IrinaMF
Aufgrund eines Bandscheibenvorfwölung in der LWS habe ich eine sogenannte PRT-Behandlung gestartet. 2 Spritzen im CT habe ich schon erhalten, 3 sind dieses Jahr noch geplant - in die Nervenwurzel S1. Nun hat der Radiologe bei dem Termin gestern etwas gesagt, was mir keine Ruhe mehr lässt: er erwähnte die Eierstöcke - und dass sie deshalb bei jungen Frauen (ich bin 32) vorsichtig sind und versuchen, diese nicht zu oft ins CT zu schieben - aufgrund der Strahlenbelastung und deren Gefahren. Um ehrlich zu sein, habe ich mir über diesen Zusammenhang vorher überhaupt gar keine Gedanken gemacht. Ich wollte bisher einfach nur diese heftigen Schmerzen loswerden, da alle anderen Maßnahmen bisher ohne Erfolg geblieben sind. Allerdings wollen mein Mann und ich auch Mitte des nächsten Jahres uns unserem Kinderwunsch widmen. ;) Ich habe mal recherchiert und es gibt tatsächlich eine sehr neue Studie aus Kanada, die zeigt, dass Frauen, die 4 Wochen vor der Befruchtung eine CT-Behandlung hatten, vermehrt Fehlgeburten haben oder Anomalien beim lebend geborenen Kind festgestellt wurden. Frauen, die Monate vorher CT-Behandlungen hatten waren allerdings nicht Teil der Studie. Das macht mir trotzdem alles ein wenig Angst. Sollte ich die PRT Behandlung besser abbrechen?
Guten Tag, PRT unter CT – was bedeutet das für Strahlung und Kinderwunsch? 1. Welche Strahlung entsteht bei CT-geführten PRTs? Eine CT-gestützte PRT ist keine hohe Strahlenuntersuchung, aber es entsteht dennoch echte medizinische Strahlenexposition: Es werden mehrere kurze CT-Sequenzen gefahren, um die Nadel zu positionieren. Die effektive Dosis liegt meist zwischen 1 und 3 mSv pro Sitzung – das ist relevant, aber deutlich weniger als bei einem diagnostischen Becken-CT (10 mSv oder mehr). Die Eierstöcke liegen anatomisch nahe und können damit in gewissem Umfang Streustrahlung abbekommen. Direkte Bestrahlung findet nicht statt, aber Streustrahlen sind nicht völlig unbedeutend. Das ist der Befund: Es ist keine Hochdosis, aber es ist auch nicht „harmlos“. 2. Strahlung und Kinderwunsch – welche Zeiträume sind medizinisch bedeutsam? Wissenschaftlich relevant ist der Zeitraum kurz vor der Befruchtung. Warum? In der Phase wenige Tage vor der Empfängnis befinden sich die Eizellen in einer sehr sensiblen Phase der Reifeteilung. Höhere Strahlendosen in diesem kurzen Fenster können theoretisch das Risiko für Aborte oder frühe Fehlentwicklungen erhöhen. Genau darauf beziehen sich die wenigen Studien, die Sie gefunden haben – darunter die kanadische Studie: Sie untersuchte diagnostische CTs in den Wochen unmittelbar vor der Befruchtung, nicht Monate vorher, und nicht interventionelle Mini-CTs wie bei einer PRTDaraus kann man kein direktes Risiko für eine Situation wie Ihre ableiten. Aber: die Studien zeigen, dass man die Phase direkt vor einer geplanten Schwangerschaft möglichst strahlungsfrei halten sollte. 3. Ihre Situation – PRT Ende dieses Jahres, Kinderwunsch Mitte nächsten Jahres Zwischen Ihrer letzten PRT und Ihrem geplanten Kinderwunsch liegen: 👉 mehrere Monate Abstand Das ist fachlich wichtig, denn: Es gibt keine Daten, die ein erhöhtes Fehlgeburts- oder Fehlbildungsrisiko bei Strahlenexposition Monate vor der Empfängnis zeigen. Die sensibelste Phase ist unmittelbar vor der Empfängnis, nicht ein halbes Jahr vorher. Die vorhandenen Studien sind nicht auf Ihre Situation übertragbar (andere Dosen, andere Fragestellungen, anderer Zeitraum). Das bedeutet nicht, dass man die Strahlung ignorieren sollte – aber der Abstand macht den Zusammenhang zum späteren Kinderwunsch unwahrscheinlich. 4. Sollten Sie die PRT abbrechen? (neutral zu Vor- und Nachteilen) Argumente, die für eine Fortsetzung sprechen Die Strahlendosis ist moderat und zeitlich weit entfernt von Ihrem Kinderwunsch. Schwere, chronische Schmerzen und entzündliche Prozesse können körperlich belastender sein als die geringe Strahlenmenge. Eine effektive Schmerztherapie verbessert später auch die körperliche Belastbarkeit in der Schwangerschaft. Argumente, die für ein Abbrechen sprechen könnten Wenn die Wirkung bisher gering ist und Sie die Therapie ohnehin hinterfragen. Wenn Sie maximale Strahlenvermeidung wollen, obwohl die Datenlage kein direktes Risiko zeigt. Wenn andere (strahlenfreie) Therapieoptionen noch offen sind. Beides ist medizinisch vertretbar – je nachdem, wie schwer Ihre Beschwerden sind und wie schnell Sie eine Besserung erreichen möchten. 5. Wenn Sie die PRT fortsetzen, können Sie die Strahlenexposition weiter reduzieren Radiolog*innen können explizit ein Low-Dose-Protokoll verwenden. CT-Sequenzen können auf das absolute Minimum reduziert werden. Gonadenschutz (Bleiabdeckung) ist bei manchen Positionierungen möglich – nachfragen lohnt sich. Zwischen letzter PRT und Kinderwunsch sollten min. 2–3 Monate Abstand liegen (bei Ihnen automatisch erfüllt). 6. Zusammenfassung CT-gestützte PRT ist eine niedrig dosierte, aber reale Strahlenexposition. Eierstöcke bekommen Streustrahlung, jedoch in moderater Höhe. Relevante Risiken betreffen nur die Wochen direkt vor der Befruchtung. Monate vorher durchgeführte CT-PRTs sind nach aktueller Datenlage nicht mit erhöhten Fehlgeburts- oder Fehlbildungsraten verbunden. Ob Sie die Therapie fortsetzen oder stoppen, hängt vor allem von der Schwere Ihrer Beschwerden und Ihrem persönlichen Sicherheitsgefühl ab – medizinisch ist der Abstand zu Ihrem Kinderwunsch groß genug. Alles Gute wünsche ich ihnen, Ihr Dr. Friedrich Gagsteiger
IrinaMF
Sehr geehrter Dr. Gagsteiger, ich bedanke mich wirklich von ganzem Herzen für Ihre sehr ausführliche Antwort, die mir meine Bedenken weitestgehend nehmen konnte und mir sehr weitergeholfen hat. Ich werde die PRT- Behandlung fortsetzen. Und ich entschuldige mich für die vergessenen "Höflichkeitsfloskeln" in meinem Beitrag. Ich war so sehr mit der Formulierung und Erklärung meines Anliegens beschäftigt, dass ich das aus den Augen verloren habe. Freundliche Grüße und eine angenehme Woche!
Vielen Dank und auch ihnen eine angenehme Woche.
Vielen Dank und auch ihnen eine angenehme Woche.
Vielen Dank und auch ihnen eine angenehme Woche.
Vielen Dank und auch ihnen eine angenehme Woche.
Vielen Dank und auch ihnen eine angenehme Woche.
Vielen Dank und auch ihnen eine angenehme Woche.
Ähnliche Fragen
Guten Morgen Frau Dr. Sonntag, ich (35) hatte Ende Juli eine Ausschabung aufgrund eines missed abortions. Wir versuchen nun wieder (seit 3 Monaten) schwanger zu werden und ich habe dafür erstmalig die Ovulationstests von Clearblue verwendet. Normalerweise sollte zuerst ein blinkender Smiley kommen, welcher den Östrogenanstieg anzeigt, danach ...
Guten Abend, wir sind seit über fünf Jahren im Kinderwunsch. Haben nach Langer Wartezeit und Hormonstimulation (Bsp Clomifen) vor sechs Jahren doch noch einen gesunden Sohn bekommen (Zeugungsfenster lag jedoch außerhalb der Hormonstimulation). Nun klappt es seit fast über fünf Jahren nicht mit dem zweiten Kind. Deswegen sind wir nun direkt in e ...
Sehr geehrter Prof.Dr., ich befinde mich zur Zeit in einer Zahn-Wurzelbehandlung. In meinem Zahn ist NaOH-Calciumhydroxid mit Jodoform. Dieses wurde mir zwei Tage vor Zyklusbeginn in den Zahn gemacht und soll wohl auch noch nach Eisprung im Zahn blieben. (Da der Zahnarzt im Urlaub ist). Ist dieses Mittel schädlich für die Follikelreife und ...
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Dorn, ich hatte im Januar einen Abgang, danach war die Blutung schnell wieder normal. Im August leider noch einmal. Seitdem habe ich eine extrem starke Blutung. Der Zyklus ist normal, ich spüre auch den Eisprung und alles. Leider hat es diesen Monat wieder nicht geklappt. Seit gestern habe ich meine Periode wieder ...
Guten Tag, macht es Sinn, mit diesen Werten vom ZT 3 noch auf ein 2. Kind zu hoffen? Testosteron 0.06 ug/l (0.08 - 0.48) LH (Luteinisierungshormon) 14.30 mIE/ml ( 1.80 - 11.78 ) Follikelphase ( 7.59 - 89.08 ) Ovulat. Peak ( 0.56 - 14.00 ) Lutealphase ( 5.16 - 61.99 ) Postmenopause FSH (Follikelstimul.Hormon) 12.4 mIE/ml ...
Hallo Herr Dr. Grewe, Mein Mann und ich versuchen seit über einem Jahr schwanger zu werden. Das Spermiogramm meines Mannes ist unauffällig und gut laut spermiogramm. Bei mir wurde jedoch das Gen HLA-B27 positiv getestet, und ich hatte im 2025 zum ersten Mal eine Uveitis. In einem Blutbild während eines Schubs waren meine Leukozyten (10.17 G/ ...
Hallo Frau Finger, mein Mann und ich haben uns am Wochenende dazu entschieden das wir ein 2. Kind möchten. Seit dem ich die Pille vor 1 1/2 Jahren abgesetzt habe ist mein Zyklus total unterschiedlich (24-30 Tage),weshalb ich auch im September von meinem FA Famenita 200.mg verschrieben bekommen habe. Ich habe blöderweise erst am Sonntag dan ...
Hallo Frau Finger, mein Mann und ich haben uns am Wochenende dazu entschieden das wir ein 2. Kind möchten. Seit dem ich die Pille vor 1 1/2 Jahren abgesetzt habe ist mein Zyklus total unterschiedlich (24-30 Tage),weshalb ich auch im September von meinem FA Famenita 200.mg verschrieben bekommen habe. Ich habe blöderweise erst am Sonntag dann ...
Hallo, ich bin furchtbar verzweifelt. Ich bin 43 und hatte bis August 25 einen Zyklus nach dem man die Uhr stellen konnte. Im Februar 25 wurde ich direkt am Tag des Spiraleziehens schwanger. Leider ein Abortivei was Anfang April von selbst abging. Danach haben wir die Eisprungzeit zunächst gemieden. Erstes Mal nicht aufgepasst Sept 25 sofort wiede ...
Hallo Ich bin Grad etwas überfragt.. wir haben eigentlich vor, diesen Monat nochmal in die Nachwuchsplanung zu gehen mit einem kryotransfer.. jetzt hatte ich vorletzte Nacht eine Art gallenkolok und es wurden im US auch 1-2 Steine entdeckt. Die Blutwerte sind jedoch diesbezüglich unauffällig. Jetzt bin ich ziemlich unsicher ob wir dennoch mit d ...