Robatoba
Hallo, ich habe mal eine Frage: Meine kleine Maus ist jetzt sieben Monate alt. Meinen Mann habe ich knapp zwei Jahre vor ihrer Geburt kennen und lieben gelernt. Ein Jahr, nachdem wir zusammgekommen sind, war ich schwanger. Als sie auf die Welt kam, waren wir überglücklich. Und mein Mann ist ein Traum von Vater. Er kümmert sich rührend um unsere kleine Maus - aber um mich immer weniger. Alles dreht sich für ihn nur noch ums Kind. Er ist lieb und nett zu mir, aber ich hab das Gefühl, das was fehlt. Das ist die Leidenschaft, die wir vorher füreinander gespürt haben. Wenn ich jetzt mit meinem Mann intim bin (was relativ selten seit der Geburt ist), dann hab ich manchmal das Gefühl, als wäre er ein großer Bruder. Er ist mir fast schon zu vertraut. Das ist ein seltsames Gefühl. Fast, als hätte er was Heiliges, weil er der Vater meiner Tochter ist. Als dürfte ich mit ihm nicht intim sein, weil das quasi unser Familienleben beschmutzt. Besser kann ich das Gefühl nicht erklären. Ich glaube, ihm geht es ähnlich. Ist das normal? Ändert sich das auch wieder, wenn das Kind größer sind? Wir sind doch nicht nur Eltern, sondern auch ein Paar. Und ich wünsche mir einfach wieder mehr Zärtlichkeit und körperliche Nähe. Es ist fast so, als würden wir es nicht mehr schaffen, vom Elternsein aufs Paarsein umschalten zu können. Hat jemand ähnliche Erfahrungen?
Naja, es gibt ja nicht umsonst ganze Bücher darüber, wie man als Eltern auch wieder ein Paar werden kann. Ihr seid emotional zum einen jetzt sehr aufs Kind fixiert. Zum anderen ist es normal, dass die Aufregung, die Schmetterlinge im Bauch, die Leidenschaft im Laufe einer Ehe schwächer wird. Man ist eben sehr vertraut miteinander. Wir sind psychisch außerdem so konzipiert, dass wir starke Emotionen nicht ewig aufrecht erhalten können. Das wäre unökonomisch, würde uns psychisch zu sehr vereinnahmen und von anderen Dingen ablenken, und zudem kostet es Kalorien. Deshalb hat die Natur dafür gesorgt, dass wir bei sehr starken Gefühlen irgendwann wieder auf Normal-Level runterkommen. Romantisch ist das nicht, aber eben natürlich. Manche Paare gucken sich ja außerdem gegenseitig beim Nägelschneiden, Pinkeln und Zahnpasta-Ausspucken zu - und wundern sich dann, dass sie nicht mehr erregt sind, wenn sie den Anderen sehen. Es wird oft geraten, solche Körperpflegesachen nicht vor den Augen des Partners zu machen, um einen Rest von Geheimnis zu wahren. Ich glaube, Du überinterpretierst die Sache etwas. Ich bin sicher, Du siehst nichts „Heiliges“ in Deinem Mann, nur weil er Papa geworden ist. Sondern das völlig Neue und Ungewohnte für Dich ist, dass er jetzt nicht nur Geliebter, sondern auch Vater ist. Du erlebst einen neuen Teil seiner Persönlichkeit, und der hat nun mal nichts mit Erotik zu tun. Daran muss man sich erstmal gewöhnen. Und Dich erlebt er nicht nur als Partner, sondern auch als Mutter. Und mit einer Mutter schläft man nicht... Auch er muss erst wieder entdecken, dass Du immer noch auch seine Geliebte bist. Ihr müsst diese Rollen trennen lernen, was im Moment noch nicht gelingt. Natürlich könnt Ihr aber die Erotik in der Liebe auch wieder ankurbeln, auch wenn es nicht mehr so wird, wie in der ersten Zeit. Das geht aber nur, wenn man halbwegs ausgeschlafen ist (mit Babynächten nicht so leicht). Und wenn man außerdem wirklich Zeit als Paar hat. Habt Ihr Großeltern oder einen Babysitter, der Euer Kind regelmäßig hütet, damit Ihr gemeinsam weggehen könnt? Ein gemeinsamer Abend im Kino oder Restaurant führt oft hinterher zu mehr, weil man sich mal wieder ein paar Stunden als Paar erlebt. Nehmt Euch alle 14 Tage einen Abend babyfrei und macht was Schönes zusammen. Selbst wenn es nicht zum Sex führt, stärkt es Eure Bindung gegenseitig wieder. LG
Sehe es wie meine Vorrenderin und habe mit meinem Mann auch ähnliche Gefühle durch. Da ist ja auch viel passiert, ihr habt ein Baby bekommen! ! ! Ich rate euch zu einem offenen Gespräch in Ruhe! Wo ihr beide ohne Vorwurf eure Gefühle teilt. Ich rate euch beiden bewusst zu entscheiden, daran zu arbeiten. Gemeinsam dafür zu kämpfen. Aber es ist wie gesagt normal, dass Gefühle sich ändern, umformen, wie ja in dem anderen Beitrag bereits erwähnt. Liebe ist eine Entscheidung und ist auch Arbeit.( bin selbst 11 Jahre verheiratet und war damals erst 18, weiß also wovon ich spreche .) Ich denke, vielen Leuten geht es ähnlich aber keiner mag darüber reden. Macht euch nach eurem Gespräch regelmäßige Dates aus. Wenn ihr das Gefühl habt es bringt nichts, dann scheut euch nicht, zum Paartherapeuten zu gehen.
Ich stimme dir nur zum Teil zu. Zum einen ändert sich das Liebesleben sowieso im Laufe der Beziehung, egal ob Kinder da sind oder nicht. Da sie recht schnell schwanger geworden ist, konnten sie diese Erfahrung wahrscheinlich noch gar nicht sammeln. Dass sich das Liebesleben ändert, heißt aber nicht automatisch dass es schlechter wird. Das Herzklopfen lässt vielleicht etwas nach. Aber: Bei uns ist es eher intensiver geworden, da man sich und seine Bedürfnisse immer besser kennenlernt. Dass wir aufgrund fehlender Möglichkeiten abends nie zusammen ausgehen können, tut unserer Beziehung keinen Abbruch. Das ist kein Grund für ein fehlendes Liebesleben. Man muss sich einfach abends oder zwischendurch wenn die Kinder schlafen oder beschäftigt sind, regelmäßig Zeit für Gespräche nehmen, die sich nicht (nur) um die Kinder drehen.
Bei mir war das zwar nicht so stark an meinen Mann geknüpft, eher an die Anwesenheit unseres Kindes, aber ich hatte auch Probleme am Anfang von Eltern auf Paar umzustellen. Wurde allmählich von selbst besser. Mein Mann war da ein bisschen arm mit mir.. Er hätte dieses Problem so gar nicht gehabt
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