Mitglied inaktiv
Hallo!
ich suche Erfahrungsberichte von Paaren, die aus der Situation was Positives machen konnten. Liebe ist da, aber die Lust nicht mehr. Zumindest bei ihr. Was beide schlimm belastet. Wer hat da einen guten Ausweg für sich und die Partnerschaft gefunden?
Danke für alle Postings.
Gruß Anja ![]()
kann dir da leider auch keinen rat geben. haben im bekanntenkreis auch soeinen fall...der mann geht halt fremd und holt sich den sex woanders. ich kann ihn irgendwie verstehen...er liebt zwar seine frau aber auf dauer funktioniert es halt ohne sex nicht
In unserem Geburtsvorbereitungskurs war ein Abend reserviert für eine Sexualtherapeutin. Sie sagte, dass bei der Frau, der Wunsch nach Sex sich über Zärtlichkeit und Körperkontakt entwickelt und nicht einfach bumm, da ist, so wie bei vielen Männern. Dieser Körperkontakt ist weitgehend durch das Kind ausgefüllt bzw. überbeansprucht, ebenso die Zärtlichkeit. Deshalb verschwindet bei vielen Frauen nach den Kindern die Lust gleich mit. Sie sagte: 1. man soll daher, sich zu Hause nicht gehen lassen, d.h. ordentliche Klamotten, 2. gemeinsame Zeiten MIT dem Partner ohne Kinder einplanen mit open end und Sex 3. nach langen Sex Pausen - auch wenn man keine Lust hat - sich dazu aufraffen, ansonsten entstehen unüberbrückbare Gräben und Spannungen in der Beziehung und man manöveriert sich in selbst ins aus. 4. Auch wenn man keine Lust hat, trotzdem mal probieren, meistens kommt die Lust auch mit dem Akt (das ist wirklich so, finde ich). Wie ein Abo fürs theater, da ist man auch immer zu müde dazu und wenn man dann geht, gefällt es einem trotzdem . 5. Anregende erotische Literatur lesen, wenn man keine Pornos mag. 6. Den anderen befriedigen, wenn man selbst nicht mag. ich hoffe, das hilft, LG, Doris
Hallo Anja ich wage mich mal als Mann hier rein, und schreibe Dir ein paar gedanken. Wenn jemand keinen Sex mehr will, so ist der Partner sexuell nicht mehr interessant. In wenigen Fällen mag das sexuelle Interesse generell erloschen sein (aus welchen Gründen auch immer), weitaus häufiger ist nur das sexuelle Interesse am eigenen Partner erloschen. Es ist in einer langen Partnerschaft sehr schwierig, immer die Spannung aufrecht zu erhalten, die für sexuelle Anziehung nötig ist. Sexuell attraktiv ist der Cowboy. Der ist jedoch für eine Beziehung ungeeignet, weil er zu viel umher zieht. Also verliebt sich die Frau in den Cowboy, und versucht ihn zu zähmen. Sobald er die Kartoffeln aus dem Keller holt, wenn die Frau sagt "hol mal die Kartoffeln aus dem Keller", ist er kein Cowboy mehr und er bekommt nicht mehr den Sex, den er sich wünscht, denn er ist gezähmt und wird damit unattraktiv. Früher hätte er gesagt: "Ich muss mich erstmal um mein Pferd kümmern". Der Prozess der Zähmung geht nicht abrupt vonstatten, aber schleichend. Das Problem lässt sich nicht in wenigen Sätzen umreißen. Man muss sehr tiefgreifend darüber nachdenken, welchen Sinn es evolutionär hatte, wenn Mann und Frau zusammen waren (für wie lange) und welchen Sinn heute evolutionär und sozial gesehen eine Partnerschaft hat. Keiner dieser Aspekte allein ist entscheidend für eine Beziehung, aber auch keiner dieser Aspekte kann gänzlich vernachlässigt werden. Wenn man nach fünfzehn Jahren vollkommen gezähmt und sexuell damit uninteressant geworden ist, bzw. hin- und wieder mal einen "Brocken" vorgeworfen bekommt, damit man gerade noch so bei Laune bleibt, dann muss man entweder kämpfen (nicht mit Gesprächen, sondern mit Arbeit an sich selbst, um wieder (oder überhaupt erstmal) zum Cowboy zu werden). Es geht hier um Erkenntnis, nicht ums Reden... Sex kann man nicht herbeireden. Entweder man ist sexuell attraktiv, oder nicht. Falls man es nicht ist, kann man sich damit abfinden, dass man vielleicht geliebt wird, als Mensch, weil man gute Gedanken hat, oder ein guter Vater ist, oder einen guten Job hat, der Sicherheit bietet. ODER: man muss auch zumindest in Betracht ziehen, dass die Beziehung vorbei ist, weil man die verloren gegangene Anziehung nicht wieder erreichen kann. Man kann sich so verhalten, als könnte man es in Kauf nehmen (billigend), dass die Beziehung vorbei wäre. Man würde sich also wieder verstärkt den Hobbies, Freunden, auch anderen Frauen widmen.... Natürlich könnte das genau der Todesstoß für die Beziehung sein, aber es könnte ebenso das letzte Rettungsseil sein: Wenn plötzlich andere Frauen auf der Bildfläche erscheinen und man so beschäftigt ist, dass man viel unterwegs ist, dann könnte man ja vollkommen abhanden kommen. Man wird also ständig angefragt. Nur tolle Typen werden ständig angefragt..... Die Spirale wickelt sich nun wieder aufwärts..... "Klar", sagt der Hausmann, während er seine Pantoffeln betrachtet, "das klingt alles logisch, aber ich kann das doch nicht tun, einfach ein Cowboy werden". Das ist nun das Dilemma. Hier kann es - je nach Zähmungsgrad - nur mitleidiges Lachen hervorrufen (dann besser endgültig gehen), oder man steht es durch und akzeptiert den Streit, denn: Das was bei der Reibung zwischen zwei Mensch abfällt, ist gleichzeitig der Kitt, der sie zusammen hält. Der Cowboy lässt sich jedenfalls nicht zu viel reinreden, er riskiert jeden Streit, um seine Meinung zu vertreten. Und vor allem muss er sich auch um sein Pferd kümmern! Wenn es so übel steht, dass die Frau, mit der man zusammen ist, nicht mehr mit einem schlafen möchte, dann hat man ohnehin nicht mehr so viel zu verlieren. Außer man akzeptiert (wirklich) eine Beziehung vollkommen ohne Sex. Sex macht Spaß, man kann ihn bis ins hohe Alter genießen. Ist die lebenslange Partnerschaft zwischen Mann und Frau naturgegeben, oder gottgegeben, oder sonst irgendwie vorgegeben? Klar, man kann auch geliebt werden, wenn man nicht als sexuell attraktiv empfunden wird. Z.B. kann man Kinder auf diese un-sexuelle Weise lieben, oder Tiere. Man kann auch einen Partner so lieben, weil man ihn vielleicht als Menschen mag, oder er ein liebevoller Begleiter eines Lebens ist, oder......... Aber das heißt nicht, dass dann sexuell irgendwas laufen muss, oder jemals wieder laufen wird. Es ist ein ganz grober Irrtum, dass, nur weil man mit jemand zusammen ist, man auch automatisch Sex haben muss, oder haben wird. Jeder, der nach der Heirat, oder dem Einziehen in die gemeinsame Wohnung ein Häckchen (im Positiven Sinn) hinter dieses Thema macht, kann sein blaues Wunder erleben. ich hoffe, Du hast bis hierher gelesen, jetzt kurz zu mir, ich stand als Mann in der von Dir beschriebenen situation. Im März wurde mein jüngstes Kind 10, und seit der geburt habe ich genau vier mal mit meiner Frau geschlafen, das letzte mal vor vier Jahren. Und mich hat es so schwer belastet, dass ich sogar zeitenweise beim Psychologen war. wenn Du Fragen hast, kannst Du gerne schreiben nachdenkliche Grüße karl
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