Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Sohn malträtiert andere Kinder was können wir tun?

Frage: Sohn malträtiert andere Kinder was können wir tun?

Mascha1980

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Lieber Dr.Posth,danke für Ihre bisherige Hilfe!Unser Sohn(17 Mon.)ist ein fröhliches,lebhaftes Kind.Familienbett,noch tlw.gestillt.Er erscheint uns eigentlich sehr"sozial",zeigt bereits viel Humor,geht freudig auf andere,besonders Kinder,zu,kuschelt gern.Allerdings gibt es seit einiger Zeit das Problem,dass er besonders gleichaltrige Kinder,aber auch uns Eltern,quasi"anfällt",an den Haaren zieht.Aber ohne offensichtlichen Anlass,aus einträchtigem Spielen heraus,gerne auch vor und nach einem Streicheln.Er zieht dann stark,lässt auch nicht los.Nein versteht er eigentich bereits gut,aber in diesem Fall wiederholt es sich tlw. immer wieder.Er streichelt danach bereitwillig das weinende Kind,um kurz drauf wieder(gleichmütig?)draufzustürzen.Es ist uns unangenehm("Die setzen wohl keine Grenzen!"-Reaktionen sind zu spüren),er ist einfach so offensiv!Induktion jetzt schon?Wir sind eher ruhige Gemüter,er aber so temperamentvoll!Was können wir noch tun?Danke!


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Stichwort: Induktion Hallo, das Problem ist, dass Induktion erst bei einem Kind wirkt, das ausreichend Selbstbewusstsein besitzt. Denn ohne ein klares Verständnis von dem, "wer bin ich" und "wer bist du" gelingt kein emotionaler Perspektivwechsel (also das Hineinversetzen in die Gefühlswelt des Anderen). Die klare Selbstvorstellung entwickelt normalerweise aber erst bis zum 2. Geburtstag. und selbst ist es noch schwierig für ein Kind zu verstehen, dass die eigene aggressive Handlung dafür die Ursache ist, dass das andere Kind Schmerzen hat, einen Nachteil erleidet oder beleidigt ist usw. die ursächliche Beziehung von eigener Handlung und Leidenszustand beim anderen wird erst zwischen 2 1/2 und 3 richtig verstanden. Wenn Kinder sich schon früher zurückhalten, dann liegt es entweder in ihrem Charakter begründet oder sie haben schon Angst vor Strafe (was keine gute Erziehung ist). D.h., es bleibt Ihnen nur die Möglichkeit, Ihren Sohn an seinem aggressiven Impulsen zu hindern und ihn per Blick und Wort energisch zu mahnen, es nicht zu tun. Dann versteht er zwar noch nicht, warum der es nicht tun soll, aber er richtet sich danach, ohne Angst vor Ihnen zu haben. Viele Grüße


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