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Entscheidung

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Mallorca2013

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Bislang kenne ich mich als Mensch, der klar Entscheidungen treffen kann und trifft. In der Zeit meiner über 34jährigen Ehe, haben wir Jobwechsel des Mannes, Konkurs beim Wohnungskauf und dadurch meinerseits einer über 10 jährigen Nebentätigkeit zu meiner "normalen" Arbeit und somit einer 7 Tagewoche, jahrelang keinen Urlaub usw hinter mir und wir haben uns auf die "Ernte" unserer Arbeit gefreut, nach Abzahlung der Wohnung einfach "leben" zu können. Durch einen neuen Bekanntenkreis meines Mannes hat sich dieser in den vergangenen 10 Jahren verändert. In sich gekehrt sodass (um nicht zu lange zu werden) jahrelang kein Gespräch mehr stattfand. Private Dinge haben Fremde erfahren oder ich im Kreise Bekannter. Das tat weh. Alle Versuche, dass mein Mann mit mir sprach scheiterten, mit dem ERgebnis, dass ich vor 5 Jahren sehr krank wurde und lernen musste mich abzugrenzen. Vergangenes Jahr habe ich (nach über zweijährigem Versuch, dass eine Trennung vorübergehend evt. auch in der eigenen Wohnung stattfinden kann) versucht mit meinem Mann ins Gespräch zu gehen, dass wir so rausfinden können, ob es uns alleine besser geht oder nicht. Lange Rede kurzer Sinn, keine Reaktion seinerseits, ich bin vergangenes Jahr ausgezogen. Nach meinem Auszug (mein Mann machte keinerlei Anstalten, dass er dies nicht möchte oder dergl.) habe ich meine Jugendliebe wiedergetroffen. Ich liebe diesen Mann a b e r dort steht nach Scheidung eine hohe Unterhaltszahlung an, da er damit rechnet, dass seine Frau nicht arbeiten sondern auf "psychisch"bedingt arbeitsunfähig hinaus möchte. Sehe jetzt eine bereits schon einmal hinter mich gebrachte finanzielle Situation auf mich zukommen, die alte Existenzängste hervorruft . Mein Mann auf einmal Kontakt sucht und sagt, er habe Fehler gemacht und es liege an mir zu entscheiden, es auf einen neuen Versuch ankommen zu lassen, er habe die Zeichen einfach nicht richtig eingeschätzt. Beim Gedanken an zurück habe ich Angst, in der "alten" Welt zu landen! Und ich ärgere mich über mich selbst und bin nur noch am weinen, da ich jetzt nichts mehr weiß


Fru

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Antwort auf Beitrag von Mallorca2013

Huhu.... drück Dich mal ganz fest!!! Also...als erstes: Du hast Dich getrennt und denkst drüber nach, eine Beziehung mit Deiner Jugendliebe zu starten, hast aber Angst, das er finanzielle Probleme bekommen könnte, wegen einer hohen Unterhalsforderung...ich hoffe, ich hab das richtig verstanden....wenn ja möchte ich da folgendes zu sagen: mach nicht einen Schritt vor dem nächsten, denk nicht nach, lass das auf Dich zukommen....Diese Beziehung existiert noch nichtmals richtig und Du denkst sie schon tot, Du hast oder anders, DU solltest zu dem jetzigen Zeitpunkt NICHTS mit seinen finanziellen Dingen zu tun haben und auch morgen nicht, übermorgen nicht und nächste Woche nicht...in ein paar Jahren sieht das vielleicht anders aus, aber denk doch einfach nicht so weit und geh die Dinge langsamer an....warum einer Liebe keine Chance geben, weil er Unterhalt zahlen muss...das sind (scheinbar) bis jetzt ungelegte Eier. Und wenn ich das richtig rauslese ist er noch in einer Beziehung....sieh zu, das er erst seine alte Baustelle fertig macht, bevor Du Dich mit Haut und Haaren und Gefühlen in die Beziehung stürzt, das kann unter Umständen ziemlich weh tun, denn die meisten Männer sind in der Beziehung doch oft sehr feige, erzählen von Liebe und Zukunft und wenns soweit ist, können sie die Frau doch nicht verlassen.... Und zu Deinem Nochmann...was sagen Deine Gefühle zu ihm? Sind noch welche da? Wenn nein, ist die Sache klar, Ihr seid getrennt und Du bist damit fertig....Wenn aber doch, solltest auch Du Dich erst um Deine Baustellen kümmern, bevor Du entweder das eine oder das andere machst! Viel Glück


Nikas

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Antwort auf Beitrag von Mallorca2013

Kann es sein, dass Du ein Leben lang Deine echten Bedürfnisse aufgeschoben hast und deshalb jetzt weinst? Wenn ja, solltest Du denen erst einmal auf die Spur kommen. Unabhängig von den beiden erwähnten Männern.


Nurit

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Ich kann Dich verstehen: ich habe vor zehn Jahren einen Mann kennengelernt, der sich von seiner Frau (mit der er drei Kinder hat) getrennnt hat, weil sie während der Ehe von einem anderen Mann schwanger wurde. Die Geburt dieses Kindes war für sie der Anlaß, überhaupt nciht mehr arbeiten zu gehen, das tat sie vorher auch schon nicht besonders gerne. Ich verstehe bis heute nicht, dass (inzwischen)mein Mann da auch für sie dick Unterhalt zahlen musste, die KInder waren allesamt schon schulpflichtig und sie musste nicht mal teilweise arbeiten. Das war eine schwere Zeit für uns, da wir mit diesem Urteil nicht gerechnet und selbst gerade ein Baby bekommen hatten. Ich habe also während der Elternzeit zunächst von zu Hause gearbeitet und nach einem Jahr wieder fest in meinem Job. Inzwischen hat sich das Unterhaltsgesetz geändert: die nacheheliche Eigenverantwortung wird gefordert und so musste auch Trulla wieder arbeiten gehen und wir sind nur noch den KIndern gegenüber unterhaltsverpflichtet. Ich denke, dass die Ex Deines Freundes die Berufsunfähigkeit nachweisen nuss; so leicht ist das alles nicht mehr. Für solche Fälle wird wahrscheinlich auch nicht der Ex zuständig sein,sondern eine Berufsunfähigkeitsrente gezahlt; wenn es denn gerechtfertigt ist. Nachehelicher Unterhalt ist nicht mehr einfach zu erwirken und wird oft auch nur befristet angesetzt. Wir sind auch aus allem irgendwann raus gewesen und es geht uns jetzt gut. Gerne kannst Du mich auch per PN anschreiben. Hab Mut, das wird schon. LG, nurit


Mallorca2013

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Antwort auf Beitrag von Nikas

Danke für Eure Rückmeldungen. Meine Jugendliebe hat nach unserem Treffen vergangenes Jahr seiner Frau und seinem 25jährigen Sohn gesagt, dass er seine Traumfrau wiedergefunden habe und sich trennt. Die Trennung ist auch schon erfolgt, er ist da sehr geradlinig. Aus finanzieller Sicht sagt er, dass er für ein gemeinsames Leben mir seine Ansicht mitteilen muss und ich auch denke, dass selbst wenn jeder von uns seine eigene Kasse hat, gravierende Unterhaltszahlungen auf unser gemeinsames Leben (was können wir uns leisten, Urlaub etc) Einfluss hat. Ich mich nicht als "Luxusfrau" sehe, aber durch mein doch auch gelebtes Leben und die Erfahrungen Angst davor habe in dieser Hinsicht 20 Jahre zurückzu fallen.Ich weiß, dass dieser Mann mich liebt und alles für mich tut und es mir gefühlsmäßig nirgend anders so gut gehen kann. Ich hatte mich vor unserem Kennenlernen bzw. Wiedertreffen bereits räumlich auch von meinem Mann getrennt. Es waren schwere Jahre, bedingt durch das Schweigen meines Mannes. Für mich war das alles endgültig, wir waren auch schon bei Anwälten und haben Guthaben aufgeteilt. Im ersten halben Jahr nach der Trennung waren keine Gespräche möglich, nur Enttäuschung, Wut. Jetzt, seit 4 Wochen kommt mein Mann und sagt, dass er das alles nicht realisiert hatte und davon ausging, dass ich nur mal vorübergehend ausziehe und dass die Trennung dazu hätte dienen sollen, nicht ob wir noch zusammen "können" sondern WIE! Ich sagte ihm, dass diese Ansicht die Gespräche vor 3 Jahren waren. Mein Mann sagt, er habe das nicht realisiert und seine Gefühle für mich bestehen, auch wenn sich im Laufe von 34 gemeinsamen JAhren diese selbstverständlich verändern und dies grundsätzlich nicht das Problem war. Denke ich über ein Leben mit meinem Mann nach, fühle ich eine Vertrautheit und eine existenzielle Sicherheit (ich verdiene jedoch nicht weniger und bin somit nicht in einer finanziellen Abhängigkeit), Dinge, für die wir ein Leben lang gearbeitet haben, jetzt geniesen zu können. Gefühlsmäßig eher wie ein guter Bekannter. Bei meiner Jugendliebe ist es Gefühl pur, wohl auch sehend und wissend, dass dies nicht der Alltag ist und man mit 54 Jahren einige Dinge auch sehr schnell und klar erkennen kann. Hier trifft mich aber dann ein Gefühl von Verantwortung (so will ich es einmal sagen), hauptsächlich für das Wohlergehen zuständig zu sein und ich mir nicht sicher bin, ob ich diese Verantwortung übernehmen will und kann. Ein großer Punkt ist jedoch das Gefühl einer Abhängigkeit von einer dritten Person (seiner Frau). Will sie ihm gut und sucht sich zumindest eine Teilzeitbeschäftigung oder Ganztagsbeschäftigung, will sie dies nicht, sieht alles nicht so rosig aus. 30 Jahre jünger alles keine Frage. Ich hoffe ich habe nicht so durcheinander erzählt. Aber ganz ganz lieben Dank für Eure Rückmeldungenl.


mamaj

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Ich denke du solltest dir noch Zeit lassen, um zu erkennen was DIR wichtig ist. Die finanzielle Sicherheit mit einem Partner dem du vertraust und mit dem du gemeinsam all das genießen kannst, was ihr euch aufgebaut habt...obwohl aber dieses gewisse Gefühl abhanden gekommen ist...ich würde sagen dieses Schmetterlingsgefühl. Oder dieses neue, pure Gefühl, das meist am Beginn einer neuen Liebe steht, bei der man zwar nicht weiß, wo es hinführt...man sich aber darauf einlassen könnte, um es zu erfahren. Ich war Anfang 30, da habe ich mich für Zweitens entschieden ... wusste aber, das ich finanziell unabhängig bin und somit war ich auf sein Geld nicht angewiesen (er hatte gar keines ;-), war kurz vor Abschluss seines Studiums und lebte von Bafög und Mama ;-) Mir war echt egal, das er zu unserem Leben nichts beisteuern konnte....ich hatte meine eigene Wohnung, mein eigenes Leben und er gehörte an manchen Tagen einfach dazu...und Freizeitausflüge und Urlaub wurden so geplant, das er sich es auch hat leisten können. Heute ist es anders .... heute sind wir verheiratet ... aber bis zu dem Schritt hat es fast 3 Jahre gedauert. Ich habe diese Zeit genossen, hatte Zeit ihn kennen zu lernen, lieben zu lernen, obwohl ich auch jeden Tag genossen habe, an dem er nicht da war, denn dadurch habe ich erst gemerkt, wie sehr ich ihn vermisse ;-) Warum nicht erst einmal allein wohnen, Zeit für sich selbst haben, um zu erkennen ... das will ich, das will ich nicht! .... und auch mit Anfang 50 kann man noch mal von vorn beginnen, wenn man es denn will :-) Meist erkennt man aber auch erst dann, wenn man etwas Vertrautes verliert, was man daran hat und man könnte beginnen, etwas "Altes" zu erneuern. Etwas "Altes" ... die Jugendliebe oder Etwas "Altes" ... die Ehe Beides kann man erneuern.....man hat aber nur dieses eine Leben, daher wäre es gut zu wissen "was willst du" . Alles Gute mamaj


Pamo

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Antwort auf Beitrag von Mallorca2013

Ich empfehle, dass du dich jetzt auf dein eigenes Leben konzentrierst. Ein unverbindliches Gespräch mit dem Nochmann kann nichts schaden - vielleicht mit Hilfe eines Mediators (wenn dein Nochmann bereit ist, diesen zu bezahlen). Die Aussagen, er habe das alles nicht verstanden, nicht so gemeint, nicht realisiert mögen ja für ihn zutreffend sein, verpflichten dich aber nicht dazu ihm noch eine Chance zu geben. Warum auch, wenn es dir ohne ihn besser geht? Was den Neuen betrifft, so würde ich das extrem langsam angehen lassen. Mach dich ganz unabhängig und sei einfach mal du selber.


mf4

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Antwort auf Beitrag von Pamo

Ich denke DU solltest DICH mal im Vordergrund sehen. Mit dem Noch-Mann einen auf Zusammenführung machen scheint nicht gewollt zu sein. Mit dem Neu-Mann lass dir Zeit und SEINE Angelegenheiten sollten dich erst einmal nicht betreffen. Bau DIR DEIN Leben neu auf. Das kann Frau auch ohne Mann und dann kannst du entscheiden wie weit einer in DEIN Leben hinein darf und wann du dich mit dir zurückziehst.


Mallorca2013

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Antwort auf Beitrag von mf4

Vielen, vielen Dank für Eure Rückmeldungen. Ich bin das erste Mal aktiv in einem Forum und überrascht über die Qualität der Rückmeldungen. Ihr habt mir einige Anregungen gegeben, in welche Richtung meine Denkweise gehen kann. Manchmal ist es doch so, dass man vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht. Bislang kenne ich mich wie gesagt, als Menschen, der klare Entscheidungen trifft, das ist schon beruflich auch bedingt. Das "Alte" hinter mir zu lassen, denn der Weggang war ein langer, schmerzhafter Weg und nicht unüberlegt, das "Neue" reifen zu lassen, mein Bekannter soll seine Themen für sich einmal klären und ich wohne so lange alleine, denn ich habe mein Geld schon immer selbst verdient, erscheint mir auf einmal ganz klar. Ich danke Euch ganz herzlich und sende Euch liebe Grüße