Frage im Expertenforum Frühgeburt an Prof. Dr. med. Gerhard Jorch:

BERA ja oder nein und wie?

Frage: BERA ja oder nein und wie?

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Lieber Prof. Jorch; Jannis ist knapp 21 Monate (korrigiert 18,5). Im Säuglingsalter wurde bei ihm eine BERA durchgeführt, die normal befundet wurde. Infolge von Paukenergüssen konnte Jannis jedoch für 7 Monate nur sehr eingeschränkt hören. Sie wurden operativ vor 2,5 Monaten entfernt. Seitdem macht er explosive Fortschritte in der Sprachentwicklung, wirkt aber zeitweise immer noch so, als höre er nicht richtig zu (Jannis ist ein sehr reizoffenes Kind; dies könnte auch an einer geminderten Aufmerksamkeit liegen). Post-operativ wurden verschiedene Freiraumtests durchgeführt, die jedoch alle keine klaren Ergebnisse lieferten. Deshalb möchte der HNO-Arzt nun doch eine BERA in Sedierung durchführen. Ihm soll oral ein Schlafmittel verabreicht werden, und die BERA soll mit Herz-Kreislauf-Überwachung stattfinden. Ausserdem soll vorher Blut abgenommen werden, und Jannis darf vor der Untersuchung sechs Stunden lang nichts essen und nichts trinken. Mir scheint das ein bisschen viel des Guten: 1.) ist die BERA wirklich indiziert bei guter sprachlicher Entwicklung? (angeborene Hörstörung konnte ja ausgeschlossen werden und die Trommelfelle sehen zur Zeit auch einwandfrei aus) 2.) sollte es dennoch sinnig sein, die BERA durchzuführen, ist es wirklich nötig, vorher Blut abzunehmen und meinen Sohn den ganzen Vormittag über nüchtern zu lassen? Wir sind ständig bei Ärzten und ich möchte Jannis nicht noch zusätzlichen unnötigen Stress zumuten. Vielen Dank, dass Sie sich durch meine lange Mail durchgekämpft haben und danke für Ihre Einschätzung. Gruss von Sophie


Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

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Zur BERA: Bei ganz kritischer Wertung könnte man mit der BERA noch zuwarten, da ja als Konsequenz der Untersuchung die Verordnung eines Hörgerätes derzeit wohl kaum in Frage kommt. Möglicherweise fehlen mir aber wichtige Zusatzinformationen. Letztlich istr aber eine BERA in oraler Sedierung keine schwerwiegende Untersuchung. Die Blutuntersuchung hat eigentlich damit nichts zu tun. Ich kann Ihren Angaben nicht entnehmen, was untersucht werden soll. Jedenfalls ist eine 6stündige Nüchternheit nur für wenige Untersuchungen wirklich notwendig. Fragen Sie einfach genauer nach.


Mitglied inaktiv

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Lieber Prof. Jorch; zur Einschätzung der Hörfähigkeit meines Sohnes fällt mir noch ein, dass er, wenn er mit anderen Leuten telefoniert und das Telefon auf "laut" gestellt wurde, tolle "Dialoge" mit dem Telefonpartner führt. Wenn dieser spricht, hört Jannis zu, reagiert bei bestimmten Stichworten und antwortet in Sprechpausen. Sophie


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