EvaZ
Sehr geehrter Herr Dr. med. Costa, ich habe ein Problem mit Süßigkeiten und Heißhungerattacken. Vor der Schwangerschaft und auch in den ersten Wochen habe ich nie Süßes gegessen, aber seit ca. der 18. Woche habe ich soo Appetit darauf. Aktuell bin ich in der 22. Woche und esse jeden Tag Süßes, nicht nur in kleinen Mengen. Den empfohlenen Maximalwert von 50 Gramm überschreite ich definitiv.. Ich kaufe extra nichts, um keine Süßigkeiten da zu haben, aber jetzt in der Vorweihnachtszeit bekommt man das ja überall angeboten und geschenkt und da kann ich mich einfach nicht zurückhalten. Obst bei Heißhunger auf Süßes oder ein kleines Stück Zartbitterschokolade funktionieren leider nicht. Bei Getränken habe ich das Problem nicht, ich trinkte ausschließlich Wasser und ungesüßten Tee. Haben Sie Tipps, wie man den Zuckerkonsum eindämmen kann? Lässt sich der "Schaden" korrigieren, wenn man die letzten vier Wochen vor der Geburt komplett auf Weizen und Zucker verzichtet oder ist die Ernährung jetzt schon verhängnisvoll? Ansonsten ernähre ich mich relativ ausgewogen und nehme Femibion ein. Die Kleine war bei 19+4 bei 350 Gramm - ist das schon bedenklich? Meinen Zuckertest habe ich in vier Wochen. Ich danke Ihnen im Voraus. Deine Schwangerschaftswoche: 22
Mit Ihrem "Heißhunger auf Süssigkeiten" in der Schwangerschaft sind Sie ganz sicher nicht alleine, keine Sorge... Das große Problem der Süßigkeiten ist, dass diese nach kurzer Zeit, also nach einer halben Stunde/ einer Stunde zu einem erneuten "Heißhunger" führen und man wieder zu Süßigkeiten greift... Es gibt auch eine "gute Nachricht", nämlich dass keine anderen Probleme als die Gewichtszunahme entstehen, solange Sie den Zucker verarbeiten, also keinen Diabetes haben. Aber trotzdem, besser ist es schon, Kuchen, Schokolade und andere Süßigkeiten einzuschränken. "Einschränken" bedeutet ja nicht, dass Sie ganz auf alles verzichten müssen, was süß ist. Diese "50 Gram" täglich, die Sie erwähnen, sind nur eine ungefähre Angabe, Sie müssen also nicht ständig nachrechnen oder sogar eine kleine Waage mit sich führen. Heißhunger-Attacken kann man manchmal dadurch bekämpfen, dass man etwas isst oder trinkt, was eben keinen oder nur wenig Zucker enthält. Zum Beispiel ein Joghurt oder eine kleine Portion Müssli (ohne Zuckerzusätze !) isst oder ein Glas Wasser trinkt. Aber ohne Ihren eigenen Willen geht es natürlich nicht. Versuchen Sie also doch, stark zu sein und auch mal "Nein" zu sagen. Eine mögliche Lösung wäre auch, Ihre Angewohnheiten zu analysieren und eine einzelne Situation zu ändern. Nicht alles ändern, nur eine Sache. Wenn Sie zum Beispiel immer Süßigkeiten Zuhause haben, also bei jedem Einkauf etwas "für den Hunger zwischendurch" kaufen, wäre eine Lösung, den Einkauf anders zu gestalten und nichts Süßes zu kaufen. "Auf alles zu verzichten" ist viel schwieriger als nur eine Angewohnheit zu ändern. Wenn es Ihnen gelingt, etwas zu verändern, wird Sie das zufriedener machen, da bin ich sicher.