Erdbeere81
Mein Mann betreut eine kirchliche Jugendgruppe. Da ist ein Pärchen, recht jung, aber irgendwie sehr reif für ihr Alter. Sie möchten zusammen ziehen, sich verloben, heiraten usw. Da beide meinen Mann gern mögen und ich mir der jungen Frau auch schon sehr tiefe Gespräche geführt habe, als es ihr schlecht ging, wünschen sie eine Art, ja Paarvorbereitung mit uns. Hier im Ort gab es mal Ehevorbereitungskurse von der VHS. Die hat eine Kollegin geleitet und ich habe da mal ein paar Unterlagen von ihr geholt. Diese Kurse gibt es nicht mehr und das Paar möchte unbedingt mit uns sprechen, weil sie uns vertrauen und die Offenheit schätzen. Wir haben öfter schon in Gesprächen mit anderen festgestellt, dass viele über die gleichen Sachen in Beziehungen stolpern. Das Streit oft bei überzogenen/falschen Erwartungen beginnt, dass die einzelnen oftmals die Familienmuster auf die eigene Beziehung versuchen überzustülpen. (z.B. "Es ist doch normal, dass der Mann kommentarlos die kaputten Glühbirnen wechselt. Das hat mein Vater immer gemacht und unsere ist seit 3 Tagen kaputt und mein Freund rührt sich nicht. Das regt mich voll auf.") Wir würden gern die beiden etwas zum Nachdenken bringen. Sie sind sehr unterschiedlich. Ihn bringt nichts aus der Ruhe, steht oft auf der langen Leitung ist aber sehr aufmerksam, höflich und sympathisch und sie ist eine sehr sensibele aber auch emotionale Musikerin, die sehr schnell und sehr viel redet. Was hättet ihr gern vorher gewusst ohne erst in unangenehmen Erfahrungen gelernt zu haben? Hätte es Themen gegeben, auf die ihr euch zumindest in Gedanken gern vorbereitet hättet? Egal wie gut man den Partner kennt, alles weiß man ja nicht. Was wäre in euren Augen im Nachhinein wichtig gewesen, von ihm gewusst zu haben? Streitkultur? (In ich Botschaften reden, Sachverhalte konkret ansprechen anstatt pauschal zu sagen "Immer machst du")
Ich weiß nicht, aber ist das nicht ein wenig "Probleme suchen bevor sie da sind " ?
Mir hätte die Tatsache, dass der Mann sich verloben will und sich nur durch Beratung abgesichert in das Abenteuer mit mir wagt, als Ausschlußgrund gereicht (für mich klingt das schon wie "kein Sex vor der Ehe"
). Aber ich war ja auch nie in einer kirchlichen Jugendgruppe, daher ...
Wie der Partner wirklich tickt (und Probleme sind doch eher individuell), merkt man doch erst, wenn man schon eine gaaaaanze Weile zusammengelebt hat.
Lg
Fredda
dass männer meistens klare ansagen brauchen und bei vielem reden der frau abschalten. einfache klare ansagen in nicht zu hoher stimmlage. keine hohen erwartungen sondern lernen die glühlampe selbst zu wechseln bzw. leiter so in den weg stellen, dass er sie nicht übersehen kann. und man sollte wissen, dass irgendwann der lack schrammen bekommt und man nicht erwarten kann, dass der partner nie auf dem sofa pupst (blödes beispiel aber zu anfang reißt man sich mit vielem zusammen und irgendwann schleifen sich dinge ein, die vorher nicht da waren aber dann stören könnten). ehrlichkeit mit respekt auch wenn es manchmal etwas weh tut. und dann diese aussagen sacken lassen und nicht gleich in gegenargumente verfallen. zum streiten mittel und wege suchen (briefe statt schreien zum beispiel). loben gegenseitig auch mal fürs alltägliche. was wäre für mich wichtig gewesen? direkt gibt es da keinen punkt aber manches muss man erstmal lernen in einer beziehung. vielleicht, dass ich kein kuscheln auf dem sofa erwarten kann, da er sofort einschläft sobald er liegt ;-)
Du kannst nicht in die beiden hineinschauen. Ein paar Tips werden gut sein. Siehe Streitkultur. Klingt so als wollten sie sich von vornherein absichern daß es keine bösen Überraschungen gibt. Wir haben haben uns beide weiterentwickelt und gewisse Schrulligkeiten abgelegt. Die Schrulligkeiten zeigten sich erst als wir zusammenzogen. Selber merkt man das nicht. Eine Beziehung ist Arbeit. Weiterentwicklung. Mich würde interessieren ob ein Ehevorbereitungskurs wirklich und tatsächlich auf das was kommt vorbereiten kann.
Ich denke nicht, dass irgendein theoretischer Kurs einen auf das Leben (und Ehe ist Leben) vorbereiten kann (und das würde ich ihnen genauso sagen). Eine wirkliche Absicherung gibt es im Leben nunmal nicht. Dementsprechnd würde ich nur allgemeine Tips geben, aus denen sie sich dann raussuchen können, was ihnen paßt. Beispiele hast Du ja schon selbst genannt wie Streitkultur, Erwartungshaltung, die Entwicklung der Partner.
und man kann den Reifungsprozess, durch sich "geistig damit auseinandersetzen" in eine Richtung lenken, aber ihn nicht signifikant beschleunigen. Aber ich denke, um mehr geht es auch nicht bei einer Paarvorbereitung. Ich habe mal gelesen, dass in irgendeiner Pfarrei, der Pfarrer einen Paarvorbereitung sogar als Auflage gemacht hat, damit er Paar traut. Sein Ergebnis war: Weniger Eheschliesungen aber auch selten Trennungen! Wenn ich mich richtig erinnere, hat er bestimme Konflikt dargestellt und dann die Beiden -in seiner Anwesenheit- das ausdiskutieren lassen. Um die Konfliktpunkte zu erkennen hat er die Beiden zuvor getrennt zu verschieden Dingen befragt: - Wo möchtes du leben? (Stadt, Land, alleine mit Partner, im Haus der Eltern...) - Wie stellst Du Dir die Hochzeit vor? - Was ist Dir wichtig in der Ehe? - Möchtest Du Kinder? Wieviel? Wann? Was wenn Kind eventuell behindert ist? - Wie verbringst du gerne deine Freizeit? - Was würde sich da jetzt mit deiner Ehefrau/ Ehemann ändern? - Wie siehtst Du die Arbeitsaufteilung im Haushalt? - Familienvorstellung: Wer ist für was zuständig (z.B. für die Glühbirnen ;-)! Wie /Wer wird das Geld verwaltet? (Wie schätz jeder sich selbst ein (sparsam/verschwenderisch..) und wie den Partner) Soll Frau zu Hause bleiben wenn Kind das ist? Wie steht man grundsätzlich zur Fremdbetreuung? Wie sind die täglichen Rituale: Kochen/Fertigfutter oder Restaurant - Weshalb meinst Du, dass er/sie die richtige ist? Der Pfarrer war zu Beginn etwas überrascht, das es bereits bei sehr trivialen Dingen zum Eklar kam: Ich erinnere mich nur noch an folgendes Beispiel: Er meinte, sie leben nur für die ersten paar Monate bei Ihren Eltern im die Ecke (in irgend so so einem Vorort) bis sie eine eigenen Wohnung in der Stadt gefunden haben damit er nicht mehr so weit pendeln muss. Sie sah das als Dauereinrichtung, besonders hinsichtlich der Kinder/Enkelkinder und wegen finanziellen Gesichtspunkten. Sie verliesen, dann streitend den Termin und die Beziehung war damit auch beendet, er wollte nie und nimmer sein Leben unter den Augen der Schwiegereltern führen und sie nie weit von denen weg ziehen. Ich würde wahrscheinlich auch die beiden Herkunfstfamilen etwas beleuchten. Sind die Strukturen ähnlich oder nicht? Fanden sie die Kinder (jetzt bald Partner) gut oder lehnen sie diese Art von Ehe ab.... Auch die Kommunikation sehe ich als Wichtig an, wenn man z.B. weiss, dass es vier verschiedenen Ebenen (sowohl beim hören als auch beim sprechen) gibt, kann man viele Konflikte vermeiden. Vielleicht für Sie zum Vorbereiten und als Übungsmateriel: "Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe" Nun Erdbeere, wie lesen Sie das ;-): 1.) Die reine Sachbotschaft hören (so, wie sie dasteht). 2.) Sie können eine Beziehungsbotschaft hören (Ich, der schlaue Tippgeber, weiß, was für Sie, den schlechten Paarkurs gebenden, gut ist). 3.) Sie können eine Selbstoffenbarung erkennen (offenbar hatte ich das Buch nötig und mit Gewinn gelesen). 4.) Oder bei Ihnen kommt der Appell an ("Kaufen Sie dieses Buch!"). (Punkt 1-4 habe ich aus einer Rezension geklaut!!!: von "Miteinander reden 1!) Am Ende des Buches sind ganz konrete Übungen, ich denke die kann man auch teilweise VOR der Ehe machen! Viele Erfolg für das junge Paar und Dir viel eigenen Erkenntnise bei der schönen aber auch verantwortungsvollen Aufgabe! Karin Die nie in einer kirchlichen Vereinigung einen Vorbereitungskurs machen würde, aber grundsätzlich einen Vorbereitung gut findet...für alles macht mein einen Kurs nur nicht für die das wichtigste im Leben: Beziehungen! Egal ob zu Kindern, Freunden und dem Partner!
die Fragen klaue ich mir sofort weg. vielen dank auch für den Buchtipp.
Hallo, ich finde es gut, dass Ihr das Paar beraten wollt. Du psychologisierst aber im Moment vielleicht noch zuviel (Ich-Botschaften, Streitkultur...). Ich würde es lebensnäher angehen, und den Psychoratgeber-Jargon ganz vermeiden. Es geht doch in so einem Gespräch um echte, authentische, ganz lebensnahe Dinge - ich finde, dazu braucht man gar keinen theoretischen Überbau. Denn sonst könntet Ihr dem Paar ja auch einfach ein Buch in die Hand drücken. Was ich persönlich an Erfahrung beisteuern würde: Ich fand, es hat damals bei mir und meinem Mann etwa ein Jahr gedauert, bevor der Alltag wirklich rund lief. Bis dahin prallten unsere unterschiedlichen Gewohnheiten und Bedürfnisse doch arg aufeinander. Es gab oft Streit um Kleinigkeiten, weil jeder in seinen Gewohnheiten verharren wollte. Oder gedacht hat, der Andere müsse doch seine Bedürfnisse ganz automatisch erkennen, wenn er einen wirklich liebt. Es hat uns geholfen, viel darüber zu sprechen, was wir eigentlich genau im Alltag erhofften und erwarteten. Aber auch darüber, welcher Typ Mensch wir selbst waren (eher ruhebedürftig oder quirlig? Unternehmungslustig? Ungeduldig? Ordentlich? Unordentlich?). Dann haben wir Kompromisse gefunden, mit denen jeder so sein durfte, wie er war - zugleich aber auch dem Anderen ein wenig entgegengekommen ist. Der Ordentlichere hörte auf, sich über das Unordentlichere am Anderen aufzuregen. Der spontanere Partner verstand, dass der Andere immer etwas Vorlauf brauchte, um sich auf Dinge, Unternehmungen, Ideen, Ausflüge usw. einzustellen. Derjenige von uns, der ständig über Gefühle, die Beziehung, den Sex sprechen wollte, akzeptierte, dass der Andere seine Liebe lieber zeigte als alles an- und auszusprechen usw. Abkürzen kann man diesen gemeinsamen Prozess auch durch Vorgespräche nicht. Aber es hilft einem Paar vielleicht, wenn es weiß, dass das Kennenlernen und Verstehen der Bedürfnisse des Anderen wichtig ist und der Alltag oft nicht so ganz von selbst fluppt. Und dass es dauern kann, bis beide Seiten rundum zufrieden sind. Dann wirft man nicht so schnell das Handtuch, und erwartet auch nicht zuviel vom Anderen. LG
Auf solche Gedanken habe ich gehofft, dass ist eine andere Seite die ich noch nicht gesehen habe.
im nachhinein ist es einfacher zu sange, hätte ich gewusst dass du deine socken nicht wegräumst....etc aber ich denke man lernt sich doch erst richtig kennen wenn man zusammen wohnt. manche leute sagen vorher, oh, wenn er seine socken liegen lässt, dann stört mich das, aber WENN sie dann zusammen wohnen, ist es auf einmal egal weil es andre sachen gibt. ich kann jetzt gar net sagen, was ich vorher hätte wissen wollen..... aber wenn vorher eine liste gemacht wird oder drüber gesprochen wird, is es doch so, dass man sich dann krampfhaft an das hält, was man besprochen hat. ich weiß auch net wie ich das erklären soll, aber wer sich auf ein zusammenleben OHNE beratung erst gar nicht einlässt, der zerstört doch schon vorher was oder is sich net sicher. wenn man sich sicher wäre dass es klappt, würde man sich auch zutrauen, mit problemen, die erst NACH dem zusammenziehen entstehen, zurechtzukommen. durch sprechen, gemeinsam planen, respekt voreinander, bereitschaft zur konfrontation etc. mein mann un ich wohnen jetzt 13 jahre zusammen OHNE Beratng vorher...
ach du liebe güte..ein eheseminar?
Wohnen die beide noch daheim und wollen nun von daheim aus zusammen ziehen?
Auf sowas kann man theoretisch nicht vorbereiten...
Haben die zwei wenigstens schon mal geschnackselt?????
![]()
Ich hätte gar nichts gern gewusst. Denn hätte ich gewusst was ich nicht wusste wären wir nie zusammen gezogen und dann würde mir einiges an Erfahrung und auch an schönen Erinnerungen fehlen. Das sind aber Dinge, die mich auch geprägt haben... Ein Zusammenwohnen ist keine Küche, die man passgenau beim Küchenfritzen bestellen kann. Da kann man nix Ausmessen, anpassen, da gibt es nicht die Frabe rosarot zum Aussuchen Da sind die Partner mehr wie Steine, die sich im Hin und Her des Wassers Zusammenwohnen aneinander reiben und gegenseitig "schleifen". Entweder bleiben sie passgenau aneinander liegen, dann klappt's, oder sie sind so (scharf-)kantig dass sie sich mit ihren Ecken immer wieder voneinander wegkicken, dann wirds schwierig.
Man kann das Leben nicht proben und auch nicht planen. Theorie ist gut und schön - kann einen aber auf die Praxis nicht ausreichend so vorbereiten, daß Fehler vermieden werden können. Die beste Übung für das Leben ist das Leben selber - das ist der Grund, warum ich MEINEN Kindern immer von einer frühen Bindung abraten würde und ihnen rate, lieber das praktische Leben (und Lieben) zu üben als sich theoretisch vorher damit auseinanderzusetzen. Ansonsten schließe ich mich Klara an - gutes Bild, das mit den Steinen.
*lol* du rätst deiner tochter das praktische Lieben zu üben.....??? *g*
ich übersetze das so........tob dich aus und nimm was du bekommen kannst bevor du an einem hängenbleibst:)
Naja.....der rat ist nichtmal soooo schlecht:)
Lg reni
das ist doch das, was du selbst gemacht hast, oder? wenn man deinen geschichtchen glauben schenken will *g*
ja, das ist schon richtig *lach*
Ich wüßte nur im Augenblick nicht, wie ich das in ein paar jahren mal meinen Töchtern so mitteile dass es nicht falsch rüberkommt:)
Und ich fand STTs Wortwahl so nett... ![]()
...das würde ich denen raten. Und sich im Vorfeld nicht so verrückt machen und noch nicht vorhandene Probleme suchen. Diese ganze Theorie schürt meiner Meinung nach zu hohe Erwartungen und ob sie denen dann am Ende gerecht werden? Ich weiß es nicht, aber ich würde das Ganze einfach mal auf mich zukommen lassen.
Vielen Dank für eure Antworten! Ich finde es toll, dass beide ihre Beziehung ernst und wichtig nehmen. Und ich möchte ihnen auch ein bisschen die Möglichkeit geben, sich miteinander zu beschäftigen, ein bisschen auch mit der eigenen Persönlichkeit mal zu reflektieren warum ihnen das Heiraten wichtig ist usw. Wir haben keinen Vorbereitungskurs gemacht und sind seit 12 Jahren zusammen und 10 Jahre verheiratet. Aber wir waren später auf Eheseminaren und uns hat es schon geholfen uns mal wieder bewusst mit unserer Beziehung zu beschäftigen. Wir haben auch sehr viel gestritten während des Seminars, aber es waren eher reinigende Gewitter. Wir haben für uns Fragen geklärt die unterschwellig gärten, aber keiner zugeben wollte. Bin mal gespannt wie es morgen läuft. Wir sind kein typisches Paar und vielleicht hilft es wenn wir eben vermitteln können, dass es eben auch mal der Mann in der Beziehung eher auf Romantik steht und die Frau nicht und das die Beziehung trotzdem glücklich laufen kann. :-)
Die letzten 10 Beiträge
- Habe ich richtig entschieden?
- Partnerschaft nach Geburt
- Partner kauft kleine Wohnung trotz anderer Pläne
- Trennung in der Schwangerschaft?
- Nach geburt partnr zieht sich irgentwie zurück.
- Partner will mit seiner Mutter verreisen, 6 Monate altes Baby
- Mein Mann kontrolliert mich
- Wie soll ich ihr Verhalten deuten?
- Mein Partner beteiligt sich nicht finanziell – wie würdet ihr reagieren?
- Partner gibt Geld für Ü18 Seiten aus