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Ab heute muss man für den Besuch im gesamten Kölner Dom 12 Euro Eintritt bezahlen. Gerchtfertigt wird das mit den enormen Kosten, die die Instandhaltung jährlich kostet. (Das Vermögen des Erzbistums Köln beläuft sich auf etwa 4,3 Milliarden Euro) Irgendwie ärgert mich das persönlich. Wenn ich bisher in Köln war, gehörte ein kurzer Rundgang durch den Dom für mich meistens dazu. Ich habe mich an dem Monument unserer Kulturgeschichte erfreut, ein Kirchenfenster ein bisschen genauer studiert, habe die internationalen Besucher jeden Alters ein bisschen beobachtet und inmitten der Menschenmassen auf den Kirchenbänken Ruhe genossen. Dieses Ritual ist nun dahin. (Dass ich nun auch, wie viele, in den Dombau-Verein eintrete und mit dem Mitgliedsbeitrag freien Eintritt bekäme, glaube ich nicht) Gerade in Köln, wo der Dom so eine zentrale Rolle der Identifikation spielt und in hunderten Liedern besungen wird, finde ich das unpassend. Wenigstens den Kölnern hätte weiterhin freier Eintritt gewährt werden sollen. Und sollte ein Gotteshaus nicht frei zugänglich sein? Oder reicht die kleine Ecke zum Beten? Ich weiß, in vielen Ländern sind hohe Eintrittsgelder für die kirchlichen Sehenswürdigkeiten üblich. Allerdings gibt es dort meines Wissens auch so gut wie nie Kirchensteuer. Selbst in der großartigen, hell renovierten Notre-Dame de Paris wurde bisher davon abgesehen, Eintritt zu verlangen. Wie seht ihr das? Nachvollziehbar, zu hoher Eintrittspreis oder ein Ärgernis?
Ich bin hin- und hergerissen. Einerseits sollten so bedeutende Bauwerke nicht nur für die zugänglich sein, die es sich leisten können - mit zwölf Euro Eintritt sind viele aus sozialen Gründen automatisch außen vor. Andererseits finde ich es schwierig, wenn das Erzbistum seine Rücklagen für laufende Instandhaltungskosten abschmilzt. Daran hängen ja auch karitative und soziale Angebote wie Kitas, Familienberatung, Integrationsarbeit, Altersvorsorge für Mitarbeiter. Als Kölnerin fände ich es nur wichtig, dass transparent gemacht wird, ob die Einnahmen wirklich in die Instandhaltung fließen, das sollte öffentlich gemacht und nachvollziehbar dargestellt werden. Touristen werden den Eintritt gern zahlen, weil der Dom das wichtigste Must-See in Köln ist. Und für die Kölner selbst? Es gibt doch sicher Ausnahmen zum Beichten, Beten oder wenn man eine Kerze anzünden möchte? Oder muss der Eintritt grundsätzlich gezahlt werden, wenn man keinen Mitgliedsausweis hat?
Auch ich bin hin- und hergerissen. Letzten Endes ist Kirche halt auch nur Kapitalismus. Dieser ganze Apperat muss ja finanziert werden und der Unterhalt solcher Monumente ist enorm. Damit es schon golden wird, muss halt Knete her. Demnächst brauchen wir in den Gemeindehäusern noch Klimaanlagen - mags kosten wer's bezahlt. Ich empfehle den Austritt aus den Kirchen. Mal von deren karitativen Engagement abgesehen, ist's halt recht teuer für einen Glauben oder für das spenden der letzten Worte. Der Kölner Dom wird von so vielen Besuchern angesehen, da rollt der Rubel bei den Massen. Für Dich natürlich, für das Ritual, doof. Du musst jetzt den Rundgang mit einem Gottesdienst verbinden. Dann bleibt's kostenlos. 😉
Ich weiß nicht genau, wie ich das sehe... Der Petersdom in Rom ist kostenlos, Westminister Abbey kostet über 30 € Eintritt, Notre-Dame ist grundsätzlich kostenlos, aber die Schatzkammer kostet auch 12 € Eintritt. In Helsinki ist der Dom im Winter kostenlos und kostet im Sommer 10 €. An sich finde ich, Kirchen sollten öffentlich zugänglich sein, einfach auch als sozialer Raum, ein kühler Ort im Sommer, ein trockener Ort bei Regen, ... "In Gottes Haus sind offene Türen..." Ich kann aber verstehen, dass Bau und Instandhaltung von Kirchen schweineteuer sind, Bauauflagen, Heizkosten... und bei "freiwilliger Spende" spendet wahrscheinlich kaum jemand. Wobei ich 12 € schon heftig finde - das ist fast das Doppelte vom Bürgergeld-Regelsatz für einen alleinstehenden Erwachsenen von rund 6,40 € pro Tag für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke. Den Gedanken mit "für Kölner doch wenigstens kostenlos" kann ich einerseits verstehen, andererseits müssten dann die Leute aus Hürth zahlen, oder die, die aus Köln weggezogen sind und ab und zu noch nach Hause kommen... Oder für Katholiken kostenlos..? Muss man dann den letzten Steuerbescheid mit Kirchensteuer vorlegen, um das nachzuweisen..? Kommt mir alles nicht gerecht oder praktikabel vor. Ich glaube, ich wäre für einen deutlich niedrigeren Beitrag, was weiß ich, 2 €, oder 0,50 €, so dass man sich den Kirchenbesuch auch noch leisten kann, wenn man sich sonst kaum was leisten kann. Und wenn jeder Besuch einen kleinen Obulus zahlt, käme doch auch eine ordentliche Summe zusammen...
Laufen die Schäfchen weg ? Versucht man den Verlust auf diesem Wege wieder irgendwie wett zu machen ? Die Erhaltung, Unterhaltung und alles was an dem Dom dranhängt kostet sicher eine Menge Geld. Wenn die Eintrittsgelder dafür genutzt werden - na gut. Aber 12 € finde ich ziemlich happig! Eine 4-köpfige Familie wird bei bei der Städtetour wahrscheinlich auf den Dombesuch verzichten. Menschen mit einem schmalen Geldbeutel sind sowieso ausgeschlossen. Ich würde 2 € in Ordnung finden. Der Dom hat täglich genug Besucher, da wäre gut was bei rumgekommen und mehr Menschen hätten die Möglichkeit eines Dombesuches. Auch schade für die Kölner.
Finde die Höhe etwas krass, aber ansonsten kann ich es nachvollziehen. Es gibt ja auch noch andere Kirchen in Köln, in denen man Ruhe finden kann...Da findest Du sicher auch eine andere.
Ich bin auch hin- und hergerissen grundsätzlich finde ich es aber ok, dass eintritt verlangt wird, aber 12,- ist schon heftig. Da übergt man es sich zweimal ob man den Dom besichtigen will oder nicht und für Familien definitiv zu teuer
Grundsätzlich finde ich es ok, ist im Ausland auch oft so. Aber der Betrag von 12 € erscheint mir für eine "soziale" Institution wie die Kirche deutlich zu hoch. Damit ist der Dom (außer zu Gottesdiensten) wohlhabenden Leuten vorbehalten. Das darf nicht sein. 5 bis 6 € fänd ich angemessen.