Elternforum Trennung vom Partner

Trennung vom Partner - Auseinandergelebt

Trennung vom Partner - Auseinandergelebt

Gertrud2225

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Hallo alle zusammen, ich spiele schon länger mit dem Gedanken mich von meinem Partner zu trennen, wir haben zwei gemeinsame Kinder, 0,5 und 3,5. Einmal hab ich sogar schon gesagt dass ich mich trennen will und es so wie es jetzt ist für mich nicht mehr passt. Er ist sehr bemüht, die Gründe für die Trennung aufzuarbeiten. Er macht mehr mit den Kindern und versucht allgemein mehr dabei zu sein. Wir versuchen an den Wochenenden mehr gemeinsam als Familie zu unternehmen. Trotzdem habe ich momentan (noch?) das Gefühl wir finden nicht mehr zueinander wie ich es mir Wünschen würde. Ich weiß dass er mich noch liebt und wahrscheinlich alles für mich machen würde was ich anspreche, ABER mein Problem dabei ist, dass ich mir wünschen würde er macht es nicht für mich sondern aus intrinsischer Motivation heraus. Zum Beispiel wenn er die Kinder nimmt macht er es in dem Moment um mir etwas Zeit zu schaffen - was ja grundsätzlich nicht verkehrt ist - aber ich habe nie das Gefühl dass er auch Freude daran hat mit seinen Kindern zu verbringen. Dazu kommt, dass gerade die Große dann auch schnell keine Lust mehr hat und wieder zu mir gedackelt kommt (meiner Ansicht nach vermutlich weil er eigentlich unmotiviert ist etwas mit ihr zu machen?).  Mein Hauptproblem in der Beziehung ist, dass ich das Gefühl habe die Kinder sind für ihn mehr Ballast/ Aufgabe als Geschenk/ Freude. Ich habe das Gefühl dass wir uns durch unterschiedliche Ansichten voneinander entfernt haben (das sieht er nicht). Diese Ansichten betreffen nicht nur Kindererziehung sondern auch allgemeinen Lebensstil und Hobbys.  Ich selbst merkt wie oft mich Dinge stören, spreche diese aber häufig nicht an weil ich das Gefühl habe es trifft ihn immer direkt als Vorwurf bzw. Dass es auch nichts ändern würde.  Vielleicht ist oder war ja jemand in einer ähnlichen Situation und mag sagen wie es weitergegangen ist oder sich austauschen.  Er ist grundsätzlich kein schlechter Mensch aber ich habe das Gefühl wir haben uns einfach Auseinandergelebt. 


Jorinde17

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Antwort auf Beitrag von Gertrud2225

Hallo, na ja, das ist das ganze normale Gefühl, wenn man im Laufe der Jahre merkt, der Partner kocht auch nur mit Wasser. Er hat viele Schwächen und Defizite (wie man selbst übrigens auch). Und natürlich sind die Schmetterlinge der großen Verliebtheit fort, und der Alltag hat die Regie übernommen. Aber das ist in jeder Beziehung so. Problematisch wird es, wenn man ständig den Menschen, mit dem man lebt, mit den eigenen Tagträumen und Idealen vergleicht. Denn dann kann der reale Mensch nur verlieren. Viele fallen ja heute auf romantische Kino- und Streamingfilme rein, wo die Liebe als ganz großartige, tiefe Sache für den Rest des Lebens dargestellt wird. Aber die großen Gefühle bleiben nie, unsere Psyche tickt nicht so, dass wir starke Gefühle lange aufrecht erhalten können. Es kommt früher oder später immer das Normalmaß, und das kann sehr ernüchternd sein. Nicht wenige Leute lösen das heute so, dass sie sich im Laufe ihres Lebens immer wieder trennen und neue Beziehungen beginnen in der Hoffnung, diesmal sei es der ganz große Treffer, der tiefe seelische Gleichklang usw. Nach einigen Jahren kommt die übliche Normalität, und schon überlegt man insgeheim, auch diese Beziehung wieder wegzuwerfen für "neues Spiel, neues Glück".  Das Leben und auch eine Beziehung bestehen aber vor allem aus Alltag. Und beides ist weder leicht noch besonders romantisch. Dass dein Mann sehr auf deine Wünsche und deine Unzufriedenheit einzugehen versucht, zeigt, dass er ein wirklich guter Partner ist. Die meisten Männer labern in so einem Fall nur, ändern aber nichts. Es mag sein, dass er als Vater kein Hauptgewinn ist und keinen großartigen Draht zu Kindern hat – das ist ein Defizit, aber kein Trennungsgrund. Was eine Beziehung auf Jahrzehnte trägt, sind nicht die ganz großen Gefühle. Sondern es sind Vertrauen, Beständigkeit, Zuverlässigkeit, Treue, eine funktionierende Aufteilung der Zuständigkeiten im Alltag (damit keiner sich ausgenutzt oder überlastet fühlt). Und auch, dass man dem anderen zuhört, wenn er sich beklagt, und versucht, etwas zu verbessern. All das sehe ich bei euch gegeben. Ich glaube, du willst dich eigentlich nicht trennen. Aber da ist eine Grund-Unzufriedenheit, und die kommt von der Diskrepanz zwischen deinen recht hohen Erwartungen und deinem wirklichen Mann. Das ist jetzt nichts Schlimmes und auch nichts Unnormales. Man muss nur aufpassen, dass man mit seiner ständigen Unzufriedenheit nicht sogar selbst die Ehe zersetzt und die Beziehung mehr gefährdet, als der Mann dies durch seine Unvollkommenheit tut. Ich bin mit meinem Mann jetzt 35 Jahre zusammen. Früher ging es mir einige Jahre so wie dir. Man zieht Bilanz, überlegt, ob das, was man hat, auch das ist, was man sich erträumt und erhofft hat. Und oft schneidet der eigene Mann, obwohl er wirklich lieb und gut ist, dann nicht so toll ab. Das ist aber nicht seine Schuld, sondern es liegt am eigenen, internalisierten Ideal von der großen, tiefen Liebe und der totalen seelischen Übereinstimmung. Dieses Ideal ist heikel, weil kein Mann der Welt es erfüllen kann. Kein anderer Mensch ist für dein Glück zuständig oder kann dich allein glücklich machen. Damit ist jeder andere Mensch überfordert. Wenn man nicht aufpasst, steht man irgendwann ohne alles da: Den Mann ist man losgeworden (oder hat ihn in die Arme einer anderen getrieben, die ihn genau so mag, wie er ist), und der nächste Mann entpuppt sich nach den ersten Jahren wieder als Normalo mit vielen Fehlern oder sogar als deutlich schlechter als der vorherige. Erlaube deinem Mann so zu sein, wie er ist, mit all seinen Defiziten. So wie auch er es dir bisher nicht übelnimmt, dass du öfters so unzufrieden wirkst und an ihm herumkrittelst. Er klingt wie ein prima Fang, und ich würde das nicht für einen Tagtraum aufs Spiel setzen. LG


Sue_Ellen

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Antwort auf Beitrag von Jorinde17

Ich kann mich jorinde nur anschließen, du hast ein bild einer rama familie im kopf und der arme mann erfüllt das nicht. Du willst ihn nach deinen vorstellungen verbiegen und das funktioniert nicht. Deswegen stampfst du mit dem fuß auf und drohst mit trennung. Was meinst du, was sich für dich ändert als ae? Ist das dann, was du willst? Dein eines kind ist noch ein säugling, du solltest deine energie einteilen und nicht dahingehend verschwenden deinen mann umzubasteln.... Ich kann dir sagen, das leben als ae ist selten romantisch.


Nurmalsoeben

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Antwort auf Beitrag von Gertrud2225

"Ich habe das Gefühl dass wir uns durch unterschiedliche Ansichten voneinander entfernt haben (das sieht er nicht). Diese Ansichten betreffen nicht nur Kindererziehung sondern auch allgemeinen Lebensstil und Hobbys." Was meinst du denn damit konkret? Wie unterschiedlich sind eure Ansichten, was meinst du mit "allgemeinem Lebensstil"? Hobbys lasse ich mal außen vor, weil genau das ein Bereich sein könnte, den du auch sehr gut mit anderen teilen kannst, auch wenn das vielleicht im Moment wegen dem ganz kleinen Zwerg zu kurz kommt. Grundsätzlich stimmt das, was Jorinde sagt, aber ihr seid ja, da euer älteres Kind 3,5 Jahre alt ist, eher nicht in der Beziehungsphase, in der sich der andere gerade nach der rosaroten Verliebtheit entzaubert. Vergleichst du eure Beziehung mit der von anderen Paaren und hast das Gefühl, dass du ihm in Bezug auf die Kinder und dich ständig auf die Sprünge helfen musst, während es bei anderen "intrinsischer", wie du es nennst, klappt?