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Erfahrung mit Burn-Out?

Erfahrung mit Burn-Out?

Amelily

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Hallo, ich bin derzeit mit der Diagnose Burn-Out krankgeschrieben und werde eine stationäre Psychotherapie machen. Die Überlastung liegt bei mir eindeutig im Arbeitsbereich und hat sich über lange Zeit nach und nach aufgebaut. Hier alle Umstände zu beschreiben würde wohl etwas den Rahmen sprengen, Fakt ist, dass mehrere Ärzte zu dem Schluß gekommen sind, dass die Rahmenbedingungen der Arbeit den Burn-Out verursacht habe und es ein Wunder ist, dass ich diese Belastung überhaupt so lange durchgehalten habe. Jetzt ist nur meine Sorge, wie wird es, wenn ich wieder anfange zu arbeiten? Ich bin mit der Diagnose offen umgegangen, denn ich halte nichts von Lügen oder Drumherumreden und mein Arbeitgeber soll ja auch ruhig wissen, dass es so nicht weiter gehen kann. Mein Job steht nicht auf dem Spiel, da ich im öD beschäftigt bin, aber ich frage mich schon, wie es wird, wenn ich wieder komme. Ich werde definitiv nicht mehr den bisherigen Arbeitsumfang leisten können und wollen (entspricht ca. 100 Wochenstunden, die ich natürlich nicht machen konnte, aber eigentlich hätte machen müssen, um die Arbeit zu schaffen + Extraaufgaben wie Bereitschaftsdienste). Trotzdem bin ich ja nicht durch den Burn-Out plötzlich leistungsunfähig oder unwillig. Ich war immer Leistungsträgerin und habe jetzt natürlich die Sorge, dass ich jetzt als unbelastbar eingestuft werde. Und das, nachdem ich mir echt jahrelang alle Extraaufgaben habe geben lassen, mit Familie vollkommen flexibel war und Vorzeigearbeitnehmerin war. Hat von euch jemand Erfahrung mit dem Thema Burn-Out gemacht und mag mir davon berichten? Natürlich kann niemand voraussehen, wie es bei mir laufen wird, und eigentlich sollte ich mir natürlich keine Gedanken darüber machen, sondern erstmal an meiner Genesung arbeiten, aber so einfach ist das nicht. Ich wäre für den ein oder anderen Erfahrungsbericht sehr dankbar! VG St.


Mitglied inaktiv

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Hallo, mein Mann hatte auch ein Burn Out, wenn Du willst, dann schreib mir eine PN, dann erzähl ich Dir was, und beantworte Dir Fragen soweit ich kann :) LG Sabine


Fuchsina

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Hallo Amelily, als erstes möchte ich Dir alles Gute und eine schnelle Genesung wünschen und hoffe, die Therapie hilft Dir, wieder auf die Beine zu kommen. Der direkte Büronachbar meines Mannes ist seit Ende letzen Jahres wegen Burn Out krank. Er hat auch eine stationäre Heilbehandlung gemacht was ihm wohl sehr gut geholfen hat. Die Situation bei der Arbeitstelle meines Mannes ist katastrophal, seitdem sie von einer grösseren Kette gekauft worden sind. Wie gesagt, sein Büronachbar hat Burn-Out, bei meinem Mann wurde Anfang Mai ein Hirntumor diagnostiziert (was aber zum Glück gutartig war und entfernt werden konnnte). Sicher ist der Hirntumor nicht nur durch die Arbeit gekommen, aber der extreme Stress, den er ausgesetzt war tat sein "Dienst". Der Kollege soll ab Juli langsam wieder in die Arbeit eingegliedert werden. D.h. er fängt an mit sehr wenig Stunden pro Woche und steigert es nach und nach, soweit ihm seine Gesundheit dies zulässt. Bei Deiner Therapie werden sie Dich mit Sicherheit auch über solche Möglichkeiten beraten. Nochmal alles Gute für Dich, Reka


Trini

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Antwort auf Beitrag von Amelily

100 Wochenstunden sind bei 5 Arbeitstagen 20 am Tag, bei 7 Arbeitstagen immer noch 14. Schläft man dann im Büro??? Gestzlich sind maximal 10 Arbeitsstunden an 5 Tagen zugelassen. Du solltest da auf jeden Fall mal mit dem Personalrat sprechen. Zuerst wünsche ich Dir aber schnelle Genesung. Ganz sicher wirst Du in der Therapie auch "Nein" sagen lernen. Trini


Benedikte

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also, ich habe im Winter eine Kur gemacht- Vorbeugung burn out und Erschoepfung.. Und stehe dieser Diagnose sehr zwiespaeltig gegenueber- weil sich dahinter so unterschiedliches verbirgt. In meiner Klinik- ich war auf Usedom- waren etwa 90 Prozent privat versichert, oeffentlicher Dinest, vorzugsweise Lehrerinnen. Ich habe mich da wohl gefuehlt weil ich viel Zeit fuer mich hatte, den ganzen TAg fuer mich, keine ARbeit, keine Kinder, mich gerne am Strand bewegt habe- uns sehr viele neue Kontakte geschlossen dort mit netten FRauen. Eine andere Kollegin von mir hatte eine Mutter Kind Kur gemacht und war entsetzt ueber das Niveau der Mitpatientinnen. Sie fuehlte sich da isloiert weil die zu grossen Teilen komplett andere Probleme hatten als wir- also finanzielle Probleme, desolate Familienstrukturen, kein geordenetes Leben im Sinne regelmaessiger Erwerbstaetigkeit- kurzum, meine Kollegein mit meiner Diagnose fuelte sich da nicht wohl ud wuerde das nie wieeder machen. Ich schon- wie gesagt, grossenteils sehr nette Mitpatientinnen und ganz viele ben aus dem gleichen Grund dort da wie ich. Mit ueber 40, Mit MAnn , HAus, Kindern und Job an einem Punkt, wo man sich freagt, wie man die letzten 25 JAhre bis zur Rente druchbringen soll. Also auf der Suche nach Zeit fuer sich selbst, Ruhe, Abstand vom Alltag. Mir hat das viel gebracht- wegen dieser Motpatientinnen. Die Psychologen vor Ort- meinen- fand ich extrem ueberfluessig, realitaetsfremd- und haette ich ein ernstes Probem gehabt, haette mir die Klinik nicht gut getan. Was ich sagen will- burn out kann viel sein. Einer meiner Kollegen war deswegen in der gescglossenen, sollte durch Arbeit stabilisert werden- und spingt aus dem Fenster, mit einem Vorgang im Arm.Kurzum- das war ernst. Bei mir- ud vielen anderen- ist es anders. Wobei meine Dienstelle die Kur befuerwortet hat bei der Beihilfe- und ich habe klar gesagt, dass ich gesund bin, mich aber muede fuehle und ma ausruhen und fuer mich sein moechte. Ich habe allerdings in 20 Dienstajhren keine vier Wochen gefehlt-wegen Krankheit und habe vier Kinder und eine ganze Stelle- und die mit 40-45 h die Woche, 50 mit Abendveranstaltungen, also nichts. Und bin da auch offen gewesen- wobei einem die Leute bei vier Kindern und voller Stelle eh viel zugestehen. Und es ist ja so- die Rahmenbedingungen werden schlechter. Wir haben seit Jahren heftigen Stellenabbau- bei Aufgabenzuwachs. Durh moderne Kommunikationsmittel ist man Freiwild. WEnn mein HAushalt mal wieder aus dem Ruder laeuft, gehts mir schlecht, ich fuehle mich nicht wohl. Und eines meiner Kinder kommt nicht ganz gatt durch die Schule- und ich sinniere oft, dass das nicht so waere, wenn ich mehr aif den aufpassen wuerde. Je nachdem auch, wie es laeuft im Job- sowit nett, aber seit zehn Jahren keine Befoerderung, und ohne Aussicht auf weitere- bin ich eben platt.Manchmal lustlos. Jedenfalls- so in der Mitte des Lebens muss man sich ueberlegen, wie man weitermachen will, was die Prios sind, worauf man verzichten kann und muss-da kann so ein burn out ein guter Warnschss sein. Wobei mir alles geholfen hat- bis auf de Psychologen, der absolut weltfremd war. gute Besserung, einen wunderbaren Sommer Benedikte


Sumsebrumm

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Antwort auf Beitrag von Benedikte

Hi Ich war auch vor 4 Jahren (Gott, wie die Zeit rennt) zur Mutter- Kind- Kur wegen Burn-out. Bei mir hatte sich der Burn-out so geäussert, dass ich von heute auf morgen sehr hohes Fieber bekam, und mir schwarz vor Augen wurde, sobald ich aufgestanden bin. Der Körper hat sich bei mir irgendwann selber "aus geschaltet" und zur Ruhe verordnet. Wie fast alle Burn-out-Patienten habe ich es nicht eingesehen. "Blödsinn, ist sicher nur ein Virus oder so!" Aber medizinisch war alles okay. Die Kur bin ich dann nur angetreten, da meine Tochter oft Atemwegsinfektionen hatte, und sie so mit behandelt werden konnte. Das ICH der Grund der Kur war, wurde mir selber erst BEI der Kur bewusst. Klar, hat man nach aussen so getan, als würde man es einsehen...aber innerlich dachte ich noch immer:"So ein Blödsinn. ICH und Burn-out...!" Ich habe nun gelernt, die kleinen Zeichen zu deuten, um nicht wieder in die Burn-out-Spirale zu kommen. Aber bis ich mich wirklich "im Griff" hatte, hat es ca. 1 Jahr gedauert. Ich wünsche Dir alles, alles Gute! Liebe Grüße Sumse