Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Dr. Posth! Vielen Dank für Ihre Arbeit hier! Meine Tochter (11 Monate)ist zur Zeit sehr Mama-anhänglich. Wenn wir essen, will sie z.B. unbedingt auf meinem Schoss sitzen, gebe ich sie dann zu ihrem Vater, damit ich auch aufessen kann, weint sie und ist nur mit viel Einsatz seiten meines Mannes zu beruhigen. Wie verhalte ich mich am besten, wenn ich z.B. Einkaufen gehe und sie bei ihrem Vater bleiben soll, einfach gehen, wenn die beiden im Spiel vertieft sind oder mich verabschieden und sie zunächst weinend bei meinem Mann lassen? Sie beruhigt sich schnell wieder und mein Mann ist stark in ihre Betreuung und Pflege eingebunden. Und woran könnte diese starke Anhänglichkeit liegen? Zähne bekommt sie im Moment keine und große Entwicklungsunterschiede kann ich im Vergleich zu vorletzten Woche auch nicht erkennen. Vielen Dank für Ihre Hilfe, Sabine
Liebe Sabine, diese vorübergehende! starke Anhänglichkeit ist, so widersinnig es sich anhört, der Anfang der Loslösung. Das Kleinkind ist in dieser Phase noch hin und her gerissen zwischen dem Aufbruch, die Welt nun auf einge Faust zu erkunden, und dem Bedürfnis, doch immer noch an der Seite der Mutter zu bleiben. Der Vater ist zwar eine längst vertraute Person, aber eben doch noch nicht so sicher wie die Mutter. Umgekehrt ginge es übrigens nicht viel anders. Wenn Sie fortgehen, macht es daher wenig Sinn, sich demonstrativ zu verbschieden, denn das erhöht die Angst beim Kind, die Mutter könnte verloren gehen. Ist sie aber weg, ist ja der Vater da, dem Ihre Tochter sich dann automatisch anvertraut. Schließlich sind Sie zurück, und Ihre Tochter kann sie wieder in die Arme schließen. Viele Grüße
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