Mitglied inaktiv
Seit 4 Wochen gehe ich zur Berufsschule, weil ich jetzt doch noch mal von vorne anfange und Erzieherin werde. Die erste Woche war total anstrengend, aber super, genau wie der Rest. Ich bin zwischen 6 und 9 Stunden am Tag fort, aber meine Kinder (6 und 2) sind super versorgt. In der Schule habe ich kaum Gelegenheit, mir Gedanken zu machen, und das ist vermutlich gut so. Heute war ich den ersten Tag im Praktikum, 8 1/2 Stunden in einer Kita. Und was soll ich sagen - ich musste ständig an meine Kinder denken. Was sie gerade machen, wie sie sich mit den Kinder dort verstehen würden, warum ich mit 20 anderen Kindern spiele, aber nicht mit meinen eigenen... ganz schlimm war es in der Mittagsruhe, da habe ich fast geweint. Geht euch das im Job auch manchmal so, oder liegt das jetzt speziell an meinem Arbeitsplatz? Und wird das besser?
Hallo !
Ich habe 22 Jahre als Erzieherin gearbeitet und weiß genau , wie Du Dich fühlst !
Ich habe 2 Kinder , 21 und 8 Jahre alt und das schlechte Gewissen war immer präsent .
Warum sitzt Du jetzt hier und spielst mit den Kindern - warum bist Du nicht zu Hause und spielst mit deinen eigenen Kindern ?
Warum isst Du mit diesen Kinder zu Mittag , warum nicht mit deinen eigenen ?
Ich kenne diese Gedankengänge nur zu gut und besonders schlimm war es in den 3 Jahren als mein eigener Sohn in die selbe KITA ging in der ich auch arbeitete - das war die Hölle !Er war nebenan und ich war in meiner Gruppe - schrecklich !
In folge dessen habe ich meine Tochter in einen anderen Kindergarten gebracht , habe gleichzeitig in der KITA aufgehört und nur noch privat in Familien gearbeitet .
Ich habe aber gemerkt das dieses schlechte Gewissen meinen Kindern gegenüber besser wurde , je älter sie wurden und je unabhängiger sie wurden !!!
Mittlerweile arbeite ich nicht mehr als Erzieherin , sondern in einem Altenheim als Hauswirtschafterin - ich wollte einfach mal etwas neues tun , was mich nicht daran hindert weiter nach einer für mich geeigneten Stelle als Erzieherin zu suchen , evtl. als Leiterin oder in einer Mutter - Kind - Einrichtung .
Bei Dir muss sich das Ganze erst mal noch einspielen , und zu Hause solltest Du die Zeit mit deinen Kindern ganz bewußt gestalten und geniessen .
Ich muss Dir aber auch ganz ehrlich noch sagen , das das was Du schilderst , berufsspezifisch ist und man verstärkt denkt , man würde seine eigenen Kinder auf bestimmten Gebieten , z.b. miteinander spielen oder basteln , vernachlässigen , weil man ja oft nicht auch noch abends Lust hat , zum 100. Mal das Schneckenspiel zu spielen oder die Kleine Raupe Nimmersatt zu lesen .
Ich wünsche Dir , das Du die schwierige Balance hinkriegst und wünsche Dir für die Ausbildung , die auch viel Spass und Bereicherung mit sich bringt , alles Gute !
Lg Heike ! ![]()
Nein, schon lange nicht mehr. Eher umgekehrt. Meine Kinder rufen mich am Handy an wenn sie nach der Schule zu Hause sind. Aber ich denke es ist ganz normal dass Du an Deine Kinder denkst. Über 6 Jahre warst Du Tag und Nacht für sie verantwortlich und musstest an alles denken (Essen, Windeln, Trinken, Spielen, Toilette, Aufpassen, Schlafenszeiten, Medikamente, Termine) und wusstest jede Minute was sie tun und wo sie sind. Man kann eine "Gewohnheit" nicht so schnell ablegen. Mit der Zeit aber gewöhnst Du dich wieder dran. Dann wirst Du irgendwann ein schlechtes Gewissen haben weil Du nicht mehr so viel an die Kinder denkst. Normal eben. Servus Karin
Guten Morgen! Ich arbeite auch mit Kinder, oft im selben Alter wie die Meinen. Und das schlechte Gewissen kenne ich auch. Allerdings glaube ich, hat das nicht unbedingt mit der Arbeit selbst zu tun. An meiner früheren Arbeit hatte ich mit meinen Kollegen viele Schwierigkeiten und war dadurch an sich schon völlig ausgelaugt. Da waren meine Gewissensbisse gegenüber meinen Kindern zusätzlich noch schlimm. Aber seit ich dort nicht mehr bin (seit Mai ausschließlich selbständig) geht es viel besser. Ich brauchte noch eine zeitlang mich wirklich zu erholen. Doch nun sehe ich einfach, daß ich sowieso nicht anders kann (finanziell), eine wunderschöne eigene Praxis habe in der das Arbeiten für mich echte Erfüllung bringt und ich eben auch viel arbeiten muss, um meine Arbeit gut zu machen. - Wenn ich diesen Weg nicht gehen würde, ginge es meinen Kindern schlechter! Du hast sicher auch gute Gründe für Deinen Weg! LG Sally
...waren schon nicht mehr so "schlimm". Ein bisschen komisch ist es immer noch manchmal, aber ich denke, das kriegen wir alle hin. :) Trotzdem gut zu wissen, dass auch andere diese Gedanken kennen!
Hallo, ich habe auch gerade erst wieder angefangen nach 1.5 Jahren Pause und ein 1. Schuljahr übernommen. Leerlauf habe ich da gar nicht, aber in der Pausenaufsicht gehen oft Mütter mit ihren Kleinen am ZAun vorbei und ich blicke ganz neidvoll auf ihre Kinderwagen und es gibt mir einen Stich, dass mein Kleiner von einer "Fremden" Frau rumkutschiert wird. Alema
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