Trampolinspringen - Überschlag mit Folgen

Trampolinspringen - Überschlag mit Folgen

© fotolia, Magnum

Trampolins sind eine tolle Attraktion im Garten: Meterhoch in die Luft springen - mit einem großen Trampolin kein Problem.

 Die meisten Kinder lieben das Trampolinspringen, in die Höhe zu wirbeln, sich zu drehen und wie ein Akrobat Kunststücke auszuprobieren. Es macht Spaß und ist auch durchaus gesund, denn die Kinder trainieren dabei Gleichgewichtssinn, Muskulatur, Körpergefühl, Körperspannung und Koordination.

Als Kinderarzt habe ich aber auch die Erfahrung gemacht, dass der federleichte Spaß unter Umständen schwere Verletzungen nach sich ziehen kann. Die Gefahren beim Trampolinspringen werden von Kindern und Eltern häufig unterschätzt. Denn ein Trampolin ist ein Sportgerät aber kein Kinderspielzeug. Trampolinspringen kann insbesondere gefährlich sein, wenn mehrere Kinder auf dem Gerät gleichzeitig springen.

Schwere Verletzung durchs Trampolinspringen

Blockaden der Wirbelsäule, gebrochene Arme, Beine, Ellbogen und Schlüsselbeinbrüche, Bänderrisse, Platzwunden, Schädel-Hirn-Traumata - alles Verletzungen, die beim Trampolinspringen leider immer wieder vorkommen. Mediziner sprechen sogar von einer "Trampolin-Faktur": Ein komplizierter Schienbeinbruch genau an der Wachstumsfuge. Als Folgeerscheinung können Wachstumsschäden auftreten.

Beim Trampolinspringen gibt es mehrere Möglichkeiten, wie sich Kinder verletzten können:

Wenn das Kunststück nicht auf Anhieb klappt und das Kind unglücklich auf dem Rücken aufkommt, kann es zu Verletzungen an der Wirbelsäule und am Kopf kommen - bei jedem zehnten Trampolinunfall ist dies der Fall. Besonders Saltos erhöhen das Risiko für Verletzungen an der Halswirbelsäule und am Kopf.

Hat das Trampolin kein Fangnetz oder ist das Fangnetz kaputt, können die Kinder herausgeschleudert werden, was zu schweren Brüchen und Platzwunden führen kann.

Falls mehrere Kinder gleichzeitig auf dem Trampolin hüpfen und die Kinder auch noch unterschiedlich groß und schwer sind, kann dies zu Stauchungen führen, weil die Feder­effekte und Beschleunigungs­kräfte des Tram­polins das Eigengewicht noch verstärken. Insbesondere Kleine und Leichte werden von Größeren regelrecht herauskatapultiert oder dabei gestaucht. Außerdem kann es zu schweren Zusammenstößen zwischen den Kindern und entsprechenden Verletzungen kommen.

Regeln fürs Trampolinspringen

Gerade beim Trampolinspringen ist es deshalb wichtig, dass Eltern mit ihren Kindern einige wichtige Regeln vereinbaren und Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um die Unfallgefahr so gering wie möglich zu halten und den Spaß nicht zu trüben:

  • Das Trampolin muss ein Sicherheitsnetz haben, ansonsten können die Kinder in hohem Bogen aus dem Trampolin katapultiert werden.
  • Kleinkinder bis sechs Jahren sollten nicht auf ein großes Trampolin. Ihr Körper ist den starken Kräften, die auf einem Trampolin wirken, nicht gewachsen. Erst ab etwa sechs Jahren können Kinder mit der Wurfkraft besser umgehen.
  • Nur barfuss oder in Socken hüpfen und keine Gegenstände wie Sprungsseile auf das Trampolin mitnehmen. Seile und Schnüre erhöhen das Strangulationsrisiko.
  • Gehüpft wird nur alleine. Mit anderen Kindern gemeinsam hüpfen erhöht die Unfallgefahr und kann zu Zusammenstößen, Stauchungen der Wirbelsäule und Knochenbrüchen führen.
  • Kaugummis und Essen auf dem Trampolin sind tabu - ansonsten riskiert man, dass sich Kinder stark verschlucken, außerdem kann es zu Verletzungen der Zunge und der Lippen kommen.

Dennoch muss man natürlich ganz klar sagen: Kinder sollen toben , sich bewegen und am besten jede Menge Spaß dabei haben. Ein Trampolin bietet all das - vorausgesetzt es stimmen die Rahmenbedingungen, um schwere Unfälle möglichst zu vermeiden. Am besten lernen Kinder das richtige und ungefährliche Springen im Sportverein. Bei sachgerechter Nutzung und vorsichtigem Umgang ist ein Trampolin für Kinder ab 6 Jahren ein wirklich tolles Sportgerät.

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