Elternforum Baby und Job

neuer stress fuer tagesmuetter ! zahlt es sich ueberhaupt noch aus?

neuer stress fuer tagesmuetter ! zahlt es sich ueberhaupt noch aus?

kikipt

Beitrag melden

Ist es denn die Möglichkeit??? Samstag, 24. März 2012 (Sächsische Zeitung) Küche bei Tagesmüttern für Kinder gesperrt Von Birgit Ulbricht Selbst kochen, mit den Kindern backen oder Obst beim Bauern holen – das ist vorbei. Tagesmütter sollen wie Unternehmen agieren. Sebastian, Luca und Elias (v. re.) im Kindergarten Pfiffikus hat es offenbar geschmeckt, nun verzehren sie Obst als Nachtisch, das vom Essenanbieter mitgeliefert wird. Wird nachmittags Obst ausgeteilt, muss es früh frisch gekauft werden – mit Nachweis. Foto: Brühl Mutti bekommt diesmal keinen Kuchen. Dabei haben sich die Kleinen von Ramona Körbach aus Thiendorf schon so aufs Backen gefreut. Denn zu solchen Anlässen wie Muttertag, hat die Tagesmutter mit ihren Schützlingen immer etwas Besonderes gemacht. Natürlich wurden in der Adventszeit Plätzchen gebacken oder wenn jemand frisches Obst bringt, Salat mit den Kindern geschnippelt. Wie für die eigene Familie hat sie Obst eingekauft, die Größeren durften die Bananen selbst mit einem Kindermesser in Scheibchen schneiden. Das fällt jetzt aus. Denn Tagesmütter sind Lebensmittelunternehmer. Sagt Deutschland und bezieht sich auf ein Lebensmittelkontrollgesetz, dass die EU erlassen hat. Allerdings haben die Bürokraten in Brüssel die Tagesmütter ausdrücklich ausgenommen, nur die deutschen Beamten wussten es besser. Keine Ausnahme für Tagesmütter. Für die heißt es jetzt sattelfest werden in Wareneingangskontrolle und Herkunftsnachweisen. Die Küche ist schon mal Sperrzone für die lieben Kleinen. Zutritt nur für Fachpersonal. Alles was eingekauft wird, will gut überlegt sein. Die Tagesmütter sollen die Etiketten auf den Produkten fein säuberlich ablösen, in ein Buch einkleben und ein halbes Jahr aufheben. Der Gang zum Bauern oder Frischemarkt entfällt da. Lebensmittel vom Discounter, hübsch abgepackt, mit Zahlenreihen und Siegeln auf dem Aufkleber sind da klar im Vorteil. Und nicht nur das. Das Essen muss laut Vorschrift mit 65Grad Celsius serviert werden. Kein Erwachsener würde so heiß essen – die Kleinen sollen es! Ist das Essen schon etwas abgekühlt, weil es selbstverständlich vom Caterer kommt, muss es bis zum Kochen erhitzt werden. Da wird das Thermometer Pflicht. Was übrigens auch für den Kühlschrank gilt und zu protokollieren ist. Und nicht zu vergessen: Für die nächste Lebensmittelkontrolle sind Essensproben einzufrieren. Da ist dann auch die letzte Tagesmutter überfordert. Der Chef der Lebensmittelkontrolle beim Landkreis, Hans-Jörg Klaue, ist es momentan auch. Nicht wegen des neuerlichen Aufwandes, sondern wegen der vielen unklaren rechtlichen Fragen, die im Raum stehen. Ein Fragenkatalog, den er jetzt ans Ministerium geschickt hat, soll für Klarheit sorgen. Auf die bürokratischen Feinheiten will er gar nicht erst eingehen. Die Sache selbst gibt ihm seit längerem zu denken. Natürlich könne man das Ganze als reine Bürokratie abtun, aber Tagesmütter bringen ja tatsächlich Lebensmittel in Umlauf. „Wenn etwas passiert, wird das Problem ganz anders diskutiert“, so Hans-Jörg Klaue und meint: „Es ist eher das Politikum, dass es für diesen Bereich keine festgelegten Standards gibt.“ Erinnert sei ans Knüppelkuchenbacken am Lagerfeuer, den Kuchenbasar des Sportvereins, den Verkaufsstand mit selbst gemachter Marmelade oder die Selbstkochküche im Altenheim. Überall werden privat für eine Gemeinschaft Speisen bereitet. Eine Grauzone, so Klaue. Dass das Thema Tagesmütter nun hochkocht, ist lediglich eine Folge der Auslagerung kommunaler Aufgaben. Für Kitas, Schulen oder Krippen gelten die Vorschriften längst. Vorerst hat er alle Tagesmütter als Unternehmen registriert. Wann die Kontrolleure klingeln, weiß er noch nicht.


u_hoernchen

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von kikipt

das lustige ist ja: die EU Kommission hat wiederholt klargestellt, dass ihre Verordnungen NICHT für Tagesmütter gelten. Aber Frau Aigner sieht das leider anders... Ulrike


nane973

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von kikipt

Wie lustig :-( Dann sollten sie lieber eine Verordnung rausgeben, die vor Dummheit einer Tagesmutter schützt. Sorry, ich fand es viel schlimmer meinen Sohn per Bahnpolizei suchen lassen zu müssen, weil die Tagesmutter das Kind in einen Zug gesteckt hat, der gerade am Bahnhof stand, und nicht in den, der zu mir fuhr, nur halt noch nicht da war (Abfahrtszeiten haben ja (K)einen Sinn...)....


cs80

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von nane973

Da kann man nur den Kopf schütteln! Klar, sollte auf Hygiene geachtet werden und verdorbene Lebensmitte werden bestimmt nicht verwendet... Wird durch dieses Gesetz der Hauswirtschaftsunterricht auch vom Stundenplan gestrichen und somit ganze Schulen oder Fachrichtungen geschlossen?


Babsorella

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von kikipt

Total absurd. In HH führt die neue Verordnung schon jetzt dazu, dass Tagesmütter aufgeben. Neue werden erst gar nicht motiviert mit so einem Schwachsinn. Es ist sicher nicht im Interesse der Kinder bzw. Familien, die auf Betreuung ihrer Kinder angewiesen sind, wenn es immer weniger Tagesmütter gibt.


bubumama

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von kikipt

Eine Tagesmutter soll über Tag das Kind betreuen, IN der Familie, nicht nebenher als "Geschäftsfrau". Darum geht es doch, dass das betreute Kind die Normalität einer Familie beibehält, sich wohl fühlt, der Tag ähnlich einem Tag zuhause ist. Diese ganzen Vorschriften führen wohl dazu, dass es bald keine TaMü mehr gibt. Das ist fatal, denn Krippen- und KiGaplätze sind ja eh schon knapp. Und die individuelle Betreuung für Kinder ist sooo wichtig finde ich. Ich wurde selbst zur TaMu ausgebildet und es war sehr interessant, was ich dort alles noch gelernt habe. Obwohl man eh schon vieles weiß, weil man Mutter ist. Mein Sohn wurde von einer TaMu auf dem Bauernhof betreut, hat zugesehen, als ein Kälbchen geboren wurde, war im Stall, hat Hühner gefüttert etc. Das wäre alles nicht mehr möglich und genau DAS ist wichtig, das reale Leben, nicht ein paar Bilder von der Kuh. melli


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von kikipt

Zum Glück ist unser Landkreis diesmal sehr langsam... Und ja, so springen die Tagesmütter auch weiter ab. Wenn ich mir vorstelle, wieviele Plätze laut Jugendhilfeplan bis 2013 geschaffen werden sollen und wieviele tatsächlich da sind...


momworking

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von kikipt

Meine Güte, bin ich froh, dass meine Kinder in einem halben Jahr allesamt dem Tagesmutteralter entwachsen sind! Womöglich würde "unsere" TaMu so auch das Handtuch schmeißen. Im Übrigen ist aber ganz genau dieses "Geschäftsmäßige" das, was einige Mütter davon abhält, ihre Kinder in eine frühe (altersmäßig frühe) Betreuung zu geben. Ich fand und finde es toll, dass meine Kinder bei der TaMu Familienanschluss haben, dort wie eigene Kinder versorgt und umsorgt werden. Selbstverständlich gehört dazu auch die Versorgung mit Nahrung. Ich kann wirklich nur den Kopf schütteln darüber. Annette


doreen_fynn

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von momworking

http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/SACHSEN/Zeitung-Aigner-lockert-Hygiene-Vorschriften-fuer-Tagesmuetter-artikel7914905.php derzeit läuft übrigens eine petition gegen die hygienevorschrift.


kirshinka

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von kikipt

Um es mit den Worten eines einfachen Galliers auszudrucken.