Maria_H
Sehr geehrter Herr Dr. Gagsteiger, Da mein natürlicher Zyklus derzeit leider nicht gut verläuft, soll der nächste Kryotransfer im künstlichen Zyklus versucht werden. Die Schleimhaut soll mit Pflastern der Stärke 150 aufgebaut werden, Wechsel alle drei Tage. Sobald die Schleimhaut mindestens 7 mm misst, wird 600 mg Progesteron vaginal dazugegeben. Der künstliche Zyklus ist für mich Neuland, deswegen mache ich mir Gedanken und habe folgende Fragen: 1. Ist die genannte Dosis im Allgemeinen ausreichend und stehen dann Estradiol und Progesteron in einem guten Verhältnis zueinander? 2. Welche Blutwerte werden mit diesen Medikamenten im Allgemeinen erreicht? Viele Grüße und vielen Dank! Maria
Sehr geehrte Frau Maria, sehr gerne gebe ich Ihnen eine klare und beruhigende Einschätzung zu Ihrem geplanten Kryotransfer im künstlichen Zyklus. 1. Ist die genannte Dosis ausreichend – und stimmt das Verhältnis zwischen Estradiol und Progesteron? Ja. Mit Estradiol-Pflastern in der Stärke 150 µg (Wechsel alle 3 Tage) erreichen wir üblicherweise genau jene Estradiolspiegel, die für einen soliden Schleimhautaufbau notwendig sind. Die meisten Frauen entwickeln darunter zuverlässig einen Aufbau von 7–10 mm, oft sogar darüber. Sobald die Schleimhaut schön aufgebaut ist, ergänzt man 600 mg Progesteron vaginal pro Tag – das ist die Standarddosis in praktisch allen künstlichen Zyklen. ➡️ Das Verhältnis beider Hormone zueinander ist damit physiologisch absolut passend. Man versucht im künstlichen Zyklus nicht 1:1 einen natürlichen Zyklus abzubilden, sondern stabile, reproduktionsmedizinisch idealisierte Hormonspiegel zu erzeugen. Das gewährleistet eine verlässliche Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut. 2. Welche Blutwerte werden unter diesem Protokoll typischerweise erreicht? Man misst während eines solchen Zyklus meist folgende Werte: Estradiol (E2) Unter 150 µg-Pflastern liegen die Werte häufig bei: 150–300 pg/ml, manchmal auch 400 pg/ml oder leicht darüber. Es gibt große individuelle Unterschiede – entscheidend ist Ihr Ultraschallbild, nicht der E2-Wert. Die Schleimhaut ist der verlässlichste Parameter. Progesteron Unter 600 mg vaginal: Im Blut meist ca. 15 ng/ml, manchmal auch höher. Auch hier gilt: Progesteron wirkt lokal im Endometrium extrem effektiv, viel stärker als der Blutspiegel es vermuten lässt. Deshalb ist die vaginale Gabe Standard. Prolutex s.c. kann in wenigen Fällen zusätzlich gegeben werden wenn doch einmal nur sehr knappe Progesteron-Spiegel vorhanden wärem. Wichtig zu wissen Im künstlichen Zyklus ist Ihr Körper in einer sehr stabilen, kontrollierten Hormonlage, was die Einnistung oft begünstigt. Kleine Schwankungen der Laborwerte sind völlig normal und medizinisch nicht entscheidend, solange Schleimhaut und Timing stimmen. Ihre Dosis entspricht genau dem Setting, mit dem weltweit der Großteil aller Kryotransfers durchgeführt wird. Ich wünsche Ihnen von Herzen einen guten Zyklus und ein schönes, ruhiges Gefühl für den kommenden Transfer. Herzliche Grüße Ihr Dr. Gagsteiger
Maria_H
Vielen herzlichen Dank für Ihre eingehende und sehr beruhigende Antwort! Darf ich Ihnen noch eine Frage zum Ablauf stellen? Wieviele Stunden nach Progesteronstart sollte der Transfer idealerweise stattfinden? Viele Grüße und ein schönes Wochenende! Maria
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