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Sehr geehrter Herr Gagsteiger, mein Partner und ich wünschen uns ein Kind und versuchen gerade schwanger zu werden. Am Sonntag ist mir ein altes Fieberthermometer aus den 70er oder 80er Jahren mit Quecksilber runtergefallen und zerbrochen. Ich war ca. 1 Minute ohne jeglichen Schutz in dem Raum und habe dann meinen Partner zur Hilfe geholt. Wir sind sofort wieder in das Zimmer gegangen ohne vorab zu lüften, haben dann allerdings gleich das Fenster weit geöffnet. Außerdem haben wir uns zum Schutz FFP2-Masken aufgesetzt, die allerdings bei uns beiden nicht 100%ig abgeschlossen haben. Wir haben sehr lange gebraucht, um alle Quecksilberkügelchen aufzusammeln (nicht direkt angefasst, sondern mit Papier aufgenommen und dabei dünne Latexhandschuhe getragen). Da sich die Kugeln aber nur schwer aufnehmen ließen, waren wir rund 1 Stunde lang damit beschäftigt. Vor allem mein Partner ist dabei mit dem Kopf sehr dicht (ca. 15-30cm) über den Kügelchen gewesen. Ich mache mir sehr große Sorgen wegen der Quecksilberbelastung durch die eingeatmeten Dämpfe. Man liest immer wieder, dass z.B. eine Amalgamsanierung frühzeitig vor der geplanten Schwangerschaft durchgeführt werden soll und meines Wissens nach ist in einem Fieberthermometer wesentlich mehr Quecksilber enthalten. Meine Frage ist nun, wie lange wir den Kinderwunsch pausieren sollten. Bzgl. Amalgamsanierungen habe ich z.B. davon gehört, dass im Anschluss 1 Jahr lang gewartet werden soll. Ich bin schon 40 Jahre alt und daher rennt uns ein wenig die Zeit weg. Andererseits habe ich ohnehin schon aufgrund meines Alters Sorge um mögliche DNA-Schäden und dass diese nun durch die Quecksilberexposition verstärkt werden könnten. Können wir irgendetwas tun, um die Quecksilberbelastung im Körper zu verringern?
Quecksilber aus zerbrochenen Fieberthermometern kann in die Umgebungsluft verdampfen, besonders wenn es warm ist. Es ist gut, dass Sie den Raum gelüftet haben und Schutzmaßnahmen ergriffen haben. Hier einige Punkte zur Berücksichtigung: Akute vs. chronische Exposition: Ein kurzzeitiger Kontakt mit Quecksilber, wie Sie ihn beschrieben haben, ist weniger besorgniserregend als eine chronische (langzeitige) Exposition. Amalgamfüllungen sind beispielsweise ein längerfristiger Kontakt mit Quecksilber, da sie oft jahrelang im Mund bleiben. Menge des Quecksilbers: Die Menge an Quecksilber in einem Fieberthermometer ist zwar höher als in einer Amalgamfüllung, aber in der Regel nicht in Mengen vorhanden, die bei einmaligem Kontakt schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursachen sollten. Entfernung von Quecksilber aus dem Körper: Der menschliche Körper kann Quecksilber natürlich ausscheiden, meist über den Urin. Es gibt auch bestimmte Medikamente und Therapien (wie Chelattherapie), die zur Beschleunigung dieses Prozesses verwendet werden können, aber Sie sollten nicht eigenständig eine Behandlung beginnen, ohne vorher mit einem Arzt gesprochen zu haben. Kinderwunsch: Bezüglich der Dauer, die Sie warten sollten, gibt es keine feste Regel. Es wäre sinnvoll, mit einem Arzt über Ihre spezifische Situation zu sprechen und vielleicht auch einen Bluttest durchführen zu lassen, um die aktuelle Quecksilberkonzentration in Ihrem Körper zu messen. Weitere Maßnahmen: Wenn Sie besorgt über verbleibendes Quecksilber in Ihrem Haus sind, könnten Sie in Erwägung ziehen, einen Fachmann für Gefahrstoffentsorgung zu beauftragen. Es wäre auch hilfreich, die Gegenstände und Oberflächen, mit denen das Quecksilber in Kontakt kam, gründlich zu reinigen. Zusammenfassend ist es verständlich, dass Sie besorgt sind, aber es ist auch wichtig, den Vorfall in der richtigen Perspektive zu sehen. Ein einmaliger Kontakt mit der Menge an Quecksilber in einem Fieberthermometer sollte, basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, kein erhebliches langfristiges Risiko darstellen. Dennoch sollten Sie sich an einen Arzt oder Spezialisten wenden, um spezifische Ratschläge und Empfehlungen für Ihre Situation zu erhalten.
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