Elternforum Trennung vom Partner

Was ist das Beste fürs Kind?

Was ist das Beste fürs Kind?

Axel35

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Hallo in die Runde, für mich eine neue Erfahrung, aber ich brauche einfach weiteren Input bzw. Erfahrungen. Meine Frau und ich haben uns kürzlich relativ einvernehmlich getrennt. Unser Kind (2 J.) geht in den Kindergarten. Nun beabsichtigt meine Frau, in ihre Heimatstadt zurückzukehren (50 km entfernt), um dort ihre Ausbildung fortzusetzen. Sie möchte unsere Tochter mitnehmen und bietet mir an, dass Kind am Wochenende und in den Ferien bei mir zu haben. Den Alltag erlebt sie somit bei ihr, auch die spätere Schule und Freunde. Ich hingegen möchte das Wechselmodell, was jedoch nicht möglich ist, da der Kindergarten bei mir ist und meine Ex darauf besteht, in ihre Heimstadt zurück zu gehen. Sie hält hier nichts, das verstehe ich im Kern, aber das Kind ist hier verwurzelt. Oder bin ich egoistisch und ihr Vorschlag fairer als ich es gerade sehe? Momentan sehe  keine wirkliche einvernehmliche Lösung, einen Antrag auf Aufenthaltsbestimmungsrecht möchte ich im Interesse des Kindes auch nicht stellen. Vielleicht habt ihr ja noch Ideen. Danke vorab 🙏🏻


Ani123

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Antwort auf Beitrag von Axel35

Bei wem wohnt das Kind zurzeit?  Hat sie die Ausbildung wegen der Schwangerschaft/ Kind unterbrochen? Wenn ja, wieviele Monate stehen noch aus? Besteht die Möglichkeit die Ausbildung im jetzigen Ort fortzusetzen?  Wenn es eine neue Ausbildung ist, kann sie die auch im jetzigen Ort machen? Passt es dann mit der Betreuungszeit der Kita? Wenn nein könnten sie das Kind nachmittags betreuen, damit sie ihre Ausbildung machen kann? Im anderen Ort hätte sie ihre Familie, welche sie in der Betreuung unterstützt.  50 km ist für das Wechselmodell zu viel. Das ihr Kind die Kita wechselt wenn es 50 km weit wegzieht ist normal. Die Fahrstrecke für hin und zurück ist zu lang. Zudem kann die jetzige Kita die Betreuung wegen der Entfernung verwehren  Wie ist der aktuelle Umgang? Können sie sich vorstellen, ihr Kind ganz zu sich zu nehmen?  Wenn sie mit dem Kind umzieht wird der neue Lebensmittelpunkt dort sein. Wenn ich es richtig lese können sue das Kind jedes Wochenende und in den Ferien zu sich nehmen. Aktuell ist das eine Möglichkeit. Wenn das Kind älter ist wird es z. B. am Wochenende von sich aus nicht mehr immer kommen wollen, weil es Zeit mit den Freunden verbringen möchte. Gleiches gilt für die Ferien.  Fraglich ist, was ist für das Kindeswohl am besten?  Wenn sie nicht einverstanden sind mit dem Umzug werden sie das der Kindesmutter mitteilen müssen. Ggf. sogar mit Klärung über Gericht. 


Axel35

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Antwort auf Beitrag von Ani123

Wenn wir uns nicht einigen, wird es am Ende leider über ein Gericht laufen müssen, aber mit Sachverständigenurteil und allem geht auch da viel Zeit ins Land. Dann muss eine dritte Stelle entscheiden und das werde ich auch akzeptieren.


Bonnie

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Antwort auf Beitrag von Axel35

Hallo, du bekämest mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht das Aufenthaltsbestimmungsrecht, selbst wenn du es beantragen würdest. Bei einem so kleinen Kind ist das soziale Umfeld weniger entscheidend, da es bis auf die Kita noch nirgendwo sehr eingebunden ist, im Gegensatz z.B. zu einem Kind, das schon in der Schule ist, feste, nachhaltige Freundschaften im Ort hat, in Vereinen, der Musikschule etc. eingebunden ist. Entscheidend wäre bei euch daher der Faktor Kontinuität. Damit ist aber bei einem so kleinen Kind nicht unbedingt eine äußere Kontinuität gemeint. Sondern eher eine Kontinuität, was die Hauptbezugsperson und die Versorgung angeht. Wenn du berufstätig bist und deine Frau seit der Babyzeit tagsüber mehr Zeit mit eurem Kind verbringt als du, dann bietet sie die meiste Kontinuität. Das Familiengericht entscheidet hier zum Wohl des Kindes. Ein Kleinkind wird nicht gerichtlich von der Mama getrennt, wenn diese seine Hauptbezugsperson ist. Ich würde mich daher tatsächlich gütlich einigen. Ich würde versuchen, deine Frau dazu zu überreden, in eurer Gegend ihre Ausbildung zu machen oder fortzusetzen. Wenn das nicht geht, würde ich dieses Thema unter Umständen mit einem Anwalt für Familienrecht besprechen, denn einem Wegzug deiner Frau mit eurem Kind müsstest du bei einer Entfernung von 50 Km bereits zustimmen (gilt in der Regel schon ab 30 bis 50 Km). Diesem Wegzug würde ich nötigenfalls nicht zustimmen, damit sich dein Kind nicht von dir entfremdet.  Weißt du, so oder so gibt es nie eine richtig gute Lösung, wenn eine Familie zerbricht. Alles bleibt nur ein Kompromiss, eine Notlösung. Und das Kind bezahlt immer den höchsten Preis für die Situation, was den Erwachsenen in der Regel nicht in vollem Ausmaß klar ist. Aber ich würde versuchen zu erreichen, dass du auch im Alltag stattfindest. LG


Axel35

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Antwort auf Beitrag von Bonnie

Danke für deine Gedanken. Tatsächlich sind wir beide recht gleichmäßige Konstanten für das Kind. Während das Kind in der Kita war, waren wir beide arbeiten und relativ zeitgleich wieder zu Hause und haben uns gemeinsam ums Kind gekümmert, oft bin ich noch eine Runde mit ihr gegangen oder wir waren im Garten, abends habe ich sie,  seit sie ca. 1 Jahr alt ist, ins Bett gebracht und danach noch Nachtschicht am Schreibtisch für die Arbeit gemacht. Die Erziehung war Teamwork, Co-parenting auf Neudeutsch... Das war auch mir wichtig, da ich an der Entwicklung und dem Leben des Kind bewusst teilnehmen möchte.


Janet90

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Antwort auf Beitrag von Axel35

Naja verwurzelt ist ein so kleines Kind nicht an einen Ort. Das ist quatsch. Im Prinzip geht es nur um die Befinden der Eltern. Und ich kann euch beide verstehen.  Würde es eine Möglichkeit geben, dass die Mutter zurück in die Heimat zieht und du evtl ein kleines Stück hinterher? Sodass euch nicht mehr 50km trennen sondern nur noch 20-30.


Bauxi

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Antwort auf Beitrag von Axel35

Erstmal finde ich es super, dass du dir Gedanken machst, was das Beste für euer Kind ist - davon können sich viele getrennte Eltern eine Scheibe abchneiden, denke ich. Meines Wissens nach kann deine Frau nicht einfach mit eurem Kind umziehen, wenn du nicht zustimmst - sie selbst darf wohnen, wo sie mag, aber über euer Kind bestimmt ihr gemeinsam. Und es hat nunmal seinen Lebensmittelpunkt an seinem jetzigen Wohnort mit Kiga etc. Sollte sie also ohne deine Zustimmung wegziehen und euer Kind mitnehmen, kannst du es direkt per Gericht zurückholen und hast dann auch gute Chancen, dass es bei dir bleibt. ABER: Es wäre natürlich nicht das Beste für euer Kind, wenn ihr in einen solchen "Krieg" zieht. Mein Rat wäre: Mach deiner Frau klar, dass du sie verstehst und mit ihr gemeinsam nach Möglichkeiten suchen möchtest, ihr entgegenzukommen. Aber auch, dass du genauso ein Elternteil bist wie sie. Sie kann nicht darauf "bestehen", mit eurem Kind wegzuziehen - das wäre widerrechtlich. Du kannst ja auch nicht einfach verkünden, dass du mit eurem Kind demnächst in die Walachei ziehst und sie es dann gern an den WE sehen darf. Behalte dir deine kompromissorientierte Einstellung bei; es ist toll für dein Kind, einen solchen Vater zu haben! :)


Axel35

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Antwort auf Beitrag von Bauxi

Ihr Lieben, ich danke euch, für eure konstruktiven Anmerkungen, Ideen und  Rückmeldungen. Ich hoffe, ich kann jetzt alle gestellten Fragen klären. Aktuell wohnen wir noch zu dritt in meinem eigenen Haus (somit könnte ich nicht einfach so umziehen, was ich auch nicht möchte, hier habe ich mir ein Haus und ein soziales Umfeld mit meinen Freunden und meinen Eltern aufgebaut), auf kurz oder lang wird sie aber ausziehen wollen - ihr gutes Recht . Ihre Ausbildung macht sie aktuell schon im 2. Jahr. Wir arbeiten beide Vollzeit, aber ich habe in der Regel 14 Uhr Schluss und hole das Kind oft von der Kita. Ihre Ausbildung (die schulisch ist) könnte sie auch weiterhin in der 10 km entfernten Stadt machen, so wie bisher. Sie möchte aber in ihre Heimatstadt zurück, dort wohnen ihre Eltern aber nicht direkt, sondern in einem Vorort, beide arbeiten noch. In der Woche wäre meine Ex also defacto mit Kind und Ausbildung häufig alleine. Ihre Freunde aus Schulzeiten sind überall in Deutschland im Studium, ich sehe kaum soziale Netze. Ich verstehe wie gesagt, ihre Beweggründe, aber ihrem Wunsch müssen sich zwei Personen anpassen, komplett neue Umgebung, neue Wohnung (in einer Stadt, in der es kaum bezahlbaren Wohnraum gibt), neue Kita.... All das müsste, meiner Ansicht nach, dem Kind so nicht zugemutet werden. Stattdessen habe ich ihr vorschlagen, dass die Kleine in der Woche bei mir bleibt , meine Ex jederzeit zu uns kommen und auch übernachten kann und sie das Kind auch gerne jedes Wochenende bei sich haben kann. Diesen Vorschlag habe ich ihr auch unterbreitet, aber momentan stecken wir irgendwie fest.  


Sue_Ellen

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Antwort auf Beitrag von Axel35

Ich denke, du hast die besten karten, dass das kind bei dir bleibt und das ist gut so. Aus rein egoistischen gründen will die mutter zurück in die heimat. Muss man sich vor der familiengründung überlegen. Ich finde dein angebot sehr großzügig, was machst du aber, wenn du eine neue freundin hast? Übernachtung der ex ist nicht prickelnd....


Axel35

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Antwort auf Beitrag von Sue_Ellen

Danke für deine Nachricht. Ich weiß noch nicht mal, ob sie egoistisch in dem Sinne ist, sie möchte ihr Kind in der Nähe haben, so wie ich auch. Aber sie ist nicht bereit, ihren Wunsch dafür aufzugeben. An eine neue Partnerin denke ich momentan überhaupt nicht. Dafür war die Ehe zu ambivalent und kräftezehrend. Momentan möchte ich einfach eine adäquate Lösung, in der wir alle und in erster Linie das Kind ohne allzu große Verletzungen davonkommen. Ich hoffe momentan auf Zeit und vielleicht auch Einsicht ihrerseits. Wenn sie in der Nähe bliebe, hätten wir kein Problem und könnten uns fair die Zeit aufteilen bzw auch gemeinsam verbringen, denn wir sind nicht im Hass auseinandergegangen.


Sue_Ellen

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Antwort auf Beitrag von Axel35

nun ja, ich finde das schon egoistisch, passiert vielen frauen, die wegen der familiengründung umziehen, muss man sich halt vorher überlegen ohne rosa brille. vielleicht hat ja die ex bald einen next, der findet das sicher auch nicht toll, wenn sie bei dir übernachtet. du solltest realistisch sein und bleiben. schon wenn das kind in die schule kommt, wird es schwierig bei 50km alles aufzuteilen. das geht nur, wenn man wirklich sehr nah beieinander wohnt.


JoMiNa

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Antwort auf Beitrag von Axel35

Ich finde, das Beste für das Kind wäre, wenn ihr euch auf einen Wohnort einigt. Ich kenne ein Paar, das sich getrennt hat, als Kind 2 Jahre alt war und ab dann das Wechselmodell praktiziert hat. Kind ist schon 10 und ob es wirklich ganz ohne "Narben" davon gekommen ist - das vielleicht nicht. Aber es kommt mittlerweile gut klar mit der Situation und hat zu beiden Elternteilen gleichermaßen einen sehr engen Bezug. Und ich denke, das ist schon ein Erfolg. Das haben beide Elternteile erreicht, indem sie im selben Stadtviertel, nur wenige Straßen von einander entfernt sich Wohnungen gesucht haben. Und immer wieder viele Absprachen, Anpassungen, regelmäßig Unternehmungen zu dritt. Bei euch verstehe ich nicht ganz, warum deine Frau mitten in der Ausbildung umziehen will? Vielleicht kann sie sich erstmal eine Wohnung bei dir in der Nähe suchen und die Ausbildung zu Ende machen? Vorteil wäre natürlich, dass das Kind keine neue Kita braucht. (Du schreibst, Plätze sind knapp, außerdem neue Eingewöhnung notwendig.) Außerdem kannst du ihr vielleicht anbieten, dass du weiterhin für die Betreuung soweit verfügbar bist, dass sie die Ausbildung problemlos beenden kann. Ihr müsst das Wechselmodell nicht strikt nach Wochen oder Wochentagen aufteilen, solange ihr euch einig seid. Ich würde erstmal eine Absprache bis zum Ende der Ausbildung treffen, und dann weitersehen. Man kann auch das Jugendamt um Unterstützung bitten, um eine Einigung zu finden. Aber Achtung, diese ist dann verbindlich. Daher würde ich auf jeden Fall eine vorherige Beratung beim Anwalt empfehlen, falls es darauf hinausläuft, dass ihr alleine keine Lösung findet.


Axel35

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Antwort auf Beitrag von JoMiNa

Danke für deine Erfahrungen. Tatsächlich sieht es aktuell so aus, dass sie nun doch in der Nähe bleibt, um zumindest die Ausbildung hier zu beenden, sodass das Kind im Kindergarten bleibt und wir uns gemeinsam kümmern können (wahrscheinlich 4Tage-3Tage-Modell). Schon komisch alles... Wir wissen inzwischen auch nicht mehr, was richtig und was falsch ist. Irgendwie geht's so nicht weiter, aber komplett getrennte Wege geht auch nicht. 


Lewanna

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Antwort auf Beitrag von Axel35

Ich denke, das Beste wäre, wenn die Frau an ihrem jetzigen Wohnort bleibt und ihr euch Gemeinsam um euer Kind kümmert.  Im Wechselmodell, wie du es vorschlägst.  Wenn sie weg zieht und das Kind mitnimmt, wirst du zum Wochenend-Vater der das Kind jedes 2 Wochenende sieht. Willst du das?  Oder das Kind bleibt bei dir und die Mutter sieht es nur jedes 2. Wochenende. Ist auch nicht besser.  Beim der Entfernung ist ein Wechselmodell nicht möglich.  Ich finde die Frau egoistisch.  LG 


Axel35

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Antwort auf Beitrag von Lewanna

Keiner von uns beiden will Wochenend-Elternteil werden. Das ist das Problem... Ich hoffe einfach, dass die Zeit noch einiges klären wird.