Frage im Expertenforum Kinderarzt an Dr. med. Andreas Busse:

Mittelohrentzündung klingt nicht ab

Frage: Mittelohrentzündung klingt nicht ab

User2345

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Hallo zusammen, das ist mein erster Beitrag hier im Forum. Unsere Tochter ist 2 Jahre und 9 Monate alt. Am Mittwoch mussten wir sie aus der Kita abholen, da sie Fieber bekommen hatte. Es kamen dann noch Ohrenschmerzen hinzu. Am Donnerstag waren wir mit ihr beim Kinderarzt: Diagnose Mittelohrentzündung, auf beiden Seiten, links aber schlimmer. Der Arzt sagte, dass es wahrscheinlich viral bedingt ist und man in einem solchen Fall eher abwartet und die Schmerzen sowie das Fieber symptomatisch mit Ibuprofen und Paracetamol im Wechsel behandelt, dazu 3x täglich Nasenspray. Er hat uns Amoxicillin Saft aufgeschrieben, das sollen wir aber noch nicht geben sondern in der Hinterhand behalten. Habe ich bereits besorgt. Nun ist es so, dass leider immer noch keine wesentliche Besserung eingetreten ist. Sie hat starke Schmerzen (sagt das auch, sie spricht schon ziemlich viel), weint sehr viel, schläft schlecht, fasst sich viel ans Ohr und hat nach wie vor fast durchgehend Fieber 39-40 °C. Auf Ibuprofen spricht sie gut an, dann hat sie ein paar Stunden Verschnaufpause in denen das Fieber und die Schmerzen runtergehen und sie auch einen recht vitalen Eindruck macht, palppert, spielt, auch mal was isst, leider aber aus meiner Sicht deutlich zu wenig (sie ist generell eine komplizierte Esserin). Trinken klappt zum Glück noch ganz gut. Das Ibuprofen können wir ja aber nur 3x am Tag geben und Paracetamol hilft nicht soo viel. Der Apotheker hat uns zusätzlich Sinupret Kindersaft aufgeschrieben, aber den kriegen wir absolut nicht in sie rein, sie wehrt sich mit Händen und Füßen, brüllt und spuckt ihn aus. Ich habe daraufhin heute nochmals mit dem Kinderarzt telefoniert und genau das geschildert. Er sagt nach wie vor, dass es mit größter Wahrscheinlichkeit viral bedingt ist, und dass sie vom Antibiotika wahrscheinlich nur noch zusätzlich Durchfall bekommt und auch nicht schneller gesund wird. So lange keine Flüssigkeit aus den Ohren kommt würde er es nicht geben. Abgesehen davon: Keine Ahnung, wie wir den Saft überhaupt in sie reinbekommen können, das ginge wahrscheinlich nur mit massivem Zwang, was ich auch nicht tun möchte wenn es nicht absolut notwendig ist. Ich weiß, dass viele Eltern heutzutage eher überängstlich sind und ich dem Arzt vertrauen sollte. Aber das fällt mir gerade verdammt schwer. Es ist hart anzusehen, wie sie so starke Schmerzen hat, schreit und ich ihr nicht wirklich helfen kann. Ich bin schon ein bisschen am Zweifeln, ob weiter Abwarten und mit Schmerzmitteln vollpumpen hier noch der richtige Weg ist, zumal sie erst vor 2 Wochen schonmal eine Mittelohrentzündung hatte, die dann aber innerhalb kurzer Zeit wirklich abgeklungen ist. Ich bin sehr verunsichert und ertrage das gerade schwer. Irgendwelche Ratschläge? Vielen Dank.


Dr. med. Andreas Busse

Dr. med. Andreas Busse

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Liebe U., angesichts der anhaltenden massiven Beschwerden von Seiten der Mittelohrentzündung kann ich nicht nachvollziehen, warum Ihr Kinderarzt jetzt noch - was am Anfang korrekt war - von der antibiotischen Behandlung abrät. Ich rate ausnahmsweise auch ohne eigene Untersuchung dazu. Am besten geht es mit einer Dosierspritze tief seitlich in den Mund gegeben. Gute Besserung und Frohe Weihnachten!


1Hope

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Hallo, einen Ratschlag bzgl. der Medikamente kann ich dir nicht geben. Vielleicht können als Hausmittel Zwiebelsäckchen ein wenig Linderung verschaffen, falls eure Tochter das zulässt. Sie beheben zwar keine Schmerzen, helfen aber evtl. beim Bekämpfen der Entzündung. Viele Grüße und Frohe Weihnachten!


User2345

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Hallo Herr Dr. Busse, danke für Ihre Zeit und für Ihre Antwort und Frohe Weihnachten auch Ihnen. Es gibt ein Update zur Situation: Wir waren mit ihr heute nochmals bei unserem Kinderarzt, er hat sich freundlicherweise trotz Heiligabend Zeit genommen und sie nochmals abgehört und in die Ohren und den Rachen geschaut. Er sagt beide Trommelfelle sind knallrot, für ihn sieht das nach wie vor nach einem Virus aus, am ehesten kennt er das von Influenza. Dazu passt, dass ich selbst seit heute Nacht Schüttelfrost, Fieber und Gliederschmerzen habe. Er rät nach wie vor von Antibiotika ab. Wir hatten auch den Eindruck, dass es ihr bis eben noch etwas besser ging, sie fasst sich nicht mehr so oft an die Ohren, jetzt schläft sie aber wieder und hat wieder 39,8°C Fieber. Mich hat das heute erst mal beruhigt, jetzt bin ich aber gerade wieder vollkommen verunsichert. Wir können das als Laien einfach nicht mehr beurteilen und haben Angst, die falsche Entscheidung zu treffen. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich das nicht ewig so weiter laufen lassen kann und wir ihr spätestens morgen das Antibiotikum geben sollten.


User2345

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Guten Morgen Herr Dr. Busse, wir haben gestern versucht, ihr das Amoxicillin einzuflößen. Nachdem sie das erbrochen hat sind wir noch am Nachmittag in die Kinder-Notklinik gefahren. Dort hat man auch nur den Kopf über die Entscheidung unseres Kinderarztes geschüttelt, das Fieber war mittlerweile bei 40,6 °C. Sie bekommt nun Cefaclor 8-8-10 mL. Das mussten wir ihr zwar unter erheblichem Zwang und mit Hilfe des Artzes in den Mund spritzen, es ging ihr aber bereits nach der ersten Dosis erheblich besser. Die Nacht war ruhig, das Fieber ist weg, die Schmerzen auch. Es war wohl höchste Eisenbahn. Auf unseren Kinderarzt bin ich stinksauer. Bei Ihnen möchte ich mich herzlich für Ihren Rat bedanken, sie haben wohl Schlimmeres vehindert. Frohe Feiertage.


User2345

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Hallo Herr Dr. Busse, ich hoffe wir dürfen in dieser Sache noch mal eine Rückfrage stellen. Unter der Cefaclor-Behandlung geht es unserer Tochter nun erheblich besser, Fieber und Schmerzen sind seit Montag nicht mehr zurückgekommen und sie ist auch schon wieder total vital. Durchfälle sind auch nicht aufgetreten, sie ist lediglich ziemlich blass. Ist es notwendig, dass wir nochmal eine zeitnahe Kontrolluntersuchung bei einem Kinderarzt durchführen? In der Notklinik wurde uns das in dem Trubel nicht gesagt. Alle niedergelassenen Kinderärzte sind bis zum 02.01. im Urlaub und noch einmal in die Notklinik fahren möchte ich eigentlich nicht, wenn es aus medizinischer Sicht nicht erforderlich ist. Vielen Dank.


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