Elternforum Rund ums Kleinkind

Nochmal zu Angst vor Feuerwehr, Angst vor Gewitter etc.: Ängste muss man nicht abstellen!

Nochmal zu Angst vor Feuerwehr, Angst vor Gewitter etc.: Ängste muss man nicht abstellen!

Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Hallo, warum wollt Ihr denn unbedingt die Ängste Eurer Kinder abstellen und eliminieren? Angst ist ein völlig normales Gefühl. Seltsam und besorgniserregend wäre es doch eher, wenn ein Kind KEINE Angst hätte. Solche Kinder gelten als verhaltensauffällig und machen Psychologen wirklich besorgt. Nur weil uns Eltern manche Ängste unsinnig vorkommen, sind sie dennoch völlig normal. Ein Kleinkind kann doch noch gar nicht unterscheiden, was wirklich gefährlich ist, und was nicht. Und wenn etwas laut ist, ist es im Gefühl eines Kindes auch potentiell gefährlich. Irrationale Ängste können ja nicht einmal wir Erwachsenen abstellen. Sehr viele Menschen haben Angst vor Gewittern, vor Mäusen, Spinnen und Schlangen, vor der Dunkelheit im Keller, vor abendlichen Friedhöfen, vor zerbrochenen Spiegeln und schwarzen Katzen usw. - und zwar ganz von selbst, ohne dass ihre Eltern sie falsch erzogen hätten. Unsere Psyche ist so gestaltet, dass uns viele Dinge unheimlich sind, obwohl sie objektiv keine Bedrohung darstellen. Und bei Kindern im Kleinkind- und Kigaalter entwickelt sich das Unbewusste gerade. Dieses ist bei allen Menschen bevölkert von irrationalen Ängsten, Schreckgestalten, finsteren Symbolen, Phantasiewesen aller Art usw. Die Psychologie bezeichnet diese alten Muster als Archetypen. Sie sind in jedem Menschen angelegt. Wir alle haben daher Ängste, die nicht verstandesmäßig begründbar sind. Das macht nix. Ich finde, es reicht daher, ein Kind in seiner Angst zu beruhigen. Man muss ihm die Angst aber nicht unbedingt mit logischen Argumenten auszureden versuchen oder sie als unsinnig darstellen - das nützt eh nix. Weil solche Argumente das Unbewusste, dessen Projektion in die Außenwelt die Ängste sind, ja gar nicht erreichen. Ich finde, wir sollten ruhig weniger Angst vor der Angst haben (auch unserer eigenen), huh? Grüßle, Astrid


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

.....das bestimmte Ängste anerzogen werden. Man hat einen Versuch mit einer Schlange und zwei Schimpansen gezeigt. Der eine Affe kannte/wußte was eine Schlange ist und bekam Panik als diese vor seinen Augen herumschlängelte. Der andere Affe wußte noch nicht was das überhaupt ist...wollte und hat der Schlange am Körper rumgezogen... Ich finde manches wird oft von den Erwachsenen anerzogen. Vor kurzem z.B. meinte mein Bruder zu meinem Sohn (23 Mo.): Kuck mal Max eine Spinne...ihhhhhhhh! Max lief dann herum und sagte dauernd: Pine Ihhh.....! So schnell gehts. Ich meinte nur zu meinem Bruder warum er meint die Spinne ist ihhhh? Weil die eklig sind kam die antwort. Wenn mein Kleiner vor etwas Angst hat - erschrocken ist...dann nehm ich ihn in den Arm und erklär ihm das...wenn er sich beruhigt hat. Ich erzähl ihm jedenfalls nicht: Spinne ihhh, Schlange eklig, Regenwürmer ihhhhh, Gewitter ahhhhhh..... Ich hoff das bekommt jetzt niemand in den falschen Hals...ist meine Meinung! :-)))))))) LG Sonya


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

hallo, das ist schon klar das jeder vor etwas angst hat! möchte das meinem sohn auch nicht ausreden das er vor nix angst haben brauch! er hat angst vor feuerwehr aber was ist wenn wir mal in einem notfall sind und brauchen mal die feuerwehr ,will ja nicht das er dann wegrennt oder so weil die feuerwehr ja nur helfen möchte! habe jetzte in buch gekauft wo es beschrieben ist was d. feuerwehr,krankenwagen und polizei machen! das er vor denen keine angst haben brauch sie machen zwar in bissel laut aber sie wollen den menschen helfen die in not sind! lg anni und leon


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

Ja, ich bin auch sicher, dass wirklich viele Ängste anerzogen sind, das stimmt schon. Aber wenn ein Kind keine Angst vor Spinnen und Co entwickelt, bekommt es trotzdem andere Ängste (Dunkelheit, Monster unter dem Bett, lärmende Tiefflieger etc.). Die Angst vor der Feuerwehr ist ja nicht schädlich. Bis ein Kind allein die Feuerwehr rufen und bei ihrer Ankunft dirigieren können sollte, ist es ja eh im späten Schulalter - und bis dahin hat es natürlich keine Angst mehr davor. Ein Kleinkind aber braucht mit der Feuerwehr eh noch nichts anzufangen, weshalb man keinen richtigen Umgang mit diesen Fahrzeugen trainieren muss, oder? Ich kenne absolut kein Kleinkind, dass keine Angst vor dem superlauten Martinshorn hätte. Und ich kenne kein acht- oder neunjähriges Schulkind, das diese Angst immer noch hätte... :-) Trotzdem schadet es natürlich nix, wenn man dem Kind erklärt, wozu die Feuerwehr nötig ist, das ist doch klar, dass man das tut. Aber man muss Kindern nicht jede Angst auszureden versuchen. Dahinter steckt nämlich die bedenkliche Tendenz, Kindergefühle, die einen selbst beunruhigen, nicht zu akzeptieren. Wir alle wollen ach so selbstbewusste, mutige, angstfreie Kinder haben, die sich überall toll durchsetzen und behaupten. Es ist schwer zu akzeptieren, dass Ängste, Schmerzen und andere negative Gefühle auch zum Leben dazu gehören. Sie werden daher allzu leicht weggeredet ("Aber da brauchst Du doch keine Angst vor zu haben, das ist doch nicht schlimm!!!" oder: "Aber das tut doch gar nicht weh!" usw.) und das Kind fühlt sich nicht ernst genommen. Grüßle, Astrid