ZuversichtFreude97
Guten Tag, ich hoffe sie können mir helfen. Ich bin 29 Jahre alt und habe seit drei Monaten immer in relativ kurzen Abständen Blutungen. Schwanger bin ich nicht und war ich auch noch nie. Zuletzt hatte ich die Periode am 22.07. dann fing ich wieder an zu bluten 04.08. bis zum 12.08. (mehr wie eine Schmierblutung) und am 12.08 bis 17.08. bekam ich dann meine Periode. Nun blute ich aber schon wieder (Start 28.08.), dieses Mal direkt rot-rosa und die Monate davor war es nicht anders. Ich habe auch starke Schmerzen seit Wochen im Unterleib und Druck auf der Blase, obwohl diese wohl unauffällig ist. Auch mein Rücken tut weh, aber ich weiß nicht, ob es davon unabhängig ist. Ich bin mittlerweile mit meinen Nerven am Ende, weil es mich auch erschöpft 13 Tage am Stück zu bluten. In einer Sonografie wurde am Mittwoch und auch Samstag festgestellt, dass die Schleimhaut hoch aufgebaut ist und ich wohl zwei Zysten habe. Viel anfangen kann ich als Laie aber natürlich nicht damit. Aber inzwischen habe ich einfach große Angst, weil die Beschwerden schon so lange anhalten und es auch so wehtut. Zumal ich wohl vom Fällen gelesen habe, die ähnliche Probleme hatten wie ich und die sogar noch jünger waren als ich und ein Endometriumkarzinom hatten 😕. Habe aber das Gefühl keine FA nimmt mich ernst, bzgl. Hormone kontrollieren... Mit freundlichen Grüßen!
Guten Tag, so häufige Blutungen in Kombination mit Schmerzen können sehr belastend sein. Ihre wiederkehrenden Blutungen in kurzen Abständen könnten ein Hinweis für eine Zyklusstörung sein. Auch funktionelle Zysten können mit hormonellen Veränderungen einhergehen und den Zyklus beeinflussen. Ich gehe davon aus, dass bei den letzten zwei Ultraschalluntersuchungen auch nach möglichen organischen Ursachen wie Polypen oder Myomen geschaut und auch der Gebärmutterhals beurteilt wurde. Eine im Ultraschall hoch aufgebaute Schleimhaut allein ist kein Hinweis für ein Endometriumkarzinom. Die Schleimhaut unterliegt dem zyklischen hormonellen Einfluss und sollte immer im Zusammenhang mit dem Zykluszeitpunkt beurteilt werden. Mit 29 Jahren ist ein Endometriumkarzinom zudem zum Glück selten. Einzelfälle in jüngeren Jahren sind zwar möglich, aber ausgesprochen selten. Nichtsdestotrotz sollte der Kombination aus Blutungsstörung, Schmerzen und Blasendruck weiter nachgegangen werden. Es wäre interessant zu wissen, wie die verdickte Gebärmutterschleimhaut von Ihrer Frauenärztin eingeordnet wurde und welche Konsequenz bzw. Behandlung sich daraus ergeben hat- z.B. eine Verlaufskontrolle oder eine Therapie der Blutungsproblematik bzw. der vermuteten Zyklusstörung. Eine umfassende Hormonkontrolle ist meist nicht der erste Schritt, da ein einzelner Hormonstatus je nach Fragestellung nur eingeschränkt aussagekräftig sein kann. Eine Zyklusanamnese, eine ausführliche gynäkologische Untersuchung und natürlich eine Ultraschalluntersuchung sind zunächst entscheidender. Eine Blutbildkontrolle, ggf. mit Ferritin halte ich bei länger anhaltenden Blutungen jedoch für sinnvoll. Insgesamt halte ich nach Ihrer Beschreibung andere Ursachen als ein Endometriumkarzinom für deutlich wahrscheinlicher. Ich denke, dass sich die Ursache mit Ihrer Frauenärztin bestimmt gezielt eingrenzen und eine passende Therapie finden lässt. Alles Gute für Sie!
ZuversichtFreude97
Liebe Frau Doktor Mallmann Danke erstmal für Ihre und ausführliche Antwort bzgl. meiner Beschwerden. Ich hoffe, ich darf mich nochmal an sie wenden, da sich in der Zwischenzeit einiges getan hat. Ich hatte am 31.08. eine Bauchspiegelung, eine Gebärmutterspiegelung, sowie eine Ausschabung gehabt. Am letzten Samstag ging ich ins Krankenhaus, da es schon wieder blutete und dort wurde im Ultraschall wieder die hohe Schleimhaut, so wie eine kleine Zyste festgestellt. Der Arzt sagte, er würde gerne eine diagnostische Bauchspiegelung, eine Gebärmutterspiegelung, sowieso eine Ausschabung machen. Gesagt, getan, es ging am selben Tag los. Die Zyste wurde entfernt, die Ausschabung gemacht und lt. den Ärzten sieht die Schleimhaut nicht auffällig auf. Nur wurden einige Verwachsungen in meinem Bauchraum festgestellt, obwohl ich noch nie dort operiert worden bin! Und auch Entzündungen sind mir nicht wirklich bekommt. Dann hatte ich wohl noch freie Flüssigkeit, die mir abgesaugt wurde. Endometrioseherde wurden nicht gefunden, weil das war der anfängliche Verdacht, neben etwas Hormonellen, wie Sie bereits angedeutet haben. Allerdings habe ich gehört, dass sehr kleine Herde wohl übersehen werden könnten, wenn man nicht gerade bei einem, auf Endometriose spezialisierten Facharzt es durchführen lässt. Nun driften meine Sorgen aber vor allem eher in Richtung Eierstockkrebs ab. Die Zyste, die Flüssigkeit usw. wurden natürlich eingeschickt, aber alles was ich lese passt so gut auf EK, das ist mir schon ganz schlecht wird. Ich habe so Angst, dass ich diese Diagnose bekomme . Die Ergebnisse von der Biopsie denn leider noch nicht da. Mein Rücken tut auch wieder weh, aber hatte letzte Woche schon ein MRT der LWS weil ein Bandscheibenvorfall vermutet wird... Mit meinem Blasendruck habe ich leider auch seit Wochen zu kämpfen, meine Urinwerte waren auch nicht wirklich gut, auch wenn mir am Ende gesagt wurde, der Urin sähe gut aus. Ich hatte leider bei der ersten Probe nicht den Mittelstrahl abgegeben, weiß aber das ich vor paar Wochen Mikrohämaturie und Leukozyten drin hatte.
Ihrer Beschreibung nach halte ich auch Eierstockkrebs für nicht sehr wahrscheinlich. Die Ergebnisse der histologischen Untersuchung werden voraussichtlich in den nächsten Tagen vorliegen, womit sich insbesondere die entfernte Zyste und die Gebärmutterschleimhaut zuverlässig beurteilen lassen. Verwachsungen sind sehr unspezifisch und können verschiedene Ursachen haben, beispielsweise vorangegangene, auch unbemerkte Entzündungen. Dass keine Endoemtrioseherde gesehen wurden, ist zunächst beruhigend. Selbst wenn kleine Herde übersehen worden wären, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass eine klinisch relevante oder behandlungsbedürftige Endometriose vorliegt. Bezüglich des Blasendrucks macht eine erneute Untersuchung des korrekt gewonnenen Mittelstrahlurins, nach vollständiger Erholung von der Op Sinn. Ich würde also insgesamt nicht von Eierstockkrebs ausgehen. Die Histologie wird Ihnen hoffentlich schon in den nächsten Tagen die gewünschte Gewissheit geben. Bis dahin wünsche ich Ihnen eine gute Erholung von der Op!
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