion und Frühgeburtlichkeit   Davon sind Sie aktuell nicht ausgegangen.         4. Eisenwerte – jetzt handeln oder warten?   Ihre Werte:   Hb ~10,2 Ferritin 24,5 Erythrozyten leicht rückläufig   👉 Das ist kein Notfall, aber ein klarer funktioneller Eisenmangel. Mein pragmatischer Rat:   Ja, Sie dürfen jetzt schon mit oralem Eisen beginnen niedrig dosiert, gut verträglich:   z. B. 20–40 mg elementares Eisen jeden 2. Tag   getrennt von Magnesium, Kaffee, Milch beobachten, wie der Darm reagiert   Eine Infusion ist jetzt übers Wochenende nicht nötig, das kann Montag in Ruhe entschieden werden.         5. Influenza A – zweite Runde?   Ihre Kinderärztin hat recht: 👉 Selten, aber möglich. Ja:   es zirkulieren verschiedene Influenza-A-Subtypen eine erneute Infektion ist wahrscheinlicher bei Kleinkindern beim Erwachsenen – vor allem geimpft – ist das Risiko deutlich geringer   Das ist mir wichtig, klar zu sagen: Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie jetzt kurz vor Termin erneut eine schwere Influenza entwickeln, ist niedrig. Natürlich nicht null – aber:   Impfung ✔️ Erwachsenenimmunsystem ✔️ meist milder Verlauf bei Re-Exposition ✔️   Schützen Sie sich so gut es geht, aber machen Sie sich keine Vorwürfe. Nähe zu Ihrem Sohn ist gerade wichtiger als perfekte Infektkontrolle.         6. Verdauung, Flohsamenschalen & Eisen   Flohsamenschalen dürfen Sie langsam steigern:   von ½ TL → 1 TL → max. 2 TL täglich immer mit ausreichend Wasser Wirkung oft erst nach mehreren Tagen   Kombination mit:   viel Flüssigkeit Bewegung ggf. etwas Öl/Joghurt ist sinnvoll.           7. Sodbrennen – Hydrotalcit / Magaldrat   Ja, dürfen Sie nehmen. Dosierung:   z. B. Hydrotalcit:   1–2 Kautabletten bis zu 4× täglich   möglichst zeitversetzt zu Eisen (≥2 Stunden)   Sie machen sonst alles richtig – Disziplin hilft, aber manchmal reicht sie einfach nicht mehr.         Zum Schluss – ganz persönlich   Sie stehen gerade an vielen Fronten gleichzeitig: hochschwanger, krankes Kind, Infektangst, fehlende ärztliche Erreichbarkeit. Dass sich das „zu viel“ anfühlt, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Verantwortung. 👉 Ja, melden Sie sich jederzeit, wenn Ihnen etwas Sorgen macht. 👉 Ja, ziehen Sie Ihre Hebamme am Wochenende ruhig hinzu, allein schon zur emotionalen Entlastung. 👉 Und ja: Bis Montag abwarten ist medizinisch vertretbar, solange sich nichts zuspitzt. Ich wünsche Ihnen von Herzen ein ruhigeres Wochenende, möglichst wenig Wehen, ein bald wieder fieberfreies Kind – und ein paar Sonnenstrahlen auch innerlich. Herzliche Grüße nach Nürnberg Ihr Dr. Friedrich Gagsteiger


the.flower

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Guten Abend Herr Dr. Gagsteiger, Ich möchte einfach Danke sagen! Danke für diesen schnellen Einsatz Ihrerseits. Danke für diese Mühe. Das alles wäre eigentlich Aufgabe des Arztes gewesen, der meine Frauenärztin diese Woche vertreten hat und sich heute wirklich nicht mehr gemeldet hat. Stattdessen machen Sie das mit einer Gewissenhaftigkeit und das online einfach so. Top top von Ihnen! Schade, dass Ihr Kinderwunschzentrum doch nicht um die Ecke von Nürnberg ist. Da wären wir bestimmt top aufgehoben gewesen. Sie haben mich heute sehr beruhigt, abzuwarten und zu hoffen, dass Influenza meinen Mann und mich nicht mehr erwischt. Ich habe nur leider die Befürchtung, dass unser Sohn dieses Mal auch noch den aggressiveren Subtyp aus dem Kindergarten gebracht hat, denn bei ihm ist der Verlauf bisher nicht milder als an Weihnachten, im Gegenteil. Wir haben es heute Abend nicht geschafft, 8 Stunden Abstand von Nurofensaft zu Nurofensaft einzuhalten, obwohl wir schon mit Paracetamol (Ben-u-Ron) abwechseln.  7:30h: 38,5 Grad 13:15h: 39,4 Grad und Nurofensaft 17:30h: 39,4 Grad und Ben-u-Ron Saft  20h: 39,6 Grad und Nurofensaft Der Ben-u-Ron-Saft hat überhaupt keine Besserung gebracht. Ich hoffe, es ist nicht so dramatisch, dass wir den Nurofensaft nach 7 Stunden statt 8 schon wieder gegeben haben. Er war so platt und hatte wieder Schüttelfrost. Mal sehen, wie wir das heute Nacht hinkriegen. Es wird grandios werden. Ich schlafe mit der riesigen Kugel sowieso so schlecht mittlerweile, wache so oft auf und unser Sohn wird uns dann noch zusätzlich wecken. Ich finde so einen Verlauf schon merkwürdig und extrem 4 Wochen nachdem er erst Influenza hatte. So etwas habe ich noch nie erlebt. Influenza hat es diesen Winter echt in sich. Dazwischen kommt dann wieder eine Wehe und ich hoffe jedes Mal, dass es ruhig bleibt und Ibu jetzt nicht ausfalle. Unser Sohn braucht mich gerade.  Herzliche Grüße aus Nürnberg nach Ulm :)


the.flower

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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, darf ich Sie bitte nochmal etwas fragen? Gestern hat mein Körper irgendwie wieder Alarm geschlagen und ich kann es mir nicht so recht erklären und auch nicht einschätzen ob das Alarmzeichen sind oder doch alles gut ist. Mir war den ganzen Tag richtig schlecht und obwohl ich fast nichts gegessen habe, musste ich zwei Mal brechen. Ich hatte auch die ganze Zeit Kopfschmerzen. Die Kopfschmerzen habe ich heute noch immer, aber weniger stark. Schlecht ist mir nicht mehr. Aber gestern war ich echt unbrauchbar und habe versucht, mich irgendwie zusammen zu reißen, denn unser Sohn hat mich auch dringend gebraucht. Nachts hatte er 40,4 Fieber, tagsüber 39,6 sobald der letzte Fiebersaft 3-4 Stunden zurück lag. Ich habe mich gefragt, ob ich mich vielleicht doch von Influenza Runde 2 von meinem Sohn angesteckt habe. Aber für mich passen die Symptome nicht. Ich habe kein Fieber, keinen Husten, keinen Schnupfen, keine Halsschmerzen, keine Gliederschmerzen. Mein Mann hat auch nichts. Ich hatte gestern aber auch wieder einmal so eine Wehenphase mit Wehen alle 15 Minuten, schmerzhaft, Dauer ca. 1 Min. Morgen bin ich ja sowieso bei der Frauenärztin. Da beginnt dann auch die 37. Schwangerschaftswoche. Sollte sie auf irgendetwas bestimmtes achten? Oder sollte ich etwas tun? Ich habe nicht schwanger öfter Kopfschmerzen, aber in der Schwangerschaft hatte ich das jetzt eigentlich nie. Die BV bespreche ich sowieso mit meiner Frauenärztin (Zustand ist gleichbleibend nachdem ich Arilin gestern beendet habe), den Eisenmangel auch nachdem von der Vertretung keine Rückmeldung mehr kam.  Unserem Sohn geht es bei Influenza Runde 2 heute an Tag 3 zum Glück schon etwas besser. Nur noch 38,5 Fieber ohne fiebersenkende Medikamente und er spielt wieder, hat aber die letzten Wochen unglaublich abgenommen durch diese heftigen Infekte. Er ist sowieso so ein schlanker, jetzt schauen die Rippen raus :(  Ich möchte Sie nicht nerven, sende Ihnen sonnige Grüße aus Nürnberg nach Ulm :) 


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Abend, vielen Dank für Ihre Schilderung – und bitte seien Sie ganz unbesorgt: Sie nerven keineswegs. Gerade in dieser Schwangerschaftsphase ist es absolut richtig, solche Veränderungen ernst zu nehmen und einzuordnen. Ich gehe Ihre Punkte strukturiert durch:   1. Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen ohne Fieber   Die geschilderte Kombination (starke Übelkeit mit Erbrechen + Kopfschmerzen, ohne Fieber und ohne Infektzeichen) passt tatsächlich nicht typisch zu Influenza. Auch eine erneute Ansteckung ist bei fehlendem Fieber, Husten, Schnupfen und Gliederschmerzen eher unwahrscheinlich. Mögliche, in der Spätschwangerschaft häufige und meist harmlose Erklärungen sind:  vegetative/hormonelle Schwankungen Erschöpfung, Schlafmangel, Stress (allein die Situation mit Ihrem hochfiebernden Sohn ist körperlich wie emotional enorm) Blutdruckschwankungen (sowohl niedrig als auch ansteigend können Kopfschmerzen und Übelkeit machen) Eisenmangel (kann Kopfschmerzen, Schwäche, Übelkeit verstärken) Dehydratation (v. a. wenn wenig gegessen und getrunken wurde)   Dass es Ihnen heute schon deutlich besser geht, spricht eher gegen etwas Gefährliches.   2. Kopfschmerzen in der 36./37. SSW – worauf achten?   Kopfschmerzen, die neu auftreten, sollten in der Schwangerschaft immer kurz eingeordnet werden, auch wenn sie meist harmlos sind. Ihre Frauenärztin sollte morgen bitte gezielt prüfen:  Blutdruck Urinstatus (Eiweiß!) ggf. Blutwerte, falls noch nicht erfolgt (Hb/Eisenstatus, evtl. Leberwerte)   👉 Wichtig: Starke, anhaltende Kopfschmerzen, die nicht auf Ruhe oder Paracetamol ansprechen, Sehstörungen, Oberbauchschmerzen oder plötzliche starke Wassereinlagerungen wären Warnzeichen – das beschreiben Sie aktuell aber nicht.    3. Wehenphase alle 15 Minuten   In der 36./37. SSW sind solche unregelmäßigen, schmerzhaften Kontraktionen sehr häufig:  meist Übungs- oder Senkwehen sie können durch Infektstress, Schlafmangel, Dehydratation deutlich zunehmen dass sie nicht regelmäßig kürzer werden und wieder abklingen, ist beruhigend   Ihre Ärztin kann morgen:  den Gebärmutterhals beurteilen ggf. ein CTG schreiben Allein der Beginn der 37. SSW ist per se kein Alarmzeichen.      4. BV und Eisenmangel   Gut, dass Sie das ohnehin ansprechen:   Eine persistierende BV kann Wehen triggern → sinnvoll, das nochmals zu kontrollieren. Eisenmangel sollte jetzt ernst genommen und ggf. konsequent behandelt werden – auch zur Vermeidung von Erschöpfung und Kopfschmerzen.      5. Ihre große Belastung – und Ihr Sohn   Was Sie gerade leisten, ist enorm. Ein hochfieberndes, krankes Kind zu versorgen, selbst schwanger zu sein und trotzdem „funktionieren zu müssen“, geht nicht spurlos am Körper vorbei. Dass Ihr Sohn: heute schon weniger Fieber hat wieder spielt  ist ein sehr gutes Zeichen. Der Gewichtsverlust nach solchen Infekten wirkt optisch oft dramatisch, ist aber meist rasch reversibel, sobald Appetit und Belastbarkeit zurückkehren.   6. Was Sie jetzt konkret tun können   Bis zum Termin morgen: ausreichend trinken (kleine Schlucke) Ruhe, so gut es eben geht bei Kopfschmerzen Paracetamol ist erlaubt bei erneutem Erbrechen oder starken Kopfschmerzen bitte früher ärztlich vorstellen   Zusammenfassend:  Im Moment spricht viel für eine vorübergehende, stress- und hormonbedingte Entgleisung, wenig für etwas Gefährliches. Der morgige Termin ist genau richtig, um die relevanten Punkte sauber abzuklären. Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass sich die Lage nun Schritt für Schritt beruhigt – und schicke Ihnen ebenfalls sonnige, sehr herzliche Grüße zurück nach Nürnberg 🌷 Ihr Dr. Friedrich Gagsteiger


the.flower

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Guten Abend Herr Dr. Gagsteiger, ich danke ganz herzlich für Ihre schnelle und sehr präzise Antwort und Empfehlung. Sie helfen mir wirklich sehr. Ich bin nach dem Termin bei meiner Frauenärztin etwas verunsichert und könnte Sie brauchen. Hintergrund: Das komplette IT-System der Praxis wird gerade umgestellt, alles hat ewig gedauert, beim Ultraschallgerät waren alle alten gespeicherten Daten für Vergleichswerte verschwunden, ich war die vorletzte Patientin am Abend und hatte etwas den Eindruck, es musste jetzt schnell gehen und manches wäre untergegangen, wenn ich nicht gefragt hätte und wurde dann aufs nächste Mal vertagt. Erst einmal war mein Blutdruck zu hoch: 147/110. Ich habe es auf dem Gerät gesehen, die MFA hat aber 147/101 (also 101 statt 110) in den Mutterpass geschrieben, was ich jetzt gerade erst gesehen habe. Vielleicht ist ein Zahlendreher verständlich nach einem 12-stündigen Arbeitstag, weil durch die Systemumstellung gerade alles so langsam läuft. Aber natürlich nicht so gut. Doch meine Frauenärztin hat dazu erst einmal gar nichts gesagt, erst als ich es angesprochen hatte und gesagt habe, dass ich die letzten zwei Tage Kopfschmerzen hatte, war die Antwort, dass ich morgen mal nochmal Blutdruck messen soll. Der Urin war o.B. (kein Eiweiß), Ödeme habe ich auch nicht, wobei ich etwas Wasser in Zehen und Fingern merke, weil sie leicht angeschwollen sind, Ringe sind enger, es ist aber nach außen nicht sichtbar. Ich bin auch grundsätzlich schlank, ich finde es eher komisch, dass ich in dieser Schwangerschaft so wenig zunehme. Insgesamt sind es zwar gerade etwa 10kg, aber ich habe fast alles in der 1. Hälfte zugenommen, seit 22+2 habe ich nur 100g zugenommen. Dazwischen lagen einige Infekte und vor allem Influenza und die eitrige Nebenhöhlenentzündung, aber Sorge macht mir v.a., dass die kleine Bauchbewohnerin in den letzten 2,5 Wochen kaum zugenommen hat und nicht gewachsen ist (also zwischen Schwangerschaftswoche 34 und 37, wo die Kleinen doch eigentlich am meisten zunehmen?). Heute hat die Frauenärztin sie im Ultraschall auf 2633g, 46cm und 31cm Kopfumfang geschätzt. Das Gewicht entspricht der 26. Perzentile, also unterdurchschnittlich. Einen Vergleich zum letzten Mal in Schwangerschaftswoche 34 konnte sie ja nicht direkt ziehen, weil alle Daten im Ultraschallgerät weg waren. Ich weiß aber noch, dass sie da etwa 2400g und 47cm gemessen hat und das die 56. Perzentile war, also sogar leicht über dem Durchschnitt. Also hat sie in 2,5 Wochen nur 233g zugenommen und ist nicht gewachsen. Ich möchte jetzt deshalb nicht panisch werden, denn insgesamt war die Ärztin zufrieden, aber hinterher habe ich mir die Frage gestellt, ob das mit dem Blutdruck zusammenhängen kann? Kann dadurch ihre Versorgung schlechter sein? Vielleicht war der Blutdruck ja auch nur ein einmaliger Ausrutscher und es sind ja alles nur Schätzungen. Die Ärztin meinte, ich musste ja auch so lange warten und dann kann das schonmal vorkommen. Ich war aber von der Wartezeit nicht gestresst. Mein Mann war zu Hause bei unserem Sohn, der kein Fieber mehr von Influenza hat und dem es viel bessergeht, und für mich war die Welt in Ordnung. Haben Sie eine Empfehlung für mich? Blutdruck messen? Wann, wie oft? Bei welchen Werten sollte ich mich melden? Die Antwort, ich sollte halt morgen nochmal messen, ist für mich im Nachhinein nicht sehr konkret gewesen. Kann ein Bluthochdruck zu Wachstumsverzögerungen beim Baby führen? Kann man da mit dem Dopplerultraschall irgendwas messen oder was sollte man messen? Die Ärztin hat heute nur das Baby selbst kurz vermessen, das war alles. Oder ist das nicht auffällig, dass die Kleine so kaum zugenommen hat und von der 56. plötzlich auf die 26. Perzentile gerutscht ist? Die beiden Male zuvor war mein Blutdruck bei der Untersuchung einmal 131/81 vor 2,5 Wochen und einmal 119/86 vor 6 Wochen. Und mein zweiter Gedanke: Den Streptokokken-B-Test hätte sie auch vergessen. Ich habe sie am Schluss darauf angesprochen, dass wir den noch nicht gemacht haben. Ihre Antwort war, dass wir das nächstes Mal in zwei Wochen machen. Ich glaube einfach, sie wollte fertig werden und nicht noch einmal anfangen. Auf dem Heimweg dachte ich mir dann, dass das doch schon wieder etwas knapp ist, so wie es bei der Keuchhustenimpfung auch gewesen wäre, wenn ich mich nicht selbst darum bemüht hätte. Das wäre dann in der 39. Schwangerschaftswoche. Das Ergebnis braucht ja auch noch ein paar Tage. Unser Sohn kam in der 38. Schwangerschaftswoche auf die Welt. Damals wurde der Streptokokkentest viel eher gemacht, war zum Glück negativ. Ist es denn dann wahrscheinlich, dass er es dieses Mal wieder ist? Ich habe irgendwie etwas Bammel, dass die kleine Maus eher kommt. Ich kann ja nicht beurteilen, ob diese Wehenphasen, die ich immer wieder spüre, darauf hindeuten oder nicht. Die Frauenärztin hat mich direkt nach dem CTG heute selbst, ohne dass ich die Wehen erwähnt hatte, darauf angesprochen, ob ich immer wieder Wehen habe. Im CTG waren zwei Wehen mit Abstand 10 Minuten. Ich habe sie auch beide gespürt und gesehen, dass der Wehenschreiber einmal bis 99 ausschlug und einmal bis ca. 60. Sonst war er immer zwischen 0 und 15. Die Herzfrequenz der Kleinen war meistens zwischen 140 und 160, wenn sie mich getreten hat mal über 200. Sagen solche Wehenphasen denn was darüber aus, ob sie eher kommen könnte oder muss das gar nichts heißen? Der Muttermund ist geschlossen, im Mutterpass hat sie dazu „weich“ notiert. Was will „weich“ heißen? Morgen habe ich Termin im Krankenhaus zur Vorstellung zur Geburt. Ich weiß nicht, ob sie dort den Streptokokkentest machen können. Vielleicht lohnt es sich, nachzufragen? Auch nach einem Doppler? Oder was würden Sie vorschlagen? Doch abwarten bis zur 39. Woche? Haben Sie sonst noch etwas anzumerken? Für die BV mit den bekomme ich jetzt Amoxicillin/Clavulansäure. Die wurden bei der Vertretung als sensibel getestet. Eine Eiseninfusion habe ich auch bekommen. Ich möchte gar nicht dramatisieren. Vielleicht ist ja alles gut. Mir kam das heute nur sehr zack zack vor und ich hatte das Gefühl, selbst viel mitdenken zu müssen. Sonst wäre der Blutdruck nicht einmal aufgefallen und der Streptokokkentest wäre weggefallen. Darf ich mich noch einmal bei Ihnen melden, wenn ich unsicher bin? Sie sind tip top und sehr gründlich! Herzliche Grüße aus Nürnberg nach Ulm :)


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Morgen, vielen Dank für Ihr Vertrauen und Ihre sehr strukturierte, aufmerksame Schilderung. Vorweg: Ihre Wahrnehmung ist klar, differenziert und medizinisch absolut berechtigt. Sie dramatisieren nicht – Sie beobachten genau. Das ist in dieser Schwangerschaftsphase richtig und wichtig. Ich gehe Ihre Punkte geordnet und konkret durch und gebe Ihnen klare Handlungsempfehlungen, damit Sie heute Abend und morgen innerlich etwas ruhiger werden können.         1. Blutdruck – der wichtigste Punkt zuerst   Ein gemessener Blutdruck von 147/110 mmHg ist nicht banal, auch wenn:   der Urin eiweißfrei ist keine ausgeprägten Ödeme sichtbar sind es ein Einzelwert war   Der diastolische Wert über 110 ist relevant und kein klassischer „Messfehlerwert“.   Was jetzt sinnvoll ist     Ab heute: Blutdruck 2–3× täglich messen   morgens (vor dem Frühstück) nachmittags abends   jeweils:   5 Minuten ruhig sitzen beide Füße auf dem Boden Manschette auf Herzhöhe zwei Messungen, Mittelwert notieren       Wann Sie sich melden sollten   Bitte sofort ärztlich Rückmeldung geben, wenn:   ≥140/90 mmHg wiederholt auftritt ≥160/110 mmHg einmalig gemessen wird neue Symptome dazukommen:   anhaltende Kopfschmerzen Sehstörungen Oberbauchschmerzen deutliche plötzliche Wassereinlagerungen     👉 Dass Ihre Ärztin nur sagte „morgen nochmal messen“, war zu unspezifisch – Ihre Nachfrage ist absolut gerechtfertigt.         2. Zusammenhang Blutdruck – Wachstum des Babys   Ja, ein erhöhter Blutdruck kann die Plazentadurchblutung beeinflussen, insbesondere:   wenn er persistiert oder sich schleichend entwickelt   Ein einmaliger Wert erklärt noch keine Wachstumsverzögerung, aber:   Was auffällt:     Perzentilenabfall von ca. 56 → 26 in einem Zeitraum, in dem Kinder normalerweise stark zunehmen zusätzlich Kopfschmerzen bei Ihnen   👉 Das ist kein Notfall, aber klärungsbedürftig.         3. Ultraschallmessungen – bitte realistisch einordnen   Ganz wichtig:   Gewicht, Länge und Kopfumfang sind Schätzungen Abweichungen von ±10–15 % sind normal Längenmessungen im späten Verlauf sind besonders ungenau   Aber:   der Perzentilen-Sprung nach unten + fehlender Vergleich wegen Datenverlust + Blutdruckauffälligkeit   → rechtfertigen eine Doppleruntersuchung         4. Doppler – ja, sinnvoll   Bei Ihrer Konstellation ist ein Doppler absolut angemessen, kein „Überdiagnostizieren“. Gemessen werden sollten:   A. umbilicalis (Nabelschnur) ggf. A. cerebri media ggf. Uterinarterien   👉 Das klärt:   ob die Versorgung aktuell gut ist ob man einfach beobachten kann oder ob engmaschiger kontrolliert werden sollte   Mein klarer Rat: 👉 Im Krankenhaus morgen aktiv danach fragen.         5. Wehen, CTG, Muttermund „weich“     CTG:     Zwei Wehen in 10 Minuten sind nicht ungewöhnlich in dieser SSW Auch Ausschläge bis 90–100 sagen nichts über Geburtsnähe allein Herzfrequenz 140–160 mit Akzelerationen → sehr gut     Muttermund:     geschlossen + weich bedeutet:   Körper bereitet sich vor keine akute Geburtsanzeige   Das ist in dieser Woche völlig normal   👉 Diese Wehenphasen bedeuten nicht, dass sie „bald kommen muss“.         6. Streptokokken-B-Test   Ihr Bauchgefühl ist richtig:   Test üblicherweise 35.–37. SSW Ergebnis ist nur 5 Wochen gültig     Jetzt konkret:     Ja, im Krankenhaus nachfragen, ob sie ihn morgen machen Das ist absolut sinnvoll Falls Geburt vor Testergebnis:   wird prophylaktisch Antibiotikum gegeben     Zur Beruhigung:   Ein negativer Test in der letzten Schwangerschaft senkt die Wahrscheinlichkeit, garantiert aber nichts Die geplante Amoxicillin/Clavulansäure-Therapie ersetzt den Test nicht, schadet aber nicht           7. Gewichtszunahme bei Ihnen     10 kg insgesamt bei schlanker Frau → völlig okay Plateau in der zweiten Hälfte:   kommt nach Infekten häufig vor ist allein kein Warnsignal     In Kombination mit den anderen Punkten: → Beobachten, nicht dramatisieren         8. Mein Vorschlag für morgen im Krankenhaus (Checkliste)   Sie dürfen – und sollten – aktiv ansprechen:   Blutdruckwerte schildern Bitte um:   Dopplerultraschall ggf. erneute Wachstumskontrolle   Streptokokken-B-Test ansprechen Fragen:   Wie engmaschig kontrollieren? Ab welchen Werten wiederkommen?             Zum Schluss – ganz persönlich   Sie haben heute sehr viel richtig gemacht:   hingeschaut nachgefragt Dinge nicht „weggeschluckt“   Dass es sich heute „zack zack“ angefühlt hat, liegt nicht an Ihnen, sondern an äußeren Umständen. Ihr Gefühl täuscht Sie nicht. Und ja: 👉 Sie dürfen sich jederzeit wieder melden, wenn Sie unsicher sind. Genau dafür sind solche Gespräche da. Ich wünsche Ihnen für morgen ein ruhiges, gründliches Gespräch im Krankenhaus – und Ihnen heute Abend ein bisschen mehr innere Ruhe. Herzliche Grüße Ihr Dr. Friedrich Gagsteiger


the.flower

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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, Ihre Gründlichkeit, Zuverlässigkeit und Ihre Schnelligkeit verdienen wirklich großes Lob! :) Sie haben mir damit sehr weitergeholfen, meine Situation einzuordnen, heute ganz konkret im Krankenhaus nachzufragen und mich damit wieder gut betreut zu fühlen. Das war gestern nach dem Termin bei meiner Ärztin leider nicht der Fall. Sie hat sich für die lange Wartezeit entschuldigt, aber das hat mich eigentlich am wenigsten gestört. So lange die Arbeit danach gründlich gemacht wird, bleibe ich gerne geduldig. Doch wenn die Systemumstellung dann dazu führt, dass die Qualität zu wünschen übriglässt, alles schnell gehen muss und die Hälfte übersehen oder vertagt wird, dann empfinde ich das insbesondere 3-4 Wochen vor ET als sehr störend. Im Krankenhaus habe ich mich heute viel besser aufgehoben gefühlt und auf meine Wünsche wurde zum Glück eingegangen. Der Arzt, der sich in der Schwangerenambulanz um mich gekümmert hat, war sehr verständnisvoll und hat sich die nötige Zeit genommen. Als ich ihm die Situation von gestern beschrieben habe, hat er selbst gleich gesagt, dass bei dem Ultraschall bei Vorliegen von erhöhtem Blutdruck und fallenden Perzentilwerten eben vor allem entscheidend wäre, ob es dem Baby gut geht und er deshalb einen Doppler machen wird. Ich habe einen Arztbrief für meine Ärztin mitbekommen und würde Ihnen die Werte gerne mal schicken. Der Arzt war zufrieden mit den Werten. Einige wenige liegen allerdings etwas weiter entfernt von den 50%. Können Sie vielleicht mal schauen, ob diese trotzdem in Ordnung sind? Anamnese: Blutgruppe: 0, Rhesus-positiv Frühere Schwangerschaften: Gravida 2. Para 1, Z.n. Sectio. BMI vor der Schwangerschaft: 22,15 kg/m2 Terminbestimmung: Geburtstermin: 15.02.2026. Gestationsalter: 36 W + 3 T Ultraschallbefund: Anzahl des Feten: 1 Herzaktion positiv. Herzfrequenz 156 spm. Kindsbewegungen: darstellbar. Fetale Lage: I. Schädellage Plazenta: Vorderwand Nabelschnur: unauffällig Fruchtwasser: normal BPD 88,7 mm (15%) FOD 111,4 mm (28%) KU 315,1 mm (22%) APAD 98,9 mm (67%) TAD 100,1 mm (68%) AU 312,6 mm (31%) KU / AU 1,01 (45%) Femur 73,0 mm (89%) Tibia 58,1 mm (22%) Gewicht 2,787g (38%) Gewicht nach Hadlock (BPD-KU-AU-Femur) Zum Vergleich: Gestern bei der Frauenärztin 2633g (26%) Fetale Anatomie: Die folgenden Strukturen waren unauffällig: Schädel. Gehirn. Hals. Thorax. Bauchwand. GI-Trakt. Urogenitaltrakt. Die folgenden Strukturen konnten nicht beurteilt werden: Gesicht. Dopplersonographie: Arteria umbilicalis: PI 0,91 (48%) RI 0,61 (58%) TAmax -33,35 cm/s MD -17,73 cm/s Rechte Arteria cerebri media: PI 1,52 (28%) RI 0,80 (62%) PS -59,42 cm/s TAmax -31,12 cm/s CPR PI 1,67 (10%) Beurteilung: Die fetalen Dopplerindizes sind unauffällig. Zusammenfassende Beurteilung: Eutrophes Kind mit unauf. Sonomorphologie und unauff. Dopplern, Pat. wünscht vaginale Entbindung in Kenntnis der Risiken für eine Uterusruptur. Auffällig für mich sind vor allem BPD 88,7 mm (15%) und CPR PI 1,67 (10%). Was bedeuten sie denn und was lesen Sie sonst aus dem Arztbrief? Dass noch kein Streptokokken-B-Abstrich erfolgt ist und die Ärztin ihn auf Schwangerschaftswoche 39 schieben wollte, fand der Arzt auch viel zu spät. Er meinte, normalerweise ist das nicht Teil des heutigen Termins, fand es aber auch sehr sinnvoll und hat sich dann deshalb darum bemüht, dass es möglich ist und es wurde auch gemacht. Sehr gut! :) Die Blutdruckwerte fand der Arzt auch nicht so berauschend, vor Ort selbst hatte ich aber „nur“ 130/90 und wieder keinen Eiweiß im Urin. Ich soll deshalb mal 3 x täglich messen und mich bei meiner Ärztin melden, wenn die Werte des Öfteren 140/90 übersteigen. Die letzten Werte seit gestern waren durchwachsen, mal ok, mal nicht so gut: Bei der Ärztin gestern: 147/110 Abends vor dem Schlafen: 138/92 Morgens Bettkante vor dem Aufstehen: 140/96 Im Krankenhaus heute: 130/90 Heute Nachmittag: 124/82 Ist das aus Ihrer Sicht ok, wenn es so bleibt? Ich messe auf jeden Fall mal noch weiter. Wenn ich in den Mutterpass schaue und mir die Werte der 1. Schwangerschaft ansehe, war der diastolische Wert gegen Ende auch öfter zwischen 90 und 100. Der scheint ja vor allem das Problem? Das hatte die Ärztin damals nichtmal angesprochen. Aber vielleicht achtet sie da auch nicht so drauf. Gestern hätte sie es ja auch nicht mal gesehen, wenn ich nichts gesagt hätte. Ich bin wie gesagt von Natur aus eher schlank, bewege mich auch ausreichend. In der Familie gibt es aber auf beiden Seiten (Mutter und Vater) gehäuft Bluthochdruck und dadurch bedingte Komplikationen: Vater Bluthochdruck, Mutter meines Vaters Bluthochdruck mit chronischem Nierenversagen, Mutter meiner Mutter Bluthochdruck, Schlaganfall, Thrombose, Lungenembolie. Und noch eine letzte Frage zu dem Risiko der Uterusruptur: Der Arzt hat mich darüber aufgeklärt, weil unser Sohn ja wegen der BEL wegen Geburtsstillstand eine Sectio war. Er meinte aber, das Risiko sei sehr sehr minimal und man könnte es guten Gewissens eingehen und die Bedingungen für eine erfolgreiche vaginale Geburt wären bei mir gegeben, noch dazu, weil der Muttermund ja schonmal komplett offen war. Meine Narbe ist seit der Sectio 2022 sehr schön verheilt, ich spüre sie auch während der 2. Schwangerschaft nie. Sind das gute Ausgangsbedingungen, dass ich hoffentlich zu den 99% gehöre, bei denen eine Uterusruptur nicht passiert? Und stimmt es, dass ich diese sonst evtl. schon frühzeitig während der Geburt spüren könnte bevor es passiert, z.B. wenn die Narbe in den Wehenpausen schmerzt? Ich danke mit ganzem Herzen dafür, wie viel Zeit Sie sich nehmen. Ich fühle mich von Ihnen gerade besser betreut als von meiner eigenen Ärztin. Sie kann man sich echt verschreiben lassen :) Herzliche Grüße aus Nürnberg :)


the.flower

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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, Ich schon wieder… Ich will Sie ehrlich nicht nerven. Weiß nicht ob meine letzte Nachricht Sie erreicht hatte. Ich habe noch zwei Fragen, bei denen ich mich freuen würde, wenn Sie mir helfen könnten. Meine Frauenärztin hat leider auch diese beiden Aspekte in ihrer „Zack Zack“ Visite nicht angesprochen und jetzt bin ich im Nachhinein unsicher. Punkt 1: Antibiotikum Amoxicillin/Clavulansäure gegen die BV Ich nehme es seit Dienstag und die Einnahme endet am Wochenende. Es fühlt sich jetzt besser an, brennt nicht mehr so. Der nächste Termin bei der Frauenärztin habe ich in 1,5 Wochen, dann ist Schwangerschaftswoche 39, also sofern die kleine Bauchbewohnerin nicht vorher das Licht der Welt erblickt. Deshalb frage ich mich, ob man nicht vorher noch schauen sollte, ob der Abstrich jetzt negativ ist? Es wäre doch bestimmt nicht so gut, mit BV vaginal zu entbinden? Dann bekommt sie Kleine die Bakterien auch ab? Oder zumindest sollte man unter dem Mikroskop schauen, selbst pH-Wert messen? Danach Gynoflor und Döderlein im Wechsel weiter? Punkt 2: Gegen den Eisenmangel habe ich am Dienstag eine Infusion bekommen. Muss der Eisenwert und Ferritin danach nicht nochmal gemessen werden? Ist es nicht ungünstig mit unklaren, vielleicht zu niedrigen Werten in die Geburt zu gehen? Hämoglobin war 10,2, Ferritin: 24,5. Ich fühle mich gerade nicht so gründlich von meiner Ärztin betreut. Ich verstehe, dass die Systemumstellung in der Praxis zu Chaos und Stau führt, doch irgendwie wird auch gerade die Hälfte vergessen und übersehen wenn ich nicht bei allem selbst mitdenke und nachfrage. Ich bin auch unsicher, ob ich mich zum Blutdruck nochmal bei ihr melden soll oder es lasse. Er schwankt stark zwischen ok (ca. 130/85) und etwas zu hoch (v.a. diastolischer Wert morgens: ca. 135/95). Ich möchte Sie aber nicht dauernd nerven und wünsche Ihnen ein schönes Wochenende mit sonnigen Grüßen aus Nürnberg nach Ulm :)


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Liebe Johanna, erst einmal: Sie nerven überhaupt nicht. 🌷 Im Gegenteil – Sie denken sehr umsichtig mit, und das ist gerade in den letzten Schwangerschaftswochen absolut legitim.     Punkt 1: Bakterielle Vaginose, Antibiotikum & Geburt Sie machen aktuell alles richtig. Zur Einordnung: Eine unbehandelte BV ist problematisch (v. a. früher in der Schwangerschaft). Eine behandelte BV – wie bei Ihnen – ist in aller Regel kein Geburtshindernis.   Kontrolle vor der Geburt – ja oder nein?   Eine zwingende Abstrichkontrolle ist nach erfolgreicher Therapie nicht vorgeschrieben, ABER: In Ihrer Situation (späte SSW, subjektive Unsicherheit) ist eine kurze Kontrolle absolut sinnvoll und vertretbar. Das kann ganz unkompliziert erfolgen:   pH-Messung ggf. Nativpräparat unter dem Mikroskop → das reicht völlig, ein aufwendiger Laborabstrich ist nicht zwingend nötig.    Zur Sorge um das Baby: Bei erfolgreich behandelter BV besteht kein relevantes Risiko, dass Ihr Kind „schädliche Keime mitbekommt“. Selbst wenn die Scheidenflora noch nicht perfekt ist: Das Neugeborene kommt mit sehr vielen Keimen in Kontakt – entscheidend ist, dass keine floride Infektion vorliegt.   Nach der Antibiotikatherapie:  Sehr sinnvoll, was Sie vorschlagen:  Gynoflor anschließend / ergänzend Döderlein   Ziel: Stabilisierung, nicht Perfektion.   👉 Mein Rat: Wenn es Sie beruhigt (und das darf ein Argument sein): Bitten Sie um eine kurze Kontrolle vor der Geburt. Medizinisch gut begründbar.   Punkt 2: Eisenmangel & Infusion   Ihre Ausgangswerte:   Hb 10,2 g/dl Ferritin 24,5 µg/l   ➡️ Das ist kein Drama, aber auch nicht optimal für die Geburt. Nach einer Eiseninfusion gilt: Eine Kontrolle ist sinnvoll, aber:  nicht sofort (Ferritin ist sonst verfälscht) ideal nach 2–3 Wochen   Ziel: Hb ≥ 11 g/dl Ferritin eher > 30–50 µg/l   Kurz vor der Geburt: Mit unklaren Eisenwerten in die Geburt zu gehen ist nicht gefährlich, aber suboptimal, falls es zu Blutverlust kommt. Deshalb: Eine Kontrolle vor Termin wäre absolut angemessen.   👉 Mein Rat: Ja – eine erneute Hb-Kontrolle (Ferritin optional) wäre medizinisch sinnvoll und keineswegs übertrieben.   Zum Blutdruck Ihre Werte: schwankend morgens diastolisch teils um 95   Das ist keine Bagatelle, aber auch noch kein Alarmzustand. Wichtig ist: Regelmäßige Selbstmessung (morgens & abends, gleiche Bedingungen) Warnzeichen, bei denen Sie sich sofort melden sollten:   Kopfschmerzen Sehstörungen Oberbauchschmerzen plötzliche starke Ödeme dauerhaft > 140/90   👉 Mein Rat: Wenn die diastolischen Werte häufiger ≥ 95 sind → bitte noch einmal melden. Das ist kein „Nerven“, sondern saubere Schwangerschaftsbetreuung.   Mein Gesamteindruck (und der ist wichtig)   Sie sind: aufmerksam informiert verantwortungsvoll  Dass Sie das Gefühl haben, gerade selbst alles „zusammenhalten“ zu müssen, ist emotional sehr belastend – und dieses Gefühl ist absolut berechtigt. Gerade am Ende der Schwangerschaft darf Betreuung nicht halbherzig sein. Und jetzt ganz wichtig: Sie machen das richtig gut. Genießen Sie – so gut es geht – diese letzten Wochen. Ihre kleine Bauchbewohnerin ist sehr gut aufgehoben. 🌸 Herzliche, ruhige Grüße aus Ulm nach Nürnberg Ihr Dr. Gagsteiger


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Liebe Johanna, vielen Dank für Ihre warmen Worte – die haben mich wirklich gefreut 😊. Und vor allem: Sie haben genau richtig gehandelt, indem Sie ins Krankenhaus gegangen sind. Das war kein „übervorsichtig“, sondern medizinisch absolut klug. 1. Gesamteindruck aus dem Arztbrief (das Wichtigste zuerst)   Der zusammenfassende Satz des Kollegen ist entscheidend – und der ist klar positiv: Eutrophes Kind, unauffällige Sonomorphologie, unauffällige Doppler Das ist kein höflicher Standardtext, sondern fachlich begründet. Weder Wachstumsrestriktion noch Plazentainsuffizienz, und kein Hinweis auf fetalen Stress.         2. Zu den Perzentilen – warum „nicht 50 %“ völlig okay ist   Perzentilen werden oft missverstanden. Wichtig ist:   Alles zwischen ca. 10. und 90. Perzentile ist normal Entscheidend ist:   Stimmigkeit der Parameter zueinander Wachstum über die Zeit Dopplerwerte       🔹 BPD 88,7 mm (15 %)   Ja, das fällt Ihnen zu Recht ins Auge – aber:   Der Kopfumfang (KU 22 %) liegt passend dazu Die Abdomenwerte sind höher Das Femur ist sogar bei 89 %   👉 Das spricht nicht für ein Problem, sondern für eine individuelle Proportion:   eher längeres Kind etwas schmalerer Kopf keine Asymmetrie, keine „Kopfschonung“   Gerade bei Kindern, die nicht exakt „rund gerechnet“ sind, ist das häufig. Ganz wichtig: Ein pathologischer BPD wäre isoliert niedrig UND begleitet von auffälligem Doppler – das ist hier nicht der Fall.         3. CPR PI 1,67 (10 %) – der entscheidende Punkt   Sie haben den sensibelsten Wert erkannt 👍.   Was ist CPR?     Verhältnis A. cerebri media / A. umbilicalis Marker für fetale Anpassung bei Plazentainsuffizienz     Wie ist Ihr Wert zu bewerten?     10 % ist die untere Normgrenze ABER:   Umbilikalarterie: völlig unauffällig MCA: unauffällig Fruchtwasser: normal Gewichtszunahme: vorhanden     👉 Interpretation: Kein Hinweis auf relevante Zentralisation, sondern ein Wert an der unteren Norm – klinisch derzeit ohne Bedeutung. Wäre das kritisch, hätte der Kollege:   engmaschige Kontrollen CTG-Überwachung ggf. zeitnahe Entbindung empfohlen   Das ist alles nicht passiert, weil es nicht nötig ist.         4. Gewichtsdifferenz: gestern 26 %, heute 38 %   Das ist ein schönes Beispiel dafür, warum Einzelmessungen nicht überbewertet werden dürfen:   Ultraschall-Schätzfehler: ±10–15 % Unterschiedliche Geräte / Untersucher   👉 Kein reales „Abfallen“, sondern normale Messvarianz.         5. Blutdruck – Ihre Werte realistisch eingeordnet   Ihre Messreihe zeigt:   keine anhaltende schwere Hypertonie eher eine grenzwertige, schwankende diastolische Tendenz   Wichtig:   Keine Proteinurie Keine Symptome Normale Doppler   Das passt sehr gut zu Ihrer Anamnese:   familiäre Hypertonieneigung bereits in der 1. Schwangerschaft ähnliche Werte     Meine Einschätzung:   Ja – wenn es so bleibt, ist das aktuell vertretbar. Richtig ist:   weiter 3× täglich messen bei wiederholt ≥140/90 melden bei Symptomen sofort reagieren   Der Fokus liegt – völlig korrekt – auf: „Geht es dem Kind gut?“ Und das tut es.         6. Streptokokken-B-Abstrich   Hier hat der Kollege völlig recht:   Üblich: SSW 35–37 SSW 39 wäre zu spät   Sehr gut, dass das jetzt erledigt ist 👍. Das zeigt erneut: Ihre Intuition war goldrichtig. 7. Vaginale Geburt nach Sectio & Uterusruptur-Risiko Ihre Ausgangsbedingungen sind sehr gut: Sectio nicht wegen Wehenschwäche Muttermund war bereits vollständig eröffnet Sectio 2022 → zeitlicher Abstand günstig unauffällige Narbe kein Narbenschmerz in der Schwangerschaft    Reales Risiko:    ca. 0,3–0,7 % bei geplanter vaginaler Geburt eher untere Grenze bei Ihrer Vorgeschichte   Ja: Viele Frauen verspüren Warnzeichen:  Narbenschmerz in Wehenpausen Druckgefühl atypische Schmerzen pathologisches CTG   Deshalb: kontinuierliche Überwachung sofortige Reaktionsmöglichkeit   👉 Ihre Einschätzung ist richtig: Sie gehören sehr wahrscheinlich zu der großen Mehrheit, bei der es gut geht.     8. Mein Fazit – ganz ehrlich   Ihre Schwangerschaft ist medizinisch stabil Ihr Kind ist gut versorgt Ihre Sorgen sind fachlich begründet, nicht „ängstlich“ Das Krankenhaus hat genau das getan, was man erwarten darf   Und noch etwas Wichtiges: Dass Sie sich dort besser aufgehoben gefühlt haben, ist kein Zufall – sondern ein Hinweis darauf, wie Betreuung sich anfühlen sollte, gerade kurz vor Termin.   Und keine Sorge: Sie nerven nicht. Sie handeln verantwortungsvoll – für sich und Ihr Kind. Herzliche Grüße Ihr Dr. Gagsteiger 🌿


the.flower

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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, Danke für Ihre Mühe, die Sie sich machen. Sie verstehen und beruhigen mich und zeigen mir aber auch auf, worauf ich achten soll, sodass ich Ihnen nur das große Kompliment machen kann, wie gut Sie es schaffen, auf mich einzugehen und das online. Auf der anderen Seite ist es kein gutes Zeichen, dass ich bei Ihnen ein besseres Gefühl habe als bei meiner eigenen Frauenärztin vor Ort. Und gerade fühle ich mich schon wieder unsauber betreut von ihr und das kurz vor dem Ziel in Schwangerschaftswoche 38. Ich würde Ihnen deswegen gern die Situation schildern und wieder fragen, was Sie an meiner Stelle tun würden. Es belastet mich emotional, selbst alles zusammenhalten zu müssen, vor allem wenn es wieder Probleme gibt. Der Gedanke, dass medizinisch gerade wieder nicht alles ok ist und es jetzt so langsam aber jederzeit losgehen könnte (unser Sohn kam ja in Schwangerschaftswoche 38 ohne jegliche Vorankündigung durch vorzeitigen Blasensprung), gefällt mir gar nicht. Meine Blutdruckwerte sind seit Sonntag eher schlechter geworden: So Morgen: 144/97 So Nachmittag: 136/91 So Abend: 137/95 Mo Morgen: 140/101 Mo Nachmittag: 129/90 Mo Abend: 136/98 Di Morgen: 138/94 Di Nachmittag: 140/95 Gestern ging es mir nicht so gut. Morgens wachte ich schon mit Kopfschmerzen auf und hatte deshalb beschlossen, auf Sie zu hören und mich gleich bei der Frauenärztin zu melden. Außerdem habe ich nach der zweiten Behandlung der bakteriellen Vaginose (erst Arilin vaginal, dann Amoxicillin/Clavulansäure oral) schon wieder ein Brennen und einen pH-Wert von 5,8 gemessen. Der Ausfluss riecht nicht wahnsinnig übel, aber er ist so extrem viel. Manchmal läuft es so aus mir, dass selbst eine Slipeinlage die Menge schon nicht mehr auffängt. Ich erinnere mich an viel Ausfluss zum Ende der Schwangerschaft meines Sohnes, aber so viel? Dann kamen gestern tagsüber auch noch Wehen dazu, teilweise wieder im 15-Minuten Takt, der Bauch wurde so hart und zumindest so stark, dass ich mich schon konzentrieren musste und mich fragte, ob es losgeht. Da war ich dann echt erledigt, wollte mich hinlegen, was aber mit dem Sodbrennen wieder nicht besser war. Dann war es wieder vorbei. Wegen des Blutdrucks, der Kopfschmerzen und des auffälligen pH-Werts habe ich gestern auf den Rückruf meiner Frauenärztin gewartet, was mir die MFA am Telefon so zugesichert hatte. Aber es kam und kam gar nichts :( Da habe ich mich wieder über die halbherzige Betreuung geärgert. Heute Morgen habe ich keine Kopfschmerzen mehr, die Wehen sind auch wieder weg, wobei ich täglich in unregelmäßigen Abständen dieses periodenartige Ziehen merke und jedes CTG immer Wehen zeigt, aber der Muttermund war bisher immer geschlossen. Ich habe mich also heute Morgen wieder bei der Frauenärztin gemeldet und gesagt, dass ich noch immer auf den Rückruf warte und dann hieß es plötzlich, ich sollte jetzt einfach gleich vorbeikommen. Dieses unzuverlässige Nachlaufen nervt mich langsam. Letztlich hat die Frauenärztin den Urin kontrolliert, der wieder unauffällig war und einen neuen Abstrich gemacht, wollte mir aber nicht gleich ohne Abstrich ein neues Antibiotikum geben. Sie hat auch einen pH-Wert von 5,8 gemessen und im Mikroskop wieder Bakterien gesehen. Das beunruhigt mich langsam, im Hinblick darauf, dass die BV jetzt erstmal wieder tagelang unbehandelt bleibt und die Geburt immer näher rückt. Auf der anderen Seite verstehe ich natürlich, dass es nach zwei Antibiotika vielleicht auch keinen Sinn macht, irgendein drittes drauf zu werfen? Warum werde ich diese Bakterien nicht los? Ich verstehe es nicht. Ich habe während der Amoxicillineinnahme wegen der eitrigen Nebenhöhlenentzündung so aufgepasst, gleich Döderlein zu nehmen und trotzdem ist es wieder derselbe Mist. Ich trage täglich frische Baumwollunterwäsche, wasche diese heiß und benutze nur pH-neutrale Vagisanseife. Können das in der Schwangerschaft die Hormone sein, die mich nicht aus diesen Infektionen rauslassen? Finden Sie die Entscheidung richtig, den Abstrich abzuwarten? Das dauert wieder bis mindestens Ende der Woche und dann weiß sie bestimmt wieder erstmal nur den Namen der Bakterien, aber noch nicht worauf sie sensibel reagieren. Und dann ist Schwangerschaftswoche 39. Oder ich nehme so lange zumindest Milchsäurezäpfchen weiter oder ist das zu wenig bei BV? Gynoflor von der Frauenärztin habe ich noch. Döderlein habe ich aufgebraucht, habe aber noch zwei Gynophilus protect. Die nimmt man aber nur alle 4 Tage? Soll ich mit Gynoflor abwechseln? Und ist es richtig, den Blutdruck jetzt so „laufen zu lassen“? So klang es von meiner Ärztin, weil ja kein Eiweiß im Urin war. Für sie war der Fall damit erledigt. Oder sollte der gesenkt werden? Oder ich frage die Hausärztin nach einer Langzeitblutdruckmessung? Ich bin nicht so ganz gekocht und gebraten, wie man so schön sagt. Oder einfach nur selbst und wenn er noch mehr steigt wieder melden? Noch etwas banales: am Sonntagabend waren wir auf einer Geburtstagsfeier eingeladen. Da gab es als Nachtisch eine Kugel Eis. Nach der halben Kugel habe ich mich gefragt, ob das nicht etwas nach Alkohol schmeckt. Als die Gastgeberin auf der Verpackung nachschaute, hatte ich leider recht: 1,9% Kirschwasser. Ich habe dann nicht mehr weiter gegessen, aber ein bisschen Alkohol hat die kleine Maus dadurch natürlich leider abbekommen :( Ich wollte das dann nicht dramatisieren, es war keine Absicht und ist ja sowieso zu spät gewesen, aber gut war das natürlich nicht. Denken Sie, so spät in der Schwangerschaft dürfte da hoffentlich nichts passiert sein, denn eigentlich ist die Kleine ja so gut wie fertig entwickelt? Unser Sohn (3 Jahre) hatte die Kugel sogar schon ganz aufgegessen als wir es bemerkt haben :( er wirkte danach aber ganz normal und nicht angetrunken. Ich hatte nur ein schlechtes Gewissen meinen beiden Kindern gegenüber, es nicht sofort bemerkt zu haben. Im Eis ist der Alkohol ja auch sicherlich nicht verkocht.  Zum Abschluss meiner Nachricht noch etwas wichtiges, was ich Ihnen mitgeben will: Sie sind wirklich tip top! Sie machen das online gründlicher, nehmen sich mehr Zeit, und das immer mit viel Verständnis, als andere vor Ort. Langsam steigt die Vorfreude, die kleine Bauchbewohnerin endlich kennen zu lernen, sehr. Und obwohl es langsam überall zwickt, der Druck nach unten zunimmt und ich bei jedem Umdrehen nachts aufwache, genießen wir die Ruhe vor dem Sturm und die Dreisamkeit noch so gut es mit einem fordernden Kleinkind eben geht. Es ist nur schade, wenn die medizinische Betreuung gerade kurz vor der Termin etwas unschön läuft. Ich schicke Ihnen aus Dankbarkeit ganz viele Sonnenstrahlen aus dem wunderschönen und sehr winterlichen Nürnberg! Hier hat es gestern 30cm Neuschnee gegeben, die Schule entfiel und heute auch. Mein Mann hat seinen Sport durch das Schippen gemacht, unser Sohn bei der Schlittenfahrt und auch heute war es für mich noch abenteuerlich mit dem Auto zur Frauenärztin zu kommen. Mein Mann meinte schon scherzhaft, die Bauchbewohnerin soll bitte noch warten bis man wieder anständig Auto fahren kann :) Ich habe fast den Eindruck, bei uns ist die Lage schlimmer als noch weiter südlich. Versinkt Ulm auch? Herzliche Grüße nach Ulm! :)


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Tag, erst einmal: Danke für Ihre offenen Worte und Ihr Vertrauen.  Ich gehe Ihre Punkte der Reihe nach durch – strukturiert, damit Sie innerlich wieder etwas Ordnung bekommen.   1) Blutdruck & Kopfschmerzen – das ist  nicht banal   Ihre Werte liegen wiederholt im grenzwertig-pathologischen Bereich (≥ 140 systolisch und ≥ 90 diastolisch), teilweise sogar mit diastolischen Werten um 100–101. Dass kein Eiweiß im Urin nachweisbar ist, ist gut – aber es schließt ein relevantes Risiko nicht aus. 👉 Wichtig: Präeklampsie kann initial ohne Proteinurie beginnen Kopfschmerzen sind ein ernstzunehmendes Warnsymptom In SSW 38 ist man nicht mehr im Abwarten-Modus, sondern im Sicherheits-Modus   Was ich an Ihrer Stelle tun würde: ❗️ Einmalig zeitnah (noch diese Woche) Vorstellung in einer Geburtsklinik / Schwangerenambulanz Dort: serielles Blutdruck-Monitoring Blutuntersuchung (Leberwerte, Thrombozyten, LDH) CTG + klinische Einschätzung   Eine Langzeit-RR-Messung über die Hausärztin kann, ist aber weniger sinnvoll als eine klinische Einschätzung, da Sie kurz vor Termin sind.   💡 Kurz gesagt: „Laufen lassen“ würde ich diese Konstellation nicht. Nicht panisch – aber konsequent kontrollieren.   2) Viele Wehen, harter Bauch, dann wieder Ruhe   Das passt gut zu:  unkoordinierten Vorwehen / Übungswehen plus körperlicher Erschöpfung plus Infekt-/Entzündungsstress   Dass der Muttermund bisher geschlossen ist, beruhigt. Dass CTGs Wehen zeigen, ist in dieser Phase normal, solange: keine Regelmäßigkeit mit Zunahme kein Blasensprung keine Blutung kein dauerhafter Schmerz   👉 Beobachten, schonen, trinken – und bei klarer Veränderung (regelmäßig, stärker, Druck nach unten + Ziehen) lieber einmal zu viel in die Klinik.   3) Bakterielle Vaginose – warum kommt das immer wieder?   Das ist einer der klassischen Schwangerschafts-Frustpunkte. Warum? Schwangerschaftshormone verändern den vaginalen pH Antibiotika (v. a. systemisch) schädigen die Laktobazillen Manche Keime sind hartnäckig, v. a. in der Spätschwangerschaft   Zur Entscheidung „Abstrich abwarten“   ➡️ Ja, das ist grundsätzlich richtig. Nach zwei Antibiotikatherapien blind ein drittes zu geben, wäre medizinisch nicht elegant. Ihre Sorge, dass „nichts passiert“, ist aber verständlich. Was Sie in der Zwischenzeit sinnvoll tun können:   ✔️ Gynoflor abends (enthält Estriol + Laktobazillen → in der Schwangerschaft sehr sinnvoll) ✔️ Gynophilus protect alle 3–4 Tage zusätzlich (Biofilm-hemmend) ❌ Reine Milchsäurezäpfchen allein wären bei pH 5,8 zu wenig   👉 Abwechseln ist völlig in Ordnung:   z. B. 5–6 Tage Gynoflor dann 1× Gynophilus dann wieder Gynoflor   Das Ziel ist jetzt Stabilisierung, nicht Perfektion. 💡 Wichtig: Eine BV kurz vor Termin ist unangenehm, aber kein Automatismus für Probleme beim Kind, wenn sie erkannt und beobachtet wird.   4) Alkohol im Eis – bitte lassen Sie das schlechte Gewissen los ❤️   Das sage ich ganz klar und ohne Relativierung:  Eine halbe Kugel Eis mit 1,9 % Kirschwasser in SSW 38   ➡️ Das ist medizinisch irrelevant. Die Organentwicklung ist abgeschlossen, das Nervensystem nicht empfindlich für diese minimale, einmalige Exposition. Auch Ihr Sohn hat keinen Schaden genommen. Das schlechte Gewissen zeigt nur, wie verantwortungsvoll Sie sind – nicht, dass etwas schiefgelaufen ist.   5) Was ich Ihnen jetzt ganz konkret raten würde   Kurz & klar:  Einmal (gern zeitnah) in eine Geburtsklinik zur Einschätzung von Blutdruck + Gesamtbild Vaginal: Gynoflor fortführen, Gynophilus ergänzend Bei erneutem deutlichem RR-Anstieg, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Oberbauchschmerz → nicht diskutieren, direkt Klinik Sich emotional nicht weiter alleine verantwortlich fühlen – das dürfen andere jetzt mittragen   Zum Schluss – ganz persönlich   Ihre Zeilen zeigen so viel Achtsamkeit, Wärme und Reflexion. Dass Sie die Dreisamkeit bewusst genießen, trotz Schnee, Sodbrennen, Nächte mit Umdrehen und innerer Anspannung – das ist wunderschön. Die kleine Bauchbewohnerin ist bereit. Und Sie auch – selbst wenn es sich gerade nicht so anfühlt. Ulm hat übrigens auch Schnee abbekommen ❄️ – aber Nürnberg scheint uns klar geschlagen zu haben 😉 Vielleicht hört Ihre Tochter ja tatsächlich auf Ihren Mann und wartet, bis die Straßen wieder fahrbar sind. Fühlen Sie sich bitte aus der Ferne ernst genommen, gesehen und begleitet. Und schicken Sie die Sonnenstrahlen gern weiter – ich nehme sie dankbar an ☀️ Herzliche Grüße nach Nürnberg Ihr Dr. Friedrich Gagsteiger


the.flower

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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, zu allererst bedanke ich mich von Herzen für Ihre wohl durchdachte, gründliche und einfühlsame Antwort. Es tut mir richtig gut, zu wissen, dass Sie mich aus der Ferne sehen und begleiten. Mehr als meine Ärztin vor Ort. Wäre ich nicht so kurz vor dem Ziel, würde ich mir jetzt vermutlich einen neuen Frauenarzt suchen. Ich unterteile meine Nachricht in drei Teile: Punkt 1: Blutdruck: Ich habe auf Sie gehört und bin gleich am nächsten Tag in die Schwangerenambulanz der Geburtsklinik gegangen und wurde dort auch sehr ernst genommen. Ich wurde sogar stationär aufgenommen, in einer Urinprobe war nämlich etwas Eiweiß. Es ging darum den Blutdruck zu überwachen, ggf. einzustellen, Blutwerte zu kontrollieren und ich wurde am Wochenende wieder entlassen und bin jetzt wieder zu Hause. Das Ergebnis: Urinprobe war nach der einen mit Eiweiß immer ok, die Blutwerte im Großen und Ganzen auch (jedenfalls momentan kein Hinweis auf Präeklampsie), aber zumindest leichter Bluthochdruck. Er ist wohl an der Grenze zu dem was man nur weiter beobachtet und was man medikamentös einstellt. Auch die Langzeitblutdruckmessung hat ergeben, dass er vor allem morgens immer zwischen 135-145/95-105 schwankt. Tagsüber geht er meistens nicht über 140/95. Einstellen sollte man ihn wohl ab 150/105-110. Da liege ich momentan darunter, aber knapp (zumindest diastolisch). Ich soll jetzt täglich 3 Mal weiter messen und sobald ich in die Richtung 150/105 komme, mich gleich wieder melden. Meine Frauenärztin soll außerdem Mitte der Woche wieder den Urin auf Eiweiß kontrollieren. Heute ist 38+1. Am besten wäre es wohl, nicht über ET zu kommen. Der Bauch hat sich auch schon gut gesenkt, unsere kleine Bauchbewohnerin liegt fest im Becken. Es ist jetzt auch echt alles kräftezehrend, jede Bewegung ist anstrengend, der Bauch riesig und ich fühle mich wie eine watschelnde Ente. Laufen ist jetzt auch echt nicht mehr angenehm, der Druck nach unten ist manchmal schon arg, es weht immer wieder, der Bauch wird dann hart und es zieht, aber es sind noch keine regelmäßigen Wehen. Gestern Abend hatte ich wieder den ganzen Abend Wehen, aber sehr unregelmäßig (mal nach 12 Minuten, dann nach 15 Minuten, dann nach 40 Minuten). Das CTG zeigte Wehen auch mit Intensität bis 90 zum Teil, der Muttermund ist weich, aber nicht geöffnet. Mir haben schon zwei Ärzte und meine Hebamme Geschlechtsverkehr empfohlen, damit es bald losgeht. Bei unserem Sohn hat das tatsächlich direkt auf den ersten Anlauf geklappt, in der 38. Schwangerschaftswoche. Es mag Zufall gewesen sein, aber wir hatten am Abend Geschlechtsverkehr und nachts um 3 hatte ich den Blasensprung. Haben Sie noch andere Tipps? Wie finden Sie das Vorgehen in Bezug auf Blutdruck, medikamentöse Einstellung, weitere Kontrollen? Sollten bestimmte Blutwerte erneut kontrolliert werden? Passiert es denn öfter, dass eine Präeklampsie sich erst noch später entwickelt? Würden Sie noch etwas vorschlagen? Ich hoffe, wir schaffen es jetzt noch irgendwie zur Geburt ohne weiter steigenden Blutdruck, ohne Präeklampsie und ohne Einleitung und mit einer einigermaßen guten Betreuung. Eine Einleitung möchte ich nicht so gerne, so lange eine Präeklampsie ausgeschlossen werden kann. Ein Arzt im Krankenhaus hatte mich darauf hingewiesen, dass bei schon erfolgter Sectio in der 1. Schwangerschaft es immer besser ist, eine Einleitung zu vermeiden.  Punkt 2: Blutwerte: Leberwerte, Nierenwerte, Entzündungswerte waren ok, nur Hämoglobin nach der Eiseninfusion bei meiner Frauenärztin noch nicht ganz perfekt. Die Infusion bekam ich am 20.1. Ausgangswerte: Hb 10,2 g/dl Ferritin 24,5 µg/l Hb nach der Infusion (29.1.): 10,6 Halten Sie das jetzt für ausreichend für die Geburt? Punkt 3: bakterielle Vaginose Meine Frauenärztin hat mich heute informiert, dass der Abstrich Klebsiella oxytoca ergeben hat (Menge: reichlich). Im letzten Abstrich wurden jeweils reichlich Gardnerella vaginalis, Proteus mirabilis und Klebsiella oxytoca gefunden. Sie waren alle sensibel auf Amoxicillin/Clavulansäure, was ich dann verschrieben bekam. Wieso sind die Klebsiella oxytoca dann noch immer da, frage ich mich? Noch liegt das Resistenzprofil für die Klebsiella oxytoca nicht vor, vermutlich am Mittwoch wenn ich bei der Frauenärztin bin. So lange will sie mit dem Antibiotikum noch warten. Ich verstehe das, mache mir aber gleichzeitig Sorgen, dass diese Bakterien bis zur Entbindung nicht weg sein werden. Am Mittwoch bin ich 1,5 Wochen vor ET (38+3). Würden sie die kleine Maus in reichlicher Menge nicht gefährden wenn sie durch den Geburtskanal kommt und sie direkt abbekommt? Der pH-Wert ist unverändert schlecht, sogar eher von 5,8 Richtung 7,0 gegangen. Es brennt, der Ausfluss ist unglaublich viel. Ich spüre, dass es überhaupt nicht passt. Und gibt es denn so ganz grundsätzlich überhaupt noch schwangerschaftstaugliche Antibiotika gegen diese Bakterien? Welches? Ich habe etwas Bammel, dass die Ärztin dann zu irgendeinem Antibiotikum 2. Wahl greift. Ich wechsle gerade weiter zwischen Gynophilus protect und Gynoflor ab. Und dann fiel mir noch ein, dass uns unter diesen Bedingungen vielleicht auch nicht so schlau ist, Geschlechtsverkehr zu haben? Sonst würde ich meinen Mann anstecken und er mich wieder zurück? Ich denke, im Krankenhaus hatte das keiner auf dem Schirm, dass es ja gleichzeitig noch das Problem der BV gibt. Der Streptokokken B Test war zum Glück negativ. Darf ich mich nach dem Termin bei meiner Frauenärztin am Mittwoch wieder melden? Bei Ihnen fühle ich mich sehr gut aufgehoben :) Ich freue mich schon sehr auf Ihre Antwort! :) Die Aufregung steigt langsam sehr wann die kleine Bauchbewohnerin sich auf den Weg machen möchte. Nachdem unser Sohn schon in der 38. Woche kam, hoffen wir bei ihr auch, dass sie sich nicht noch allzu lange schön machen will ;) Die Straßen sind auch wieder fahrbar. Sie hat brav abgewartet ;) Es ist jetzt wirklich anstrengend zu Hause mit Kleinkind und hochschwanger. Wir lassen unseren Sohn seit heute vom Kindergarten zu Hause um zu vermeiden, dass er genau zur Geburt noch einmal Influenza und Co. nach Hause bringt, aber das heißt natürlich auch, dass er gerne viel bespaßt werden möchte und ich viel am Boden mit ihm herumkriechen muss... Ich würde ich Ihnen wieder Sonnenstrahlen schicken, aber Nürnberg ist gerade grau in grau. Aber im Herzen habe ich immer Sonnenstrahlen und schicke Ihnen welche davon :) Herzliche Grüße aus Nürnberg nach Ulm!


the.flower

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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, jetzt beginne ich wieder mit dem Satz, dass ich Sie nicht nerven möchte. Aber da Sie auf meine Nachricht von Montag noch nicht geantwortet haben und ich jetzt schon wieder schreibe, möchte ich das nochmal ausdrücklich betonen, dass es nicht meine Absicht ist, Sie dauernd mit Nachrichten zu nerven. Ich stelle Ihnen die Lage kurz dar, weil ich nach dem Termin bei meiner Frauenärztin heute wieder ein kleines bisschen beunruhigt bin und hoffe, sie hat alles Wichtige und Richtige gemacht. Sie sehen mich und beurteilen die Situation immer sehr gründlich und deshalb frage ich gerne nach Ihrer Meinung :) Es war heute bei 38+3 die letzte Schwangerenvorsorge falls ich nicht über ET (So, 15.2.) komme, sonst muss ich am 16.2. wiederkommen. CTG war o.B. Die kleine Maus war meist bei einem Herzschlag von 150, dieses Mal auch keine Wehen sichtbar. Das war aber glaube ich eher Zufall, weil die letzten CTGs Wehen gezeigt haben und ich abends am Sofa oft welche spüre, aber eben noch sehr unregelmäßig. Im Ultraschall sah alles gut aus. Sie wurde geschätzt auf 3026g (26. Perzentile, ähnlich wie letztes Mal), 49cm und 32,5cm Kopfumfang. Während fast der gesamten Schwangerschaft war sie immer zwischen der 55. und 60. Perzentile und seit den erhöhten Blutdruckwerten abgesunken, doch auch in der Schwangerenambulanz waren die Dopplerwerte ja ok. Ihre Schamlippen sind zu, was laut meiner Frauenärztin darauf hindeutet, dass sie bereit ist (formuliere ich das richtig?). Was mich doch wieder beunruhigt: Blutdruck war heute bei der Ärztin wieder zu hoch (153/101), zu Hause aber meistens nicht über 145/95-max. 100 und dieses Mal war Eiweiß im Urin. Im Mutterpass sogar als ++ (Doppel-Plus) notiert. Nach meinem 3-tägigen „Ausflug“ im Krankenhaus letzte Woche (habe Ihnen in der Nachricht am Montag berichtet) macht mir das doch wieder etwas Sorgen. Die Ärztin hat das heute immerhin etwas ernster genommen als letztes Mal. Sie hat zumindest die Durchblutung der Nabelschnur und der Gebärmutter selbst gemessen und die waren jeweils o.B. Sie hat mir dann auch gesagt, ich sollte weiterhin zwei Mal täglich Blutdruck messen und mich melden wenn er weiter steigt, doch nachdem ich am letzten Wochenende im Krankenhaus noch keine Präeklampsie hatte, schien sie mir diesbezüglich eher entspannt. Ich versuche, das auch zu bleiben, aber im Krankenhaus war beim letzten Mal auch kein Eiweiß im Urin im Gegensatz zu heute. Ich habe ihr dann gesagt, dass mich das jetzt doch wieder beunruhigt und dann hat sie selbst vorgeschlagen, wieder ein Blutbild zu machen (kleines Blutbild, Nierenwerte, Leberwerte). Das Ergebnis erhalte ich am Freitag. Denken Sie, alles Wichtige und Richtige wurde damit gemacht und ich kann eher entspannt die Werte am Freitag abwarten, weil vor einer Woche im Krankenhaus die Blutwerte auch o.B. waren oder kann sich eine Präeklampsie auch von heute auf morgen schnell entwickeln auch wenn die Blutwerte vor einer Woche noch nicht so aussahen? Mir macht es Sorgen, dass jetzt auf einmal Eiweiß ++ im Mutterpass steht neben den Ausrufezeichen beim Blutdruck. Und zweite Frage: Das ist auch etwas verwirrend für mich, weil ich unterschiedliche Aussagen von zwei Personen bekommen habe. Meine Hebamme hat gestern bei der Akupunktur den Bauch abgetastet und findet, dass die Bauchbewohnerin schon schön tiefer gesunken ist und ich bei Blasensprung noch in Ruhe duschen, unseren Sohn verräumen usw. kann und mein Mann und ich innerhalb der nächsten 12 Stunden selbst ins Krankenhaus fahren sollten. Im Gegensatz zu unserem Sohn damals (BEL) liegt sie ja in SL. Die Frauenärztin hat heute beim Tasten durch die Scheide heute kein Köpfchen tasten können und mir gesagt, dass das Köpfchen noch nicht fest im Becken liegt und ich im Falle eines Blasensprungs auf jeden Fall liegend mit RTW ins Krankenhaus fahren sollte und wir auch nicht lange warten sollten und gleich den RTW rufen sollten. Gilt das nur bei einem filmreifen Blasensprung oder auch bei Tröpfeln, wenn ich vielleicht nicht einmal sicher bin, ob es ein Blasensprung ist? Ist laufen dann in so einem Fall in Ordnung? Bei unserem Sohn kam es ja in der 38. Schwangerschaftswoche zu diesem filmreifen Blasensprung bei BEL und ich hatte damals den Eindruck, dass die Sanitäter auch nicht dafür ausgebildet sind. Einerseits waren sie entspannt und haben mich damals gefragt, ob ich die Treppe selbst runterlaufen möchte. Ich wäre dazu in der Lage gewesen, habe es aber verneint, weil mir die Ärztin sagte, dass ich gar nicht mehr laufen soll. Andererseits haben sie mich dann mit Blaulicht gefahren und der Sanitäter, der hinten mit mir mitfuhr, hat mich alle paar Minuten gefragt, ob ich Wehen habe. Ich hatte das Gefühl, er war selbst etwas gestresst, evtl. Geburtshilfe bei einem Baby in BEL im Krankenwagen leisten zu müssen ohne dazu ausgebildet zu sein. Haben Sie sonst noch Anregungen für mich? Ich versuche auf jeden Fall positiv zu denken und ruhig die Blutwerte am Freitag abzuwarten. Darf ich sie Ihnen dann schicken? Hoffentlich lässt sich die Bauchbewohnerin nicht mehr ewig Zeit… wir sind schon so aufgeregt, sie endlich kennen zu lernen und in unsere Arme zu schließen :) Herzliche Grüße aus Nürnberg nach Ulm! :)


the.flower

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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, ich fühle mich sehr unwohl, Sie diese Woche schon zum 3. Mal zu kontaktieren und komme mir wie eine Nervensäge vor. Ich hoffe, Ihnen geht es gut und Sie haben sich nur noch nicht gemeldet, weil keine Zeit dazu war, was ich voll und ganz verstehen kann :) Wenn ich Ihnen auf die Nerven gehe, tut es mir sehr leid. Das will ich nicht. Ich würde mich auch nicht schon wieder melden, wenn ich nicht gerade in großer Sorge wäre :( und gleichzeitig denken würde, dass Sie immer eine durchdachte Antwort für mich parat haben und mich ernst nehmen :) Unseren Sohn haben wir am Donnerstag positiv auf Covid getestet (3-fach Test Influenza, Covid, RSV). Innerhalb einer Minute war der Test sowas von knallpositiv. Da gibt es keinen Zweifel. Ich kann es kaum glauben. Das Testergebnis hat mich so geschockt. Ausgerechnet jetzt, mein Alptraum. Wir haben ihn seit Montag extra aus dem Kindergarten zu Hause gelassen. Er muss es auf den letzten Metern aufgegabelt haben, denn am Montag, also 3 Tage nach dem letzten Kindergartentag, ging die verstopfte Nase los. Nach Influenza und der eitrigen Nebenhöhlenentzündung kann ich echt nicht mehr. Was haben wir ausgerechnet diesen Winter nur für ein Pech!! Jetzt fehlt nur noch RSV in der Sammlung :( Er hat Fieber bis 39,5 Grad und eine verstopfte Nase. Er hat es in seinen 4 Lebensjahren schon zum 4. Mal (in jedem Lebensjahr einmal, zuletzt vor etwas über einem Jahr im November 2024). Wir behandeln ihn symptomatisch mit Nurofensaft. Es geht ihm nicht gut, da leidet man als Eltern mit, noch dazu zwei Mal Influenza und jetzt noch Covid innerhalb von zwei Monaten. Ich weiß nicht, ob Rücksprache mit der Kinderärztin überhaupt Sinn macht, denn sie wird ihn ja auch nur symptomatisch behandeln können?  Hochschwanger (38+6, ET ist genau Sonntag in einer Woche) geht das wirklich körperlich und emotional an meine Grenzen. Es zwickt überall, ich habe so Sodbrennen, ich schlafe schlecht, weil der dicke Bauch einfach stört, beim Laufen drückt es nach unten, immer wieder habe ich Vorwehen und gleichzeitig ein krankes anhängliches Kind, das mich braucht. Isolieren geht nicht, es ist auch sicherlich schon zu spät, er hat ja im Grunde schon seit Montag Symptome und wir haben ihn erst am Donnerstag getestet, weil er da anfing zu fiebern. Ich spüre heute schon ein Halskratzen und eine verstopfte Nase und denke, ich habe mich schon angesteckt. Ich bin zwar wie unser Sohn auch dreifach genesen und dreifach geimpft, das letzte Covid ist aber schon über 1 Jahr her und die letzte Impfung noch länger. Meine Frauenärztin wollte mich in der Schwangerschaft nicht nochmals impfen, sie meinte, 3 Impfungen und 3 Covid-Infektionen würden mich ausreichend schützen. Ich habe keine panische Angst vor einem schweren Verlauf, aber allein schon mit Fieber und Co. zu entbinden stelle ich mir die Hölle vor. Bisher haben wir es immer alle drei bekommen, ich hatte immer Fieber bei Covid und hätte in diesem Zustand niemals entbinden wollen. Vielleicht erwischt es mich ja dieses Mal weniger oder die Symptome gehen morgen wieder weg, ich hoffe noch etwas, aber die letzten Male hat es auch immer so angefangen. Vor allem mache ich mir Sorgen um unsere Bauchbewohnerin. Eigentlich habe ich jetzt keinen Termin mehr bei der Frauenärztin vor Entbindungstermin, erst wieder am Tag danach (16.2.) falls sie bis dahin nicht das Licht der Welt erblickt hat. Wären, falls ich mich die nächsten Tage positiv teste, kommende Woche (40. Schwangerschaftswoche) irgendwelche Kontrollen sinnvoll? Oder nicht? Kann Covid sich auf die Plazenta/Durchblutung oder sonst etwas negativ auswirken?  Ich sorge mich natürlich auch, dass die Kleine sich gleich in ihren ersten Lebenstagen von mir ansteckten könnte wenn sie jetzt kommt. Laut meiner Hebamme isoliert man die Kinder im Krankenhaus nicht von der Mutter, was mir natürlich auch das Herz brechen würde wenn es so wäre. Aber wie gefährlich Covid wohl für ein Neugeborenes ist? Wie verhalte ich mich ihr gegenüber richtig? Maske? Handdesinfektion? Ganz normal stillen? Worauf sollte im Krankenhaus nach ihrer Geburt geachtet werden? Ich will nicht alleine entbinden, ich hoffe, mein Mann darf trotzdem mit, auch wenn er bis dahin positiv wäre. Er hat noch keine Symptome. Ich will nicht panisch werden, aber zumindest psychisch vorbereitet sein. In meinem Kopf ist gerade großes Durcheinander und ich sorge mich wie die Geburt jetzt wohl wird. Wir wollten die Bauchbewohnerin so gerne bald kennenlernen, aber jetzt hoffen wir, sie lässt sich noch etwas Zeit. Sollte ich am Montag Kontakt zu meiner Frauenärztin aufnehmen? Sie wollte sich am Freitag eigentlich auch noch mit den Blutwerten (kleines Blutbild, Nierenwerte, Leberwerte) bei mir melden, weil ja wieder der Blutdruck erhöht war und Eiweiß ++ im Urin war, aber die Werte waren am Morgen, als ich anrief, noch nicht da und ab 11:30 Uhr kam ich telefonisch nicht mehr durch :( So hab ich mir das Schwagerschaftsende nicht vorgestellt :( Ich mag nicht mehr. Haben Sie irgendwelche Tipps oder etwas anzumerken? Danke und herzliche Grüße aus Nürnberg :)


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Abend,, zuerst eines ganz klar – und das möchte ich wirklich deutlich sagen: Sie nerven nicht. Punkt. Sie melden sich, weil Sie in einer medizinisch und emotional extrem anspruchsvollen Situation sind: hochschwanger, vorbelastet durch Blutdruck-Thematik, bakterielle Vaginosen, jetzt ein krankes Kind zu Hause und die reale Sorge vor einer eigenen Infektion. Das ist keine Nervosität – das ist Verantwortung. Und die tragen Sie sehr gut. Leider bin ich im Moment auf Reisen. Deshalb kann es länger dauern, bis ich antworte.        1. Blutdruck, Eiweiß im Urin, Präeklampsie – die wichtigste Frage zuerst     Kann sich eine Präeklampsie  spät  und auch  relativ rasch  entwickeln?   ➡️ Ja, das kann sie. Aber – und das ist entscheidend – Sie werden bereits korrekt überwacht. Was für Sie spricht:   Sie waren stationär, mit vollständiger Diagnostik Blutwerte (Leber, Niere, Gerinnung) waren unauffällig Doppler (Plazenta, Nabelschnur) waren unauffällig Der Blutdruck ist grenzwertig, aber nicht entgleist Keine anhaltenden Warnsymptome wie starke Kopfschmerzen, Flimmern, Oberbauchschmerz   Was man ernst nehmen muss:   Wiederholt RR >150/100 Eiweiß ++ im Urin (das ist neu und relevant)   👉 Das Vorgehen Ihrer Frauenärztin jetzt ist richtig. Erneute Kontrolle von:   Blutbild Leberwerte (AST, ALT) Nierenwerte (Kreatinin) ggf. LDH ggf. Harnsäure   reicht vollständig aus, um eine Präeklampsie aktuell einzuordnen.   Wichtig für Sie:     Eine Präeklampsie entsteht nicht innerhalb von Stunden unbemerkt Selbst wenn sich Werte verändern, ist man in SSW 39–40 nicht zu spät, sondern im Gegenteil in einer Phase, in der man sehr gut reagieren kann   👉 Sie dürfen die Werte vom Freitag abwarten, ABER: bei   anhaltendem RR ≥150/105 Kopfschmerz, Sehstörungen, Oberbauchschmerz plötzlicher deutlicher Verschlechterung des Allgemeinbefindens   → sofort wieder in die Klinik, ohne Zögern. Ihr Wunsch, eine Einleitung zu vermeiden, ist absolut legitim. Gleichzeitig gilt: Gesunde Mutter geht immer vor Geburtsmodus. Das sehen die Kliniken genauso – und Sie sind dort in guten Händen.         2. Hb und Eisen – reicht das für die Geburt?   Kurz und ehrlich: ➡️ Ja, das reicht.   Ausgangs-Hb: 10,2 Nach Infusion: 10,6 Ferritin war niedrig, aber nicht dramatisch   Für eine vaginale Geburt ist ein Hb >10 akzeptabel, vor allem:   Sie haben Eisen bekommen Der Trend ist steigend Es gibt keinen Hinweis auf aktive Blutung   Perfekt wäre >11 – aber perfekt ist nicht notwendig, sondern ausreichend stabil, und das sind Sie.         3. Bakterielle Vaginose / Klebsiella – Ihre Sorge ist verständlich, aber ich möchte sie relativieren     Warum ist die Klebsiella noch da?     Antibiotika verändern das vaginale Milieu Klebsiella ist kein klassischer BV-Keim, sondern oft ein Mitläufer Entscheidend ist nicht sterile Vaginalflora, sondern keine hochpathogenen Keime     Gefahr für Ihr Baby bei der Geburt?   ➡️ Sehr gering.   Streptokokken B sind negativ – das ist der wichtigste Punkt Klebsiella oxytoca ist kein typischer Neugeborenen-Problemkeim Neugeborene kommen nicht steril, sondern werden kolonisiert – das ist normal     Antibiotika kurz vor Geburt?     Es gibt schwangerschaftstaugliche Optionen Ein Abwarten bis zum Resistogramm ist richtig Eine „Antibiose auf Verdacht“ kurz vor Geburt ist nicht automatisch sinnvoll   Ihre Maßnahmen (Gynophilus / Gynoflor) sind absolut korrekt.   Geschlechtsverkehr?   In der aktuellen Situation: ➡️ Ich würde darauf verzichten, nicht wegen „Ansteckung“, sondern um:   Schleimhautreizung zusätzliche Keimverschleppung unnötige Irritation   zu vermeiden.         4. Blasensprung – gehen oder liegen?   Hier herrscht oft Verwirrung, deshalb ganz klar:   Filmreifer Blasensprung (plötzlich viel Flüssigkeit): → liegend transportieren, RTW rufen – korrekt. Tröpfeln / unklarer Abgang: → ruhig bleiben, hinlegen, Klinik kontaktieren, dann Vorgehen klären. Ein paar Schritte sind kein Drama, aber nicht „spazieren gehen“.   Dass Hebamme und Ärztin unterschiedlich einschätzen, liegt daran, dass Tastbefunde subjektiv sind. Entscheidend ist das klinische Vorgehen, nicht die Wortwahl.         5. Covid beim Kind – jetzt ganz wichtig: Sie sind nicht schuld   Ich sage das bewusst: Sie haben alles richtig gemacht. Kinder holen sich Infekte manchmal trotz aller Vorsicht.   Zu Ihrem Sohn:     Symptomatische Therapie ist korrekt Rücksprache mit Kinderärztin ist sinnvoll, allein zur Dokumentation     Zu Ihnen:     Dreifach geimpft + mehrfach genesen = guter Schutz vor schweren Verläufen Selbst wenn Sie sich infizieren: → das bedeutet nicht automatisch eine Gefährdung Ihres Babys     Auswirkungen auf Plazenta / Kind?     Bei mildem oder moderatem Verlauf: keine relevante Gefährdung In SSW 39–40 ist die Plazenta reif, das Risiko gering     Geburt mit oder nach Covid?     Sie dürfen stillen Maske, Händehygiene – ja Trennung von Mutter und Kind: nein, das macht man heute nicht mehr routinemäßig Ihr Mann darf in der Regel mit – das klärt die Klinik           6. Was ich Ihnen jetzt konkret rate     Blutdruck weiter messen, wie besprochen Blutwerte abwarten – Sie dürfen mir diese gerne schildern Bei Erkältungssymptomen:   Testen Fieber senken Viel trinken   Sich erlauben zu sagen: „Ich darf erschöpft sein. Das heißt nicht, dass ich schwach bin.“           Und zum Schluss – ganz persönlich   Sie tragen gerade sehr viel. Ein krankes Kind. Eine späte Schwangerschaft. Medizinische Unsicherheiten. Und trotzdem bleiben Sie reflektiert, informiert, liebevoll. Das ist Stärke. Ihre kleine Bauchbewohnerin ist bereit. Und Sie sind es auch – auch wenn es sich gerade nicht so anfühlt. Melden Sie sich jederzeit. Herzliche Grüße Ihr Dr. Friedrich Gagsteiger


the.flower

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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, zu allererst bedanke ich mich von Herzen für Ihre wohl durchdachte, gründliche und einfühlsame Antwort obwohl Sie auf Reisen sind. Das ist wieder mal top top :) Es gibt große News: Unsere kleine Mia ist heute mit 2920g, 48cm und 35cm Kopfumfang bei Schwangerschaftswoche 39+0 um 10:58 Uhr geboren :) Wir sind überglücklich und voller Liebe! :) Sie ist gesund, es geht ihr gut und es hat trotz der 1.Sectio bei meinem Sohn dieses Mal mit der vaginalen Geburt geklappt. Mir geht es soweit auch ganz gut, ich bin noch sehr müde und mein Kreislauf ist noch sehr schwach. Die letzte Nacht habe ich ab 1 Uhr gar nicht mehr geschlafen, weil ich immer stärkere Wehen bekam. Noch dazu hat unser Sohn auf 39,5 Grad gefiebert. Mein armer Mann hatte mit uns beiden gleichzeitig gut zu tun. Morgens um 7 waren die Wehen immer stärker und alle 5 Minuten, sodass wir ins Krankenhaus fuhren. Da war mein Muttermund schon 7-8cm offen und ich sollte direkt in den Kreißsaal! Dass bei der BEL unseres Sohnes damals der Muttermund schon komplett offen war obwohl es dann in der Austreibungsphase zum Geburtsstillstand und zur Sectio kam, hat sich wirklich ausgezahlt. Heute ging der Muttermund super toll und flott auf. Die Pressphase hat sich aber leider auch heute als problematischer herausgestellt als die Eröffnungsphase. Die kleine Prinzessin kam trotz allem Pressen und Umlagern nicht so wirklich raus und es hat sich über so viele Wehen gezogen, dass ich kaum mehr Kraft hatte. Mit der Saugglocke hat es dann geklappt. Ich denke, bei einer BEL wäre es wieder zur Sectio gekommen. Ich habe einen Scheidenriss, der genäht werden musste. Außerdem habe ich sehr stark (stärker als normal) geblutet, weil wohl nicht alle Eihautreste rauskamen. Ich bekam dann erst nur kurz Oxytocin, was aber nicht geholfen hat. Dann bekam ich noch intravenös eine höher dosierte Oxytocininfusion über 30 Minuten und es wurde noch einmal heftig unangenehm auf meinem Bauch gedrückt um alles rauszukriegen. Der Arzt sagte, wenn das nicht klappen sollte, bräuchte ich noch heute eine Ausschabung. Es scheint aber geklappt zu haben, denn es war keine Rede mehr von der Ausschabung, doch ich habe den Arzt nach der Infusion nicht mehr gesehen. Hätte hier noch ein Ultraschall stattfinden sollen oder ist das unnötig und ertastbar? Woran würde ich Eihautreste noch bemerken? Und sollte ich morgen bei der Visite nach Hb fragen? Und muss der Verdacht auf Präeklampsie noch weiter verfolgt werden oder hat der sich jetzt erübrigt? Mein Kreislauf ist noch sehr wackelig, mir wird beim Aufstehen noch schummrig und unten tut beim Sitzen natürlich noch alles weh, aber es ist von den Schmerzen kein Vergleich zur Sectio bei meinem Sohn, sofern viel besser. Ich bin so froh, dass es vaginal geklappt hat :) Würden Sie morgen bei der Visite bestimmte Fragen stellen? Unserem Sohn geht es mit Covid heute leider richtig schlecht. Er hatte 40,4 Fieber und brauchte dann Paracetamol und Nurofensaft fast gleichzeitig damit es ihm wenigstens etwas besser geht. Wir mussten ihn natürlich leider trotz Krankheit zu den Großeltern verräumen, die jetzt bestimmt auch Covid bekommen, Weindörfer kleine Mia es eilig hatte. Vielleicht sollte mein Mann morgen mit ihm zur Kinderärztin oder denken Sie, das ist bei der Diagnose Covid nicht nötig weil man nur Symptome behandeln kann? Jedenfalls tut es mir sehr leid um ihn und seine Schwester kann er so auch nicht besuchen :( Meine Symptome (Halsschmerzen und verstopfte Nase) sind zum Glück gerade wieder weg, sodass ich es vor der Geburt nicht mehr geschafft habe, mich zu testen. Ich hoffe, unsere kleine Mia bekommt nicht gleich Covid wenn wir voraussichtlich am Dienstag nach Hause kommen… Ich denke, einen Tag länger im Krankenhaus bleiben geht nicht so einfach nur aus Nestschutzgründen, oder? Was denken Sie? Ich freue mich auf eine Ihre Antwort :) Gute Reise und herzliche Grüße aus Nürnberg :)


the.flower

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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, Ich hätte einen kurzen Nachtrag bzw. wollte Sie fragen ob Sie dasselbe wie ich denken: ich weiß noch immer nicht den Hb-Wert. Ich habe schon die Ärztin bei der Visite und auch die Ärztin bei der Abschlussuntersuchung heute Abend gefragt, weil mir noch immer schwindlig ist. Ich habe heute eine Ringerlösung bekommen und das hat geholfen, aber bei jedem Aufstehen merke ich noch den Kreislauf. Gestern habe ich das Blut vom Kopf richtig absacken gespürt als ich aufgestanden bin. Eine Schwester war zum Glück dabei und hat mich sofort ins Bett zurück gebracht und die Füße hoch gehalten und mir gesagt, ich soll unbedingt klingeln und noch nicht alleine zur Toilette gehen. Sie meinte, ich hätte bei der Nachgeburt 700ml Blut verloren. Ist das sehr viel? Ich bekam dann sofort Oxytocin und das half noch nicht und dann bekam ich über ein Stunde einen Oxytocintropf und wurde überwacht und immer wieder auf dem Bauch gedrückt. Danach hat sie eine Ärztin geholt, weil sie ein Hämatom und eine Schwellung an der Scheide gesehen hat. Ich weiß nicht ob es da ist wo die Scheide gerissen ist und genäht wurde. Die Ärztin befand aber, dass es nicht ausgeräumt werden muss und dass ich 2 Mal täglich Diclac 50mg Zäpfchen nehmen soll. Das Personal ist super nett, alle helfen, doch manchmal weiß die Linke nicht was die Rechte tut. Laut Ärztin bei der Visite bleiben wir bis Mittwoch und sollte der Hb unter 10 sein, bekäme ich noch eine Eiseninfusion. Und dann kam plötzlich am Abend eine Assistenzärztin zur Abschlussuntersuchung. Ich habe ihr gesagt, dass ich gerne erstmal meinen Hb-Wert wüsste bevor ich so heimgeschickt werde. Sie hatte ihn noch nicht nachgeschaut. Außerdem hat unsere kleine Maus noch keine einzige der Untersuchungen, denen wir zugestimmt haben, bekommen. Es fehlen noch Hörscreening, Herzultraschall, Untersuchung durch Versenblut, U2, RSV-Impfung. Wenn sie das einem Neugeborenen alles an einem Vormittag antun wollen, wird sie sicherlich völlig unentspannt sein. Ich werde mich morgen bei der Visite wehren. Es hieß ursprünglich auch, die U2 sei am Mittwoch, Tag der Entlassung und nicht am Dienstag. Die Geburt war ja am Sonntag. Fänden Sie eine Eiseninfusion nicht auch besser anstatt Eisentabletten falls der Hb zu niedrig ist? Bei welchem Wert wäre für Sie die Grenze? Seit der Geburt ist mein Darm auch maximal verwirrt, ich hatte noch keinen Stuhlgang und Eisentabletten machen das sicherlich nicht besser. Sollte ich nach einem Abführmittel fragen? Denken Sie auch, dass erst der Hb in Ordnung sein sollte bevor ich rausgeschmissen werde?  Die Milch kommt leider auch noch nicht so ganz obwohl Mia sich beim Abdocken wirklich gut macht (besser als ihr Bruder damals). Sie ist ja sowieso zart mit ihren 2920g und jetzt ist  sie bei 2790g. Ich hatte für den Fall eines zweiten nötigen Kaiserschnitts prophylaktisch etwas Kolostrum in Spritzen gesammelt und eingefroren. Das gebe ich ihr jetzt nach jeder Stillmahlzeit und sie verputzt es immer. Aber vielleicht müsste ich noch aktiver werden? Doch wie? So, jetzt schläft die kleine süße Maus endlich ganz ruhig und ich nutze die Gelegenheit bis zur nächsten Stillunterbrechung auch. Ihnen weiterhin gute Reise und ich danke für Ihre große Unterstützung :)


the.flower

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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, Ich hoffe, Sie haben eine schöne Reise- und Urlaubszeit. Ich möchte Ihre Zeit nicht zu lange in Anspruch nehmen, nur noch einmal etwas fragen, was dem aktuellen Stand entspricht auch wenn ich Ihnen damit schon die 3. Nachricht schicke. Mia und ich wurden am Mittwoch aus dem Krankenhaus entlassen. Bei Mia war bei der U2 alles gut, es wurden noch das Neugeborenen Hörscreening gemacht, die RSV Impfung gegeben, Versenblut für einige Untersuchungen entnommen. Alles o.B. Ein Kopfultraschall wegen der Saugglockengeburt war auch o.B. zum Glück. Nur beim Herzultraschall (um frühe Herzfehler zu entdecken) hat sie ein ganz kleines Loch, das in 4 Wochen kontrolliert werden soll, aber der Kinderkardiologe war nicht beunruhigt. Er meinte, das haben ganz viele Neugeborene und das wächst zu 99% zu bis zur Kontrolle. Ihr Gewicht ist leider noch ein Problem. Sie hat innerhalb von zwei Tagen von 2920g auf 2640g abgenommen und damit fast die 10% erreicht und sie wurde leicht gelb. Mir wurde dann im Krankenhaus Stress mit Zufüttern gemacht und ich hatte den Eindruck, dass ihr das zwar hilft, sie aber noch fauler an die Brust geht und damit erst recht keine Milch produziert wird. Bei jedem Andocken schläft sie nach 3 Minuten ein. Sie dockt wunderbar ganz alleine an, aber sie saugt wenig und ist so schnell müde. Aus der Flasche kommt die Milch natürlich schneller und bequemer. Meine Hebamme möchte jetzt eine andere Strategie verfolgen: weniger zufüttern, mehr anlegen, sie öfter wecken. Gibt es denn Präparate, die die Milchbildung anregen? Oder würden Sie noch etwas anderes zusätzlich empfehlen?  In meinem Mutterpass wurde eingetragen:  SSW: 39+0 Geburtsdatum: 08.02.2026 Geburtszeit: 10:58 Geschlecht: W Geburtsmodus: Vakuum-Extraktion von BB Kindslage: aus v.HHL Gewicht: 2920g Länge/Kopfumfang: 48 cm / 35 cm Apgar: 9/10/10 NA-pH/NA-BE: 7.22 Fehlbildungen: keine Entbindungsrisiken: Z.n.Sectio, protrahierte Geburt/Geburtsstillstand in der Austreibungsperiode bei BEL Komplikationen bei der Geburt: Atonie; Scheidenriss Geburtsverletzungen: Damm intakt Hb: 9,7 RR 135/90 gyn. Befund normal: ja Der Scheidenriss wurde genäht. Ich habe 700ml Blut verloren, weil nach der Nachgeburt die Gebärmutter sich nicht richtig zusammenzog. Es wurde etwas hektisch auf meinem Bauch herumgedrückt um Eihautreste zu holen, das klappte nicht. Dann sagte der Arzt, ich sollte sofort an den Oxytocintropf und bräuchte eine Ausschabung in Vollnarkose falls wir es nicht in der nächsten Stunde hinbekommen. Ich wurde noch eine Stunde beobachtet und immer wieder der Bauch gedrückt. Dann gab es Entwarnung und Mia und ich wurden auf Station gebracht. Ich soll jetzt Eisentabletten nehmen, aber mir ist noch immer oft schwindlig. Wäre nicht eine Infusion besser? Bei der Frauenärztin? Was denken Sie? Außerdem ist mein Darm noch etwas verwirrt nach der Entbindung und der Stuhlgang noch etwas problematisch. Ich denke, die Eisentabletten machen das nicht besser. Meine Hebamme hat außerdem festgestellt,  dass meine Rektusdiastase 3-4 Finger groß ist und findet das sehr viel. Ich soll nur über die Seite aufstehen, ab und zu eine Schulterbrücke machen und mich unbedingt zur Rückbildung anmelden. Sie wird sie genau beobachten, bei einer größeren müsste man operieren. Das hat mir etwas Angst gemacht. Warum und ab wann operiert man das? Kann das jetzt im Wochenbett noch größer werden? Was kann ich dagegen tun? Haben Sie sonst noch Anregungen oder Anmerkungen für mich? Ich danke Ihnen sehr für Ihre Unterstützung :) Wir sind gerade zu viert wie in einer kleinen Blase zu Hause und genießen diese Kennenlern- und Kuschelzeit sehr. Der große Bruder hat uns wegen seiner Covid-Infektion ja leider nicht im Krankenhaus besuchen können. Es hat sich wie ein Wunder zum Glück aber keiner angesteckt. Er ist so liebevoll mit seiner kleinen Schwester und hat sich so gefreut, sie kennen zu lernen. Da liefen bei mir die Freudentränchen :) wie sagt man so schön? Im Wochenbett fließt es überall: das Blut, die Tränen, die Milch :) Herzliche Grüße aus Nürnberg :)


Dr. Friedrich Gagsteiger

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Was für wundervolle Nachrichten. Herzlichen Glückwunsch zur Geburt Ihrer kleinen Mia. 39+0, 2920 g, 48 cm – das klingt nach einem sehr stimmigen Start ins Leben. Und nach einer starken Mutter. Eine vaginale Geburt nach Sectio ist kein Selbstläufer. Das haben Sie großartig gemacht. Ich gehe Ihre Fragen jetzt ruhig und strukturiert durch.         1. Die Blutung und die Eihautreste   Zunächst: Das, was Sie schildern, klingt nach einer atone bzw. subatone Nachblutung mit Verdacht auf Plazentarest oder Eihautreste. Das ist nicht selten.   Was üblicherweise gemacht wird:     Uterus tasten (Fundusstand, Konsistenz) manuelle Kontrolle Oxytocin ggf. höher dosierte Infusion ggf. uteriner Druck (Crede-Handgriff) nur bei Persistenz → Kürettage   Wenn danach:   der Uterus gut kontrahiert ist, die Blutung deutlich nachlässt, Kreislauf stabil bleibt,   → dann ist kein zwingender Ultraschall erforderlich. Ein Ultraschall kann hilfreich sein, aber: Frische Blutkoagel und Restgewebe sehen sonographisch oft ähnlich aus. Die klinische Beurteilung ist entscheidender.   Woran würden Sie Restgewebe bemerken?   Achten Sie auf:   erneut zunehmende starke Blutung große Koagel anhaltend weicher, hochstehender Uterus Fieber übel riechender Wochenfluss zunehmende Unterbauchschmerzen   Solange die Blutung normaler Wochenfluss ist und der Uterus sich gut zusammenzieht → sehr beruhigend.         2. Hb-Wert – unbedingt nachfragen   Ja. Nach starker Blutung und Ihrem wackeligen Kreislauf würde ich morgen aktiv fragen: „Wie ist mein Hb-Wert nach der Geburt?“ Wenn Hb < 10 g/dl → Eisen. Wenn deutlich darunter → je nach Symptomatik Infusion oder selten Transfusion. Ihr Schwindel beim Aufstehen kann sein:   Schlafmangel Flüssigkeitsmangel Blutverlust Kreislauflabilität nach Geburt   Das klärt sich mit Hb und Blutdruck.         3. Präeklampsie – erledigt oder nicht?   Mit der Geburt ist der Haupttrigger entfernt. Aber: Präeklampsie kann postpartal noch auftreten oder fortbestehen, typischerweise innerhalb der ersten 48–72 Stunden. Fragen Sie morgen:   „Wie sind meine Blutdruckwerte?“ „Wurden die Laborwerte (Leber, Thrombozyten) nochmal kontrolliert?“   Wenn Blutdruck jetzt normal ist und kein Eiweiß mehr im Urin → Thema wahrscheinlich abgeschlossen.         4. Ihre vaginale Geburt – realistische Einordnung   Die lange Pressphase mit Vakuum ist nach VBAC nicht ungewöhnlich. Entscheidend:   Keine Uterusruptur Keine Notsectio Vaginal gelungen Kein Vergleich zur Sectio-Schmerzintensität   Das ist ein sehr gutes Outcome. Der Scheidenriss: Sitzen ist unangenehm, klar. Kühlung, lokale Pflege, Zeit. In 7–10 Tagen deutlich besser.         5. Ihr Sohn mit Covid   40,4 °C ist hoch, aber bei Covid bei Kindern nicht ungewöhnlich. Zum Kinderarzt morgen? Ja, wenn:   Fieber > 3 Tage hoch bleibt er sehr apathisch ist schlecht trinkt Atemprobleme auftreten   Ansonsten ist es symptomatische Therapie:   Paracetamol oder Ibuprofen (nicht „fast gleichzeitig“, sondern im Wechsel mit Abstand) viel trinken Beobachtung   Ich verstehe, dass Ihnen das Herz bricht, dass er seine Schwester nicht sehen kann. Aber aktuell schützen Sie Mia damit.         6. Covid-Risiko für Mia   Neugeborene bekommen keinen klassischen „Nestschutz“ gegen Covid, nur Antikörper, wenn die Mutter welche hat. Entscheidend:   Hände desinfizieren kranker Bruder mit Abstand ggf. Maske bei Symptomen viel Lüften   Ein Tag länger im Krankenhaus nur aus Infektionsschutzgründen ist meist organisatorisch schwierig, medizinisch nicht zwingend notwendig, wenn Sie stabil sind. Viel wichtiger ist: Zu Hause klare Hygienestrategie.         7. Konkrete Fragen für die Visite morgen   Sie dürfen selbstbewusst fragen:   Wie hoch war mein Blutverlust geschätzt? Wie ist mein Hb heute? Ist der Uterus gut rückgebildet? Besteht sonographisch Restverdacht? Wie sind meine aktuellen Blutdruckwerte? Brauche ich Eisen? Wann darf ich mobilisieren? Worauf soll ich zu Hause achten?   Das sind kluge, sachliche Fragen.         8. Und jetzt das Wichtigste   Sie haben:   eine VBAC geschafft eine Saugglockengeburt durchgestanden eine stärkere Nachblutung gemeistert eine schlaflose Nacht überlebt ein fieberndes Kind im Hintergrund gehabt   Natürlich ist Ihr Kreislauf wackelig. Ihr Körper hat heute Hochleistungssport betrieben. Trinken. Langsam aufsetzen. Unterstützung annehmen. Kein Heldentum. Und erlauben Sie sich, stolz zu sein.       Wenn sich etwas anfühlt wie:   zunehmende Schwäche Herzrasen starke Blutung Kopfschmerz mit Blutdruckanstieg Fieber   → sofort melden. Ansonsten: Sie sind auf einem guten Weg. Und Mia? Die hat sich eine sehr entschlossene Mutter ausgesucht. Herzliche Grüße zurück nach Nürnberg.


Dr. Friedrich Gagsteiger

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Was für wundervolle Nachrichten. Herzlichen Glückwunsch zur Geburt Ihrer kleinen Mia. 39+0, 2920 g, 48 cm – das klingt nach einem sehr stimmigen Start ins Leben. Und nach einer starken Mutter. Eine vaginale Geburt nach Sectio ist kein Selbstläufer. Das haben Sie großartig gemacht. Ich gehe Ihre Fragen jetzt ruhig und strukturiert durch.         1. Die Blutung und die Eihautreste   Zunächst: Das, was Sie schildern, klingt nach einer atone bzw. subatone Nachblutung mit Verdacht auf Plazentarest oder Eihautreste. Das ist nicht selten.   Was üblicherweise gemacht wird:     Uterus tasten (Fundusstand, Konsistenz) manuelle Kontrolle Oxytocin ggf. höher dosierte Infusion ggf. uteriner Druck (Crede-Handgriff) nur bei Persistenz → Kürettage   Wenn danach:   der Uterus gut kontrahiert ist, die Blutung deutlich nachlässt, Kreislauf stabil bleibt,   → dann ist kein zwingender Ultraschall erforderlich. Ein Ultraschall kann hilfreich sein, aber: Frische Blutkoagel und Restgewebe sehen sonographisch oft ähnlich aus. Die klinische Beurteilung ist entscheidender.   Woran würden Sie Restgewebe bemerken?   Achten Sie auf:   erneut zunehmende starke Blutung große Koagel anhaltend weicher, hochstehender Uterus Fieber übel riechender Wochenfluss zunehmende Unterbauchschmerzen   Solange die Blutung normaler Wochenfluss ist und der Uterus sich gut zusammenzieht → sehr beruhigend.         2. Hb-Wert – unbedingt nachfragen   Ja. Nach starker Blutung und Ihrem wackeligen Kreislauf würde ich morgen aktiv fragen: „Wie ist mein Hb-Wert nach der Geburt?“ Wenn Hb < 10 g/dl → Eisen. Wenn deutlich darunter → je nach Symptomatik Infusion oder selten Transfusion. Ihr Schwindel beim Aufstehen kann sein:   Schlafmangel Flüssigkeitsmangel Blutverlust Kreislauflabilität nach Geburt   Das klärt sich mit Hb und Blutdruck.         3. Präeklampsie – erledigt oder nicht?   Mit der Geburt ist der Haupttrigger entfernt. Aber: Präeklampsie kann postpartal noch auftreten oder fortbestehen, typischerweise innerhalb der ersten 48–72 Stunden. Fragen Sie morgen:   „Wie sind meine Blutdruckwerte?“ „Wurden die Laborwerte (Leber, Thrombozyten) nochmal kontrolliert?“   Wenn Blutdruck jetzt normal ist und kein Eiweiß mehr im Urin → Thema wahrscheinlich abgeschlossen.         4. Ihre vaginale Geburt – realistische Einordnung   Die lange Pressphase mit Vakuum ist nach VBAC nicht ungewöhnlich. Entscheidend:   Keine Uterusruptur Keine Notsectio Vaginal gelungen Kein Vergleich zur Sectio-Schmerzintensität   Das ist ein sehr gutes Outcome. Der Scheidenriss: Sitzen ist unangenehm, klar. Kühlung, lokale Pflege, Zeit. In 7–10 Tagen deutlich besser.         5. Ihr Sohn mit Covid   40,4 °C ist hoch, aber bei Covid bei Kindern nicht ungewöhnlich. Zum Kinderarzt morgen? Ja, wenn:   Fieber > 3 Tage hoch bleibt er sehr apathisch ist schlecht trinkt Atemprobleme auftreten   Ansonsten ist es symptomatische Therapie:   Paracetamol oder Ibuprofen (nicht „fast gleichzeitig“, sondern im Wechsel mit Abstand) viel trinken Beobachtung   Ich verstehe, dass Ihnen das Herz bricht, dass er seine Schwester nicht sehen kann. Aber aktuell schützen Sie Mia damit.         6. Covid-Risiko für Mia   Neugeborene bekommen keinen klassischen „Nestschutz“ gegen Covid, nur Antikörper, wenn die Mutter welche hat. Entscheidend:   Hände desinfizieren kranker Bruder mit Abstand ggf. Maske bei Symptomen viel Lüften   Ein Tag länger im Krankenhaus nur aus Infektionsschutzgründen ist meist organisatorisch schwierig, medizinisch nicht zwingend notwendig, wenn Sie stabil sind. Viel wichtiger ist: Zu Hause klare Hygienestrategie.         7. Konkrete Fragen für die Visite morgen   Sie dürfen selbstbewusst fragen:   Wie hoch war mein Blutverlust geschätzt? Wie ist mein Hb heute? Ist der Uterus gut rückgebildet? Besteht sonographisch Restverdacht? Wie sind meine aktuellen Blutdruckwerte? Brauche ich Eisen? Wann darf ich mobilisieren? Worauf soll ich zu Hause achten?   Das sind kluge, sachliche Fragen.         8. Und jetzt das Wichtigste   Sie haben:   eine VBAC geschafft eine Saugglockengeburt durchgestanden eine stärkere Nachblutung gemeistert eine schlaflose Nacht überlebt ein fieberndes Kind im Hintergrund gehabt   Natürlich ist Ihr Kreislauf wackelig. Ihr Körper hat heute Hochleistungssport betrieben. Trinken. Langsam aufsetzen. Unterstützung annehmen. Kein Heldentum. Und erlauben Sie sich, stolz zu sein.       Wenn sich etwas anfühlt wie:   zunehmende Schwäche Herzrasen starke Blutung Kopfschmerz mit Blutdruckanstieg Fieber   → sofort melden. Ansonsten: Sie sind auf einem guten Weg. Und Mia? Die hat sich eine sehr entschlossene Mutter ausgesucht. Herzliche Grüße zurück nach Nürnberg.


Dr. Friedrich Gagsteiger

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Was für wundervolle Nachrichten. Herzlichen Glückwunsch zur Geburt Ihrer kleinen Mia. 39+0, 2920 g, 48 cm – das klingt nach einem sehr stimmigen Start ins Leben. Und nach einer starken Mutter. Eine vaginale Geburt nach Sectio ist kein Selbstläufer. Das haben Sie großartig gemacht.    1. Die Blutung und die Eihautreste   Zunächst: Das, was Sie schildern, klingt nach einer atone bzw. subatone Nachblutung mit Verdacht auf Plazentarest oder Eihautreste. Das ist nicht selten.   Was üblicherweise gemacht wird:     Uterus tasten (Fundusstand, Konsistenz) manuelle Kontrolle Oxytocin ggf. höher dosierte Infusion ggf. uteriner Druck (Crede-Handgriff) nur bei Persistenz → Kürettage   Wenn danach:   der Uterus gut kontrahiert ist, die Blutung deutlich nachlässt, Kreislauf stabil bleibt,   → dann ist kein zwingender Ultraschall erforderlich. Ein Ultraschall kann hilfreich sein, aber: Frische Blutkoagel und Restgewebe sehen sonographisch oft ähnlich aus. Die klinische Beurteilung ist entscheidender.   Woran würden Sie Restgewebe bemerken?   Achten Sie auf:   erneut zunehmende starke Blutung große Koagel anhaltend weicher, hochstehender Uterus Fieber übel riechender Wochenfluss zunehmende Unterbauchschmerzen   Solange die Blutung normaler Wochenfluss ist und der Uterus sich gut zusammenzieht → sehr beruhigend.         2. Hb-Wert – unbedingt nachfragen   Ja. Nach starker Blutung und Ihrem wackeligen Kreislauf würde ich morgen aktiv fragen: „Wie ist mein Hb-Wert nach der Geburt?“ Wenn Hb < 10 g/dl → Eisen. Wenn deutlich darunter → je nach Symptomatik Infusion oder selten Transfusion. Ihr Schwindel beim Aufstehen kann sein:   Schlafmangel Flüssigkeitsmangel Blutverlust Kreislauflabilität nach Geburt   Das klärt sich mit Hb und Blutdruck.         3. Präeklampsie – erledigt oder nicht?   Mit der Geburt ist der Haupttrigger entfernt. Aber: Präeklampsie kann postpartal noch auftreten oder fortbestehen, typischerweise innerhalb der ersten 48–72 Stunden. Fragen Sie morgen:   „Wie sind meine Blutdruckwerte?“ „Wurden die Laborwerte (Leber, Thrombozyten) nochmal kontrolliert?“   Wenn Blutdruck jetzt normal ist und kein Eiweiß mehr im Urin → Thema wahrscheinlich abgeschlossen.         4. Ihre vaginale Geburt – realistische Einordnung   Die lange Pressphase mit Vakuum ist nach VBAC nicht ungewöhnlich. Entscheidend:   Keine Uterusruptur Keine Notsectio Vaginal gelungen Kein Vergleich zur Sectio-Schmerzintensität   Das ist ein sehr gutes Outcome. Der Scheidenriss: Sitzen ist unangenehm, klar. Kühlung, lokale Pflege, Zeit. In 7–10 Tagen deutlich besser.         5. Ihr Sohn mit Covid   40,4 °C ist hoch, aber bei Covid bei Kindern nicht ungewöhnlich. Zum Kinderarzt morgen? Ja, wenn:   Fieber > 3 Tage hoch bleibt er sehr apathisch ist schlecht trinkt Atemprobleme auftreten   Ansonsten ist es symptomatische Therapie:   Paracetamol oder Ibuprofen (nicht „fast gleichzeitig“, sondern im Wechsel mit Abstand) viel trinken Beobachtung   Ich verstehe, dass Ihnen das Herz bricht, dass er seine Schwester nicht sehen kann. Aber aktuell schützen Sie Mia damit.         6. Covid-Risiko für Mia   Neugeborene bekommen keinen klassischen „Nestschutz“ gegen Covid, nur Antikörper, wenn die Mutter welche hat. Entscheidend:   Hände desinfizieren kranker Bruder mit Abstand ggf. Maske bei Symptomen viel Lüften   Ein Tag länger im Krankenhaus nur aus Infektionsschutzgründen ist meist organisatorisch schwierig, medizinisch nicht zwingend notwendig, wenn Sie stabil sind. Viel wichtiger ist: Zu Hause klare Hygienestrategie.         7. Konkrete Fragen für die Visite morgen   Sie dürfen selbstbewusst fragen:   Wie hoch war mein Blutverlust geschätzt? Wie ist mein Hb heute? Ist der Uterus gut rückgebildet? Besteht sonographisch Restverdacht? Wie sind meine aktuellen Blutdruckwerte? Brauche ich Eisen? Wann darf ich mobilisieren? Worauf soll ich zu Hause achten?   Das sind kluge, sachliche Fragen.         8. Und jetzt das Wichtigste   Sie haben:   eine VBAC geschafft eine Saugglockengeburt durchgestanden eine stärkere Nachblutung gemeistert eine schlaflose Nacht überlebt ein fieberndes Kind im Hintergrund gehabt   Natürlich ist Ihr Kreislauf wackelig. Ihr Körper hat heute Hochleistungssport betrieben. Trinken. Langsam aufsetzen. Unterstützung annehmen. Kein Heldentum. Und erlauben Sie sich, stolz zu sein.       Wenn sich etwas anfühlt wie:   zunehmende Schwäche Herzrasen starke Blutung Kopfschmerz mit Blutdruckanstieg Fieber   → sofort melden. Ansonsten: Sie sind auf einem guten Weg. Und Mia? Die hat sich eine sehr entschlossene Mutter ausgesucht. Herzliche Grüße zurück nach Nürnberg.


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Erstmal: Sie denken völlig richtig. Und Sie reagieren nicht „überempfindlich“, sondern strukturiert und verantwortungsvoll. Ich gehe das Punkt für Punkt durch.         1. 700 ml Blutverlust – ist das viel?   Nach vaginaler Geburt gilt:   Ø Blutverlust: ca. 300–500 ml 500 ml = postpartale Hämorrhagie 700 ml = moderat erhöhte Blutung, aber kein dramatisischer Ausnahmefall   Entscheidend ist nicht nur die Zahl, sondern:   Wie war Ihr Ausgangs-Hb? Wie reagieren Kreislauf und Symptome?   Ihr Schwindel beim Aufstehen + „Blut sackt ab“-Gefühl spricht für: → orthostatische Kreislauflabilität → möglicherweise relevanter Hb-Abfall Dass die Schwester Sie nicht alleine gehen lässt, ist absolut richtig.         2. Hb-Wert – hier haben Sie vollkommen recht   Ich sage es klar: Sie sollten den Hb-Wert kennen, bevor über Entlassung gesprochen wird. Orientierung:   Hb > 11 → meist problemlos Hb 10–11 → grenzwertig, je nach Symptomatik Hb 9–10 → häufig symptomatisch Hb < 9 → deutlich behandlungsbedürftig Hb < 8 → klare Indikation für i.v.-Eisen oder ggf. Transfusion je nach Klinik   Mit Schwindel würde ich persönlich sagen: Unter 10 und symptomatisch → i.v.-Eisen ist sinnvoller als Tabletten. Warum?   wirkt schneller keine Darmprobleme bessere Resorption Sie haben gerade ein Neugeborenes – Sie brauchen Energie   Sie denken absolut richtig.         3. Eiseninfusion vs. Tabletten   Ich würde bei:   Hb < 10 + Symptome → Infusion bevorzugen Hb 9 oder darunter → klar Infusion   Tabletten:   wirken langsam machen Verstopfung schlecht bei ohnehin trägem Darm postpartal   Und ja – Ihr Darm ist nach Geburt oft „beleidigt“:   Progesteronabfall Weichteilschwellung Schmerz Bewegungsmangel   Sie dürfen ganz klar nach einem milden Laxans fragen:   Lactulose Macrogol   Nicht warten, bis es weh tut.         4. Das Hämatom an der Scheide   Das ist nicht ungewöhnlich nach:   Vakuum Riss Pressphase   Wichtig ist:   Wird es größer? Zunehmende Schmerzen? Druckgefühl?   Wenn stabil und klein → konservativ + Diclofenac völlig korrekt.         5. Das organisatorische Chaos   Sie haben völlig recht: Neugeborenen-Screenings gebündelt an einem Vormittag sind Stress. Standard:   U2 zwischen 3.–10. Lebenstag Hörscreening meist vor Entlassung Pulsoxymetrie früher Fersenblut meist Tag 2–3 RSV je nach Saison   Sie dürfen sachlich sagen: „Ich möchte, dass die Untersuchungen sinnvoll verteilt werden.“ Das ist kein „Wehren“. Das ist Mitdenken.         6. Entlassung nur bei stabilem Hb?   Ich bin ganz bei Ihnen:   stabile Kreislaufsituation Hb bekannt Mobilisation möglich ohne Präsynkope kein expandierendes Hämatom   Dann Entlassung. Nicht: „Wird schon gehen.“ Sie müssen zu Hause funktionieren.         7. Gewichtsabnahme von Mia   2920 g → 2790 g Das sind ca. 4–5 % Gewichtsverlust. Bis 7–10 % physiologisch. Also: völlig im Rahmen. Und dass sie gut andockt, ist Gold wert.         8. Milch kommt noch nicht richtig?   Tag 2 nach Geburt? Völlig normal. Sie hatten:   lange Geburt Blutverlust Stress Oxytocin-Infusion Kreislaufprobleme   All das kann den Milcheinschuss verzögern. Sie machen es perfekt:   häufig anlegen Kolostrum zufüttern Ruhe nutzen   Wenn Sie aktiver werden wollen:   alle 2–3 Stunden anlegen ggf. nach dem Stillen 10 Minuten beidseits abpumpen (Stimulation!) viel trinken Haut-zu-Haut-Kontakt   Aber kein Aktionismus. Ihr Körper braucht gerade Regeneration.         9. Wichtigste Einschätzung   Sie zeigen:   klare klinische Beobachtung richtige Prioritäten sachliche Forderungen   Das ist souverän. Was ich morgen sagen würde: „Ich habe noch orthostatischen Schwindel. Bitte teilen Sie mir meinen Hb-Wert mit. Ab welchem Wert empfehlen Sie i.v.-Eisen?“ Das ist ruhig, fachlich und klar.         10. Und jetzt ganz ehrlich   Sie haben:   VBAC geschafft 700 ml Blutverlust kompensiert ein Hämatom Kreislaufstress Covid-Sohn im Hintergrund Stillbeginn   Natürlich sind Sie erschöpft. Ihr Körper hat heute ein großes Werk vollbracht. Jetzt ist Phase 2: Regeneration. Schlafen Sie, sobald Mia schläft. Nehmen Sie Hilfe an. Und bleiben Sie in dieser klaren, ruhigen Haltung. Sie machen das sehr gut.


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Zuerst: Sie klingen trotz allem stabil, reflektiert und sehr klar. Und dieses Bild am Ende – Blut, Tränen, Milch – trifft das Wochenbett ziemlich präzise.   1. Mia – Herzbefund   Ein „kleines Loch“ beim Neugeborenen ist fast immer ein:  kleines PFO (persistierendes Foramen ovale) oder kleiner muskulärer VSD   Beides ist extrem häufig. Wenn der Kinderkardiologe entspannt war, ist das entscheidend. 99 % schließen sich spontan. Kontrolle in 4 Wochen ist Standard, kein Alarmzeichen.      2. Gewichtsabnahme & Stillen   2920 g → 2640 g Das sind ~9,6 %. Grenzwertig, aber noch im physiologischen Rahmen. Problem ist weniger die Zahl – sondern: schläft nach 3 Minuten ein saugt wenig wird schnell müde Das ist typisch bei:   leichtem Ikterus verzögertem Milcheinschuss Geburtsstress leichter Anämie der Mutter (Milchbildung indirekt)   Ihre Hebamme denkt absolut richtig: Mehr Stimulation, weniger Flaschenbequemlichkeit.  Konkrete Strategie:     Alle 2–3 Stunden anlegen, auch nachts Vor dem Anlegen:   wickeln Füße kitzeln Hautkontakt   Währenddessen:   Brustkompression (Milchfluss aktiv halten)   Nach dem Stillen 10 Minuten beidseits abpumpen → das ist der stärkste Stimulus für Milchbildung   Flasche nur, wenn:   Gewichtsabnahme weitergeht Trinkschwäche persistiert Bilirubin steigt   Wenn zufüttern, dann möglichst:   Becher Löffel Brusternährungsset           3. Gibt es Mittel zur Milchsteigerung?   Ja – aber sekundär. Pflanzlich:   Bockshornklee Mariendistel Stilltee   Medikamentös (selten):   Domperidon (Off-label, ärztliche Entscheidung)   Aber: Der stärkste Stimulus ist Entleerung der Brust. Milchbildung ist Nachfrage-System.         4. Ihr Hb 9,7 – und weiterhin Schwindel   9,7 + Symptome → ich persönlich hätte Ihnen im Krankenhaus eine i.v.-Eisengabe angeboten. Warum?   schneller wirksam weniger Darmprobleme Sie sind im Wochenbett, nicht im Büro   Sie können das bei Ihrer Gynäkologin ansprechen. Hb < 10 + Schwindel → für mich klare Indikation zur Erwägung einer Infusion.         5. Darmprobleme   Postpartal normal:   Progesteronabfall Beckenbodenreizung Riss Schmerzhemmung Eisen   Sie dürfen:   Macrogol Lactulose viel trinken Flohsamenschalen   Nicht pressen – wegen Riss und Diastase.         6. Rektusdiastase 3–4 Finger   Das ist im frühen Wochenbett nicht dramatisch. Nach zwei Schwangerschaften ist das häufig. Wichtig:   In den ersten 8–12 Wochen operiert man praktisch nie. Man operiert nur bei:   persistierender >3–4 cm Diastase nach 6–12 Monaten funktionellen Beschwerden massiver Instabilität     Jetzt:   Seitlich aufstehen → richtig Kein Sit-up Kein schweres Heben Frühzeitige, sanfte Tiefenmuskulatur-Aktivierung Rückbildungskurs   Nein – sie wird jetzt im Wochenbett normalerweise nicht größer, wenn Sie sich vernünftig bewegen. Angst vor OP ist aktuell nicht nötig.         7. Atonie & Bauchdrücken   Das, was Sie schildern, war ein klassisches atones Geschehen. Sie sind stabil geblieben. Keine Ausschabung nötig. Das spricht dafür, dass letztlich keine relevanten Reste verblieben sind.         8. Ihre Gesamtsituation   Sie haben:   VBAC 700 ml Blutverlust Hb 9,7 Stillstart Ikterus-Baby Covid-Sohn hormonellen Crash   Natürlich sind Sie wackelig. Und trotzdem klingen Sie innerlich stabil.         9. Was ich jetzt priorisieren würde     Hb-Kontrolle in 1–2 Wochen Eiseninfusion erwägen Konsequent anlegen + pumpen Gewicht engmaschig kontrollieren Schlaf über alles stellen           10. Und jetzt etwas Wichtiges   Sie analysieren alles medizinisch korrekt. Aber vergessen Sie nicht: Wochenbett ist kein Examen. Es ist Chaos, Hormone, Müdigkeit, Liebe, Unsicherheit. Und das, was Sie am Ende schreiben – der große Bruder, die Tränen – das ist das Entscheidende. Sie sind als Familie angekommen. Der Rest sind lösbare, medizinisch gut steuerbare Themen. Sie machen das sehr gut.


the.flower

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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, vielen herzlichen Dank für die Glückwünsche zur Geburt unserer kleinen Mia und für Ihre wirklich ausführlichen Antworten. Sie sind sehr feinfühlig und verstehen die Situation ausgesprochen gut :) Es ist so eine wunderschöne Familienzeit zum Kuscheln, man kann dieses Glück und diese Liebe nicht in Worte fassen. Mia ist eine so zuckersüße und bis jetzt so brave Maus. Sie lässt alles geduldig mit sich machen, lässt sich ablegen, wickeln, weint gar nicht viel. Wenn es so bleibt, ist sie wirklich ein pflegeleichtes Baby :) und ich bin so froh, dass es vaginal dieses Mal geklappt hat. Als die Pressphase so unerträglich lang war und ich es vor Schmerzen nicht mehr ausgehalten habe und mir auch noch die Kraft ausging und ich merkte, dass die Hebamme meinte, es läuft nicht mehr so gut, habe ich vor Angst gefleht, dass ich bitte bitte nicht nochmal einen Kaiserschnitt möchte. Der Arzt meinte dann, wir schaffen das schon ohne. Dann musste ich zwar in Positionen gehen, die ich unerträglich fand und empfand die Saugglocke als extrem schmerzhaft, weil dann selbst in den Wehenpausen der Schmerz extrem war, aber sie hat zum Ziel geführt und ich bin so glücklich, jetzt nicht wieder diese Schmerzen nach einem Kaiserschnitt zu erleben :) Gestern hat Mia Clusterfeeding gemacht, sie wollte alle Stunden an die Brust und das war wirklich anstrengend, aber es hat dazu geführt, dass die Milch endlich richtig eingeschossen ist und sie langsam beginnt, zuzunehmen. Die Hebamme hat sie vor und nach dem Trinken gewogen und sie hatte plötzlich 60ml aus einer einzige Seite bekommen. Das ist das Doppelte von dem, was wir zufüttern sollten. Heute trinkt sie sich mit kräftigen Schlücken satt und ist danach wie im Milchkoma und lange Zeit zufrieden. Doch leider habe ich jetzt heute das Gefühl, dass es jetzt schon direkt zu viel Milch ist und sich die Brust entzündet. Sie fühlt sich heiß und so prall an und schmerzt sehr und es fröstelt mich immer wieder. Ich lege mich heute schon viel hin, weil es mir wirklich überall weh tut. Unten vom Riss und Hämatom und oben von der Milch. Der Hormoncrash tut dann sein Übriges dazu. Mir ist auch immernoch schwindlig und im Nachhinein ärgert es mich, dass ich keine Eiseninfusion im Krankenhaus bekommen habe, sondern nur Eisentabletten, vor allem weil Sie gestern geschrieben haben, dass Sie mir eine Infusion gegeben hätten. Jetzt nehme ich Flohsamenschalen (Ihr Vorschlag) gegen die Verstopfung. Die ist doppelt unschön, weil ich seit der Geburt zusätzlich echt schmerzhafte Hämorrhoiden habe. Das hilft etwas, aber ich denke, die Eisentabletten sind ungut. Sie meinten, Hb-Kontrolle in 1-2 Wochen. Soll ich vielleicht eher zur Kontrolle um eine Infusion zu bekommen? Morgen kommt auch meine Hebamme wieder und ich frage sie, was sie mir für die Brust empfiehlt, doch ich schätze Ihre Ratschläge sehr und wollte auch Sie fragen. Was kann ich tun?  Haben Sie noch Anmerkungen oder Tipps? Die sind immer tip top :) Herzliche Grüße aus Nürnberg :) 


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Abend, zuerst: Was für eine kraftvolle Geburt. Sie haben gekämpft, gezweifelt, gelitten – und es geschafft. Vaginal, trotz Angst, trotz Erschöpfung, trotz Saugglocke. Das ist keine „kleine“ Leistung. Das ist beeindruckend. Und jetzt liegen Sie da – unten wund, oben gespannt, hormonell durchgeschüttelt – und halten dieses kleine Wunder im Arm. Genau so fühlt sich Wochenbett oft an: Himmel und Hölle gleichzeitig. Ich gehe Ihre Punkte strukturiert durch.         🍼 1️⃣ Brust – Milchstau oder normale Einschussphase?   Das klingt sehr nach Milcheinschuss + beginnender Stau, noch nicht zwingend nach Mastitis. Typisch jetzt:   heiße, pralle Brust Druckschmerz Frösteln allgemeines Krankheitsgefühl   Wichtig: Jetzt konsequent handeln, damit es nicht kippt.   Was Sie heute konkret tun sollten:   Vor dem Stillen:   5–10 Minuten Wärme (warmer Waschlappen, Dusche) Brust sanft ausstreichen   Beim Stillen:   häufig anlegen (alle 2–3 h) Kinn des Babys Richtung verhärtete Stelle Position variieren   Nach dem Stillen:   kühlen! (Quarkwickel oder Kühlpad) nur minimal abpumpen, wenn noch Spannung bleibt (nicht leerpumpen!)   Zusätzlich:   viel Ruhe (Sie machen das richtig) viel trinken BH nicht zu eng   ⚠️ Wenn:   Fieber > 38,5 deutliche Rötung starke Gliederschmerzen   → sofort ärztlich vorstellen. Dann reden wir über Antibiotika. Aber im Moment klingt es noch wie „zu viel Angebot nach Clusterfeeding“. Das reguliert sich oft innerhalb von 24–48 Stunden.         🧠 2️⃣ Hormoncrash & Schwindel   Das ist eine Mischung aus:   Östrogenabfall Schlafmangel Geburtstrauma möglicher Anämie   Dass Sie noch schwindelig sind, nehme ich ernst. Sie hatten:   lange Pressphase Saugglocke Hämatom   Das heißt: Blutverlust war wahrscheinlich nicht minimal.   Meine klare Haltung:   Wenn Sie:   deutlich schwindelig sind sich kraftlos fühlen Hb vermutlich unter 10 liegt   Dann würde ich nicht zwei Wochen warten. Ich würde:   diese Woche Hb kontrollieren Ferritin mitbestimmen bei Hb < 10 oder Ferritin sehr niedrig → Eiseninfusion erwägen   Gerade im Wochenbett darf man großzügiger sein. Sie müssen funktionieren – für sich und Mia. Eisentabletten + Hämorrhoiden + Obstipation = unnötige Quälerei. Das dürfen Sie aktiv ansprechen.         🚽 3️⃣ Verstopfung & Hämorrhoiden   Sie machen mit Flohsamenschalen alles richtig. Zusätzlich sinnvoll:   viel trinken ggf. Lactulose niedrig dosiert lokal z.B. Hamamelis-Salbe oder Posterisan akut beim Stuhlgang nicht pressen   Wichtig: Erst weich machen, dann kommt die Heilung.         💛 4️⃣ Emotionale Verarbeitung der Geburt   Was Sie schildern – die Angst vor dem Kaiserschnitt, das Flehen, das Ausgeliefertsein – das darf nachhallen. Auch wenn das Ergebnis wunderschön ist, war es körperlich und emotional grenzwertig. Wenn Sie merken, dass:   Bilder immer wieder kommen Sie nachts unruhig werden Sie die Szene gedanklich durchspielen   Dann sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Ärztin darüber. Früh darüber reden verhindert spätere Verarbeitungsschwierigkeiten. Aber im Moment klingt es nach normaler Erschöpfung, nicht nach Trauma.         🧒 Mia   60 ml aus einer Brust – das ist hervorragend. Milchkoma nach kräftigem Trinken – perfektes Zeichen. Clusterfeeding war kein Problem, sondern die Lösung. Sie machen das sehr gut.         🎯 Meine klare Prioritätenliste für Sie     Heute konsequent Brustmanagement Hb zeitnah kontrollieren (nicht erst in 2 Wochen, wenn Sie sich schwach fühlen) Weichen Stuhl sichern Schlafen, wann immer Mia schläft Sich bewusst sagen: „Ich darf gerade angeschlagen sein.“   Sie sind nicht „zu empfindlich“. Sie sind eine Frau im Wochenbett. Und das ist physiologisch eine Extremphase.       Wenn morgen die Hebamme kommt, lassen Sie:   Brust anschauen Temperatur kontrollieren ggf. einen Stau gezielt massieren   Und falls heute Abend Fieber kommt, bitte direkt reagieren.       Sie machen das beeindruckend gut. Und ja – diese Liebe kann man nicht in Worte fassen. Aber man sieht zwischen Ihren Zeilen, wie sehr Sie angekommen sind. Herzliche Grüße zurück nach Nürnberg und streichen Sie Mia einmal sanft über das Köpfchen von mir.


the.flower

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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, was für eine herzliche und einfühlsame Rückmeldung von Ihnen :) Vielen lieben Dank :) Da sind mir gleich die Tränen gekommen, dass Sie Mia über ihr kleines Köpfchen streicheln :) Sie sagen es genau richtig. Das Wochenbett ist Himmel und Hölle zugleich. Dieses kleine süße zerbrechliche Wunder schaut einen plötzlich mit großen Rehaugen an. Man schmilzt dahin. Gleichzeitig tut alles weh und jede Kleinigkeit bringt einen zum Weinen und man weiß gar nicht warum. Die Hormone schütteln einen ganz schön durch. Diesen Spagat zwischen zwei Kindern hinzubekommen, finde ich anspruchsvoll, vor allem dem großen Bruder noch immer gerecht zu werden. Wir haben ihn noch nicht wieder in den Kindergarten, da es dort gerade einige RSV Fälle gibt und uns das selbst mit Mias Impfung zu heiß ist. Aber immer wenn ich mich hinlege habe ich ein schlechtes Gewissen und verschiebe es erstmal auf etwas später um mit dem Großen erst etwas zu spielen, damit er nicht das Gefühl hat, Mama ist nicht mehr da. Aber es strengt mich sehr an, denn die Nächte sind auch anstrengend obwohl Mia nicht öfter als 2 Mal nachts stillen will und mein Mann alles andere nachts gerade übernimmt. Sie ist leicht zu befriedigen, allerdings macht sie bei fast jedem Stillen Kaka in die Windel, am liebsten natürlich in eine frische Windel, sodass die Nächte vor allem deshalb hart sind. Ich bin sehr froh über alle Ihre Ratschläge, wie ich eine Brustenzündung jetzt möglichst vermeiden kann. Habe alles befolgt. Die Hebamme hat sich die Brust heute angeschaut und massiert, weil sie da schon einen Milchstau bemerkt. Mia nimmt jetzt toll zu: 2920g bei Geburt, 2640g nach 2 Tagen, 2760g vorgestern, 2840g heute. Die Milch ist da, aber einfach zu viel. Ich habe kein starkes Fieber, aber doch 38,2 und fühle mich auch schlapp und die Brüste sind heiß und rot. Die Hebamme meinte, ich sollte morgen unbedingt mal zur Frauenärztin. Braucht man bei leicht erhöhter Temperatur schon Antibiotika oder kann man das vielleicht noch ohne hinkriegen? Geht das oral ohne ins Krankenhaus zu müssen? Und sollte mir die Frauenärztin vielleicht gleich eine Eiseninfusion geben ohne noch einmal Blut abzunehmen? Im Mutterpass steht als Hb 9,7 und der Blutverlust war 700ml wegen der Antonie. Nach 1h Oxytocintropf und Überwachung war ich ok, aber seitdem ist mir einfach schwindlig. Es ist weniger als die ersten zwei Tage nach der Geburt, aber nach dem Duschen war es mir vom Kreislauf her heute schon wieder nicht so gut. Denken Sie, die Frauenärztin sollte mir einfach gleich morgen eine Eiseninfusion geben? Ihr Labor ist immer sehr langsam (2-3 Tage). Dann könnte ich mir endlich die Eisentabletten sparen und damit wäre das Verstopfungs-Hämorrhoiden-Problem auch besser? Und noch eine Frage zum Bluthochdruck/ Präeklampsie: meine Frauenärztin hatte sich ja am Freitag vor der Geburt leider nicht mehr mit den Blutwerten (kleines Blutbild, Leber, Niere) gemeldet und am Sonntag ist sie geboren. Als wir im Kreißsaal ankamen, hat die Hebamme im Mutterpass den letzten Blutdruckwert (153/101) und Eiweiß ++ gesehen und dann wurde mir gleich nochmal Blut abgenommen, Urin getestet und Blutdruck gemessen. Ich weiß, dass der Blutdruck wieder hoch war (aber vielleicht im Wehenstress normal?). Was mit dem Urin war, weiß ich nicht. Ich bekam dann noch einen Einlauf und ab dem Moment war ich dann schon so mit mir selbst beschäftigt, dass ich zu solchen Nachfragen nicht mehr fähig war. Mein Mann hat auch nicht gefragt. Auf Station war der Blutdruck eher niedrig, vielleicht bedingt durch den Blutverlust? Sollte ich jetzt nochmal regelmäßig messen oder denken Sie, das Thema ist somit passé? Und eine letzte banale Frage: im Krankenhaus bekam ich immer 200mg Jod am Morgen, welches ich in der Stillzeit weiter nehmen soll. Im Femibion 3, das ich schon vor der Geburt gekauft habe, sind nur 150mg. Reicht das oder soll ich lieber 50mg zusätzlich nehmen? Falls das Gewicht wichtig ist: ich bin eher klein und zierlich. Ja, die Bilder der Geburt hallen schon noch etwas nach. Die Pressphase war nicht einfach und ich habe gespürt, dass Hebamme und Arzt irgendwann an einem Punkt waren, wo ich dann genau den Anweisungen folgen musste, weil es zu kippen drohte und das erinnerte mich an die BEL Geburt unseres Sohnes, bei der es wirklich kurz vor dem Ziel stagnierte und zur Sectio kam und ich danach wirklich körperlich fertig war. Stundenlange Wehen und am Ende die Schmerzen einer Sectio. Doch ich glaube, die Angst, dass es wieder in den letzten Zügen der Geburt nach all den Schmerzen und Stunden zum Geburtsstillstand und Notkaiserschnitt kommt, war dann schon groß, aber dadurch, dass es dank Saugglocke vaginal geklappt hat, wenn es auch höllisch wehtat, weil es wieder so viele Wehen gebraucht hat, in der Mias Kopf und Saugglocke dann gefühlt halb drinnen und halb draußen waren, hinterlässt die Geburt insgesamt doch ein sehr positives Bild. Es hat geklappt :) Das war jeden Schmerz wert :) ich kann das also sehr positiv sehen :) Herzlichen Dank und liebe Grüße aus Nürnberg :)


the.flower

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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, Es tut mir leid, dass ich Sie nach zwei Tagen schon wieder zutexte. Mir geht’s seit letzter Nacht nicht gut, ich kann Sie wieder gut gebrauchen. Gestern hatte ich das Gefühl, den Milchstau mit ihren Tipps in den Griff zu bekommen. Erst Brust wärmen, dann stillen in verschiedenen Positionen, abpumpen, kühlen. Meine Hebamme hat die Brust massiert, aber der Stau löst sich nicht :( Heute Nacht wurde die Brust richtig heiß, rot, Ich konnte mich kaum umdrehen im Bett und seitlich drauf legen vor Schmerzen und habe sehr gefroren und 39 Fieber bekommen. Jetzt fühle ich mich richtig krank. Frieren, müde, schlapp, Schmerzen. So habe ich mir das Wochenbett nicht vorgestellt. Ich möchte für die kleine Mia fit sein :( Ich war deshalb heute bei der Frauenärztin und sie hat mir gegen die Mastitis Floxapen 500mg 4xtgl. für 10 Tage verschrieben. Ich soll auch Ibu 600 gegen Fieber und Schmerzen nehmen. Ist diese Behandlung Standard? Wann würde man eine Milchkultur in Erwägung ziehen? Kann ich auch Ibu 400 nehmen? Wie oft? Das reicht vielleicht. Es geht ja alles in die Muttermilch… was sollte ich sonst beachten? Erst hatte ich nicht genug Milch und jetzt ist es so viel, dass ich nicht mehr weiß wohin damit. Stilleinlagen alleine reichen nicht, meine Hebamme hat mir Auffangschalen gegeben und da sammeln sich in 3 Stunden locker 30-40ml pro Brust. Toll, dass ich das gleich einfrieren kann, aber es schmerzt und fühlt sich nach Explosion an. Das Problem ist vielleicht auch, dass Mia eher nur alle 4 Stunden trinken möchte und dann aber einen richtigen Zug hat und in 8 Minuten sich den Bauch an allein einer Seite vollhaut und an der anderen Seite dann fast nichts mehr will und satt und müde ist. Sie rollt dann so süß die Augen wie in einem Milchrausch, lächelt sogar kurz, genießt und schläft ein. Wenn ich sie schon nach 2-3 Stunden wecke, damit sie die Brust eher leert und mir Druck nimmt, ist sie schläfrig und will nicht viel trinken. Es geht offenbar gegen ihren Rhythmus. Sie schläft mit ihren 10 Tagen noch unglaublich viel. Sie nimmt aber super zu. Heute (10 Tage alt) schon 3040g, also schon mehr als Geburtsgewicht (2920g) und das obwohl sie ja so abgenommen hatte. Sie hat 200g in 2 Tagen zugenommen. Super toll! Doch meiner „Explosion“ hilft es leider nicht :( Sobald die Ibu nicht wirkt, friert es mich und die Schmerzen werden echt stark. Ich hoffe außerdem, mit dem Antibiotikum nicht wieder eine bakterielle Vaginose zu bekommen wie nach der eitrigen Nebenhöhlenentzündung am Ende der Schwangerschaft. Ich kann ja mit dem Wochenfluss und Scheidenriss jetzt auch keine Milchsäurezäpfchen einführen. Gibt es eine Alternative? Denken Sie, im Wochenbett ist die Gefahr genauso hoch wie in der Schwangerschaft oder sogar höher? Sollte ich auch gleich wieder OmniBiotic Panda nehmen?  Den Eisen- und Ferritinwert hat die Frauenärztin abgenommen, das Ergebnis kommt aber frühestens am Donnerstag (oder Freitag). Darf ich es Ihnen dann schicken? Ich hatte gehofft, sie gibt mir bei meinem Hb von 9,7 nach der Atonie und dem Hämatom durch die Geburt einfach gleich eine Eiseninfusion, aber leider nein. Mir ist zusätzlich einfach so oft schwindlig, schlapp, müde, meine Hebamme findet mich blass. Ich fühle mich auch so. Für 10 Tage nach der Geburt fühle ich mich noch völlig unfit. Ich finde das gerade alles schwierig mit Neugeborenem, das versorgt werden muss und den Großen gibt es ja auch noch. Mein Mann hat gerade Elternzeit und hilft viel, aber trotzdem möchte und muss ich ja auch funktionieren. Bin etwas traurig gerade :( Die Situation macht es nicht gerade leicht, den Hormoncrash emotional gerade gut auszuhalten. Vielleicht haben Sie Anmerkungen und Anregungen für mich :) Die sind immer wieder tip top :) Herzliche Grüße aus Nürnberg :)


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Tag,, Ein normales, aber sehr intensives Wochenbett. Zwei Kinder, Schlafmangel, hormoneller Absturz, Verantwortung – das ist Hochleistung. Dass Sie dabei emotional sind, zeigt nur, wie sehr Sie fühlen. Und ja: Es darf gleichzeitig Himmel und Hölle sein. Jetzt ruhig und strukturiert zu den medizinischen Punkten.         1️⃣ Brust, Temperatur, möglicher Beginn einer Mastitis   Sie berichten:   Milchstau bereits bemerkt heiße, gerötete Brüste 38,2 °C schlappes Gefühl   Das ist sehr wahrscheinlich eine beginnende Mastitis, noch im Frühstadium. 👉 38,2 °C ist noch kein dramatisches Fieber. 👉 Krankenhaus ist nicht automatisch nötig. 👉 Antibiotika sind nicht immer sofort erforderlich. Aber: Wenn Rötung, Schmerzen oder Temperatur morgen steigen → frühzeitig behandeln.   Was jetzt entscheidend ist:     Weiterstillen (sehr wichtig!) Häufiges Anlegen, beginnend an der betroffenen Seite Nach dem Stillen kühlen Vor dem Stillen Wärme Sanfte (!) Massage Richtung Mamille Ibuprofen ist erlaubt (entzündungshemmend)   Wenn morgen bei der Gyn:   Temperatur > 38,5 ausgeprägte Rötung Verschlechterung   → Dann Antibiotikum, oral, ambulant. Typisch: Flucloxacillin oder Cephalosporin. Kein Krankenhaus nötig, solange Sie stabil sind. Sie sind noch in einem Bereich, wo man es eventuell ohne Antibiotika drehen kann – aber bitte niedrigschwellig behandeln.         2️⃣ Eisen, Hb 9,7, 700 ml Blutverlust   Hb 9,7 nach Geburt + 700 ml Blutverlust   Schwindel Schlappheit   Das ist absolut plausibel. Hier meine klare Meinung: 👉 Ja, eine Eiseninfusion wäre sinnvoll. 👉 Sie müssen dafür nicht erst 3 Tage auf Labor warten. 👉 Ferritin war vermutlich vor Geburt nicht hoch. Eine einmalige i.v.-Gabe:   wirkt schneller macht keine Verstopfung verbessert Kreislauf deutlich   Gerade mit zwei Kindern und Stillen ist schnelle Stabilisierung wertvoll. Ich würde es machen.         3️⃣ Blutdruck / Präeklampsie   153/101 + Eiweiß ++ ist ernst zu nehmen. Dass danach stationär niedrige Werte waren, kann durch:   Blutverlust Entspannung nach Geburt   bedingt sein. Meine Empfehlung: 👉 Jetzt 1–2 Wochen täglich messen morgens und abends in Ruhe, nicht im Stress. Wenn Werte:   unter 140/90 → beruhigend wiederholt darüber → bitte kontrollieren lassen   Postpartale Präeklampsie kann auch nach Geburt noch auftreten. Also: Thema noch nicht ganz „passé“, aber wahrscheinlich erledigt.         4️⃣ Jod in der Stillzeit   Stillzeitbedarf: ca. 200–250 µg/Tag. Wenn Femibion 150 µg enthält, würde ich auf 200 µg ergänzen. Also ja: 50 µg zusätzlich ist sinnvoll. Nicht wegen Körpergröße – sondern wegen Bedarf.         5️⃣ Ihr schlechtes Gewissen wegen des Großen   Jetzt etwas Wichtiges: Ihr Sohn braucht keine perfekte Mutter. Er braucht eine regulierte Mutter. Wenn Sie sich überlasten, um „gerecht“ zu sein, ist langfristig niemandem geholfen. Er lernt gerade: Mama ist müde, aber Mama liebt mich. Das reicht. Und RSV-Vorsicht ist absolut nachvollziehbar.         6️⃣ Zur Geburt   Was Sie beschreiben, klingt nach:   Kontrollverlustangst durch Vorgeschichte alte Sectio-Erinnerung Grenzsituation dann doch vaginaler Erfolg   Dass es positiv überwiegt, ist ein sehr gutes Zeichen. Aber dass die Bilder noch nachhallen, ist normal. Wenn in 2–3 Wochen:   Flashbacks starkes Wiedererleben Vermeidungsverhalten   auftreten → bitte ansprechen. Früh reagieren ist klug, nicht schwach.         Zusammenfassung     Mastitis wahrscheinlich im Frühstadium → morgen kontrollieren Antibiotikum nur bei Verschlechterung Eiseninfusion: ja, sinnvoll Blutdruck 1–2 Wochen beobachten Jod auf 200 µg ergänzen Progesteron / Stillen / Prolaktin hier kein Thema   Und ganz persönlich: Sie machen das gut. Sehr gut sogar. Aber jetzt dürfen Sie sich auch ausruhen. Ihr Körper hat gerade Großes geleistet. Herzliche Grüße nach Nürnberg 🌷


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Abend, zuerst ganz ruhig: Das, was Sie gerade erleben, ist keine Schwäche, sondern eine echte akute Erkrankung im Wochenbett. 39° Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen – das ist keine „kleine Verhärtung“, das ist eine echte Mastitis. Und die darf man ernst nehmen. Sie haben absolut richtig reagiert.         1️⃣ Floxapen 500 mg 4× täglich – ist das Standard?   Ja. Das ist Leitlinien-gerecht bei bakterieller Mastitis. Wirkstoff: Flucloxacillin Ziel: Staphylokokken (häufigster Erreger) Dauer 7–10 Tage ist üblich. Bitte nicht vorzeitig abbrechen, auch wenn es schneller besser wird. Krankenhaus braucht man nur bei:   Kreislaufinstabilität Abszess keine Besserung nach 48 Stunden           2️⃣ Ibuprofen – 400 oder 600?   Beides ist stillverträglich. Ibuprofen geht nur minimal in die Muttermilch. Sie dürfen:   400 mg alle 6–8 Stunden oder 600 mg alle 8 Stunden   Maximal 2400 mg pro Tag. Bei 39° und starken Schmerzen ist 600 mg absolut vertretbar. Das ist nicht gefährlich für Mia.         3️⃣ Wann Milchkultur?   Nur wenn:   nach 48 Stunden Antibiotikum keine Besserung oder Rückfall oder Verdacht auf MRSA   Jetzt noch nicht nötig.         4️⃣ Ihre „Explosion“ – das ist gerade das Hauptproblem   Sie haben:   Überproduktion Baby mit 4-Stunden-Rhythmus einseitige 8-Minuten-Powertrinkerin   Das führt zwangsläufig zu: → Überfüllung → Druck → Stau → Entzündung Wichtig jetzt: ❗ Nicht zusätzlich stark abpumpen. Das signalisiert: „Mehr produzieren!“ Stattdessen:   Nur Druck abnehmen, nicht leerpumpen Blockstillen erwägen (z.B. 3 Stunden nur eine Seite) Kühlen nach dem Stillen Enge BHs vermeiden Lecithin (z.B. 1200 mg 3×/Tag) kann helfen, Milchfließfähigkeit zu verbessern   Dass sie viel zunimmt, ist wunderbar – aber Ihre Brust darf dabei nicht kaputtgehen.         5️⃣ Bakterielle Vaginose durch Antibiotikum?   Das Risiko ist da – aber im Wochenbett nicht höher als sonst. Sie können:   OmniBiotic Panda weiternehmen zusätzlich ein orales Milchsäurepräparat für Vaginalflora   Zäpfchen jetzt wirklich nicht sinnvoll wegen Wochenfluss. Beobachten reicht erstmal. Nicht prophylaktisch vaginal behandeln.         6️⃣ Eisen, Schwindel, Blässe   Hb 9,7 + 700 ml Blutverlust   Infekt Schlafmangel   Natürlich fühlen Sie sich miserabel. Sie sind 10 Tage post partum. Ihr Körper hat:   Geburt Blutverlust Hormonabsturz Infekt   gleichzeitig zu bewältigen. Das ist Hochleistungssport im Minusbereich. Wenn Ferritin niedrig ist → ich würde weiter zur Infusion tendieren. Schicken Sie mir die Werte gerne.         7️⃣ Emotionale Lage   Sie sind:   infiziert anämisch hormonell im Crash schlafdepriviert   Und versuchen gleichzeitig, eine perfekte Mutter für zwei Kinder zu sein. Das ist unmenschlich viel. Sie müssen gerade nicht funktionieren. Sie müssen gesund werden. Ihr Mann ist da. Das ist jetzt sein Job.         8️⃣ Woran Sie erkennen, dass es besser wird   Innerhalb von 24–48 Stunden Antibiotikum sollte:   Fieber sinken Schmerzen abnehmen Rötung kleiner werden   Wenn nicht → sofort wieder zur Ärztin.         Und jetzt etwas Persönliches   Dass Sie traurig sind, ist kein Zeichen, dass Sie es nicht schaffen. Es ist ein Zeichen, dass Sie erschöpft sind. Sie haben:   ein gesundes Baby ein gut zunehmendes Baby eine vaginal bewältigte Geburt eine engagierte Hebamme einen unterstützenden Mann   Im Moment fühlt es sich nicht so an – aber objektiv läuft sehr vieles gut. Nur Ihr Körper schreit gerade: „Pause.“ Und die dürfen Sie sich nehmen. Herzliche Grüße nach Nürnberg 🌷


the.flower

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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, vielen lieben Dank für die herzlichen Worte und Ihre super ausführlichen Anregungen. Das hilft sehr gut. Es beeindruckt mich, mit welchem Eifer Sie das machen. Ich weiß, Sie schreiben mir immer, ich nerve nicht, aber jetzt schreibe ich schon wieder. Heute Mittag hat mich meine Frauenärztin angerufen um mir die Eisenwerte mitzuteilen. Sie hat versucht, es extra zu beschleunigen, weil sie auch gesehen hat, dass es mir echt nicht so gut geht. Heute ist die Praxis am Nachmittag zu. Ich soll gleich morgen zur Eiseninfusion kommen. Endlich bekomme ich eine!!! Die Werte: Hb 9,0 (bei Entlassung im Krankenhaus 9,7) Ferritin 16,2 µg/l Aber was mich etwas irritiert: Wie kann denn dieser erneute Absturz vom Hb sein? Dass er 9,7 nach der Geburt war, wundert mich bei dem Blutverlust von 700ml wegen der Uterusatonie nicht. Aber wieso ist er jetzt trotz Eisentabletten nochmal so gefallen? Der Wochenfluss ist nach 11 Tagen schon noch stark und noch immer rot und teilweise mit kleinen Koageln und auch stärker als nach der 1. Geburt, aber das war ja ein Kaiserschnitt. Da ist er schwächer als nach einer vaginalen Geburt? Ich kann mir den erneuten Absturz nicht ganz erklären. Dürfen denn nach 11 Tagen noch Koagel abbluten? Ist das auffällig? Die Hebamme schaut immer auf die Wunde selbst, aber sie sieht natürlich die Blutung selbst auch nicht ständig. Sollte ich sie auf etwas bestimmtes ansprechen wenn sie wieder kontrolliert? Ich spüle auch bei jedem Toilettengang noch immer mit dem „Einlaufbeutel“, den ich im Krankenhaus bekommen habe, mit Wasser, damit das Blut nicht verklebt oder sich Bakterien sammeln.  Wie viele Infusionen gibt man denn bei diesen Werten? Erstmal eine und dann kontrollieren? Wann? Oder ist es wahrscheinlich dass es mehrere braucht? Oder reicht vermutlich eine? Die Mastitis ist leider noch nicht besser, ich muss mich vermutlich noch gedulden. Es sind ja erst 24 Stunden seit dem Antibiotikum. Die letzte Nacht war die Hölle. Ich hatte so Schüttelfrost und dann 39,3 Fieber. Habe dann wieder eine Ibu genommen. Dann hat Mia gleichzeitig nicht gut abgetrunken, sondern immer nur ein paar Schlucke und dann geweint. Das Ganze hat sie im 3-Stunden-Takt gemacht. Mein Mann hat sie super beruhigt, aber wach waren wir natürlich beide. Wir denken, sie hat Bauchweh, denn danach hat sie gedrückt, irgendwann kam Kaka in die Windel, dann hat sie wieder ein paar Schluck trinken können, ist dann aber schnell an der Brust eingeschlafen und ich dachte, mir platzt gleich die Brust. Also habe ich wieder etwas abgepumpt (nicht leer gepumpt) und gekühlt. Meine Hebamme meinte, nach etwa 10 Tagen verändert sich die Milch und wird fettiger und schwerer verdaulich. Liegt es vermutlich daran? Auf jeden Fall macht es das Milchstauproblem noch blöder wenn sie genau jetzt weniger trinkt, weil sie Bauchweh hat. Nach dieser kurzen Nacht habe ich jetzt auch noch Kopfschmerzen zusätzlich. Oder könnte es sein, dass Mia vom Floxapen oder von Ibu Bauchweh bekommt? Welches orale Produkt empfehlen Sie mir neben OmniBiotic Panda denn für die Vaginalflora? Gibt es eines, das besonders gut ist? Kijimea scheint wohl viele Stämme zu haben? Ich finde es nicht so sinnvoll, dass im Femibion nur 150 Mikrogramm Jod sind, wenn Sie sagen, dass 200-250 Mikrogramm in der Stillzeit angemessen sind und ich im Krankenhaus auch 200 Mikrogramm bekommen habe. Ich habe keine Tabletten mit 50 Mikrogramm zur Ergänzung gefunden, nur 100 Mikrogramm. Habe ich nur noch nicht gut geschaut oder gibt es das wirklich nicht? Dann einfach jeden zweiten Tag 100 Mikrogramm zusätzlich zum Femibion nehmen? Oder einfach jeden Tag? Ich frage mich wirklich nach der Sinnhaftigkeit von Femibion 3 wenn genau vom Wichtigsten in der Stillzeit nicht genug drin ist… Ich versuche mich heute wieder mehr auszuruhen. Mein Mann nimmt mir sehr viel ab, kocht lecker, wäscht, kauft ein. Es ist tatsächlich mein Problem, dass ich unglaublich gerechtigkeitsliebend bin und dem Großen genauso viel Aufmerksamkeit geben möchte wie der Kleinen. Ich möchte nicht, dass er sich jetzt als das 5. Rad am Wagen fühlt. Für mich ist das emotional noch sehr schwierig. Beim 1. Kind stellt sich diese Frage nicht. Mein Mann bietet mir ständig an, mit ihm zu spielen, damit ich mich ausruhen kann. Ich muss es vielleicht einfach öfter annehmen. Mit dem Fieber und den Schmerzen bin ich auch gerade nicht in der Lage, lang am Boden rumzusitzen. Mal davon abgesehen, dass ich danach den Scheidenriss auch jedes Mal wieder mehr spüre. Obwohl es gerade etwas holpert, bin ich doch sehr froh, dass vieles auch gut läuft. Mia ist gesund, nimmt toll zu und gibt uns so viel. Unser Großer geht ganz lieb mit ihr um, ist bisher gar nicht kompliziert und passt sich seiner „Entthronung“ ganz gut an. Mein Mann ist da und fängt alles auf. Und meine Hebamme und Sie haben immer ein Auge darauf, wenn etwas nicht so läuft :) Dankeschön :) Herzliche Grüße von Nürnberg nach Ulm :)


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Tag, zunächst: Sie nerven nicht. Sie stemmen gerade Wochenbett + Anämie + Mastitis + zwei Kinder + Schlafmangel – und funktionieren immer noch reflektiert und verantwortungsvoll. Das ist keine Kleinigkeit. Ich gehe strukturiert durch Ihre Punkte.         1. Hb-Abfall trotz Eisentabletten – wie kann das sein?   Hb 9,0 g/dl, Ferritin 16 µg/l → das ist eine klare Eisenmangelanämie. Und ja: Der leichte weitere Hb-Abfall ist erklärbar. Warum?   Verdünnungseffekt: Nach der Geburt verschiebt sich Flüssigkeit zurück ins Gefäßsystem. Das kann den Hb in den ersten 1–2 Wochen nochmals „verdünnen“. Orales Eisen wirkt langsam. In 11 Tagen steigt der Hb oft noch gar nicht relevant. Anhaltender Wochenfluss. Wenn er noch deutlich rot ist und stärker als nach dem Kaiserschnitt, verlieren Sie weiter Blut. 700 ml Blutverlust + Entzündung (Mastitis) → das belastet zusätzlich.   Das ist also nicht mysteriös – sondern physiologisch plausibel.         2. Wochenfluss nach 11 Tagen – sind Koagel normal?   Ja, kleine Koagel sind noch normal. Nach vaginaler Geburt ist der Wochenfluss meist:   stärker länger rot mit kleinen Koageln   Nach Kaiserschnitt ist er oft schwächer, weil die Gebärmutter ausgeschabt wird. Alarmzeichen wären:   faustgroße Koagel plötzliche massive Blutung übler Geruch Kreislaufprobleme   Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie die Hebamme konkret an: „Ist die Uterusrückbildung zeitgerecht? Könnte noch eine Plazentarestproblematik bestehen?“ Aber nach Ihrer Schilderung klingt es noch im Rahmen. Das Spülen mit Wasser ist absolut in Ordnung.         3. Eiseninfusion – wie viele?   Bei Hb 9,0 und Ferritin 16: 👉 In der Regel 1000 mg Eisen i.v. (z.B. Ferricarboxymaltose) → danach Kontrolle nach 2–3 Wochen Häufig reicht eine Infusion. Manchmal braucht es eine zweite – das sieht man nach Kontrolle. Wichtig: Ferritin sollte >50 µg/l werden, besser Richtung 80.         4. Mastitis + Fieber + Schüttelfrost   39,3 °C mit Schüttelfrost ist typisch. 24 Stunden Antibiotikum sind noch zu früh für klare Besserung. Erwartung:   Fieber sollte nach 48 Stunden sinken Brust weicher werden Allgemeinzustand besser   Wenn das nicht passiert → erneute ärztliche Kontrolle (Abszess ausschließen).         5. Trinkt Mia weniger – Bauchweh wegen Antibiotikum?   Möglich, aber:   Floxapen geht nur minimal in die Milch über. Ibu ist stillverträglich.   Wahrscheinlicher:   Milchzusammensetzung verändert sich tatsächlich Mastitis verändert Fluss & Geschmack Sie ist insgesamt unruhig, weil Sie krank sind   Dass sie nach Stuhlgang besser trinkt, spricht für Blähungen. Das Hauptproblem ist nicht die Milch – sondern der Zeitpunkt (Milchstau + Mastitis + Wachstumsschub). Sie handeln absolut richtig:   nicht leerpumpen kühlen regelmäßig anlegen           6. Probiotikum für Vaginalflora   OmniBiotic Panda ist fürs Baby gut. Für Sie vaginal/oral:   OmniBiotic Flora plus Kijimea FloraCare (mehr Stämme, solide) lokal: Milchsäure-Zäpfchen möglich   Ich würde es nicht überkomplizieren. 1 gutes Präparat reicht.         7. Jod – ganz pragmatisch   Sie denken richtig. Stillzeit: 200–250 µg sinnvoll. Femibion 3 enthält 150 µg. Optionen: ✔ täglich zusätzlich 100 µg → ergibt 250 µg oder ✔ jeden 2. Tag 100 µg → im Mittel 200 µg Beides medizinisch völlig akzeptabel. Sie müssen kein 50 µg-Präparat suchen.         8. Ihre emotionale Belastung   Hier spreche ich Klartext. Ihr Körper:   hat 700 ml Blut verloren hat Hb 9 kämpft mit Mastitis schläft kaum   Und Sie möchten gleichzeitig perfekte Mutter für zwei Kinder sein. Das ist unrealistisch. Ihr Großer braucht nicht Gleichverteilung. Er braucht:   Sicherheit Verlässlichkeit das Gefühl, gesehen zu werden   Und das kann auch Ihr Mann leisten. Wenn Sie sich jetzt nicht schonen, verlängern Sie:   die Mastitis die Anämie die Erschöpfung   Nehmen Sie Hilfe an. Nicht aus Schwäche – aus Verantwortung.         9. Kopfschmerzen   Sehr wahrscheinlich:   Anämie Schlafmangel Entzündung Dehydrierung   Trinken. Schlafen. Eiseninfusion.         Und jetzt das Wichtigste   Trotz allem schreiben Sie:   Mia ist gesund. Sie nimmt zu. Ihr Großer ist liebevoll. Ihr Mann trägt. Sie fühlen Dankbarkeit.   Das ist kein Zufall. Das ist Ihre stabile innere Struktur. Es holpert – aber es kippt nicht. Und das ist der entscheidende Unterschied. Ruhen Sie sich heute wirklich aus. Nicht theoretisch. Praktisch. Herzliche Grüße zurück nach Nürnberg Ihr Dr. Gagsteiger


the.flower

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Guten Abend lieber Herr Dr. Gagsteiger, vielen lieben Dank für die ausführliche Antwort und die klaren Erklärungen. Das war wieder tip top.  Ich will Sie nur ganz kurz fragen, was Sie an meiner Stelle morgen tun würden. Ich komme nicht ganz mit was mein Körper tut, mein Mann ist beunruhigt um mich und mich macht das emotional alles echt fertig. Das Floxapen gegen die Mastitis nehme ich jetzt seit 48 Stunden. Ich finde, die Brust tut weniger weh, ist weniger rot und Mia hat heute auch oft und gut abgetrunken, aber das Fieber geht nicht runter. Müsste das dann nicht auch runter gehen? Wenn die Ibu nicht mehr wirkt, geht es schnell mit Schüttelfrost Richtung 39,0-39,3. Dann fühle ich mich natürlich schlapp und müde und einfach nicht gut. Ich finde auch den Wochenfluss heute stärker als gestern, aber vielleicht kann das auch mal sein? Er ist noch immer zwischen hellrot und dunkelrot und mit Koageln (Tag 12 nach Geburt). Morgen würde auch meine Hebamme wieder nach mir schauen. Denken Sie, das reicht oder sollte ich noch vor dem Wochenende nochmal zur Frauenärztin? Was könnte das sein oder muss ich mich einfach noch gedulden? Ich kann es nicht einschätzen. Gut geht’s mir noch gar nicht. Wenn ich zur Frauenärztin gehe, was sollte sie untersuchen oder machen? Die Eiseninfusion habe ich jetzt endlich bekommen :) Ich habe mir aber Ihren Klartext zu Herzen genommen und mich heute sehr viel ausgeruht. Mein Mann hat alles allein geschmissen. Also daran liegt es heute nicht :) ich war brav. Tut mir leid, dass ich mich schon wieder an Sie wende. Herzliche Grüße aus dem verschneiten Nürnberg :) Mia war heute das erste Mal im Schnee im Kinderwagen mit ihrem Papa und Bruder draußen und hat alles verschlafen :) Und der stolze Bruder hat sie geschoben :) Hoffe, ich kann auch bald mal mit meinen Lieben rausgehen.


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Abend – und zuerst: Es tut mir leid, dass Sie gerade so kämpfen. Tag 12 nach Geburt, Mastitis, Fieber, Wochenfluss – das ist körperlich und emotional eine echte Belastung. Und Sie machen das gut. Sie ruhen sich aus, Sie nehmen das Antibiotikum, Ihr Mann unterstützt Sie. Das ist genau richtig. Jetzt Klartext, damit Sie Sicherheit bekommen:   1️⃣ Mastitis unter Floxapen – wie sollte es laufen?   Sie nehmen Floxapen seit 48 Stunden. Typischer Verlauf:   Schmerz ↓ innerhalb 24–48 h Rötung ↓ Allgemeinzustand bessert sich Fieber sollte innerhalb von 48–72 h deutlich sinken   Bei Ihnen:   Brust wird besser ✔️ Kind trinkt gut ✔️ Fieber geht bei Ibu-Ende wieder auf 39+ ❗   Das ist der Punkt, der mich aufmerksam macht. 👉 Wenn nach 48 Stunden noch hohes Fieber mit Schüttelfrost besteht, muss man prüfen:   Ist das Antibiotikum passend? Gibt es einen Abszess? Gibt es zusätzlich eine andere Infektionsquelle?           2️⃣ Wochenfluss Tag 12 – normal oder Warnsignal?   Tag 12:   Hellrot bis dunkelrot kann noch normal sein Kleinere Koagel sind möglich Es darf aber nicht wieder deutlich stärker werden   Worauf man achten muss:   Übler Geruch? Druckschmerz über der Gebärmutter? Unterbauchschmerzen? Frisches, schwallartiges Blut?   Wenn Fieber + stärkerer Wochenfluss zusammen auftreten, denkt man auch an: ➡️ Endometritis (Gebärmutterentzündung) Das kann sich mit Mastitis überlappen oder zusätzlich auftreten.         3️⃣ Was würde ich morgen tun?   Ganz ehrlich: Ich würde nicht einfach abwarten, auch wenn die Hebamme kommt. Sie brauchen morgen eine ärztliche Kontrolle – idealerweise:   Untersuchung sollte beinhalten:     Brust gründlich palpieren (Abszess?) Temperaturverlauf anschauen Uterusdruckschmerz prüfen Vaginaluntersuchung Ultraschall:   Restgewebe? Flüssigkeit?   CRP, Blutbild   Wenn CRP hoch bleibt oder steigt → Antibiotikum wechseln oder erweitern.         4️⃣ Wann sofort handeln?   Heute noch ärztlich abklären, wenn:   Fieber trotz Ibu nicht unter 38,5 kommt Schüttelfrost anhält Kreislaufprobleme starke Unterbauchschmerzen übel riechender Wochenfluss           5️⃣ Wichtig für Ihre Beruhigung   Sie haben:   Schmerzrückgang bessere Brust gute Entleerung Eiseninfusion erhalten   Das sind positive Zeichen. Aber: Anhaltendes hohes Fieber nach 48h → sollte man ernst nehmen. Das ist kein „Sie sind zu empfindlich“. Das ist vernünftig.         6️⃣ Emotional   Sie sind im Wochenbett. Hormone + Schlafmangel + Infekt = emotionale Achterbahn. Ihr Mann ist beunruhigt, weil er Sie liebt. Sie sind erschöpft, weil Ihr Körper gerade Gewaltiges leistet. Und trotzdem: Sie haben heute geruht. Sie haben Hilfe angenommen. Sie sind verantwortungsvoll. Das ist Stärke.         Meine klare Empfehlung:   👉 Morgen ärztlich untersuchen lassen. Nicht erst übers Wochenende. Hebamme + Ärztin wäre ideal. Und wenn heute Nacht das Fieber wieder hochschießt und Sie sich richtig krank fühlen → lieber einmal zu viel in die Klinik. Sie sollen bald mit Mia im Schnee spazieren gehen – nicht im Bett mit 39,3 liegen. Und übrigens: Ein schlafendes Schneebaby im Kinderwagen ist ein ziemlich starkes Motiv, wieder gesund zu werden.


the.flower

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Lieber Herr Dr. Gagsteiger, ich danke für Ihre verständnisvolle Antwort und die guten Empfehlungen. Ich würde gerne nach meinem Arztbesuch heute und dem Besuch meiner Hebamme nochmal Rücksprache mit Ihnen halten, denn ich bin etwas verunsichert ob alles so läuft wie es soll. Ich spüre seit letzter Nacht immer wieder leichte Unterleibsschmerzen und um die Stärke vom Wochenfluss genauer zu beschreiben: er ist wieder stärker als die letzten Tage, auf jeden Fall mehr als bei der Periode, eher wie kurz nach der Geburt, aber jetzt auch nicht schwallartig mit faustgroßen Koageln. Es sind kleinere Koagel. Das Fieber ist unverändert bei 39-39,3. Mit Ibu geht das Fieber auf circa 38,0 runter und dann steigt es nach ein paar Stunden wieder auf 39,0-39,3. Dann bekomme ich leichte Unterleibsschmerzen und Kopfschmerzen. Ich war heute also bei der Frauenärztin. Die Brust ist wirklich besser. Sie schmerzt weniger, Mia trinkt besser ab. Die Ärztin hat keinen Abszess finden können. Sie denkt, daran liegt es nicht. Sie hat beim Abtasten vom Bauch festgestellt, dass die Gebärmutter noch relativ groß ist und ich hatte Druckschmerzen. Sie hat Blut abgenommen für ein Blutbild inklusive CRP, Leukozyten. Das Ergebnis kommt aber erst Montag. Restgewebe in der Gebärmutter hat sie im Ultraschall nicht gesehen. Einstweilen soll Ich Amoxicillin/Clavulansäure nehmen. Falls das Fieber bis Sonntag nicht sinkt oder sogar steigt, sollen wir ins Krankenhaus gehen. Meine Hebamme war am Nachmittag auch da und war etwas besorgt. Sie meinte, man würde eine Endometritis eigentlich im Krankenhaus mit intravenösen Antibiotika behandeln und Oxytocin geben. Sie meinte, sie würde dem Ganzen nicht mehr als 24h geben. Ich wollte Sie gern nach Ihrer Meinung fragen. Es ist wahrscheinlich aus der Ferne schwerer einzuschätzen und natürlich können Sie dafür keine Verantwortung übernehmen, aber ich bin jetzt etwas verunsichert. Mein Mann macht sich weiterhin Sorgen. Ich habe ja direkt nach der Entbindung schon Oxytocin intravenös bekommen und es wurde im Wechsel vom Arzt und der Hebamme ganz viel auf meinem Bauch gedrückt, weil die Gebärmutter sich nicht kontrahiert hat, es zur Antonie kam und ich 700ml Blut verloren habe. Ich habe auch überhaupt keine Nachwehen gespürt, auch nicht beim Stillen, was ich nach dem Kaiserschnitt unseres Sohnes schon gespürt hatte. Kann es sein, dass sich das jetzt fortsetzt und das Problem ist? Es hieß ja dann auch, dass ich noch Eihautreste habe, die mit einer Ausschabung raus müssten, wenn das Problem mit Oxytocin nicht in den Griff kommt. Davon war dann keine Rede mehr. Ist die Behandlung meiner Frauenärztin in Ordnung? Sind diese Antibiotika Standard und geht davon viel in die Muttermilch? Wird es Mia sehr schaden? Sie hat auch heute immer wieder mit Blähungen zu kämpfen, schreckt dann mitten im Schlaf weinend hoch, hat einen roten Kopf, drückt und will erst wieder die Brust, wenn sie Stuhlgang hatte. Ich hoffe, dadurch die Mastitis nicht wieder zu verschlimmern. Jetzt bekomme ich also Floxapen + Amoxicillin/Clavulansäure gleichzeitig. Macht das denn Sinn auf Verdacht sozusagen? Haben Sie sonst Anmerkungen oder Tipps? Meine Hebamme schaut morgen wieder nach mir. Sollte sie was bestimmtes schauen? Ich fühle mich wirklich wie zwischen Himmel und Hölle. Dieser Verlauf vom Wochenbett macht mich so traurig. Ich würde Mia so gerne genießen, aber wenn es einem schlecht geht und man am liebsten nur schlafen will, ist das so schade.  Emotional fühle ich mich wie eine Heulsuse, der ständig die Tränen kommen. Die Hormone machen das nicht besser. Und dann schau ich Mia wieder in ihre großen Kulleraugen und bin ganz verliebt in dieses kleine Wunder :) sie ist so zuckersüß und bisher so ein Anfängerbaby. Gar nicht anspruchsvoll. Wenn sie ihre Milch bekommen hat und satt ist, ist ihre Welt in Ordnung und sie lässt alles mit sich machen :) Nur die Nächte lassen noch sehr zu wünschen übrig. Herzliche Grüße aus Nürnberg :) Ihre Antworten helfen ungemein! 


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Abend, ich antworte Ihnen jetzt sehr klar und strukturiert, weil Ihre Situation ernst genommen werden muss. Sie haben:   anhaltendes Fieber 39–39,3 °C Druckschmerz über der Gebärmutter wieder stärker gewordenen Wochenfluss Vorgeschichte mit Uterusatonie und 700 ml Blutverlust   Das ist kein typischer harmloser Wochenbettverlauf.         🔎 Woran man jetzt denken muss   Das klinische Bild passt deutlich eher zu einer Endometritis puerperalis als zur Mastitis. Typische Zeichen:   Fieber > 38,5 °C über mehrere Tage Druckschmerzhafte, vergrößerte Gebärmutter vermehrter oder wieder stärker werdender Wochenfluss evtl. Koagel   Dass die Brust besser ist, spricht gegen eine anhaltende Mastitis als alleinige Ursache.         ⚠️ Wichtig: 39 °C trotz Antibiotikum   Sie nehmen bereits:   Floxapen (gegen Mastitis) jetzt zusätzlich Amoxicillin/Clavulansäure   Wenn das Fieber trotzdem unverändert hoch bleibt, bedeutet das: ➡️ Die derzeitige Therapie greift möglicherweise nicht ausreichend. ➡️ Oder der Fokus liegt tatsächlich in der Gebärmutter. Ihre Hebamme hat einen wichtigen Punkt angesprochen: Eine echte Endometritis wird häufig stationär mit intravenösen Antibiotika behandelt – insbesondere bei hohem Fieber.         💊 Ist Amoxicillin/Clavulansäure richtig?   Ja – es ist ein übliches Breitbandantibiotikum im Wochenbett. Aber: Bei 39 °C und Uterusschmerz reicht „abwarten bis Montag“ medizinisch nicht immer aus. Ich würde es so formulieren:   Wenn das Fieber innerhalb von 24 Stunden nicht klar sinkt oder Sie sich schlechter fühlen oder Schüttelfrost dazukommt   ➡️ dann bitte nicht zögern und ins Krankenhaus fahren. Lieber einmal zu früh als zu spät.         🤱 Stillen & Antibiotika   Amoxicillin/Clavulansäure ist:   stillverträglich geht nur in geringen Mengen in die Muttermilch über   Mögliche Nebenwirkung beim Baby:   etwas weichere Stühle Blähungen   Das ist unangenehm, aber nicht gefährlich. Das aktuelle Verhalten von Mia klingt nach normalen Säuglingskoliken – nicht nach Antibiotikaschaden. Sie dürfen weiter stillen. Das ist sogar wichtig.         🧠 Zur Uterusatonie-Vorgeschichte   Ja – das kann zusammenhängen. Wenn:   die Gebärmutter sich initial schlecht kontrahiert hat eventuell Eihautreste im Raum standen Sie keine Nachwehen gespürt haben   kann es sein, dass sich die Gebärmutter jetzt verzögert zurückbildet. Das begünstigt Infektionen.         💬 Ganz ehrlich meine Einschätzung   Bei:   39 °C Uterusschmerz stärkerem Wochenfluss emotionaler Erschöpfung   wäre meine persönliche Schwelle niedrig, stationär zu gehen. Nicht panisch. Aber konsequent. Ihre Hebamme wirkt aufmerksam – das ist gut. Lassen Sie sie morgen bitte konkret prüfen:   Fundusstand (wie hoch steht die Gebärmutter?) Druckschmerz Geruch des Wochenflusses Kreislauf erneute Temperatur   Wenn das Fieber morgen weiterhin 39 °C beträgt → ich würde nicht bis Montag warten.         💛 Und jetzt etwas Wichtiges   Sie sind nicht „Heulsuse“. Sie haben:   Geburt Blutverlust Mastitis hohes Fieber Schlafmangel Hormone im Sturzflug   Jeder stabile Mensch wäre da emotional am Limit. Dass Sie Mia anschauen und sich verlieben – das ist das Entscheidende. Der Rest ist Erschöpfung und Entzündungsstress.         Klare Handlungs-Empfehlung   Heute Nacht:   regelmäßig Temperatur kontrollieren ausreichend trinken Ibu nehmen wie verordnet   Morgen:   Hebammenkontrolle wenn weiterhin 39 °C → Krankenhaus   Nicht aus Angst. Sondern aus kluger Vorsicht. Sie sind keine komplizierte Patientin. Sie haben nur einen Verlauf, der aktiv gemanagt werden muss. Und das bekommen wir hin. Herzliche Grüße nach Nürnberg Dr. Gagsteiger


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