Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Herr Dr. Posth, Unsere Tochter (6) ist hochbegabt, sehr aktiv, mochte sich nie allein beschäftigen, war als Baby ein Schreikind. Sprachliche Entwicklung sehr früh (5-6 Mo.), leidet unter leichten Asthma u. Neurodermitis. Wurde früh eingeschult. Der Lehrer ist sehr engagiert. Sie hat keine Probleme mit Mitschülern und ist gut integriert, auch vom Stoff her ist sie eher unter- als überfordert. Sie hat große Probleme mit der Organisation (braucht kleinmaschige Arbeitsanweisungen, klare Strukturen). Hier zu Hause ist dies ebenfalls so. Ich muss sehr konsequent sein und unter Androhung von Konsequenzen (leider) alltägliche Dinge durchsetzen. Wir haben aber ein gutes und liebevolles Verhältnis zueinander, kuscheln viel. Sie erzählt gern Phantasiegeschichten (lügt auch, aber ohne einen Nutzen daraus zu ziehen). Bei einem Psychologen wird bald auf ADHS getestet. Haben Sie noch einen Tipp für uns?
Hallo, das, was Sie schreiben, widerspricht sich ein wenig. Entweder ist ein Kind hochbegabt oder es hat ADHS, aber nicht beides gleichzeitig. Hochbegabte Kinder sind selbstredend immer gut in der Schule, wennglich nicht immer gut integriert und leistungswillig. D.h. viele schneiden für ihren Intelligenzquotienten unverhältnismäßig schlecht ab. Das hat aber nichts mit ADHS zu tun, sondern mit Problemen bei der sozialen Integration in die Gruppe und einer großen Empfindlichkeit bei der Beurteilung durch Lehrer(innen) und andere Personen aus dem pädagogischen Umfeld. Mit diesen muss das Vorgehen im Schulunterricht sehr gut abgesprochen sein, damit das Kind das Gefühl hat, anerkannt und gefordert zu sein. Denn das braucht es für sein Selbstbewusstsein. Klare Strukturen im erzieherischen Umgang benötigen alle Kinder, die schlecht von sich aus geeignete Verhaltensweisen im sozialen Umgang finden. Das ist ein erzieherisches Entwicklungsproblem. Klare Strukturen heißt nicht größere Strenge. Letztere macht alles meist nur noch schlimmer. Viele Grüße
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