Frage im Expertenforum Babyschlaf an Dr. med. Daniela Dotzauer:

Ständiges nächtliches Wassertrinken bei Kleinkind

Frage: Ständiges nächtliches Wassertrinken bei Kleinkind

Amy259

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Guten Tag, unser Sohn ist 22 Monate alt und schläft im eigenen Bettchen in seinem Zimmer. Das Zubettgehen-Ritual ist, dass er im Bett vor dem einschlafen nochmal eine kleine (120-180ml) Flasche Wasser zu trinken bekommt. Er ist generell ein guter Trinker (laut unserer Kinderärztin aber alles im Rahmen) und trinkt auch tagsüber sehr gut. Unser Problem ist aber die Nacht: er wacht sehr oft auf, meist zwischen 3 und 5 mal pro Nacht und möchte dann etwas trinken. Was wiederum dazu führt, dass wir ein bis zweimal pro Nacht die Windeln wechseln müssen (und er trägt schon die größte Größe). Nach fast zwei Jahren ist das leider etwas zermürbend, weshalb wir auf Tipps hoffen, wie wir das ganze ändern können. Wenn er eine Flasche im Bett hat, trinkt er sie direkt leer, das funktioniert also auch nicht. Bei seiner Schwester hatten wir das gleiche Problem, weshalb wir auch von einem hausgemachten Problem ausgehen. Wir freuen uns auf Tipps von Ihnen! Viele Grüße ☀️


Dr. Dotzauer

Dr. Dotzauer

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Guten Tag, ja das Trinken ist eine sehr überflüssige, ja störende Gewohnheit, wenn es nachts zu Beruhigungs- und Weiterschlafzwecken genutzt wird. Das Relikt aus der Babyzeit, ist aus meiner Sicht komplett abzugewöhnen.  Das fängt damit an, dass die Trinkflasche nichts mit dem Bettgeh-Ritual zu tun haben soll. Er kann das letzte Mal beim Zähneputzen trinken, aus dem Glas versteht sich und das beruhigende Saugen aus der Flasche soll nicht zum schlafbereit werden genutzt werden. Wenn es nicht in einem Schritt geht, kann die Flasche vorher auf der Wickelablage, im Wohnzimmer oder sonst wo getrunken werden aber nicht im Bett!. Das beruhigende Runterkommen sollte mit einem Kuscheltier und Ihrer Co-Regulation (erst Bilderbuchzeit, dann Herrzenszeit = gemeinsames Kuscheln, Singen im Dunkeln, Verabschiedung und "Wegschnarchen") erfolgen.  Das nächtliche Trinken kann schrittweise reduziert und auch nur noch aus dem Glas angeboten werden. Das Ziel ist ganz klar: NICHT TRINKEN, aber wahrscheinlich benötigen Sie für dieses Ziel etwas Zeit. Das liegt ganz bei Ihnen. Ich empfehle jedoch dringend ein Kuscheltier mit emotionaler Bedeutung aufzuladen, denn das führt ihr Kind in die Eigenregulation. Tagsüber außerhalb des Schlafens in Tröste- und Beruhigungssituationen muss das Kuscheltier am Start sein, besser gesagt durch Sie angedient werden. Das dauert seine Zeit, aber es wäre richtig nachhaltig, eine eigenregulative Strategie, welche ihr Kind noch lange nutzen kann. Das Sauberwerden ist zwar jetzt kein Thema, aber in der Zukunft haben Sie es leichter wenn ihr Kind sich nicht andauernd Flüssigkeit zum Beruhigen wünscht. Das Aufwachen im Schlafphasenwechsel ist der Grund des häufigen nächtlichen Erwachens und es ist Zufall welche Weiterschlafstrategie Eltern ihren Kindern zeigen. Manche trinken, andere essen, einige wollen getragen oder gefedert werden, wieder andere drehen Mamas Haare oder wollen aufstehen und spielen. Es ist die elterliche Entscheidung welche Weiterschladfassoziation sie praktizieren. Ich empfehle: "Alles ist gut - dreh dich um, nimm deine Kuschel und schlaf weiter..." das ist das Ziel. Alles Gute dabei Daniela Dotzauer


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