Frage im Expertenforum Kinderwunsch an Dr. med. Friedrich Gagsteiger:

Dreischichtige GMSH

Frage: Dreischichtige GMSH

italybaby1986

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Guten Abend Herr Dr. Gagsteiger, ich bin seit über 4 1/2 Jahren daran wieder schwanger zu werden bzw. noch ein weiteres Kind zu bekommen. Ich habe mehrere ICSIS hinter mir ,mit teils sehr vielen Eizellen und kaum Blastozysten. Immerhin hatte ich 10x Transfer, davon auch 1x im Ausland per Embryonenspende( alle negativ). Es fiel dort auf(im Ausland),dass die Schleimhaut nicht dreischichtig war und das der Grund sein kann ,dass immer negativ. Ich habe nie eine dreischichtige Gebärmutterschleimhaut bis jetzt gehabt seit den geplanten Transfers und eben den US. Es wurde mit Auslösespritze natürlich transferiert,mal komplett natürlich,mal unter Östrogene. Aber die Schleimhaut immer nur gut aufgebaut über 8mm, teils auch schon transformiert vorm Eisprung. Gebärmutterspiegelung war in Ordnung. Plasmazellen behandelt, Nische geglättet,Abrasio habe ich auch gleich mitgemacht um von 0 zu starten. Hormone sind auch immer gut. Was für Möglichkeiten gibt es ,endlich die gewünschte Dreischichtigkeit für einen  Transfer zu erhalten? Sollte ich vielleicht eine Downregulierung machen oder einen Pillenzyklus ( war Idee von der Klinik im Ausland)? Laut Kiwuklinik in D passt das so.  Viele Grüße und danke fürs Antworten 


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Abend, nach Ihrer Schilderung würde ich mich nicht ausschließlich darauf versteifen, unbedingt eine „perfekt dreischichtige“ Gebärmutterschleimhaut erzeugen zu müssen. Die Trilaminarität ist zwar ein günstiges sonographisches Zeichen, aber keine zwingende Voraussetzung für eine erfolgreiche Einnistung. Auch bei einer homogen erscheinenden Schleimhaut entstehen Schwangerschaften. Eine Schleimhaut von regelmäßig über 8 mm ist zunächst einmal ein durchaus guter Befund. Bei Ihnen ist allerdings die Gesamtsituation bemerkenswert: über 4½ Jahre Kinderwunsch, mehrere ICSI-Behandlungen, zehn negative Transfers – darunter sogar ein Transfer nach Embryonenspende – und gleichzeitig wiederholt dasselbe ungewöhnliche sonographische Muster der Schleimhaut. Deshalb würde ich den Befund nicht einfach mit „das passt schon“ abhaken, sondern noch einmal systematisch untersuchen, ob es hierfür eine Ursache gibt. Besonders interessant finde ich Ihre Beobachtung, dass die Schleimhaut teilweise bereits vor dem Eisprung transformiert erscheint. Hier würde ich einen Zyklus einmal sehr genau verfolgen: Schleimhautstruktur und -dicke seriell zusammen mit Follikelgröße, Estradiol, LH und Progesteron. Entscheidend wäre unter anderem die Frage, ob es möglicherweise zu einer vorzeitigen Luteinisierung beziehungsweise einem früher als erwarteten Progesteronanstieg kommt und dadurch Embryo und Endometrium zeitlich nicht optimal synchronisiert sind. Eine Downregulation oder ein Pillenvorzyklus kann in bestimmten Situationen durchaus eine Überlegung sein. Ich würde dies allerdings nicht einfach mit dem alleinigen Ziel durchführen, im Ultraschall unbedingt eine Dreischichtigkeit zu erzeugen. Zunächst sollte geklärt werden, warum Ihre Schleimhaut dieses Muster zeigt und ob es überhaupt der entscheidende Faktor für die bisherigen Misserfolge ist. Nach zehn erfolglosen Transfers würde ich die Voraussetzungen für die Implantation ohnehin noch einmal von Grund auf betrachten: Gebärmutterhöhle und die bereits behandelte Nische, chronische Endometritis beziehungsweise Plasmazellen, gegebenenfalls Adenomyose oder andere uterine Faktoren sowie die genaue zeitliche Abstimmung von Ovulation, Progesteronexposition und Transfer. In Ihrer Aufzählung fehlen mir außerdem noch zwei Untersuchungen, über die man bei dieser Vorgeschichte zumindest sprechen sollte: eine Untersuchung des endometrialen Mikrobioms und gegebenenfalls ein ERA-Test zur Bestimmung des individuellen Implantationsfensters. Man muss fairerweise sagen, dass insbesondere der routinemäßige Einsatz des ERA-Tests wissenschaftlich kontrovers diskutiert wird und er nicht bei jeder Patientin mit wiederholtem Implantationsversagen automatisch einen Vorteil bringt. Nach einer derart langen und ungewöhnlichen Vorgeschichte würde ich diese Möglichkeiten aber zumindest in die Gesamtbetrachtung einbeziehen und anhand Ihrer bisherigen Transferprotokolle entscheiden, ob sie bei Ihnen sinnvoll sein könnten. Auch die Embryonenseite darf man nicht vergessen. Dass bei Ihren eigenen ICSI-Behandlungen trotz teilweise sehr vieler Eizellen nur wenige Blastozysten entstanden sind, ist ein wichtiger Hinweis. Dass allerdings auch der Transfer nach Embryonenspende negativ geblieben ist, rechtfertigt umso mehr, die uterinen und endometrialen Voraussetzungen noch einmal gründlich zu überprüfen. Und noch ein Punkt: Wenn ich Ihrer Kennung beziehungsweise Ihrem Spitznamen richtig entnehme, dass Sie in diesem Jahr Ihren 40. Geburtstag gefeiert haben, spielt selbstverständlich auch das Alter eine wichtige Rolle – insbesondere für die Qualität der eigenen Eizellen und Embryonen. Es erklärt allerdings nicht automatisch die gesamte Vorgeschichte, und gerade deshalb sollte man hier nicht vorschnell nur einen einzelnen Faktor verantwortlich machen. Nach 4½ Jahren und zehn Transfers würde ich Ihnen deshalb wirklich zu einer umfassenden Zweitbeurteilung der gesamten bisherigen Behandlung raten. Es gibt bei Ihnen einige Punkte, die ich gerne einmal nebeneinanderlegen würde, anstatt nur die Frage „dreischichtig oder nicht dreischichtig?“ zu beantworten. Wenn Sie möchten, können Sie sich gerne über www.bestfertility.de bei uns anmelden und zunächst ein Videogespräch vereinbaren. Sie können uns dabei auch Ihre bisherigen Befunde, Stimulations- und Transferprotokolle, Operationsberichte, histologischen Ergebnisse und sonstigen Unterlagen hochladen. Ich würde mir die Vorgeschichte dann einmal im Zusammenhang anschauen. Interessant wäre außerdem zu wissen, wo in Deutschland Sie wohnen. Wir sind im Süden Deutschlands, zwischen München und Stuttgart, in der Stadt Albert Einsteins – Ulm – beheimatet. Selbstverständlich können Sie sich auch persönlich bei uns vorstellen, wenn Sie eine gründliche Untersuchung und erneute Abklärung wünschen. Ich glaube, bei Ihrer langen Vorgeschichte lohnt es sich, noch einmal sehr strukturiert hinzuschauen. Es gibt hier durchaus noch einige Dinge, die man überprüfen kann, bevor man die Hoffnung aufgibt. Herzliche Grüße Dr. Friedrich Gagsteiger


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