Elternforum Baby und Job

Wie hoch ist Eure Schmerzgrenze? Achtung, lang!

Wie hoch ist Eure Schmerzgrenze? Achtung, lang!

Mitglied inaktiv

Beitrag melden

War bislang noch nicht in diesem Forum aktiv, bitte aber nun auch mal um Eure Einschätzung. Meine Situation: Habe 2 Kinder, arbeite seit knapp einem Jahr in Teilzeit. Die Rahmenbedingungen dort sind eigentlich (zumindest theoretisch) optimal: 4 Vormittage, Gehalt stimmt, nette Kollegen. Beim Vorstellungsgespräch wurde besprochen, dass ich meinen Urlaub bevorzugt in den KiGa-Ferien nehmen kann (Kolleginnen beide ohne Kinder), wenn Not am Mann ist auch mal von zu Hause arbeiten darf und ich auf jeden Fall mittags pünktlich gehen kann, um die Kinder aus dem KiGa abzuholen. Die Realität sieht leider anders aus: Arbeitspensum viel zu hoch, in der Zeit nicht zu schaffen, also ständig Überstunden, die ich dann abends zu Hause absolviere. Alles was ich vormittags organisiere (bin für die Arbeitseinteilung der Kollegen zuständig) wird nachmittags vom Chef über den Haufen geworfen. Chef ruft mich bevorzugt kurz vor mittag - also meinem Feierabend - zu sich, um noch "kurz" etwas zu besprechen. Urlaub in den Herbstferien habe ich nicht bekommen, in den Weihnachtsferien nur 3 Tage, jetzt in den Osterferien hatte ich zwar eine Woche, seitdem bekomme ich vom Chef ständig zu hören, was deshalb jetzt alles liegengeblieben ist. War bislang einen Tag wegen Krankheit der Kinder zu Hause, das durfte ich mir ebenfalls wochenlang anhören... Reden mit dem Chef bringt nichts, habs schon etliche Male versucht, zunächst im ruhigen Ton, das hat nichts geändert. Zu Weihnachten bin ich mal richtig wütend geworden, danach wurde es für ein paar Wochen etwas besser... Jetzt ist es wieder richtig schlimm. Leider ist der Chef ein richtiger Choleriker: Anschreien der Mitarbeiter ist normal, er wirft tatsächlich sogar Akten um sich, knallt Türen, Fehler (vor allem seine) schiebt er auf seine Mitarbeiter - einfach furchtbar. Bislang hat er mich einmal angeschrien. Ich bin damals wortlos gegangen - hatte eh gerad Feierabend. Heute ist er wieder grundlos ausgerastet - als er anfing zu schreien, bin ich wieder wortlos aus seinem Büro. Die Stimmung unter den Mitarbeitern ist total am Boden, jeder hat regelrecht Angst, als nächstes dran zu sein... Wieviel würdet ihr Euch gefallen lassen? Am liebsten würde ich kündigen (wir sind finanziell nicht auf mein Gehalt angewiesen). Es ist schon so weit, dass ich abends nicht einschlafen kann und morgens mit Bauchschmerzen zur Firma fahre. Andererseits möchte ich gern arbeiten. Etwas neues zu finden, ist recht schwierig, suche natürlich schon seit letzten Herbst - leider erfolglos. Was würdet ihr machen? Durchhalten oder das ganze beenden, bevor Gesundheit und Familie darunter leiden?


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

Da er es scheinbar niemals verstehen wird - ich würde gehen! Wenn ihr nicht auf das Geld angewiesen seid was musst du dich nicht so runter machen lassen, es sei denn, du stehst drauf ;-))))) Auch wenn die Suche nach etwas anderem länger dauert - es lohnt sich alle male zu überlegen, ob man sich nicht doch noch einmal ganz neu orientieren möchte! LG Jamu


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

Danke für die Antwort. Ich bin echt hin- und hergerissen. Bin eigentlich recht "hart" im Nehmen (hab vor den Kindern in einer "Männerdomäne" gearbeitet, hatte nie Probleme mit dem eher rauen Tonfall) Verstehe auch, dass gewisse Umstände (eingeschränkte Flexibilität wegen der Kinder) beim Chef keine Begeisterungsstürme hervorrufen. Würde diese Kommentare im Prinzip auch einfach überhören... Was mich wirklich stört und womit ich nicht klarkomme, ist seine jähzornige Art. Er kann bei jeder Kleinigkeit total austicken (er hat heute in der Besprechung einen Kollegen dazugerufen. Als der nicht sofort kam, hat er so heftig mit der Faust auf den Tisch gehauen, dass ein Aktenstapel, der auf dem Tisch lag, auf dem Boden fiel...). Aber du hast schon recht, ändern wird er sich nicht... Habe kürzlich mit meiner Vorgängerin gesprochen, die fast 15 Jahre dort gearbeitet hat. Sie sagte nur, dass er schon immer so gewesen ist.... Mal sehen, was der Tag morgen bringt. Habe ja noch Zeit bis nächste Woche. Tendiere aber seit heute auch eher zur Kündigung...


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

hallo, wenn ihr aufs gehalt nicht angewiesen seid,dann würd ich mich dort verabschieden.so würde ich mich nicht behandeln lassen.ist dein vorgesetzter schon der oberste chef oder steht noch einer über ihm? lg silke


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

Hallo also ich würde denk cih schon noch ein bisschen "kämpfen", grad wenn das Problem alle Mitarbeiter betrifft, dann kann es ja nciht sein, dass alle "gehen", als Konsequenz... Wenn du sagts, es hat durchaus schon mal verbesserung gebrachtz, zu kontern, dann scheint es ja doch cniht hoffnungslos zu sein. Habt ihr keien mitarbeitergespräche, bei denen man auch mal sachlich seinene eigenen Chef kritisieren kann? Hast du nciht eine Kollegin, mit der du zusammen ein Gespräch über deinen Gedanken mit ihm führen kannst? Allein würde cih das auch cniht machen, aber du hast ja cnihts zu verlieren wenn du eh ev. Kündigen willst... da käme in mir dann schon der Kämpfer durch.... Niemand mus sich anschreien lassen..aber cih verstehe es o, dass es da keien höheren vorgesetzten mehr gibt, oder wie? erzähl doch noch mal... LG HEnni, die sich mit ihrem Chef auch NUR streitet...


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

Hallo, nein, das würde ich nicht mehr akzeptieren. Das mit dem Urlaub oder auch mal Überstunden muss man wohl aushalten oder kann man aushalten, solange man vernünftig kommunizieren kann. Anschreien und vor anderen runter machen, nachtragend sein, das alles würde ich als Angestellte nicht akzeptieren (und mute ich auch unseren nicht zu). Die Entscheidung kann Dir natürlich niemand abnehmen, aber vielleicht versuchst Du einfach mal parallel Dich zu bewerben, ganz unabhängig davon, ob Ihr das Geld braucht oder nicht. Der komfortabelste Weg zu kündigen ist ja, wenn man einen neuen Vertrag in der Tasche hat. Dann ist man auch vor neuen Versprechungen gefeit. Denn so wie Du Deinen Häuptling beschreibst, wird er bei einer Kündigung evtl. versuchen, Dich umzustimmen mit etlichen Zusagen, die er schon wegen seines Wesens nicht halten kann. Wenn es allerdings schon auf die Gesundheit schlägt (und dauerhafte Einschlafstörungen führen irgendwann dazu), dann ist es Zeit, ein Ende zu machen. Kopf hoch Grüße Tina


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

@ henni Ich kämpfe schon seit letzten Herbst... Es ist eine kleine Firma mit 7 Angestellten und er ist der oberste Chef = Firmeninhaber. Es gibt keine Mitarbeitergespräche, Chef kritisieren macht hier keiner, alle halten ihre Klappe. Abgesehen von mir sind die anderen Kollegen aber auch mehr oder weniger auf ihren Job angewiesen (Familienväter ...). Die männlichen Kollegen müssen ihn aber auch nur 1x pro Woche "ertragen", sind sonst nur im Aussendienst und lassen die wenigen Stunden im Büro halt über sich ergehen. 3 Kolleginnen und ich sind ausschließlich im Büro und so seinen Launen ausgesetzt. Im Übrigen verstehen sich die Mitarbeiter untereinander sehr gut, reden auch darüber und sind sich einig, dass es eigentlich kein Zustand ist. Inzwischen suchen alle parallel einen neuen Job...Leider aufgrund der momentanen wirtschaftlichen Situation nicht einfach. @Tinai Natürlich sind die Geschichten mit Urlaub u. Überstunden generell auszuhalten, wenn es ansonsten stimmen würde. War mir auch von Anfang an klar, dass seine Versprechungen so nicht einzuhalten sind. Ich wußte vorher auch, dass der Chef in seiner Art schwierig ist. Habe lange überlegt, ob ich die Stelle überhaupt annehme. Letztendlich hab ich mir gesagt, dass ich nichts zu verlieren habe und eigentlich nur gewinnen kann (Wiedereinstieg nach Babypause) und jederzeit wieder aufhören kann. Ich frag mich momentan halt, ob dieser Zeitpunkt nun gekommen ist. Natürlich suche ich parallel nach Alternativen, schon seit letzten Herbst, da ich auf jeden Fall weiterarbeiten möchte (auch wenn wir auf das Geld nicht angewiesen sind, ist es doch schön, es zu haben). Möchte auch nicht zu lange aus dem Job raus sein, um den Anschluß nicht zu verlieren. Bin hin- und hergerissen, weil die eigentlichen Rahmenbedingungen des Jobs optimal sind und ich so eine Stelle auch so schnell nicht wieder finden werde. Wenn halt nur der Chef nicht wäre... Die Entscheidung muss/kann ich natürlich nur selber treffen.


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

Nachdem Du innerlich eh schon gekündigt hast, kannst Du nun doch in aller Ruhe weitermachen und ihm Paroli bieten. Was kann Dir schon passieren? Das Arbeitszeugnis wird so oder so schwierig. Also ab jetzt kontern, egal ob es um Urlaub geht oder ständige Meetings kurz vor Feierabend. Wenn es Dir mal zu viel wird, dann werd mal richtig frech. Trau Dich. Dir kann nichts mehr passieren. Kündigen - ist doch egal. So lange Du nicht einen anderen besseren Job an der Hand hast einfach weitermachen. Bei Problemen mit dem Urlaub kann Dir der Hausarzt helfen. Bei so einem Chef ist das moralisch auch ok. Gute Nacht Karin


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

Genau - vielleicht braucht er das ja - soll ja solche Männer geben!?! V. G.


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

Ich hatte mal ein ähnliches Problem - nicht ganz so krass, aber mein Chef hat an allen Zugeständnissen gerüttelt. Irgendwann habe ich ihm freundlich vorgeschlagen, dass ich wohl besser kündige und er mir sagen soll zu welchem Termin es aus seiner Sicht passt, da seine Anforderungen an mich als Arbeitnehmer mit meinen Anforderungen an Ihn als Arbeitgeber nicht zusammenpassen. Seitdem habe ich Ruhe. Hätte auch anders ausgehen können, aber musste sein. Wenn man im Geiste eh schon gekündigt hat, dann kann man sich so etwas trauen. Alles Gute Karin