Hallo, mein Sohn wird im November 3 und hat seinen Kopf von Geburt an sehr nach links fallend schief gehalten. Auch hat er sich als Baby viel überstreckt, weshalb wir damals bei der Physio waren (nach Voita? therapiert). Waren auch zweimal bei der Osteopathie und auf Anraten der Hebamme beim Kinderchiropraktiker. Das überstrecken nahm dann etwas ab, das schief halten des Kopfes wurde etwas besser. Die Kinderärztin findet das aber nicht so schlimm. Jetzt habe ich neuerdings wieder das Gefühl, dass er den Kopf wieder mehr schief hält. Dazu muss ich sagen, dass ich als Kind die selbe Problematik hatte. Genau wie meine Schwester und meine Mutter. Bei allen kippt der Kopf nach links bei der Haltung. Man sieht es auch auf alten Kinderbildern. Alle haben Nackenbeschwerden (chronisch). Ich wurde aufgrund dessen als Kind und Jugendliche beim Orthopäden sehr oft am Nacken eingerenkt und bekam viel Physio zur Stärkung und Dehnung. Geholfen hat das alles nichts. Bei meiner jüngeren Schwester das selbe Spiel... wie geht man da jetzt am besten mit um? Auf was können wir bei meinem Sohn achten? Sollte man da was machen? Dazu muss ich auch noch sagen, dass wir alle sehr groß sind und früh schnell gewachsen. Mein Sohn ist mit seinen fast drei Jahren ca 1m groß. Wir sind aber wie gesagt alle sehr groß (ich bin als Mutter 1,80m). Ich selbst war laut meinem eigenen U Heft mit 3 Jahren sogar noch größer, als mein Sohn jetzt...Neuerdings überstreckt er sich nachts ab und an wieder mehr. Er dreht und bewegt sich generell sehr viel im Bett. Die Kinderärztin sieht das alles eher unproblematisch, da er sich sonst normal entwickelt und vor allem motorisch recht weit für sein Alter ist. Können wir im Alltag auf etwas achten? Danke!
Liebe Mama, zunächst einmal kann ich dich etwas beruhigen. Tatsächlich beobachten wir bei vielen Babys und auch Erwachsenen eine bevorzugte Kopfneigung nach links. Das kann unter anderem mit der häufigen Geburtslage und der Art, wie sich der kindliche Kopf in den Geburtskanal eindreht, zusammenhängen. Solche Haltungsmuster können sich über längere Zeit erhalten. Viel wichtiger als die schiefe Kopfhaltung allein ist allerdings die Frage: Was macht diese Haltung mit deinem Sohn und seiner motorischen Entwicklung? Nutzt er beide Körperseiten gleichermaßen? Bewegt er sich altersentsprechend, sind seine Bewegungen flüssig und „rund“? Kann er seinen Kopf frei und ohne Einschränkung in alle Richtungen bewegen? Wenn all das gut funktioniert, darf ein Kind durchaus eine gewohnheitsmäßige Lieblingshaltung haben, ohne dass diese zwangsläufig problematisch sein muss. Da du aber beschreibst, dass die Kopfneigung wieder deutlicher wird und auch das Überstrecken erneut auftritt, würde ich die Beweglichkeit und Muskelspannung noch einmal kinderphysiotherapeutisch oder osteopathisch überprüfen lassen. Gerade mit eurer familiären Vorgeschichte finde ich es sinnvoll, genauer hinzuschauen, ohne die Situation gleich als besorgniserregend einzustufen. Mein Rat: Achte im Alltag vor allem darauf, ob dein Sohn beide Seiten gleich selbstverständlich nutzt, sich frei bewegt und keine Positionen vermeidet. Entscheidend ist nicht, dass der Kopf immer perfekt gerade gehalten wird, sondern dass er sich frei und harmonisch bewegen kann. In Wachstumsphasen oder in Entwicklungsschüben ist es normal, dass Kinder verstärkt ihre Gewohnhietshaltung einnehmen. Nach diesen Schübern, sollte der Kopf immer wieder frei beweglich sein. In alle Bewegungsrichtungen. Dass dein Sohn motorisch so gut entwickelt ist, ist auf jeden Fall ein sehr schönes Zeichen. 🌿 Alles Liebe für euch!