Dr. med. Vincenzo Bluni

Degum 2 Ultraschall

Antwort von Dr. med. Vincenzo Bluni

Frage:

Muss am 25.03.2008 zum Degum 2 Ultraschall was ist das genau was kommt da auf uns zu erkennt mann da eindeutig das Geschlecht und eventuell Krankheiten oder ähnliches.
LG Tanja

von Tanja0201 am 02.03.2008, 09:43 Uhr

 

Antwort auf:

Degum 2 Ultraschall

Liebe Tanja,

DEGUM ist die Abkürzung für Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin und es gibt verschiedene Grade der Qualifikation in der Ausbildung zum US-Spezialisten.

Die Einteilung der Qualität in die Stufen 1 bis 3 bezieht sich auf die Untersucherqualität und Gerätequalität.

Ein Untersucher mit der Qualifikation DEGUM II ist qualifiziert und berechtigt, nach außergewöhnlichen Fehlbildungen zu suchen und diese einzuordnen.

Dabei kann meist auch das Geschlecht erkannt werden.

Aber:

Mit Hilfe der Ultraschalldiagnostik können eine Vielzahl von Fehlbildungen oder Erkrankungen des Kindes erkannt und vor allem auch ausgeschlossen werden. Andererseits muss jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass auch bei moderner apparativer Ausstattung, größter Sorgfalt und umfassenden Erfahrungen des Untersuchers nicht alle Fehlbildungen oder Erkrankungen erkannt werden können.

Das Übersehen oder Verkennen einer Fehlbildung kann auch dadurch zustande kommen, dass bei bestimmten Begleitumständen (z.B. fettreiche Bauchdecken, Fruchtwassermangel, ungünstige Lage des Kindes) die Unterersuchungsbedingungen erschwert werden. Auch sind mit Ultraschall erkennbare Befunde nicht immer eindeutig in ihrer Bedeutung einzuordnen.

Die vorgegebenen Untersuchungsprogramme, vor allem zwischen der 20. und 22. Schwangerschaftswoche, sind bei Reihenuntersuchungen von gesunden Schwangeren ohne erkennbare Risiken (Screening) zwar auf das Erkennen von Anomalien und Fehlbildungen ausgerichtet, aber letzten Endes aufgrund des vorgegebenen Zeitrahmens doch wieder orientierender Art.

Das Ultraschall-Screening darf daher nicht als Fehlbildungsdiagnostik missverstanden werden. Vielmehr muss die Möglichkeit, dass weniger auffällige Befunde im Einzelfall übersehen werden können, von vornherein in Betracht gezogen werden.

Dazu gehören z.B. kleinere Defekte wie ein Loch in der Trennwand der Herzkammern, eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Defekte im Bereich der Wirbelsäule (Spina bifida) sowie Finger- oder Zehenfehlbildungen.

Zu beachten ist, dass jede Schwangerschaft mit einem sog. Basisrisiko von 2-4% für Fehlbildungen und Erkrankungen des Kindes belastet ist, dabei entfallen etwa 1% auf schwerwiegende Fehlbildungen. Dieses Basisrisiko ist bei einer insulinpflichtigen Zuckerkrankheit der Schwangeren oder auch bei Mehrlingen erhöht.

Ein Ausschluss von Chromosomenanomalien per Ultraschall als Alternative zu einer invasiven Diagnostik (Fruchtwasserpunktion, Chorionzottengewebsentnahme oder Nabelschnurblut) ist nur beschränkt durch den Nachweis von charakteristischen, aber nicht obligatorisch vorhandenen Hinweiszeichen auf Chromosomenanomalien möglich.

Ein Fehlen dieser typischen Befunde kann das Risiko für ein Kind mit Chromosomenanomalien (z.B. Down-Syndrom) zwar mindern, aber nicht ausschließen


VB

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 02.03.2008

Antwort:

Haben wir auch gemacht...

Hallo,

kurz vorab: Degum 2 ist einfach eine Norm, die die Ausbildung des Ultraschall-Diagnostikers bezeichnet, ähnlich wie eine DIN-Norm. Degum 2 heißt einfach, es wird ein besonder gut auflösendes Ultraschallgerät benutzt, der Doc ist speziell auf vorgeburtliche Ultraschalldiagnostik spezialisiert und hat hier ein Zertifikat erworben.

Die Untersuchung selbst ist eine Kombination aus dem sog. Organ-Screening und einem Doppler-Ultraschall. Beim Organscreening wird geschaut, ob alle inneren Organe korrekt angelegt sind (ob das Herz z.B. alle vier Kammern besitzt, ob die Hirnstruktur normal aussieht, ob die Nieren arbeiten etc.). Auch wird die Länge einiger Knochen sowie der Schädeldurchmesser gemessen.

Beim Zuschalten des Doppler wird das Bild dann farbig. Hier werden bestimmte mütterliche und kindliche Blutgefäße (Adern) bunt dargestellt, so dass der Arzt sehen kann, ob das Kind optimal versorgt wird (z.B. durch die Nabelschnur-Arterie).

Diesen Feinultraschall habe ich in der 22. Woche machen lassen. Wenn das Kind günstig liegt, kann man das Geschlecht absolut zweifelsfrei erkennen. Man sieht außerdem, ob die Plazenta gut aussieht, das Fruchtwasser okay ist, ob das Kind sich zeitgerecht entwickelt und organisch soweit normal entwickelt ist, u.v.m. Auch wird das Zielgewicht, also das voraussichtliche Geburtsgewicht berechnet. Diese Berechnung hat bei uns fast aufs Gramm genau gestimmt.

Ich fand diese Untersuchung einerseits interessant. Andererseits auch etwas beängstigend, denn wenn ein Arzt so ganz genau schaut, findet er oft auch etwas - zum Glück meist Harmloses. Kleinere Abweichungen sind häufig, lass Dich also nicht erschrecken. Bei mir stellte sich heraus, dass die Plazenta in ihrer Struktur an einer Stelle "aufgelockert" war und eine Art Luftblasen enthielt. So eine Mitteilung ist natürlich erstmal erschreckend, weil man sie nicht einordnen kann. Erst meine eigene Ärztin beruhigte mich: Dieser Befund hatte keine weitere Bedeutung.

Wenn der untersuchende Arzt also irgendetwas sagt, was Dir nicht sofort einleuchtet, frag' bitte direkt nach. Man denkt sonst hinterher ewig über die eine odere andere Bemerkung nach und macht sich verrückt. Hake hartnäckig nach, bis Dir alles klar ist, was er gesagt hat. Er verdient viel Geld mit so einer Untersuchung, da kann er sich ruhig die Zeit nehmen zu erklären, was er sieht und was er meint, ne?

Grüßle,

BB

von Bonniebee am 02.03.2008

Antwort:

@ Bonniebee :-)

Schaue hier öfters rein und mir steht die degum 2 untersuchung (doppler, Oranscreening) am 17.03 in der 21. ssw bevor und deine Erklärung hat sehr viele Fragen beantwortet :-) Dankööööööööööööö

von Britta87 am 02.03.2008

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