Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

"Anfälle"

Frage: "Anfälle"

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Sehr geehrter Herr Dr. Posth, unsere Tochter, 2. J. 4 M. bekommt gerade immer wieder "Anfälle" wo ich nicht weiß wie ich mich verhalten soll. In der Spielgruppe (besuchen wir 2 x die Woche, sie ist ansonsten noch zu Hause, Einzelkind) bekommt sie neuerdings immer Weinanfälle wenn andere Kinder bei den Kreisspielen nicht mitmachen. Sie versucht dann die Kinder zurück zu ihren Eltern zu bringen. Ich sage ihr, dass es okay ist, wenn die anderen Kinder nicht mitmachen wollen. Aber sie kann sich nicht beruhigen. Letztendlich gehen wir dann nach Hause. Zu Hause bringen sie alltägliche Situationen durcheinander. Ich soll nicht lüften. Ich soll nicht Wäsche waschen. ... Manchmal kann ich ihrem Wunsch entsprechen, manchmal möchte ich das auch nicht. Sie weint und tobt, lässt mich nicht an sich ran (kratzt mich sonst), verlässt das Zimmer. Ich lasse sie in Ruhe, auch wenn es schwer fällt, zeige mich immer wieder und irgendwann ist es dann wieder "gut". Wie soll ich mich verhalten? Danke.


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, im Prinzip machen Sie ja alles richtig. Das Streuerungsbedürfnis Ihrer Tochter, die Vorgänge in der Welt so zu beeinflussen, wie sie selbst meint, dass sie richtig seien, entspricht dem Machtbedürfnis aller Kinder, nur zeigen es die meisten nicht so stark oder in anderen Zusammenhängen. Offensichtlich hat Ihre Tochter bereits ein hohes Maß an Empathie entwickelt. Sie fühlt mit den anderen teilnahmsunwilligen Kindern in der Spielgruppe mit und überträgt ihr Bedürfnis, die Mutter als Schutz und Absicherung anzusehen, auf die anderen Kinder. Das Weinen ist in diesem Zusammenhang so etwas wie fortgesetzte Affektansteckung (weint ein Säugling, weinen alle). Zu Hause aber scheitert Ihre Tochter mit ihrem Beürfnis nach SMacht und Steuerung, da sie gar nicht weiß, wie sie eigentlich entscheiden soll. sie können da flexibel reagieren und mal dem Ansinnen Ihrer Tochter nachgeben, mal sich selbst durchsetzen, auch auf die Gefahr hin, bei Ihrer Tochter einen Trotzanfall auszulösen. Viele Grüße


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