Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Trotz

Frage: Trotz

Stepi

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Lieber Dr. Posth, erneut vielen Dank für Ihre wertvolle Arbeit! Als meine Tochter -forumsgerecht, 21 Monate- zu trotzen anfing, haben wir Ihre Ratschläge umgesetzt. Es läuft immer besser mit den Schritten, oft hilft schon Ablenken. Wir hatten nun einige Situationen, wo sie dann doch mal Mitten im großen Trotzanfall steckte u. plötzlich von sich aus abbrach. Bsp: ihr fiel ihr grad gekauftet Eis runter, ich kaufte neues aber vor uns hatte Frau gr. Einkauf & lies uns nicht vor u. durch d. Warten weinte sie sehr, bekam dann d. Eis & schmieß es noch vor Wut runter. Dann trampelte sie u. ich dachte nun geht´s los. Nahm sie hoch, sie schrie vor Wut, plötzlich nahm sie ihren Nuckel, zeigte Richtung Hause u. ich sollte mich vom Eis auf d. Erde entfernen. Ich war sehr überrascht. Ähnlichen Abbruch schaffte sie schon mal. Liegt das an d. von Ihnen empfohlenen Umgang mit Trotz o. reguliert sie schon besser (eher zu jung, oder)? Vielen Dank. Grüße Stepi


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Stepi, die Situation, die Sie schildern, ist geradezu klassisch für ein Trotzanfall. Das begehrte Eis "widerstzt sich dem Gegessenwerden" durch Herunterfallen. So sieht es das Kind. Die eigene Ungeschicklichkeit wird dem Gegenstand zugeschrieben. Das neue Eis kann sie noch nicht haben, weil es erst abkassiert werden muss (wobei man die Kassiererin hätte fragen können, ob Ihre Tochter das Eis nicht schon vorher hätte essen dürfen). Als Ihre Tochter das Eis endlich bekam, war die Wut so groß, dass sie am begehrten Gegenstand abgelassen werden musste. sie schmiss es auf den Boden. Das aber vereitelte das Bekommen und so stand ihre Tochter mit Wut und leeren Händen da. Dadurch geriet sie in Verzeiflung. Nur der Nuckel als quasi Übergangsobjekt konnte innere Beruhigung schaffen, deshalb nahm ihn Ihre Tochter schon von selbst. Und dann wollte sie nach Hause, um von dem "schrecklichen Ort" zu fliehen. Ein schönes Lehrstück für jeden, der nicht vesteht, was Trotz für das Kind bedeutet. Wenn Sei fragen, welche Form der frühen (da haben Sie recht) Selbstregulation hier gewirkt hat, dann war es die funktion des Übergangsobjektes in Form des Schnullers. Wehe, Sie hätten Ihr den Schnuller verweigert! Viele Grüße


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