tingel
Ich bin traurig. Mein Partner und ich, wir finden kaum noch Zeit für uns. Mir fehlen unsere gemeinsamen Abende, vorm Fernseher, mit ner Flasche Wein. Hach, das waren schöne Zeiten. Manchmal haben wir stundenlang dagesessen und über Gott und die Welt gequasselt, gelacht, diskutiert usw. Eben so, wie es sich wahrscheinlich in nahezu jedem Haushalt mindestens einmal pro Woche abspielt. Nur hier nicht, leider. Er ist fast nur noch arbeiten, weil er eine Kollegin hat, die ständig krank ist, wodurch er dann auf freie Tage verzichtet. Er arbeitet im Schichtsystem, rollende Woche, heißt, er hat nur jedes vierte Wochenende frei, was unsere gemeinsame Freizeit extrem einschränkt. Es ist irgendwie kein Miteinander mehr, sondern mehr ein Nebeneinander. Wir haben kaum mehr gemeinsame Interessen, gemeinsame Unternehmungen gibt es selten. Ich arbeite zwar auch in Schichten (auf seine abgestimmt), bedeutet, einer von uns ist immer auf Arbeit (werktags), Samstag habe ich immer frei, Sonntags gehe ich aller zwei Wochen arbeiten. Ich will das so nicht mehr, er fehlt mir so. Und wenn ich ihm das sage, sagt er ja selbst auch, das wir zu wenig Zeit haben. Aber eine Lösung ist nicht in Sicht, keiner weiß, was wir ändern könnten. Wir können beide unsere Schichten nicht aufgeben, denn dann fehlt das Geld. Unser Urlaub ist gerade vier Wochen her und wir sind schon wieder so sehr in diesem Trott, das nervt mich so. Dieses Wochenende ist wieder so ein blödes, er ist heute arbeiten, wenn er heut abend heim kommt, lieg ich im Bett, weil ich morgen zeitig raus muß zur Arbeit, wenn ich morgen von Arbeit komme, geben wir uns die Klinke in die Hand, weil er wieder los muß. Und so schiebt es sich Woche für Woche durch unser Leben. Ich könnte manchmal echt heulen. So habe ich mir unser Leben nie vorgestellt. Unser Sohn kommt nicht zu kurz, einer ist ja immer für ihn da und unternimmt dann was mit ihm. Aber eben nie gemeinsam, nie zu dritt, oder gar zu viert (mein Partner hat eine Tochter aus früherer Beziehung). Sorry, mußte mal jammern...
Oje, das hört sich frustrierend an.
Kann nicht einer (auf lange Sicht gesehen) den Job wechseln?
Nur jedes vierte WE frei
???
Wie wäre es, wenn Ihr Euch von Eurem sicheren Job aus (also mit viel Zeit und ohne Druck) beide jeweils woanders bewerbt, wo Ihr keinen Schichtdienst machen müsst? Das wäre doch zumindest eine langfristige bessere Perspektive. Oder wenn einer von Euch umschulen oder sich so fortbilden würde, dass Ihr andere Berufe ohne Schichtdienst, aber mit mehr Gehalt ergreifen könntet? Veränderungen gehen im Leben IMMER, redet Euch niemals ein, dass es keine andere Lösung gibt! Viele Menschen verändern sich beruflich im Laufe ihres Lebens, weil's für sie so besser passt. LG
Nur vom wünschen und wollen ändert sich rein gar nichts du musst es auch tun! Zitat, dass ich heute gerade gelesen habe. Wenn ihr beide in dieser Situation unglücklich seid, müsst ihr euch zusammensetzen und überlegen was ihr wie ändern könnt. Wenn ihr das nicht macht und alles so weiterlaufen lässt, dann wird es sich auch definitiv nicht ändern. Ich kann deinen Ärger und Frust sehr gut verstehen. Take it Change it or leave it.
Es ist doch schon super, dass ihr es beide vermisst. Setzt Euch zusammen und plant wann ihr Euch Zeit füreinander nehmen könnt. Wir haben uns neulich 2 Wochen fast nicht gesehen. Er hatte Spätschicht und schlief noch als ich aus dem Haus bin, wenn er wiederkam schlief ich schon. Doof, aber Rettungsanker waren in Sicht.
als bekennender fan von nicht aufeinanderglucken, kann ich dir nur empfehlen, dein glück nicht vom ehemann abhängig zu machen, sondern selbst für deine zufriedenheit zuständig zu sein. es wird auch wieder andere zeiten geben. wenn ihr das geld vom schichteln braucht, dann geht es halt nicht anders. einen arbeitslosen willst du sicher auch nicht.
ich wurde auch etwas neidisch - ich habe genug Zeit für meinen Partner abends - das wird mir grad bald schon wieder zuviel. Bei uns wäre etwas weniger etwas viel mehr, aber naja ich will dich nicht entmutigen. Ich würde wirklich schauen, dass einer einen Job bekommt, der mehr ins FAmilienleben passt. Der Sohn wäre auch froh, wenn am Wochenende mal BEIDE Eltern daheim wären, ganz sicher... Mir wäre die Familie in deinem Fall definitiv wichtiger. Sonst lebt sich das eventuell auseinander.
Zuviel Zeit ? Mach was für Dich am Abend. Sport, ausgehen, Kurs an der VHS etc. Wenn meiner keine Spätschicht hat haben wir theoretisch auch jeden Abend zusammen. Wir lernen ( Fernstudium er, ich Umschulung ) , oder gehen jeweils mal mit Freunden aus, Sport etc. Nur aufeinander ist auch nicht gut.
Ja zuviel Zeit. Leider haben wir auch unsere Freunde verloren und ich merke immer mehr ich brauche neue Bekanntschaften, sonst dreh ich in dem Hamsterrad durch. Bin auch noch wieder schwanger... aber hier gehts nicht um mich:-)
Schwanger ist doch super um neue Kontakte zu knüpfen. Hechelkurs, Babyschwimmen und Co später. Verlorene Freunde wieder reaktivierbar ?
Leider nicht, aber ich bin auch viel Schuld muss ich sagen. Ich hab mich quasi des Öfteren aufgedrängt und nicht eingesehen, wenn die Leute in 2-3 Wochen nicht einmal Zeit hatten. Mir war das irgendwie immer zu wenig, ich hätte gern 1 mal die Woche was gemacht. Aber aus Fehlern lernt man. Ich besuche ab Dezember einen GVK, da bin ich mal gespannt :-)
Er fühlt sich höchstwahrscheinlich genau so wie Du. Redet miteinander, was Ihr ändern könnt oder wollt. Jammern hilft kurzzeitig, beseitigt aber nicht das Problem. Ich kann Deinen Frust verstehen.
Wir arbeiten auch abwechselnd im Schichtdienst, ich allerdings im Schnitt nur 50%. Mehr tut uns auf Dauer nicht gut, also verzichten wir auf gutes Geld. Komplett freie Wochenenden gibt es bei uns nur, wenn wir Überstunden abbauen oder Urlaub haben. Die sind uns aber nicht so wichtig. Dafür nutzen wir die gemeinsamen freien Stunden im Alltag, egal ob abends oder morgens, bewusst miteinander. Und wir haben auch Freunde und Hobbys, um uns zu beschäftigen. Und ein Kind ;-)
Ich danke Euch fuer eure Antworten. Es wird wohl darauf hinauslaufen, das wir jobtechnisch etwas aendern muessen. Und das wird sicher mein Part werden, denn er hat den sichereren Job, besser bezahlt, als meiner und bei ihm haengt enorm viel Herzblut drinnen. Ich mache meinen Job auch gern, allerdings gibt es da viel mehr Ungereimtheiten, als bei ihm. Aber das ist auch sehr schwer fuer mich, denn ich arbeite in einem Beruf, den ich komplett aufgeben muss, eine andere Firma wuerde alles nur noch chaotischer machen. Fuer gewoehnlich muesste ich Nachts arbeiten, was ja nicht geht. Und wenn mans so will, ist mir mein jetziger Arbeitgeber so prima entgegen gekommen. Ich bin aus Elternzeit gekommen, habe ihm gesagt, wie der Vater meines Kindes arbeitet und er hat meine Arbeitszeiten demnach angepasst. Das ist keineswegs selbstverstaendlich. Und dies einfach aufgeben? Das ist so schwer!
Reduzieren ginge nicht? Bei einem von euch?
Nein, das würden unsere Finanzen nicht zulassen. Das wäre mir wirklich zu riskant. Wir haben so schon nicht viel, weniger würde mir schlaflose Nächte bereiten.
Aber ehrlich, wenn man mal alles aufschreibt, was einen stört, kann man doch viel klarer überblicken und abstecken. Mein Entschluß ist gefallen, ich kümmere mich um was Neues. So kanns nicht weitergehen und ich habe langsam echt Angst, das wir uns noch mehr auseinander leben und unsere Beziehung aufs Spiel setzen.
Dann viel Glück! Hoffentlich reicht dann das Geld. Und seine Arbeitszeiten ändern sich ja nicht. Also versteife dich nicht so auf das 08/15 Familienwochenende.
Ne, das ist schon klar, aber ich glaube, uns wäre schon geholfen, wenn ICH "normalere" Arbeitszeiten hätte. Meinetwegen Mo.-Fr. von Morgens bis Nachmittag. So hätten wir wenigstens gemeinsame Nachmittage, wenn er nicht gerade Spätschicht hat. Jetzt ist es ja so, hat er früh, habe ich spät und anders herum. Hat er Nachtschicht, habe ich Mittelschicht usw. Kompliziert eben. Manchmal, wenn ich von Arbeit komme, und er ist doch mal daheim, dann erschrecke ich sogar, weils ungewohnt ist, die Tür aufzumachen und drinnen wuselt einer herum. Naja, meine heutige Schicht mußt ich nun absagen, Kindchen gehts nicht gut, so das ich ihn nicht zur Oma geben konnte, Papa schläft, steht dann aber sicher bald auf, dann essen wir gemeinsam Mittag, bevor er wieder auf Schicht muß.
Ich habe seit Jahren nichts anderes! Fakt ist, es muss sein, Fakt ist aber auch, man muss Abstriche machen in Sachen Anspruch! In der knappen gemeinsamen Zeit muss man die einfach SINNVOLL nutzen, dann hält man das auch durch!
Die letzten 10 Beiträge
- Gibt es sowas wirklich?
- Freund lässt mich im Wochenbett allein
- Mann geht „schlecht“ mit Kind um
- Habe ich richtig entschieden?
- Partnerschaft nach Geburt
- Partner kauft kleine Wohnung trotz anderer Pläne
- Trennung in der Schwangerschaft?
- Nach geburt partnr zieht sich irgentwie zurück.
- Partner will mit seiner Mutter verreisen, 6 Monate altes Baby
- Mein Mann kontrolliert mich