Kunderella
Sehr geehrter Herr Dr. Posth, unsere Tochter (5) war immer ein umsichtiges+folgsames Kind, mit s. gering ausgeprägter Trotzphase. Seit einiger Zeit scheint sie plötzl. sehr unausgeglichen + überfordert. Sie jammert sehr viel+spricht mit weinerl. Ton, jede Berührung wird ein anklagendes Du hast mir wehgetan, "kleine Dinge" werden Dramen, sie wirft sich sehr oft schreiend a. d. Boden (mit 3 passierte das nie) trödelt plötzl. extrem, auch wenn es um Dinge geht, die sie eig. unbedingt tun will (Kiga gehen, auf einen Geburtstag) etc., v.a. wenn durch nat. Umstände Druck aufkommt (Geburtstag fängt gleich schon ohne sie an) wirft sie sich hin+es geht nichts mehr. Im Kiga ist sie wie immer. Beim Papa ist es bes. schlimm. Bisher haben wir versucht, das weder positiv zu verstärken, aber zu zeigen, dass wir ihr helfen wollen+sie mit nat. Konsequenzen ihres Verhaltens zu überzeugen, langsam sind wir ratlos, wie wir helfen können + die Nerven liegen blank. Was raten Sie uns? Danke!
Hallo, es geht wie fast immer darum , die Ursachen aufzuspüren und abzustellen. In einfachen Worten gesprochen würde man sagen, das Kind holt seine Trotzphase nach. Aber so einfach ist Psychologie eben nicht. Die Trotzphase als Ausdruck de Selbstbehauptung gehört in ein bestimmtes Entwicklungsstadium (1 1/2 bis gut 3 Jahre). Tritt Trotz zu einem völlig anderen Zeitpunkt auf, muss er andere Ursachen haben. Diese Ursache kann nur eine Regression sein (s. gezielter Suchlauf), die einen Auslöser hat. Und dieser Auslöser ist entweder eine Entwicklungskrise oder der Endpunkt einer schon lange währenden Beziehungsstörung. Erst wenn man das weiß, kann man sich auf die Suche begeben. Was ist akut passiert, was hat sich im Leben Ihrer Tochter verändert, haben sich neue Herausforderungen ergebent, die Ihre Tochter nicht meistern kann, hat es eine Traumatisierung gegeben usw. Viele Dinge erfahren Sie nicht so einfach. Da müssen Sie schon auf Signale achten, gegebenefalls nachfragen oder sich umhören. Der Kindergarten scheint es nicht zu sein. Aber Kinder können keine Ursache für ihr Verhalten erkennen und erklären. Das ist schon die Aufgabe der erziehenden Erwachsenen. Sie können mir ja gerne wieder schreiben. Viele Grüße
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