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Geschrieben von Beatrice+Marcus am 20.08.2005, 9:15 Uhr

Trennungsschmerz

Hallo,

ich hoffe, Ihr habt ein Rezept für mich, wie ich mit der Trennung von meinem Mann fertig werden kann.

Vor 9 Wochen habe ich entbunden. Mein Mann ist Ausländer und spricht nicht ausreichend Deutsch, um den anfallenden Papierkram zu erledigen. Also ist das meine Aufgabe. Er ist seit geraumer Zeit arbeitslos und bezieht ALG II, das Unternehmen, bei dem ich gearbeitet habe, hat während meines Mutterschutzes geschlossen. Auch während des Wochenebetts war der Haushalt weitgehend meine Aufgabe. So kam es, dass ich mich zunehmend überfordert gefühlt habe. Leider habe ich meinem Mann gegenüber oft aggressiv reagiert. Letzten Sonntag schrie ich ihn an, ich hätte es endgültig satt und wolle die Scheidung. Er war einverstanden, da er sich von mir sehr verletzt und gedemütigt fühlte. Ich fühlte mich jedoch auch häufig alleingelassen oder nicht ernstgenommen, da er z. B. manchmal lachte, wenn ich ihm meine Sorgen erklärte oder ihn bat, etwas zu erledigen, da ich es nicht tun konnte. Aufgrund eines tiefen Dammrisses hatte ich oft Schmerzen und wollte oder sollte nichts schweres tragen. Ich glaube, ihm fehlte dafür das Verständnis.

Jedenfalls reicht es ihm und er will schnellstens, eigentlich schon letzten Mittwoch, in eine andere Stadt ziehen, um sich eine Arbeit zu suchen. Dort will er sich ein neues Leben aufbauen.

Trotz allen Ärgers hänge ich an ihm und möchte, dass er bleibt. Mir tut auch unser kleiner Sohn leid. Habt Ihr einen Ratschlag für mich?

Liebe Grüße
Beatrice

 
3 Antworten:

Re: Trennungsschmerz

Antwort von eva+elena+michael am 20.08.2005, 13:18 Uhr

Ein Rezept gegen den Trennungsschmerz habe ich zwar keines, aber: Ich denke mal, er hat es auch nicht verdient, dass du ihm allzusehr nachtrauerst. Wenn er dich während Schwangerschaft und Wochenbett überhaupt nicht unterstützt und kein Verständnis für deine Sorgen oder Schmerzen hat, kannst du schon mal mit Recht lautstark seine Hilfe einfordern. Und wenn er SO schnell mit einer Scheidung einverstanden ist, frag ich mich, ob er dich jemals wirklich geliebt hat.
Und nur, weil du ein Baby hast, mußt du noch lange nicht mit dem Vater zusammenbleiben. Wahrscheinlich würde er sich um sein Kind genau so wenig sorgen wie um dich.
Und bevor du dich in einer derartig unbefriedigenden Beziehung selbst fertig machst oder auch noch die Schuld bei dir suchst, kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen, ist eine Trennung sicher besser. Wenn du dich von der schlimmsten Trauer um die verlorene Beziehung und Träume erholt hast, bist du sicher auch allein in der Lage, dein Kind großzuziehen.
Und wer weiß, irgendwann findet sich vielleicht dann auch ein Mann, der sich gerne um dich und dein Kind sorgt!

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Re: Trennungsschmerz

Antwort von harmony_ am 20.08.2005, 14:02 Uhr

Hallo,

hm, nicht leicht.

Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass die Geburt eines Kindes fuer alle eine grosse Umstellung bedeutet und dass an diesem Punkt anscheinend nicht wenige Partnerschaften in die Krise geraten. Wenn dann noch finanzielle Sorgen dazu kommen, dann koennte man manchmal ausrasten.

Bei mir hat diese Situation mit leichter Verzoegerung zur Trennung gefuehrt. Heute glaube ich aber, dass das vielleicht vermeidbar gewesen waere...

Werd dir fuer dich selber in Ruhe klar, was du fuer deinen Mann empfindest und ob du mit ihm weiter leben willst. Manchmal ist der Schmerz auch nur die Angst vor dem Alleinsein, auch ein gewisses Selbstmitleid kann eine Rolle spielen. WEnn es dir aber wirklich um DIESEN Mann geht, dann rede mit ihm, und sucht gemeinsam vielleicht eine Ehe-Beratung auf oder wenigstens einen neutralen Dritten.

Ein bisschen Abstand kann auch guttun, um erstmal wieder "runterzukommen".

Vielleicht war irgendwas fuer dich dabei?! Ich wuensche dir alles Gute,
harmony

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Re: Trennungsschmerz

Antwort von harmony_ am 20.08.2005, 14:05 Uhr

Nachtrag:

wenn e+e+m schreibt: "Und wenn er SO schnell mit einer Scheidung einverstanden ist, frag ich mich, ob er dich jemals wirklich geliebt hat.", wuerde ich mir nicht davon vergiften lassen, was gut war oder sogar noch ist. Es gibt so Ausnahmesituationen, da sagt und tut man vieles, was man eigentlich nicht so meint. Es kann auch die reine Verzweiflung oder Hoffnungslosigkeit gewesen sein, die ihn das sagen liess. Und das (schlechte) Argument koennte man ja auch umkehren: "Wenn du so schnell die Scheidung vorschlaegst, haettest du ihn nie geliebt." Ich finde es ziemlich leichtfertig, auf die Entfernung nach einem Posting gleich so etwas Destruktives in die Welt zu setzen.

Gruss, h.

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