Frage im Expertenforum Babyschlaf an Dr. med. Daniela Dotzauer:

Wacht alle 30 min auf, auch nachts

Frage: Wacht alle 30 min auf, auch nachts

Anna_94

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Liebe Fr.Dr. Dotzauer, ich würde gerne nach einer fachlichen Einschätzung zum Schlaf meiner 5,5 Monate alten Tochter fragen. Sie schreit bzw. weint schon seit ihrer Geburt relativ viel. Mit etwa 1 Monat hat sie mehrere Stunden lang jeden Abend geschrien, ohne dass irgendetwas wirklich geholfen hat. Bis ungefähr zum 3. Monat hat sie vor dem Einschlafen fast jeden Abend mindestens 15 Minuten geschrien. Inzwischen schreit sie beim Einschlafen mit Stillen nicht mehr, aber beim Einschlafen mit ihrem Vater weint/schreit sie weiterhin. Ansonsten entwickelt sie sich normal, wächst und nimmt gut zu. Sie kann sich längere Zeit selbstständig beschäftigen, ist sehr sozial und kommunikativ und wirkt grundsätzlich zufrieden, wenn sie ausgeschlafen ist. Das Problem ist vor allem, dass sie sehr selten ausreichend Schlaf bekommt. Die Schlafprobleme begannen ungefähr mit 1 Monat, zunächst vor allem beim Tagesschlaf. Sie schlief tagsüber nur auf dem Arm und meistens nur etwa 30 Minuten. Eine Zeit lang hat eine Federwiege sehr gut geholfen. Nachts schlief sie damals teilweise sogar durch oder wachte nur zum Trinken auf und schlief danach sofort wieder ein. Mit etwa 3 Monaten funktionierte die Federwiege plötzlich nicht mehr. Sie begann darin nur noch zu schreien. Da sie sich inzwischen dreht, können wir sie ohnehin nicht mehr verwenden. Aktuelle Situation mit 5,5 Monaten: - Beim Stillen schläft sie schnell und ohne Weinen ein. - Auf dem Arm mit Wiegen weint sie meistens. - In der Manduca schläft sie meistens nach kurzem Weinen ein. - Sie lässt sich anschließend meistens ablegen. - Eine feste Einschlafroutine haben wir. Das größte Problem ist inzwischen das Durchschlafen bzw. Weiterschlafen: Sie wacht tagsüber und inzwischen auch nachts sehr häufig etwa alle 30 Minuten auf. Oft lässt sie sich mit Schnuller, Streicheln und „Schhh“-Geräuschen wieder beruhigen. Manchmal muss ich sie aber hochnehmen und stillen. Tagsüber schläft sie normalerweise 3-mal. Wenn ich die Schläfchen nicht verlängere, dauern sie meistens ungefähr 30 Minuten. Mit Verlängerung kann ein Schlaf manchmal 1–1,5 Stunden dauern. Die Gesamtschlafzeit tagsüber beträgt manchmal nicht einmal 3 Stunden. Zum Beispiel hatte sie heute zwei 30-minütige Schläfchen und einen 1,5-stündigen Schlaf. Sie steht morgens ungefähr um 7 Uhr auf und geht abends zwischen 19 und 20 Uhr ins Bett. Besonders der Abend ist sehr schwierig, weil ich teilweise alle 30 Minuten zu ihr gehen muss, um sie wieder zu beruhigen. Wenn sie zu wenig geschlafen hat, ist sie deutlich schlechter gelaunt und weint sehr viel. Interessanterweise schläft sie manchmal besser, wenn sie vorher beim Einschlafen etwa 30 Minuten richtig geweint hat. Das ist natürlich keine Strategie, die wir bewusst einsetzen möchten. Wir waren bereits in einer Schreibabyambulanz und bei einer Schlafberatung. Außerdem haben wir sehr viele Informationen, Videos und Empfehlungen zum Babyschlaf gelesen bzw. ausprobiert. Wir haben unter anderem versucht: - White Noise - feste Schlafroutine - auf ausreichende Wachzeiten achten und Übermüdung vermeiden - Raum abdunkeln und eher kühl halten - möglichst gleiche Bedingungen beim Einschlafen und Aufwachen schaffen - Schlaf nach Möglichkeit ohne Brust als Einschlafhilfe - verschiedene Einschlafmethoden und Beruhigungsstrategien Leider hat bisher nichts zu einer nachhaltigen Verbesserung geführt. Ist ein so häufiges Aufwachen alle 30 Minuten, inzwischen auch nachts, mit 5,5 Monaten noch im Rahmen einer normalen Schlafentwicklung? Und gibt es in dieser Situation noch etwas Sinnvolles, das wir ausprobieren können, außer den üblichen Empfehlungen zu Schlafroutine, Wachfenstern und Schlafhygiene? Ich habe langsam das Gefühl, dass wir alle klassischen Empfehlungen ausprobiert haben und trotzdem wird der Schlaf eher schlechter als besser. Vielen Dank!


Dr. Dotzauer

Dr. Dotzauer

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Guten Abend, Ja das regelmäßige nächtliche Aufwachen im Schlafphasenwechsel ist normal, insbesondere, wenn das Kind als Ein- und Weiterschlafassoziation die elterliche Hilfe hier: Stillen erwartet. Eigenregulative Strategien müssen sich erst entwickeln.  Das ist erschwert, wenn das Baby beim Einschlafen häufig negative Schreierfahrungen macht. Aus meinerSicht können Einschlafroutinen nur helfen, wenn sie positiv verknüpft sind. Sind sie negativ besetzt ,hat es genau die gegenteilige Wirkung, das Kind verweigert, anstatt dass es mitmacht und zum Einschlafen mithilft. Sehr wichtig ist, dass die Kinder nicht einfach in die Waagerechte genommen werden, sondern aufrecht bleiben bis zu einem Signal der Entspannung und dann erst i die Waagerechte kommen. Sie sollten die negativen Erwartungen durchkreutzen und mit positiven ersetzen,. Die Wachzeiten  und die 3 Schläfchen pro Tag passen. Eines ist länger mit Tiefschlafanteil, das ist top und es reicht die Gesamtschlafdauer aus. Positive Einschlafroutinen, sowie eine nächtliche Weiterschlafsprache ohne jedes mal zu stillen , als auch ein Kuscheltuch am Tage anzugewöhnen, evtuell kann auch ein Schnuller helfen. Die Regulationsprobleme brauchen einen sinnvollen unterstützenden Umgang, Geduld und Lagmut. Alles Gute dabei und herzliche Grüße Daniela Dotzauer


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