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Jetzt bei SAT1: Pro/Contra Anonyme Bewerbungen

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Joni76

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Das finde ich interessant. Eins gegen Eins: Brauchen wir anonyme Bewerbungen für mehr Gerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt? Außerdem sind The BossHoss da Was denkt Ihr über anonyme Bewerbungen?


u_hoernchen

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zwiespältig... ich sehe durchaus den Sinn dahinter, aber wenn ich nur mal darüber nachdenke, was ich mit meinen Zeugnissen alles veranstalten müsste, um sie wirklich zu anonymisieren (Name, Daten, etc.), dann bleibt ja am Ende nicht mehr wirklich viel Zeit über. Einen Lebenslauf könnte man auch nicht mehr mit Zeiten versehen, da man dann ja Rückschlüsse über das Alter ziehen könnte, aber welcher Personaler nimmt denn einen solchen Lebenslauf an, in dem man nicht mehr sieht, ob er Lücken aufweist oder Unplausibilitäten??? Ich habe neulich auch mal mit ein paar Personalern gesprochen zum Thema "Lichtbild". Eindeutige Aussage: Bewerbungen mit Bild werden bevorzugt. Fazit: solange ein Unternehmen nicht 100% konsequent alle Bewerbungen anonymisiert, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit erst einmal die herkömmlichen Bewerbungen bevorzugt bearbeitet werden - was dann ja schon wieder dem AGG widerspricht *ggg* Ulrike


Tinai

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Hallo, die Idee dahinter ist ja sehr klug und sinnvoll, aber man wird das Ziel auf diese Weise nicht erreichen! Das ist sozusagen wider die menschliche Natur. Wir wollen doch wissen, mit wem wir es zu tun haben - zum einen und zum anderen ist die Anonymität überhaupt nicht aufrecht zu erhalten, sobald die Bewerbung ihren Weg nimmt. Grüße Tina


MissYvi77

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ich sehe es aus sicht der arbeitgeber und finde es totalen nonsens - wer soll denn die ganze arbeit noch machen wir bekommen sehr viele bewerbungen darunter sind auch bewerber die sich z.b. für 10 verschiedene stellen (alle in einer stellenanzeige ausgeschrieben) mit 10 einzelnen bewerbungsmappen bewerben. so sehe ich ah dieser bewerber ok den hab ich schon gesehen der würde auch auf stelle a,b und d passen, nein so muss ich 10 mal die bewerbung bearbeiten... fall b) es gibt bewerber die sich immer wieder bewerben und denen man es auch am telefon bereits erklärt hat das sie leider nicht passen, die machen mir als personaler unnötige arbeit wo ich mit relevanten dingen beschäftigen könnte (ist nicht böse gemeint) wir sind ein mittelständisches unternehmen und können uns so viel mehrarbeit nicht leisten :-( vg yvonne


suchepotentenmannfürsleben

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Antwort auf Beitrag von Joni76

Finde ich weder realistisch noch sinnvoll. In vielen Berufen kommt es doch auch auf mehr als die rein fachliche Qualifikation an - nämlich auf das menschliche und zwischenmenschliche und Dinge wie Empathie und geeigneter Charakter, aber auch Motivation usw. Das alles kann eine anonyme Bewerbung nicht aussagen. Immerhin stellt man den MENSCHEN als Gesamtpaket ein und nicht nur seine Fach"künste". Und da würde ich als Arbeitgeber schon wissen wollen, wen ich mir ins Boot hole. LG S


Pamo

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Antwort auf Beitrag von suchepotentenmannfürsleben

SPMFL, es soll aufgrund dieser Bewerbungen ledliglich eine Vorauswahl fuer die Qualifikation getaetigt werden - unbeeinflusst von aeusseren Faktoren. Bei den persoenlichen Vorstellungsgespraechen wird der Rest abegeklopft wie Empathie, Charakter, Chemie etc. - und zwar auf beiden Seiten. Insofern finde ich es sinnvoll. Schade, dass es nicht die Praxis ist.


Sa-Bine

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Hi, ich finde anonyme Bewerbungen Blödsinn. Wie soll ich z.B. Lücken im Lebenslauf erklären, die durch die Kinder zustande gekommen sind? Viele Grüße Sabine


Mitglied inaktiv

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Wenn jetzt nur noch nach der blanken Qualifikation geschaut wird und menschliche/soziale Entscheidungskriterien schon von vornherein ausgeschlossen werden, da sie gar nicht erst erwähnt werden, wer wird denn da bevorzugt, doch wohl nicht die, die eh schon sozial benachteiligt sind, sondern nur diejenigen, die einen aus akademischer Sicht 1a-karrieregeilomaten Lebenslauf vorweisen können. Wenn nun in einer Bewerbung nur noch steht: Studium Nr. 1 in Rekordzeit summa cum laude abgeschlossen, Studium Nr. 2 an Elite-Uni so und so auch mit 1.0 abgeschlossen, zahlreiche Auslandsemester da und da, Praktikum bei superrenommierter Firma, Zusatzqualifikation dies und das - und bei alledem nicht ersichtlich ist, dass es sich hier um einen vom Leben verwöhnten Yuppie-Überflieger-Stipendiaten und Zögling aus wohlhabendem Elternhause mit reichlich Vitamin "B" handelt... ...und in einer anderen Bewerbung nur noch steht: Studium Nr. 1 nach 3 Semestern abgebrochen, Studium Nr. 2 nach 14 Semestern endlich mit Note 2,7 abgeschlossen, Auslandserfahrung keine, Praktikum naja - und dabei nicht ersichtlich ist, dass es sich hier um eine alleinerziehende Mutter handelt, die zwar länger fürs Studium gebraucht und alles nur mittelmäßig hingekriegt hat, aber dafür naturgemäß ein Vielfaches an geistiger und sozialer Reife, Lebenserfahrung, Ausdauervermögen und Belastbarkeit mitbringt als obiger Bewerber... Wo soll das bitte schön mehr Gerechtigkeit stattfinden, wenn die jeweiligen Lebensumstände eines Bewerbers vom Arbeitgeber nicht zur Kenntnis genommen werden und zur Entscheidungsfindung beitragen dürfen??


carla72

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Mach Dich mal frei von Vorurteilen und Sozialneid. Ein Bewerber mit 2x 1,0 wird immer bessere Chancen haben als die Langzeitstudierende mit 2,7, auch bei einer herkömmlichen Bewerbung. Die Jobsuche ist auch nicht immer der geeignete Ort, um endlich Gerechtigkeit zu erfahren. Hier werden Kandidaten nach ihrer besten Eignung für den Job ausgewählt, und das wird in aller Regel - vielleicht mit wenigen Ausnahmen in sozialen Berufen - der Kandidat mit besseren Noten, Auslandserfahrung und relevanten Praktika sein. Wenn sich beim Vorstellungsgespräch herausstellt, dass er ansonsten keinen geraden Satz herausbringt oder einfach nicht teamfähig oder sympathisch ist, ist das noch früh genug. Ich glaube ja ganz im Gegenteil, dass es z.B. Bewerbern mit Migrationshintergrund deutlich leichter gemacht wird mit anonymen Bewerbungen und bin daher eher dafür. Da ist dann auch nicht sofort erkennbar, dass es sich um die Tochter von X oder den Sohn von Y handelt, was der allgemeinen Gerechtigkeit auch nicht schadet. Aber dass soziale Unterschiede im Bewerbungsverfahren keine Rolle spielen, ist wohl nur ein frommer Wunsch. Die zeigen sich einfach in so viel mehr als dem Praktikum bei Papis Hausbank. LG, carla72


Morla72

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Antwort auf Beitrag von carla72

Ich unterschreibe voll und ganz bei carla. Die alleinerziehende Mutter ist auch nicht per se belastbarer und verfügt über mehr Lebenserfahrung. Zudem ist sie deutlich unflexibler als der Single-Kandidat. Das alles wird aber im Vorstellungsgespräch sowieso "herauskommen", daher kein Argument gegen die anonyme Bewerbung. Die Vorteile, die carla aufgezählt hat, sehe ich auch so.


Benedikte

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Antwort auf Beitrag von Joni76

die Idee dahinter macht Sinn aber wenn wir sowieos den großen Fachkräftemangel kriegen oder haben, dann ist jede Firma froh über jeden Guten Kandidaten und dann kriegt eh jeder einen Job und wer als Arbeitgeber partout keine verschleierte FRau oder ungepflegten Mann mit 50kg Übergewicht will, sieht das dann der bewerbung nicht an, lädt den Kandidaten dann ein (oft überflüssigerweise und wer zahlt das) und nimmt ihn dann nicht nachdem das Vorstellungsgespärch alles Üble ans Licht brachte Und bei mir ist es halt so, dass ich bei vier Kindern natürlich Lücken in der erwerbsbiographie habe- wenn ich nicht mehr erklären dürfte weil der Famienstand diskriminiert- also Muttersein- und dann nur mit Lücken aufkreuzen müßte- das wäre keine verbesserung von daher- ich glaube, ich bin eher dagegen Benedikte


speedy

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Antwort auf Beitrag von Joni76

Hmm, ich glaube, ich bin eher dagegen. Auf ein Foto kann ich gut verzichten, aber die vorhandenen oder eben nicht vorhandenen Informationen im Lebenslauf erzählen mir immer viel über die Person. Wollte man das gänzlich anonymisieren, könnte man nur noch nach Noten einladen - und da haben wir bisher selten einen von den formalen Spitzenkandidaten eingestellt. Ich wäre eher für eine freiwillige Methode in Unternehmen, dass z.B. bei Bewerbungen Foto und Name in der PA bleiben und nur die so anonymisierten Unterlagen an die Fachabteilungen weitergehen. Ich habe leider oft erlebt, dass Vorgesetzte sich von einem Bild locken od. von ausländischen Namen abschrecken ließen. Gruß, Speedy


Caipiranha

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Antwort auf Beitrag von Joni76

Albern. Wer Leute bezahlt, soll sie sich auch aussuchen, ganz einfach.