Elternforum Rund ums Kleinkind

schlagen

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Hallo, möchte auch gern was zum Thema loswerden. Ich selber kann Katja2003 bis zu einem gewissen Punkt gut verstehen. Meine Tochter (29Mon) bringt mich auch oft auf die Palme, und ich muß zugeben das ich auch ziemlich schnell aufbrause und mich von ihr provozieren lassen. Also schlagen tu ich sie jetzt eigentlich nicht, aber ich werde dann schon mal grob zu ihr und stecke sie ins Zimmer oder schrei sie an. Finde ich persönlich jetzt auch sehr schlimm. Ich weiß ja auch das es falsch ist und meistens tut es mir gleich danach auch wieder leid, aber in dem Moment tick ich da einfach aus. Es klappt auch hin und wieder das ich einfach den raum verlasse und sie dann ignoriere, aber jetzt grad wenn wir drausen sind ist das dann gar nicht so einfach! Wie gesagt bis zu einem gewissen Punkt verstehe ich sie, aber die Uneinsichtigkeit finde ich dann doch etwas seltsam. MIR tut es leid das ich mein Kind so anfahre, ich heiße das nicht gut, und bestimmt hätte ich die andere Mutter nicht so angeschnauzt, sondern hätte mich ziemlich schlecht gefühlt. Aber die meisten Mütter sind dann wohl noch so aufgebracht das die Einmischerin das dann auch noch abbekommt. Auf jeden Fall kann ich mich hier nicht als Übermama betiteln die immer das richtige tut, obwohl ich es mir immer wieder vornehme, aber ich denke die meisten können oder wollen auch nicht zugeben das sie auch mal "hauen". Finde es gibt auch einen Unterschied zu schlagen und mal nen KLaps geben. @Katja : ich wünsche Dir auf jeden Fall das Du einen anderen Weg findest, Deiner Tochter Grenzen zu setzten, denn ganz klar so wie Du es ihr vorlebst, so lernt sie es auch und Du brauchst Dich dann nicht zu wundern das sie irgendwann zurückschlägt. Das macht meine nämlich auch schon, leider....... Alles Gute! Nadine


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Hallo Nadine, mir gings, besonders als der Stress schlimm war, aehnlich wie dir. Wie hab ich mich dann dafuer innerlich gescholten, dass ich wieder mal aufbrausend war. Inzwischen hab ich mein Rezept gefunden: wenn ich den Tag froehlich angehe, mir schon morgens sage, was fuer ein Glueck ich mit meinen suessen kleinen Zwergen habe, wie herzig sie (meistens *grins*) doch sind, dann geht der ganze Tag viel viel besser, dann lass ich mich auch einfach nicht aus der Ruhe bringen, denn dann find ich es ploetzlich herzig, dass er partout das und das tun oder nicht tun will, hihi. Probier das mal.... oder stell dir in dem Moment, in dem sie dich nervt, einfach vor, wie herzig sie normalerweise ist und wie lieb du sie doch hast, und dass du ihr einfach eine auszuckende Mutter nicht wuenschen willst. Das hilft echt, braucht natuerlich ein bisserl Uebung, aber ich schwoer, es wird immer besser und besser :o) Liebe Gruesse, Birgit


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....die seelische Demütigung ist immer die Gleiche! Man demonstriert damit: "Ich bin die stärkere und deshalb im Recht". Der körperliche Schmerz mag unterschiedlich sein, aber auch nach Rubins sehr bewegendem Posting weiter unten, habe ich größer den seelischen Schmerz als den körperlichen herausgelesen. Die Gefahr bei diesen verschiedenen Bezeichnungen sehe ich einfach in der "Verharmlosung" und das ist einfach nicht harmlos. Es ist was anderes, wenn man sich ehrlich freundschaftlich klapst. Das macht man auch mal mit Kindern, aber in einer entspannten Spielsituation und gleichberechtigt (denke jetzt an Fangen spielen). Meine Kinder habne noch nie Schläge bekommen und wehren sich natürlich auch körperlich bei gleichaltrigen. Ich denke, das gehört zur Entwicklung, auch haben sie in einem bestimmten Alter (so zwischen 1-2 Jahren) auch uns versucht zu schlagen. Aber ich möchte einfach, dass sie von uns wissen, dass das keine Methode, kein Mittel ist, ein Recht durchzusetzen. Ich kann für mich auch nicht die Hand ins Feuer legen, dass ich nicht doch schlage, bisher habe ich diesem aufkommenden Gefühl von Ohnmacht anders begegnen können. DAs hat überhaupt nichts mit Übermutter zu tun. Es gibt ja auch die verbalen Attacken (vom Schreien bin ich aber zum Glück auch schon fast weg). Man macht täglich zig Fehler und reagiert manchmal einfach unangemessen. Dann ist aber die Frage, wie man damit umgeht. Wenn der ganze Ärger verraucht ist, die Situation vorbei, spreche ich mit meinen Kindern darüber, warum ich so aus der Haut gefahren bin und ich das nicht möchte, aber ihr Verhalten eben auch nicht korrekt war. Naja, vieles ist Theorie und in der Situation sieht alles anders aus. Es macht aber einen großen Unterschied, ob ich das als Erziehungsmethode rechtfertige oder reflektiere. Grüße Tina


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Denn wo fängt Schlagen an, bzw. wo hört Klapsen auf??? Die Übergänge sind soooo fließend. Außerdem ist die Aussage diese Gesten die selbe, denn oft ist es ja gar nicht der körperliche Schmerz, der Probleme macht, sondern der seelische. Und was ist man dann für ein Vorbild für die Kinder?! Häufig bekommen Kinder die in Schule und KiGa andere Schlagen und Hauen solche Aktionen zuhause vorgelebt. Wie sollen sie da auch verstehen, dass das falsch ist. Sorry, ich habe weder für das eine noch für das andere Verständnis. LG Alexandra


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Kann mich Tinais Posting eigentlich nur in allen Punkten anschließen. Das schlimme ist beim Klapsen wie auch beim Schlagen die seelische Demütigung, das gilt sicher auch für Anschreien, grob anfassen, einsperren... Allerdings gibt es natürlich je nach Härte der Schläge auch eine (dauerhafte) körperliche Schädigung (bei einer schallenden Ohrfeige sterben ja auch jedesmal Gehirnzellen unwiderruflich ab). Und wenn man hier überhaupt eine Hierarchie schaffen will, sind körperliche und seelische Schäden schlimmer als "nur" seelische. "Klapse" abzulehnen bedeutet für mich auch nicht, dass man eine "Übermutter" mit Heiligenschein ist bzw. wenn das so wäre, ist es vielleicht gerade gut, eine Übermutter zu sein. Klar, auch Mütter haben Nerven und naütrlich werden die von temperamentvollen, willensstarken Kindern auch mal strapaziert. Aber wenn eine Mutter merkt, dass sie bei einem Kleinkind schon (hier ging es ja um ein gerade mal anderthalbjähriges Kind!) häufiger zulangt, sollte sie vielleicht doch Hilfe suchen (ERziehungsberatung beim Jugendamt, Kinderschutzbund...), um sich selber wieder zu stärken. Dann ist sie auch wieder eine bessere Mutter (und muss trotzdem nicht gleich befürchten, eine gefürchtete "Übermutter" zu werden). Für Väter gilt das natürlich genauso. LG Kristina


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führt doch oft dazu, daß man nicht weiterweiß, sich den Mund fusselig geredet hat etc. Und das Kind macht nicht, was man will! Und in dem Moment scheint man zu vergessen, daß Schlagen/Klapsen (nennt es wie ihr wollt) überhaupt nichts bringt, nicht mal eine Entladung bei einem selbst! Ich mußte meine Hilflosigkeit anders erleben. Luise hat leider ein paar Fehlbildungen, die zu betreuen es galt. Unter anderem bestand bei ihr die Möglichkeit, daß sie schlichtweg erstickt, wenn ich nicht rechtzeitig eingegriffen hätte. Ich habe mich mehrmals in dieser Situation befunden, auch nachts um halb drei, wo man eigentlich andere Sachen zu tun hat, oder mitten beim Autofahren. Manchmal war ich so am Ende, daß ich am liebsten alles hingeschmissen hätte! Meinen Mann angebrüllt habe (der kann zurückbrüllen und mich sogar verstehen). Aber die Einsicht, daß mein Kind NULL dafür kann, die war immer da. Ja, ich habe ihr Gewalt angetan. Damit sie überlebt. Ein schreiendes Kind, dem die Behandlung wehtut, aber es ging nicht anders. Jetzt fällt es mir leicht, mich neben sie zu stellen, ihr zu erklären, warum ich was nicht möchte und mich auf sie einzulassen, um unnötige Trotzreaktionen zu vermeiden. Denn sie will mich nicht ärgern, sondern nur lernen. Und manchml schießt sie halt übers Ziel hinaus oder verschätzt sich, müssen wir beide durch. Sie, weil sie die Konsequenzen erfährt und ich, wenn ich es nicht vorher einkalkuliert habe.