Babys Schnuller - Saugen ist ein Grundbedürfnis!

Saugen ist ein Grundbedürfnis

© fotolia, Adam Przezak

Manchmal kann man beim Ultraschall-Screening während der Schwanger­schafts-Vor­sorge beobachten, wie ein Ungeborenes an seinen Fingern nuckelt.

Saugen ist ein Grundbedürfnis und wird von Babys bereits im Mutterleib hingebungsvoll betrieben. Einige kommen sogar schon mit kleinen Schwielen an ihren Däumchen zur Welt. Das Saugbedürfnis eines Babys ist extrem stark ausgeprägt und geht weit über die Nahrungsaufnahme hinaus. Nuckeln und Saugen wirken beruhigend und entspannend. Und das bleibt noch eine ganze Zeitlang so. Grund genug, sich mit Babys liebstem Begleiter, dem Schnuller, einmal ausführlich zu befassen.

Wie sahen Schnuller früher aus?

Kleine Leinwandläppchen, gefüllt mit einer Mischung aus zerkautem Zucker, Zwieback oder Wasser, so sahen vor 200 Jahren die Vorfahren des so heiß geliebten Schnullers aus. Kein Wunder, dass sie den Babys das Leben versüßten, oder - durch Zusatz von Mohn oder Bier - auch zu tiefem Schlaf verhalfen. Kein Wunder aber auch, dass Karies die Zähne oft schon im ersten Lebensjahr zerstörte.

Um 1840 revolutionierte der "Wonnesauger" die Geschichte des Nuckels: Er bestand aus schwarzem Kautschuk und war zwar hart, aber nicht spröde. Nur war der Preis für die Befriedigung des Saugtriebes häufig deformierte Gaumen, die zur Grundlage von Gebissfehlstellungen, kosmetischen Problemen, Sprachstörungen und sogar von Krankheiten des Verdauungstraktes werden konnten. So entwickelten die beiden Zahnärzte Dr. Adolf Müller und Dr. Wilhelm Balters einen möglichst natürlichen, kiefergerechten und der mütterlichen Brustwarze nachempfundenen Sauger. Der erste "Schnuller" war geboren.

Warum Saugen für Babys so wichtig ist

Babys erlernen das Saugen nicht erst, wenn sie auf der Welt sind. Der Saugtrieb ist ein angeborener Reflex, der die Nahrungsaufnahme und damit das Überleben sichern soll. Schon im Mutterleib nuckeln die Kleinen an Daumen und Fingern - oft so heftig, dass Saugblasen entstehen. Das frühe Saugen dient aber nicht nur zur Übung für das spätere Stillen. Es verhilft darüber hinaus zur Beruhigung, zum Stressabbau und nicht zuletzt zur Unterhaltung.

In den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt ist das Saugbedürfnis des "Säuglings", wie Babys entsprechend genannt werden, am stärksten. Dabei unterscheidet das Kleine ganz klar zwischen Nahrungsaufnahme und "Seelenkosmetik": Nuckeln bzw. Saugen bedeutet Lustgewinn in verschiedener Hinsicht - insbesondere natürlich beim Stillen; schließlich ist der Mund anfangs das fast einzige Organ, das das Kind willkürlich bewegen kann.

Stillen befriedigt das Saugbedürfnis optimal

Je mehr ein Baby sein Saugbedürfnis während des Trinkens befriedigen kann, desto weniger benötigt es zusätzlich Daumen oder Schnuller. Ideal ist es deshalb, wenn ein Baby nach Bedarf gestillt wird: das heißt so oft und so lang es möchte, an der Brust trinken darf. Nicht gestillte oder nur teilweise gestillte Kinder haben ein stärkeres Bedürfnis, den Saugtrieb außerhalb der Mahlzeiten zu befriedigen als Brustkinder. Der Grund liegt darin, dass sie von der Flasche meist schneller satt werden und nicht genug Zeit zum Saugen haben.

Gretchenfrage: Schnuller oder Daumen?

Ein Beruhigungssauger - umgangssprachlich meist Schnuller, Nucki oder Didi genannt - ist bestens geeignet, das zusätzliche Saugbedürfnis eines Babys zu befriedigen und es zu beruhigen. Anfangs gibt es hier auch kein zu viel. Babys dürfen ihren geliebten Schnuller haben, so viel sie möchten. Einige Kinder sind aber trotz aller Mühen ihrer Eltern nicht vom Daumenlutschen oder Lutschen an anderen Fingern abzubringen. Sorgen, dass das kleine Mündchen nun gleich Schaden nimmt, sind aber unbegründet. Dennoch ist ein anatomisch geformter Sauger wesentlich kieferschonender.

Mehr über die Frage "Schnuller oder Daumen" und was Experten wie Kiefernorthopäden und Zahnärzte zu befürchteten Fehlstellungen an Kiefer und Gaumen sagen, finden Sie im Expertenforum Kinderzahngesundheit.

Zuletzt überarbeitet: Dezember 2018

Fragen zum Thema an Kinderarzt Dr. med. Andreas Busse

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