Lulu36
Hallo, ich bin vor zwei Wochen das erste Mal Mutter geworden. Ich habe das Gefühl, dass mein Mann total überfordert ist. Im Krankenhaus habe ich schwere Geburtsverletzungen erlitten, seit 1 1/2 Wochen sind wir wieder zu Hause und ich habe das Gefühl mein Mann denkt, dass ich wieder total fit bin. Er meint, dass ich mal meine KH Tasche auspacken kann, mein Essen selber machen, Besuch Empfangen use. Mein Beckenboden ist nicht fit, längeres sitzen oder stehen fällt mir schwer... Heute war er total überfordert, er hat gemeckert und war total genervt, weil die Kleine wieder die Windel voll hatte und der Haushalt ihn nervt. Ich muss dazu sagen, dass er vor der Schwangerschaft schon penibel auf Ordnung und Sauberkeit geachtet hat. Selbst jetzt im Wochenbett will er es piko haben und ich denke mir, was ist wichtiger kuscheln mit der Familie oder das Bad wischen. Die Zeit kommt nicht wieder. Als die Kleine heute Abend geschrien hat, war er auch total genervt und meinte zu ihr, ich verstehe im TV nichts wenn du so schreist. Ich dachte, ich höre nicht richtig. Als ich dann gesagt habe, dass das Geflimmer sowieso nicht gut ist für die Kleine, hat er sie genommen, ist ins Schlafzimmer gegangen und wollte ihr vorlesen. Beim Tragen meinte er dann zu mir: Komm, nicht, dass du noch vom Flimmern stirbst. Und ich dachte wieder, dass ich meinen Ohren nicht traue. Zwei Tage nach der Geburt im KH, am Heiligabend, hatten wir auch Streit, weil ich gesagt habe, dass mir Besuch seiner Eltern zu viel sind wenn sie sich kein Hotel nehmen und den ganzen Tag bleiben. Da meinte er, er würde eher einen Streit mit mir in Kauf nehmen als sie ins Hotel gehen zu lassen. Das hat mich so verletzt. Meine Gefühle waren sowieso schon verrückt und dann sowas in einer solchen Situation. Ich habe Angst, dass ich den falschen Mann geheiratet habe... Wir sind seit 13 Jahren zusammen, aber ich will mich nicht mehr bevormunden lassen und ich habe Angst, ihn allein mit unserer Tochter zu lassen.
Das tut mir total leid zu hören! Dennoch erstmal herzlichen Glückwunsch zur Geburt deines Kindes. ❤️ Da du sagst, dass du dich nicht mehr bevormunden lassen willst: Verhält sich dein Mann schon länger so?
Dass die Ankunft des Babys den Vater aus der Bahn wirft oder auch überfordert - das kommt sehr oft vor. Das erste Baby stellt das Leben komplett auf den Kopf, und man muss sich selbst zurückstellen, Prioritäten anpassen, Gewohnheiten ändern... Es klingt so, dass dein Mann sich damit gerade etwas schwer tut. Das ist ganz normal, gerade bei Männern, da für sie das Baby während der Schwangerschaft noch nicht real/greifbar war und viele auch nicht den Antrieb haben, sich darauf vorzubereiten. Wie so oft, hilft es, darüber zu sprechen oder auch mal gemeinsam über die Situation zu lachen. Du hast doch bestimmt auch Momente, die du anstrengend und nervig findest. Erzähl ihm sich davon, damit er versteht, dass er nicht alleine ist. Was auch helfen kann, ist sich mit anderen jungen Vätern auszutauschen. Habt ihr da jemanden im Umfeld? Das Wochenbett sollte man natürlich trotzdem nicht auf die leichte Schulter nehmen. Habt ihr denn einen Geburtsvorbereitungskurs gemacht, oder hast du deinem Mann vorher ausführlich erklärt, was das bedeutet? Vielleicht kann deine Hebamme nochmal das Thema mit ihm besprechen, falls du eine hast. Ob du mit dem "richtigen" Mann zusammen bist, das kann ich dir nicht sagen. Ich denke, das weißt du nach 13 Jahren selbst. Hat er dich schon vor der Geburt "bevormundet", oder war es bisher eine Partnerschaft auf Augenhöhe? Ich weiß nur, dass die meisten Menschen sich wenig ändern. Die Situationen, die du beschreibst, sehe ich gemischt. Das er penibel ist, das wird sich wohl nicht ändern und da müsst ihr Kompromisse eingehen. Dass er das Baby vom Fernseher weggenommen hat und Vorlesen wollte, finde ich sogar süß. Andere wären da einfach sitzen geblieben und hätten die Frau mit Baby weggeschickt. Dass er dazu einen blöden Spruch macht, ist vielleicht einfach seine Art, mit der Situation umzugehen. Ich denke, da bist du aufgrund der Hormone noch etwas ermpfindlich (was aber auch ganz normal ist). Nur den Besuch der Eltern so kurz nach der Geburt hätte ich auch nicht gewollt und ich finde nicht schön, dass er sich da über deinen Kopf hinweg gesetzt hat. Jetzt gilt es erstmal, die erste Zeit durchzustehen und sich mit dem Baby "einzugrooven". Das kann auch mal 3 Monate dauern (Stichwort "3-Monats-Koliken). Bis dahin haben sich auch deine Hormone beruhigt. Und dann siehst du weiter.
Erstmal herzlichen Glückwunsch zu deiner Tochter!
Wenn man seit 13 Jahren zusammen ist, dann weiß man natürlich schon, wer der Mann ist, mit dem man zusammenlebt. Du schreibst ja auch, du willst dich "nicht mehr bevormunden lassen". Er macht das alles nicht erst seit anderthalb Wochen, oder?
Bisher hast du dich offenbar mit seiner Art arrangiert. Jetzt aber ist eine riesige Herausforderung dazugekommen. In Studien wurde (überraschenderweise) gezeigt, dass die Ankunft eines Babys eine Partnerschaft extrem belastet – trotz aller Freude. Einfach, weil ab jetzt alles anders ist und absolut nichts bleibt wie zuvor. Schlaflosigkeit, Stress, Stillprobleme, Babygeschrei, später auch die Infekte der Kleinen mit weiteren schlaflosen Nächten, die typischen Sorgen mit Kindern und-und-und. All das ist natürlich eine große zusätzliche Belastung. Und dann werden Paar-Themen, die vorher schon nicht in Ordnung waren, fast immer sehr akut. So ist es gerade auch bei euch.
Ich vermute aber, du wirst dich mit der Art deines Mannes erstmal weiterhin arrangieren, so wie du das auch die vielen Jahre zuvor gemacht hast. Wenn du dich hättest trennen wollen, hättest du das vor der Schwangerschaft schon getan. Jetzt mit Baby ist es natürlich nicht unmöglich, aber ungleich viel schwerer, das ist momentan wohl nicht realistisch.
Wenn das Hormonchaos des Wochenbetts vorbei ist, wird auch mehr Routine einkehren bei euch daheim. Bei Männern wie deinem ist es meist die Frau, die sich so gut wie allein ums Baby kümmert. Darauf wirst du dich wohl einstellen müssen. Schon weil du instinktiv dein Baby vor der Lieblosigkeit des Vaters schützen willst. Sei da sehr realistisch – je weniger du dir vormachst, desto leichter fällt es dir vielleicht eines Tages, doch die Konsequenzen zu ziehen. Menschen ändern sich nicht, es haben schon Hunderttausende Frauen gedacht, ihr Partner werde sich eines Tages "ändern", aber das passiert nie.
Ich persönlich muss sagen, ein Mann wie deiner wäre nichts für mich. Er klingt dominant, unempathisch, lieblos und ist offenbar auch nicht bereit, etwas über Babys zu lernen und sich auf ein so kleines Kind und seine Bedürfnisse einzustellen. Auch deine Bedürfnisse sind ihm weitgehend egal. Ich hätte Angst, vor dem, was da noch kommt. Zwanghafte Väter, die keinen Schmutz und keine Unordnung wollen, sind oft aggressive Väter und machen dem kleinen Kind (das immer Schmutz machen wird) Angst. Das ist schädlich und sorgt oft für eine unglückliche Kindheit.
Ich würde jetzt klare Ansagen machen. Sage, was du brauchst und was du nicht brauchst. Sage auch, was das Baby braucht. Diskutiere nicht, streite nicht, argumentiere nicht lange. Sage immer die Wahrheit, aber ohne laut zu werden. Sage deinem Mann auch konkret, was er tun soll (Windel wechseln, Baby baden usw.). Männer können mit konkreten Aufgaben mehr anfangen als mit allgemeinen Klagen.
Wenn er es trotzdem nicht schafft, sich gut ums Baby zu kümmern und sich weiterhin nicht auf eine neue, liebevolle und geduldige Rolle als Vater und Partner einstellen kann, würde ich mich langfristig vor ihm in Sicherheit bringen. Er wird sonst nicht nur dich, sondern auch euer Kind dominieren und abwerten, und dabei würde ich nicht zuschauen.
LG und achte gut auf dich!
Vielen lieben Dank für eure Antworten. Ja, es stimmt, dass ich schon länger den Eindruck habe, dass er versucht mich zu bevormunden. Er fragt auch ständig nach irgendwas. Also wenn ich zb sage:" Kannst du mal eben die Kiste vom Schrank holen?" Dann kommt immer warum. Oder wenn ich etwas bestelle:" was ist das denn wieder?" Ich glaube auch, dass er überlastet ist. Vielleicht sollte er wirklich mal mit einem Freund reden. Ich glaube nur, dass er da auch Probleme hat, weil er immer alles mit sich ausmacht oder dann eben einfach schlechte Laune hat. Ich hoffe, dass es sich in den nächsten Wochen einspielt. Sehr belastend ist leider auch, dass das Stillen einfach nicht klappen will. Ich habe mit Hilfe meiner Hebamme schon viel versucht( Häufiges Anlegen/Abpumpen, Bockshornkleekapseln, Malzbier, Wärmekompressen) aber es kommt einfach nicht mehr Milch, also füttern wir Prä zu. Da macht er immer die Flasche warm und gibt sie ihr, wenn ich sie im Arm habe. Aber auch da ist er ungeduldig. Ich verstehe einfach nicht, wie man so einen kleinen Menschen nicht verstehen kann. Gestern Abend hatte er sie auf dem Arm und dann hat sie am Hals gesucht und ein bisschen gezwickt. Da sagt er zu ihr sorry so nicht und legt sie erstmal ab. Ich dachte, ich höre nicht richtig. Ich hoffe sehr, dass er sich da in seiner Rolle schneller findet.
Hast du mit deiner Hebamme auch darüber gesprochen? Meinst du dein Partner wäre eher bereit sich von extern nochmal anzuhören warum das Wochenbett wichtig ist und welche Bedürfnisse Babys haben? Er wirkt auf mich so als hätte er selbst nicht viel Liebe erfahren und kann deswegen (noch) wenig Liebe geben. Das ist aber mMn nicht unveränderlich. Nur muss er sich das erst selbst eingestehen.
Demn, was meine Vorrednerin Sas sagt, muss ich mal widersprechen. Es mag sein, dass dein Mann nicht viel Liebe erfahren hat und deshalb wenig Liebe und Empathie geben kann. Aber es reicht nicht, wenn er sich das "selbst eingesteht" (falls er das überhaupt tut). Sondern in diesem Fall braucht es eine Gesprächstherapie, um die alten Reaktionsmuster, die sehr fest sitzen, wirklich zu lockern. Aber diese Art von eher kühlen, dominanten Männern, die wenig Zugang zu ihren Gefühlen hat, macht eben leider fast nie eine Therapie. Es nützt einer Frau sowieso gar nichts, wenn sie zu analysieren versucht, warum ihr Partner so drauf ist wie er das ist. Das ist letztlich sogar fast egal. Entscheidend ist vielmehr, dass eine Frau sich selbst gut schützt und gut auf sich selbst achtet. Auch ein Schläger hat Gründe und hat zu wenig Liebe erfahren. Trotzdem darf man nicht bei ihm bleiben. Das ist nur ein drastisches Beispiel, aber es gilt auch generell: Wenn ein Mann schlecht für eine Frau ist, ist es wurscht, woher das kommt. Sondern wichtig ist dann nur, dass die Frau sich vor seinem schlechten Einfluss schützt und ihn notfalls verlässt. LG
Ja, das vermute ich auch. Aus dem Grund muss ich meine Schwiegereltern auch nicht so oft sehen... Wir verstehen uns gut, aber 6 Mal im Jahr sehen reicht mir vollkommen. Ich bin ganz anders groß geworden als er. Und ich denke auch, dass er diese Empathie nie wirklich gezeigt bekommen hat, der Umgang zwischen meinen SE ist auch eher rauer und nicht liebevoll. Ich bin gespannt wie die nächsten Wochen noch werden. Danke für eure Kommentare:) Viele Grüße
Ich habe nicht gesagt, dass sich das eingestehen reicht! Das steht nun mal ganz am Anfang (auch bei einer Psychotherapie). Ich bin der Meinung, dass eben diese Einsicht erforderlich ist, um eine Fortführung der Beziehung in Betracht ziehen zu können. Denn auch solche Muster können aufgebrochen werden, wenn es eben gewollt ist. Ich denke und weiß durch meine Arbeit (Familienhilfe), dass es eben sehr wohl wichtig ist zu erkennen woher Denk - und Verhaltensmuster kommen. Denn eine reine Symptombekämpfung reicht meist nicht aus. Der Vergleich mit dem Schläger hinkt. Es ist nicht ersichtlich, dass der Mann eine Bedrohung darstellt. Das heißt mMn darf ihm die Gelegenheit gegeben werden an sich zu arbeiten. Will er das nicht sollte die Fragestellerin entsprechende Konsequenzen ziehen.
"Ja, es stimmt, dass ich schon länger den Eindruck habe, dass er versucht mich zu bevormunden. Er fragt auch ständig nach irgendwas. Also wenn ich zb sage:" Kannst du mal eben die Kiste vom Schrank holen?" Dann kommt immer warum. Oder wenn ich etwas bestelle:" was ist das denn wieder?" " Ich glaube, dass Dir etwas weniger Sensibilität gut tun würde. Kennst Du die 4 Seiten einer Botschaft? Dein Mann sendet, aber Du empfängst komisch. Sieh es doch mal anders. Nicht eingeschnappt. Antworte auf das "warum", "weil ich zu klein bin" und auf die Frage, "was ist das denn schon wieder?" Mit "Klamotten". Ohne Gereiztheit, einfach als Sachantwort. Wenn Du aber ständig etwas als Angriff deutest, wird es schwierig in der Partnerschaft. Alternativ setzt ihr euch zusammen und redet über die 4 Seiten einer Botschaft. Darin kannst Du äußern, dass Du diese Nachfragen eher negativ empfängst und das es Dir helfen würde, wenn er es nicht mehr täte. Reden - miteinander. Denn im Zweifel sendet dein Mann anders als Du es empfängst und er denkt, dass Du so empfängst wie er empfangen würde. Reden und sich erklären hilft ungemein.
Was eine Vorschreiberin schrieb... "Ich würde jetzt klare Ansagen machen. Sage, was du brauchst und was du nicht brauchst. Sage auch, was das Baby braucht. Diskutiere nicht, streite nicht, argumentiere nicht lange. Sage immer die Wahrheit, aber ohne laut zu werden. Sage deinem Mann auch konkret, was er tun soll (Windel wechseln, Baby baden usw.). Männer können mit konkreten Aufgaben mehr anfangen als mit allgemeinen Klagen." ... das sehe ich genauso! Klare Ansagen, freundlich aber bestimmt. Sagen was grad nötig ist zu tun. Und auch zeigen, dass er es tun muss. Nicht mit großen Worten, aber Taten - zB dadurch dass du dich ins Bett legst. Es muss aus der Situation hervorgehen, dass du vieles grad nicht machen kannst, dass du Ruhe benötigst und Regeneration nach der Geburt. Das müsste er zwar eigentlich wissen (habt ihr vorher nicht darüber geredet, wie es dann mit Baby wird, wer was macht usw.???), aber vllt. ist es auch notwendig, dass er es direkt praktisch erfährt? Übrigens heissen die Wochen nach der Geburt in anderen Sprachen sowas wie "6-Wochen-Zeitraum" (zB im Tschechischen "Šestinedělí") oder auch "40tägige Zeit" (zB Griechisch "Σαρανταήμερο /Saranta-imero") was auch traditionell immer die "Schonzeit" nach der Geburt war, vorher ging man praktisch nicht/kaum raus, Kind und Mutter mussten zu Kräften kommen und auch vor Infektionen geschützt werden, und auch sich der neuen Situation anpassen (das steht übrigens schon in der Bibel - auch der kleine Jesus wurde 40 Tage nach seiner Geburt von seiner Mutter Maria in den Tempel gebracht und gesegnet...). Oft umsorg(t)en Verwandte die frischgebackene Mutter und das Baby in dieser Zeit. Damit sie nicht kochen muss usw., und nur das Mindeste tun... Oder heute ist es halt oft der Vater, der sich dann verstärkt kümmern muss. Was heisst "muss", es ist auch schön und eine Chance, das gemeinsame Baby kennenzulernen, sich an die neue Rolle als Vater zu gewöhnen - und seine Frau mal schön zu verwöhnen! ;-)) Sag ihm das doch mal so... oder du schickst ihm ein paar Links, dass er sich informieren kann? ZB hier oder auf ähnlichen Seiten: https://www.gesundheit.gv.at/leben/eltern/nach-der-geburt/wochenbett.html Sa
"Er fragt ständig etwas"... Na und?? Was ist an Fragen schlimm?? Klar, wenn jemand ständig fragt und wiederholt das Gleiche, kann es evtl. nervig sein, je nach Situation - aber grundsätzlich ist Fragen erstmal ein Ausdruck von Interesse. Der Fragende will etwas wissen, genauer verstehen, eine Begründung hören... etc. Daran ist doch erst mal nichts Schlimmes?! Man will doch keinen Typen, der nur Befehle ausführt, zu allem ohne Nachfragen "ja und amen" sagt?! Also ICH würde das nicht wollen... und so funktioniert Ehe/Partnerschaft nicht. Oder ist das Problem nicht die Fragerei, sondern eventuell ein sarkastischer Ton etc. Das kann ich verstehen, teilweise. Aber man kann es ignorieren und einfach sachlich antworten - wie die Vorschreiberin angeführt hat. Es kann nämlich gut sein dass man selbst Dinge hineininterpretiert, die da gar nicht sind, bzw. die auf dem eigenen "Mist" gewachsen sind...
Bei meinem Mann funktioniert es gut, wenn er von anderen eine Ansage bekommt. Also z.B. von der Hebamme oder dem Arzt. Im Wochenbett kommt die Hebamme ja noch sehr oft.....
Tief durchatmen! Die Geburt eines Kindes ist eine neue, überfordernde und für alle sehr belastbare Situation. Dass muss sich einspielen. Du bist noch voller Hormone und gehst auf deinen Mann los, reagierst sehr sensibel und er dann schnippisch. Hab Geduld. Auch mit Dir. Es braucht ein paar Wochen bevor es sich einspielt. Sag ihm, wenn Du gerade überfordert bist. Damit ihr nicht miteinander böse seid. Viele Männer sind wie dein Mann, aber viele frische Mütter sind auch wie Du. Einfach überfordert, was absolut normal wäre. Jeder Tag wird besser. Lob deinen Mann wenn er etwas toll macht. Auch er kämpft. Das wird schon.
Lobe den Mann, wenn er etwas gut macht???? Was ist er - ein kleines Kind oder ein Hündchen, das abgerichtet werden muss???? Wer lobt die Frau???
Ja, loben und weniger meckern. Im besten Fall wird es dann Normalität bezüglich der gegenseitigen Wertschätzung. Lobst Du nur kleine Kinder? Traurig!
von einem "rauhen ton" auf lieblosigkeit zu schließen finde ich gewagt. außenstehende bescheinigen meiner familie auch einen "rauhen ton" und nicht jeder kommt damit klar. aber der ton macht nicht die liebe, das machen handlungen und emotionen. mein mann findet meine herkunftsfamilie im endeffekt liebevoller als seine auch wenn der ton manchmal anderes vermuten lässt. man kann auch gemeinheiten säuseln. dass er nachfragt wenn er was holen soll und nicht einfach gehorcht ist auch kein anzeichen von bevormundung. eher ist ein zeichen von bevormundung deinerseits dass du seine fraglose durchführung von anordnungen erwartest. mir ist das ganze hier zu sehr in eine analyse des mannes abgedriftet. da werden fröhlich gründe für sein verhalten in der kindheit gesucht und gefunden, seine herkunftsfamilie durchgenommen und gleich auch die themen für eine angeblich unzweifelhaft notwendige psychotherapie festgelegt. euch hobbypsychologen ist schon klar dass ihr das ganze hier nur aus 2. hand hört bzw. lest? ich finde das zutiefst verstörend und unprofessionell, gerade wenn hier angeblich leute "vom fach" sind. jedes paar muss sich nach der geburt eines kindes neu "zusammenraufen". ich finde es von außen betrachtet sogar schwerer wenn man schon 13 jahre zusammen ist weil routinen etc. die 13 jahre gut gelaufen sind schwerer neu zu verhandeln sind als wenn sie erst 1-2 jahre gelaufen wären. und es ist sicher ein sehr ungünstiger zeitpunkt dass man das ausgerechnet dann tun muss wenn die weiblichen hormone achterbahn fahren. ich finde es auch schade dass das gesellschaftlich so wenig anerkannt wird. da lächeln die paare immer glückselig sich gegenseitig und das neugeborene an aber so funktioniert das nicht. ich habe ständig leute in meiner kanzlei die kurz nach der geburt des 1. kindes merken dass familie ziemlich viel arbeit ist. und dass der clash von 2 familienkulturen erst nach der geburt eines kindes so richtig knallt. ich würde es erstmal mit vernünftigen gesprächen versuchen, gerne auch moderiert, bevor du dem rat der hier versammelten internetgemeinde folgst und dich trennst. und es hilft wenn beide sich eingestehen dass es für beide grad eine ausnahmesituation ist.
Danke! Ich habe mich auch über manche Aussagen hier sehr gewundert. Anscheinend muss sich ein Mann innerhalb von 2 (!) Wochen in einen vor Liebe überquellenden Baby-Experten verwandeln, um die Chance zu haben, ein guter Vater zu werden.
Der Typ hatte ebenso 9 Monate, sich auf das Baby vorzubereiten. wir müssen endlich aufhören, Entschuldigungen für diese Art Mönner zu finden, sonst ändert sich nie was - sonst heißt es immer nur "Men First"...
Ich lese hier keine "Art Männer", sondern zwei überforderte junge Menschen. Und natürlich komische Ratschläge und/oder Deutungen. Ich bin da vollkommen bei @Wonderwoman.
Ganz genau! Auch habe ich noch nie erlebt, dass ein sonst empathischer Mensch erwartet, dass die Partnerin im Wochenbett wieder funktioniert oder nicht erkennt, dass ein Baby ihn nicht absichtlich gekratzt hat. Ich finde es wirklich unschön zu sehen, wie hier jede Empfindung der Fragestellerin den Hormonen zugeschrieben wird. Als könne sie nicht beurteilen, ob ihr Mann liebevoll und geduldig mit ihr und ihrem gemeinsamen Kind umgeht. Ich hoffe sehr, dass es inzwischen ein klärendes Gespräch gab ❤️
"Als könne sie nicht beurteilen, ob ihr Mann liebevoll und geduldig mit ihr und ihrem gemeinsamen Kind umgeht." Natürlich war die beschriebene Situation nicht geduldig. Aber auch ich hatte als Mutter jede Menge solcher ungeduldigen Momente. Ich finde daher die Reaktion der Mutter, dass sie das gar nicht verstehen könnte, eher ungeduldig. Denn ich sage, reden, Zeit geben und den Mann auch alleine machen lassen. Das die Mutter hier auch zur Empfindlichkeit neigt, zeigen mir die beschriebenen Situationen. Es täte der kleinen Familie wirklich gut, wenn jeder mehr Verständnis in dieser absolut neuen Konstellation, aufbringt. Ich danke meinem Mann, dass er sehr geduldig mit mir und meinen schnippischen Antworten im Wochenbett war. Da war ich nämlich auch sehr empfindlich. Gott sei Dank hatte ich eine Hebamme, die mich "aufklärte".
na ja, sie ist 13 jahre mit dem kerl zusammen und hat nach dieser langen zeit entschieden dass er als vatermaterial taugt. entweder er war schon immer ein empathieloses a*loch und sie hat es 13 Jahre nicht gemerkt, oder er ist gerade komplett lost.
"entweder er war schon immer ein empathieloses a*loch und sie hat es 13 Jahre nicht gemerkt, oder er ist gerade komplett lost." Wenn die AP das nach 13 Jahren aber nicht gemerkt hätte, dann wäre sie wohl komplett lost und jegliche Einordnung bezüglich des Zustandes des Mannes, obsolet.
obviously
Wonderwoman, ja das sehe ich auch so, aus meiner Erfahrung zumindest: "jedes paar muss sich nach der geburt eines kindes neu "zusammenraufen". ich finde es von außen betrachtet sogar schwerer wenn man schon 13 jahre zusammen ist weil routinen etc. die 13 jahre gut gelaufen sind schwerer neu zu verhandeln sind als wenn sie erst 1-2 jahre gelaufen wären." Wenn man sich verliebt, zusammenkommt, heiratet und gleich das erste Baby hat, hat man keine lange Zeit zusammen ohne Kinder verbracht, es hat sich nichts über Jahre eingeschliffen. Alles war quasi im Fluss und wenn das erste Baby kommt, ist es einfach Teil dieser Entwicklung vom ersten Kennenlernen an. :-) Wichtig ist aber auch, immer offen über alles zu reden. Wie man was machen möchte, was einen evtl. stört usw. Ich denke auch, die beiden müssen sicht jetzt "neu zusammenraufen". Siehe auch mein anderer Beitrag zu der Zeit nach der Geburt, die ja auch eine Chance ist, sich als Familie quasi neu kennenzulernen...
Soll er doch das Bad wischen - Mr. Faulheit! Was soll das denn? "Er will sauber haben" - dann soll er doch bitte auch sauber machen. was ein Ar....
Warum hast du ANGST, ihn allein mit dem baby zu lassen??? Das finde ich wesentlich befremdlicher als ein ungewischtes bad.... Bevormundung sehe ich nicht, eher die unfähigkeit anzuerkennen, dass eine geburt kein sonntagsausflug ist und kinder nicht zwingend immer glückseligkeit für alle bedeuten. Das hat schon manch elter überrascht. Gib der neuen situation zeit, für euch beide! Wenn du allerdings fürchtest, er könne dem kind etwas antun, ist es etwas anderes, dann verschweigst du hier etwas.
Das mit der Angst verstehe ich auch nicht! Bad wischen ist nicht so wichtig. Und wenn für ihn doch, kann er es ja machen. ;-)
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