Frage im Expertenforum Frauenarzt / Frauenärztin an Dr. med. Christiane Mallmann:

Eierstockzyste seit Juni gewachsen – können Pille und zusätzliches Gelbkörperhormon helfen?

Frage: Eierstockzyste seit Juni gewachsen – können Pille und zusätzliches Gelbkörperhormon helfen?

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Guten Tag, ich bin 22 Jahre alt und habe seit Juni eine Eierstockzyste. Damals war sie etwa 4 cm groß, bei der heutigen Kontrolle waren es 5,7 cm. Meine Frauenärztin beschrieb die Zyste als dünnwandig und glatt und meinte, sie sehe nicht besorgniserregend aus. Ein im Juni bestimmter Tumormarker war laut ihrer Aussage unauffällig. Sie sagte, dass auch eine Endometriosezyste so aussehen könne. Mir ist allerdings nicht klar, welcher Zystentyp bei mir am ehesten vermutet wird. Einen schriftlichen Ultraschallbefund habe ich bisher nicht. Im Juni wurde zunächst abgewartet. Wegen des Wachstums empfiehlt sie jetzt Rosalina 20 und zusätzlich ein Gelbkörperhormon. Welches zusätzliche Präparat es sein soll, möchte sie noch recherchieren. Sie meinte, die Behandlung könne die Zyste wahrscheinlich verkleinern oder zum Verschwinden bringen. Beginnen soll ich am ersten Tag meiner nächsten Periode, die ich ungefähr in drei Wochen erwarte. Die nächste Kontrolle ist am 3. Dezember. Wie lange ich beide Medikamente nehmen soll und wie das genaue Einnahmeschema aussieht, weiß ich noch nicht. Ich möchte möglichst keine dauerhafte Hormonbehandlung, sondern verstehen, ob eine vorübergehende Behandlung sinnvoll sein kann. Meine Fragen sind: Können Hormone eine bereits bestehende Zyste tatsächlich verkleinern? Wie unterscheidet sich das bei einer funktionellen Zyste und einer Endometriosezyste? Welchen zusätzlichen Nutzen kann ein Gelbkörperhormon neben Rosalina 20 haben, obwohl diese Pille bereits ein Gestagen enthält? Ist eine solche Kombination grundsätzlich üblich oder nur in bestimmten Situationen sinnvoll? Ist es für eine funktionelle Zyste noch typisch, seit Juni zu bestehen und größer zu werden, oder sollte dann der Zystentyp genauer abgeklärt werden? Da zwischen dem geplanten Einnahmebeginn und der Kontrolle ungefähr fünf Wochen liegen: Könnte man in diesem Zeitraum schon eine Verkleinerung erwarten? Was wären üblicherweise die nächsten Schritte, wenn die Zyste bestehen bleibt oder weiter wächst? Kann eine hormonelle Behandlung grundsätzlich zeitlich begrenzt sein? Die unterschiedlichen Informationen zur Wirkung der Pille verunsichern mich. Über eine allgemeine fachliche Einordnung würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank!


Dr. med. Christiane Mallmann

Dr. med. Christiane Mallmann

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Guten Tag! Zu Ihren Fragen: 1.Bei funktionellen Zysten kann ein individueller Therapieversuch mit einem Gestagen oder einer gestagenbetonten Kombipille durchgeführt werden. Eine Verkleinerung oder Rückbildung ist dabei möglich, wobei eine beschleunige Rückbildung durch eine hormonelle Therapie nicht für jede funktionelle Zyste sicher belegt ist. 2.Funktionelle Zysten und Endometriome unterscheiden sich in Ihrer Entstehung und dem Erscheinungsbild im Ultraschall. Je nach Zystentyp, Beschwerden und Therapieziel kann eine unterschiedliche hormonelle Behandlung sinnvoll sein. 3.Die zusätzliche Gabe eines Gestagens zu einer Kombinationspille zur Behandlung einer Ovarialzyste ist mir nicht als gängiges Therapiekonzept bekannt. 4.Meistens bildet sich eine funktionelle Zyste innerhalb weniger Wochen bis wenigen Zyklen zurück. Das Wachstum schliesst jedoch eine funktionelle Zyste per se nicht aus. Da die Zyste hier seit mehreren Monaten besteht, ist es sicherlich sinnvoll, die Morphologie der Zyste im Ultraschall nochmal genau beurteilen zu lassen. Eine erfahrene Untersucherin/ ein erfahrener Untersucher kann anhand sonographischer Kriterien wichtige Hinweise auf den Zystentyp erkennen. 5.Eine Verkleinerung innerhalb von 5 Wochen ist grundsätzlich möglich. 6.Das weitere Prozedere für den Fall, dass die Zyste auch nach der Therapie bestehen bleibt oder wächst, muss dann individuell entschieden werden und hängt von der Morphologie, der Größe, Begleiterscheinungen und möglichen Beschwerden ab. 7.Wenn die hormonelle Behandlung ausschließlich aufgrund der bestehenden Zyste begonnen wurde, sollte nach ausbleibender Besserung eher noch einmal geprüft werden, ob eine weiterführende Diagnostik erforderlich ist. Alles Gute!


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